Filmzirkel nach einer Idee von Fred Fenster
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Harrikules vor vor 11 years, 7 months aktualisiert.
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11. Februar 2014 um 12:55 #1176233
DerSebomatTeilnehmerDas mit diesen Dogma-Filmen kannte ich gar nicht. Hab ich das richtig verstanden, dass es auch gar nicht so ein richtiges Drehbuch gibt und die Schauspieler mehr oder weniger improvisieren!?
Unter diesen ganzen Dogma-Aspekten entfaltet der Film natürlich einen gewissen anderen Reiz, als es “normale” Filme tun. Trotzdem empfinde ich einfach die Handlung des Films wenig ansprechend und somit war da ständig dieses “ich-muss-jetzt-diesen-Film-anschauen-weil-ich-in-diesem-Filmzirkel-bin”-Gefühl. Spaß hat das nur bedingt gemacht. Aber ich bin durchaus offen für sowas. Doch bin da jetzt wohl nicht der beste Diskussionspartner. Sorry.
11. Februar 2014 um 13:06 #1176234
ChrisKongTeilnehmerNein, gerade deshalb ist ja deine Meinung eben so wertvoll. Ich bin ganz ehrlich, mich kann man mit Arthouse Filmen jagen, das meiste ist mir schlicht zu lang und langweilig inszeniert. Ich muss nicht jemanden sehen, der 20min leer an eine weisse Wand start, um zu begreifen, dass ihm schwer was auf er Seele liegt.
Soweit ich das weiss kanns da durchaus ein Drehbuch geben, aber es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass Improvisation da auch reingehört.
Und wegen der Filmauswahl, ist ja wie gesagt jeder mal an der Reihe, wir können auch gerne über den Lieblingsfilm eines Users diskutieren, seinen Hassfilm, Mainstream, völlig Banane, einfach die Erhältlichkeit sollte gewährleistet sein.
11. Februar 2014 um 14:35 #1176235
HarrikulesTeilnehmer@Kong ich habe das Wort Vergewaltigung genau deshalb gewählt weil es das war das Christian in seiner “Wahrheitsrede” benutzt hat.
Und als neutral empfand ich den Ton des Films auch nicht so sehr sondern schon eher angespannt.
Das sich Menschen auch mal unlogisch verhalten und für den Moment alles verdrängen und dann doch feiern da gebe ich dir recht das kann vorkommen aber so eine Sch**ß Szene wie beim Frühstück hätte es für mich nicht gebraucht gerade weil da alles noch mal Moralisch zurechtgerückt wurde und dann irgendwie “Friede, freude Eierkuchen” war, das hat mir dann nochmal viel versaut.11. Februar 2014 um 15:30 #1176236
AnonymInaktivAAAAAALSO:
1. Die Schwester hieß Linda!*
2. Ich bin mir 100% sicher, dass die die Zwillingsschwester von Christian ist, da sie in ihrem Abschiedsbrief vor allem ihn in den Vordergrund setzt und gerade zwischen Zwillingen ja immer von einer besonderen Beziehung gesprochen wird. *
*(Haben mir gerade die Szene noch einmal angesehen!
)
@Harrikules:
Aber gerade die Szene am Ende war ja das erneute Vorführen eines der Probleme unserer Gesellschaft. Wenn dann alles raus ist, dann wird es ganz schnell wieder vergessen – vielleicht auch verdrängt. Moralisch zurechtgerückt wurde da für mich Nichts , eher noch einmal der dreckige Spiegel vorgehalten.
@Chris:
Ich bleibe dabei, auch wenn ich weiß was Du meinst, aber sich auf kein Genre festzulegen, macht es unnötig schwer für den Zuschauer Zugang zum Film zu bekommen. Zumal man immer die Möglichkeit hat ein Drama z.B. wie eine Komödie zu gestalten. Mit dieser Regel legt man sich nur selbst Ketten an. Keine Ahnung, ob es das für die Macher oder die Zuschauer kreativer gestalten soll, ich finde es, ähnlich wie einiger der verwendtenen Kameraeinstellungen, zu gewollt – “artsy fartsy” sozusagen.… und auch dem was Du über das Benehmen der Leute sagst, kann ich nicht zustimmen. Deren Schauspiel ist einfach zu eindeutig überzogen – zumindest bei den Meisten. Wenn der Film aus einem anderen Kulturkreis käme , z.B. Japan, dann wäre das noch anders zu sehen, aber Skandinavien ist meiner Meinung nach nicht viel unterschiedlicher von unser Art.
Beispiele sind die übrigen Gesten und vor allem Michael, der wie auf Droge (Koks) zu sein scheint – obwohl ich mich nicht erinnere, dass das thematisiert wurde!11. Februar 2014 um 15:55 #1176237
UllusTeilnehmer@ Kong: Stimmt, diese Dogma Regeln waren mir vorher nicht geläufig !
11. Februar 2014 um 16:50 #1176238
HarrikulesTeilnehmerNightrain wrote:AAAAAALSO:
1. Die Schwester hieß Linda!*
2. Ich bin mir 100% sicher, dass die die Zwillingsschwester von Christian ist, da sie in ihrem Abschiedsbrief vor allem ihn in den Vordergrund setzt und gerade zwischen Zwillingen ja immer von einer besonderen Beziehung gesprochen wird. *
*(Haben mir gerade die Szene noch einmal angesehen!
)Aber gerade die Szene am Ende war ja das erneute Vorführen eines der Probleme unserer Gesellschaft. Wenn dann alles raus ist, dann wird es ganz schnell wieder vergessen – vielleicht auch verdrängt. Moralisch zurechtgerückt wurde da für mich Nichts , eher noch einmal der dreckige Spiegel vorgehalten.
Zu zweitens ich dachte eigentlich auch immer das die beiden die Zwillinge sind bzw. waren.
und klar wenn man den ganzen Film in Metaphern sieht dann stimmt das so alles wie du es ausgeführt hast(und da sich viele Regiseure auch als “Künstler” sehen wird dem wohl auch so sein) aber für mich war es trotzdem die Verhunzung des Films.11. Februar 2014 um 16:55 #1176239
DerSebomatTeilnehmerWas ich so störend an dem Film fand, ausser diesen Dogma-Regeln, war auch die Reaktion der ganzen Anwesenden nach Christians Rede. Ich mein, natürlich würde sowas totgeschwiegen werden, aber so!? Das sagt ja fast keiner was. Die schauen allen nur blöd. Und der Vater reagiert am allerkomischsten. Bei der ersten Anschuldigung reagiert ja quasi gar nicht, oder irre ich mich da?
11. Februar 2014 um 17:01 #1176240
UllusTeilnehmer@ Sebomat: Bei der ersten Ankündigung hielt er es noch für einen schlechten Scherz. Wie die Mutter mit ihrer eigenen Rede nochmals versucht alles glattzubügeln und zu entkräften war ein verzweifelter Versuch das Image zu bewahren !
11. Februar 2014 um 19:05 #1176241
ChrisKongTeilnehmerAlso das Ende war in der Tat total unbefriedigend und ich stimme da Nightrain zu, der Zugang zum Film wird durch die Mechanismen des Dogmastils erheblich erschwert.
Was ich auch ein bisschen befremdend fand, das ist das artsy fartsy, das Nightrain angesprochen hat, wenn man schon einen auf Dogma macht, wozu dann so blöde Kameraspiele mit einer Kamera, die den Namen nicht verdient?Und das mit dem überzogenen Schauspiel, naja, das sei mal dahingestellt, denn ehrlich kann man sich so eine Situation gar nicht wirklich vorstellen, aber das bewusste Weghören, das hab ich selber schon erlebt. Das ist ja nicht in dem Sinn aktives Ignorieren, aber der Verstand kann die Situation nicht mehr richtig handeln und geht quasi auf Standby-
Nur das mag wohl jeder von uns anders sehen, aber ich hoffe doch, dass noch niemand so eine Erfahrung gemacht hat.11. Februar 2014 um 19:15 #1176242
HarrikulesTeilnehmerUllus wrote:@ Sebomat: Bei der ersten Ankündigung hielt er es noch für einen schlechten Scherz. Wie die Mutter mit ihrer eigenen Rede nochmals versucht alles glattzubügeln und zu entkräften war ein verzweifelter Versuch das Image zu bewahren !
Ich empfand es eigentlich so das die Rede der Mutter nur dazu da war um den Schein weiter zu wahren…
aber natürlich hätte Christian sich als Kind wirklich komisch behnehmen können das machen Missbrauchskinder ja auch.11. Februar 2014 um 19:21 #1176243
ChrisKongTeilnehmerGlaube, dass sie das aus Selbstschutz macht, weil sie ja automatisch mit drin hängen würde. Allerdings wirkt ihre Rolle in dem Film sonst reichlich überflüssig und wirklich charakterisiert wird sie nicht.
11. Februar 2014 um 20:09 #1176244
DerSebomatTeilnehmerWie fandet ihr denn die Szene mit dem Schwarzen? Das war doch auch völlig übertrieben. Da setzt sich der rein und alle fangen an rassistische Lieder zu singen. Ja, Rassismus gibts. Und ja, sowas bleibt bestimmt auch in der Familie. Aber wie dann alle zu singen anfingen, fand ich dann schon sehr übertrieben und unrealistisch. Doch nicht auf einer Familienfeier in so großem Ausmaß.
11. Februar 2014 um 21:03 #1176245
ChrisKongTeilnehmerDu vergisst, dass die schon betrunken waren und Dänen, die spinnen die Dänen. Nein im Ernst, ich fand diesen Einschub auch irgendwie aufgesetzt. Glaube aber durchaus, dass dies in solchen Gesellschaften sicher ein Thema ist. Michael ist ja in diesem Fall der Agitator, der Rest sind Mitläufer und zwar bei allem.
Wobei es da noch nicht mal wirklich um Rassenhass ging, sondern er ist der Aussenseiter. Die Frau von Michael wird ja auch so behandelt, wie wenn sie nicht dazu gehört.
Aber eine Bereicherung war die Szene dann wirklich nicht. Vielleicht wollte der Regisseur hier ein wenig ambivalenter sein, bemüht dann aber doch nur Klischees.
Aber ich muss sagen, dass mir vor kurzem eine Bekannte erzählt hat, wie sie mit ihren Geschwistern Familientreff hatte. Und deren Vater ist auch so ein reicher “Charmebolzen”, der mal eben so die Frau des einen Bruders, die aus Somalia stammt, als Negerin zu bezeichnen. Er tat das wohl nicht im Bösen, aber war sich auch nicht wirklich des Fauxpas bewusst.
So wurde es mir erzählt. Worauf ich hinauswill, dass in gewissen Kreisen eben kein latenter Rassismus vorherrscht sondern er offen ausgelebt wird. Der Alkohol tut in der Szene sein Übriges, aber das muss ich dir wohl kaum erzählen, da hast du wohl sehr viel mehr Erfahrung (beruflich) als ich.11. Februar 2014 um 21:25 #1176246
Fred FensterTeilnehmerpuh ok, musste mich jetzt erstmal einlesen^^
also erstmal vorne weg: was habt ihr den alle gegen das ende? ich fand an und für sich, dass es gut zum rest des filmes gepasst hat, also einerseits hat es dazu gepasst, dass in der familie vieles einfach totgeschwiegen oder der schein gewahrt werden soll, andererseits ist aber auch der move von michael, der seinen vater rausschickt unvorhersebar (er hat ihn ja früher verteitigt) – vielleicht findet ihr das ende nciht gut, weil es nicht eure erwartungen erfüllt hat? oder anders: was hätte denn passieren sollen? hätte die Polizei kommen sollen oder hätte der vater verprügelt werden sollen? also das war jetzt keine rhetorische frage sein hehe.
wie bereits erwähnt, war ich auch etwas überrascht einen kunstfilm vorgeschlagen zu haben (das wird, denke ich nicht nocheinmal vorkommen – ich habe ein richtig schlechtes gewissen, dass sich einige die dvds kaufen müssen.), aber ok weiter, jedenfalls kann ich auch mit dieser art film, die in der tat eher in die richtung Kunst geht und ich würde dieses wort auch nicht in anführungszeichen schreiben, wenn es um filmemacher geht, harrikules, denn ich habe mir, nachdem ich mir die dogma-wiki-seite durchgelesen hatte, so gedacht, dass es schon ziemlich genial ist mit equipment, das jeder zu hause haben könnte, so einen film zu machen. da gehört imo schon was dazu und das kann man dem film nicht absprechen. dass die kamerafahrten und tricks nicht so toll werden ist wahr, aber man muss sich da als filme macher schon gedanken machen was man macht…zu viel kann da auch leicht in die hose gehen. gerade diese weitwinkelkamera in dieser tanzszene (weiß nicht mehr wer da tanzte) ist doch spitze! und ist denn nciht diese handkamera eine gute ide um eine familienfeier aufzunehmen? denkt doch mal nach: solche total langweiligen videos von irgendwelchen familienfeiern gibts doch fast in jedem haushalt, nur hat sich hier die aufnahme mal gelohnt!11. Februar 2014 um 21:33 #1176247
Fred FensterTeilnehmerdänen haben zwar den ruf etwas ruhiger zu sein, aber filmisch sind sie ja mit in kina spiser de hunde und der pusher trilogie schonmal heftiger und cooler, als es deutsche filme je waren. auch die tradition spielt in dänemark sicher eine rolle -zb der adel- und auch in der seefahrt haben sie sicherlich eine reiche geschichte – seefahrergeschichte und die ist ja wohl auch nicht ruhig, da ist michael noch ok^^ und wird mal gesagt, dass er kokst oder gibt es andeutungen? die gab es ja auch mit dem lesbischen gast auf dem fest – wurde auch nicht weiter drauf eingegangen.
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