Filmzirkel nach einer Idee von Fred Fenster
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Harrikules vor vor 11 years, 7 months aktualisiert.
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11. Februar 2014 um 21:38 #1176248
ChrisKongTeilnehmerFinde ich nicht, der Film wird durch ein mieses Bild nicht aufgewertet. Was hat eine schlechte Kamera bitte mit Authentizität zu tun? Dann sollte man auch kein Drehbuch schreiben und die Leute einfach machen lassen.
Genau da liegt ja der Kern des Problems. Das Ende plätschert einfach so dahin, da hätte man bei der Prügelszene schon wegblenden können, wozu die Frühstücksszene sein sollte, hab ich auch nicht so ganz verstanden.
Die Polizei hätte wohl niemand gerufen, denn wirklich bewiesen ist ja nichts und nach all der Zeit würds auch nicht wirklich Sinn machen.
Ein Drama muss ja nicht mit einem Knall enden, aber wie schon gesagt, das Ende hier wirkt mehr wie ein Epilog und hat keinerlei emotionale Bedeutung mehr. Alles wurde gesagt.
Mir tut ja das arme Schwein leid, dass die Autoschlüssel zusammenkratzen kann aus dem Kühlschrank
11. Februar 2014 um 21:44 #1176249
Esorb RedTeilnehmerUiuiui, da komm ich ja kaum mehr rein in die Diskussion:
Ich denke auch, dass die Ansprache der Mutter der Versuch war die Worte Christians zu entkräften und den Vater zu schützen.
Was die Szene mit dem rassistischen Lied sollte, weiß ich auch nicht. Vielleicht sollte diese nochmal verdeutlichen wie sehr sich Helen schon vom Rest der Familie entfernt hat, was ja auch bei der Ansprache der Mutter deutlich wird. Die Mutter hätte sich einen anderen Lebensweg für ihre Tochter gewünscht. Genauso kann die Szene mit dem Lied aber auch die Machtlosigkeit der Außenwelt gegenüber einer eingeschworenen Familie darstellen, die auf Teufel komm raus die Wahreheit totschweigt.
Ich merkte erst beim Lesen eurer Meinungen, wie voreingenommen ich an den Film gegangen bin. Wäre ich offener gewesen, hätte ich eventuell auch erkannt, dass die Familie wahrscheinlich nur ein Spiegelbild gesellschaftlicher Probleme sein könnte. Letztlich habe ich aber wieder mal festgestellt, dass ich kein Freund künstlerischer Filme war, bin oder sein werde. Ich gebe auch zu, dass ich streckenweise nebenher im Internet gesurft habe, weil ich sonst eingeschlafen wäre…
Die einzige Frage, die noch immer ungeklärt ist: Warum interessiert sich keiner auch nur einen Dreck für die verprügelte Kellnerin?
11. Februar 2014 um 21:52 #1176250
ChrisKongTeilnehmerWeil sie nur die Wut von Michael darstellen soll. Wie gesagt, stells dir einfach so vor, da ist das Familienfest und die Kamera folgt eigentlich nur Michael, Christian und Helen. Es werden ja auch glaube ich keine Szenen parallel gezeigt. Die Kamera hält aufs Geschehen drauf und fertig. Die Kellnerin ist nur eine Nebenfigur, die nicht interessiert. Und von verprügeln kann auch kaum die Rede sein. Aber wie gesagt, der Film ist nicht nach filmischen Massstäben aufgebaut, das wird dabei einfach gerne vergessen. Darum ist der Filmrythmus ungewohnt und ein Kunstfilm ist er im Grunde genommen nicht, denn künstlich sind eher die Filme, die man sonst so sieht.
11. Februar 2014 um 21:58 #1176251
Esorb RedTeilnehmerFilmische Maßstäbe hin oder her… Wenn das nicht verprügeln ist, dann weiß ich auch nicht 😮
Soll nur die Wut von Michael darstellen? Ich bin echt nicht gemacht für solche Filme… aber die Aufnahme durch die Scheibe fand ich trotzdem gut
11. Februar 2014 um 22:07 #1176252
ChrisKongTeilnehmerJa, ist nun mal so. Wie gesagt, mich kann man mit Arthouse Filmen jagen in der Regel. Wollte eigentlich nur versuchen einen möglichen anderen Blickwinkel zu vermitteln. Der ist nicht zwangsweise richtig, nur ist das halt mein Eindruck. Ist vielleicht mehr eine gestellte Doku wenn man so will oder ich hab schon mal den Begriff Momentaufnahme in den Raum geworfen, denn ich finde das trifft es ziemlich genau. Bis auf die Traumsequenz zeigt der Film keinerlei Rückblenden oder so, alles bleibt chronologisch.
In anderen Dramen dieser Art setzt sich eben meist ein Puzzle aus verschiedenen Szenen zusammen, wo sich Rückblenden, Einbildungen, etc. vermischen.
Eigentlich erzählt der Film nur, was die Figuren auch tatsächlich reden.
Wie wenn man eine Familie 11/2 Tage lang begleitet mit der Kamera, das kann mitunter ganz schön langweilig sein. Was dazu kommt, die Figuren erklären nichts für den Zuschauer, denn in echt würdesr du ja auch keinem Verwandten alles erklären, was er schon weiss. Das ist in konventionellen Filmen natürlich so üblich, da sind in den Dialogen Sachen enthalten, die kein normaler Mensch sagen würde, aber eben eine Erklärung für einen Zuschauer darstellen.11. Februar 2014 um 22:18 #1176253
Fred FensterTeilnehmerAlso ich habe den farbigen Freund als Charakter so verstanden, dass er der einzige Außenstehende ist, der wirklich keinen Einbick in das Familienleben hat und ich glaube mich daran zu erinnern, dass er auch “angemessen” reagiert hat – also auf das, was er verstehen konnte und das könnte den Zuschauer selbst meinen, der ja in der Liedszene auch erstmal *wtf* denkt^^
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher ob der Film wirklich den Anspruch hatte, auf die Gesellschaft übertragen zu werden, natürlich ist eine Familie ein gewisser Teil der Gesellschaft, allerdings sind Familien auch in sich geschlossene Gesellschaften, in denen sich gewisse gesellschaftliche Prozesse abspielen (z.B. das Totschweigen von Problemen, aus Angst sich den Konsequenzen zu stellen), aber ich bin nicht der Meinung, dass dieser kleine Arthouse-Film so große Ziele hatte, vielmehr sollte imo einfach ein Abbild einer Familie gezeigt werden (…und solche Familien gibt es nunmal – ein gewisser watchvalue sollte schon gegeben sein) und klar dabei wurde stark auf die Mißbrauchsproblematik eingegangen, auch Rassismus, aber was ist den mit den anderen gesellschaftlichen Problemen? Es würde uns doch gut gehen wenn das unsere einzigen Probleme wären…ich mein nur die Gesellschaft das ist ein weites Feld und da von einer Familie hochzurechnen – macht man doch bei z.B. Arrested Devellopment auch nicht (mir ist auf die Schnelle kein Familiendrama eingefallen^^ ), bin ich eigentlich der Einzige, der zumindest zu Anfang ziemlich an die Bluths erinnert war?11. Februar 2014 um 22:25 #1176254
Fred FensterTeilnehmerJa ok die Kellnerin hmm joar schlimm…
nee im Ernst ich muss sagen, dass ich das schon vergessen hatte, aber vielleicht ist das einfach eine weitere story, die ins Leere verläuft, so wie die Lesbe (die interessiert euch ja uch einen Schneiß^^) oder es ist einfach auch so ein Ding, wie die Spuckszene, in der Michael Ruckschläge in Aggressionen umwandelt, sie hat ihm glaub ich grad gesagt, dass die sein ungewolltes Kind abgetrieben hat, weiß nicht mehr genau was vorher war… macht er das nciht auch schon in seiner allerersten Szene11. Februar 2014 um 22:27 #1176255
Fred FensterTeilnehmerja schau ich mir in der Regel nicht an. der vergleich hinkt natürlich später, aber anfangs!?
11. Februar 2014 um 22:27 #1176256
ChrisKongTeilnehmerArrested Development ist aber also wirklich kein Drama. Am ehesten noch eine Gesellschaftssatire. Also da gibt es weit bessere Vergleiche. Wie wärs mit Gosford Park? Wer den gesehen hat, der weiss was ich meine.
Und eine weitere Story, da liegt eben der Denkfehler. Diese Art Film folgt eben nicht diesem Muster von Storylines. Die Kamera beobachtet, was Michael, Christian und Helen tun. Dabei kommt es zu solchen Szenen, die auch nicht weiter ausgeführt werden, ganz einfach.
Würde die Kamera dich begleiten und du würdest ein schwules Pärchen sehen, das sich küsst, dann wär das eben mit drauf und auch deine Reaktion darauf, aber eine Story wird das deswegen nicht werden.
11. Februar 2014 um 22:31 #1176257
Fred FensterTeilnehmerJa aber das Leben hat doch keine Story. wozu braucht man eine direkt erzählte story, wenn man sich sie sich auch dazudenken kann? Ist doch nicht schlimm, wenn man mal einen Film hat, wo nicht direkt klar ist, wohin es geht und man erstmal schuen muss was los ist.
12. Februar 2014 um 8:11 #1176258
AnonymInaktivZur Mutter:
Wie ich schon in meiner Interpretation meinte, ist das ein (leider) relativ normales Verhalten von solch nahen Verwandten. Da wird sehr oft weggesehen. Diese Personen, Ehefrauen insbesondere, wollen bestimmte Dinge nicht sehen. Daher ist die Reaktion der Mutter für mich schon nachvollziehbar.Zum Dunkelhäutigen:
Auch hier verweise ich nochmal auf meine Interpretation, dass dieser ein in die Gruppe kommenden Außenstehender ist. Dieser hat nicht nur einen anderen Blickpunkt, sondern wird ggf. für die soziale Gruppe unbequem oder gefährlich. Als Reaktion darauf greift ihn die Gruppe an. Solche Angriffe zielen leicht auf offensichtliche “Schwachstellen” ab, in diesem Fall seine Hautfarbe. Ziel ist es, dass diese Person der Gruppe fern bleibt.
@Fred Fenster:
Oh, ich denke schon, dass man den Film bzw. die dortige Gesellschaft auf die allgemeine Übertagen kann und muss, wenn man irgendeinen Zugang zu ihm bekommen will.
Dass man nicht unbedingt auf andere gesellschaftliche Probleme eingeht, erklärt sich wohl daraus, dass das Ganze dann noch überfrachteter wirken und noch länger. Zudem würde man auch das eignetliche Thema aus dem Fokus verlieren.Edit:
Wegen der Story: Prinzipiell hast zu Recht, eine Story entspinnt sich wohl meist von selbst. Bestimmte Grundzüge bei dem was gezeigt wird, hilft aber dabei diese dem Zuschauer näher zu bringen.
Man will ihn ja ansprechen und dazu bringen sich mit dem Thema, das man da bearbeitet, auseinanderzusetzen. Eine klare Geschichte fängt daher eher die Aufmerksamkeit ein als eine nur vage angedeutete.12. Februar 2014 um 10:19 #1176259
UllusTeilnehmerVielleicht hängt das mit der Story an der Erwartungshaltung und den Gewohnheiten des Zuschauers. Wenn ein Drehbuch fehlt oder nicht ausgereift ist merkt man das einem Film auch an. Dann wirkt es zu unstrukturiert und auch gekünstelt. Das Fest macht für mich diesen Eindruck, es definiert sich zwar durch bekannte Alltagssituationen und Realismus, gleichzeitig fehlt mir aber eine klare Struktur um den Film besser begreifen zu können. Mir ist der Streifen zu unkonventionell, und zu befremdlich da er durch die Dogma regeln sich selbst ständig im weg steht. Ich messe dem Unterhaltungswert viel Bedeutung zu und da versagt das Fest.
Übrigens, der Regisseur Winterberg des Films kommt auch vor, er ist der Taxifahrer, der Gbatokai abliefert.
Ach ja, der Vorschlag zu Nightrain’s Film Blood Tea, ist der jetzt einigermaßen sicher, ich habe den Film gestern von Lovefilm erhalten und schon konsumiert, oder wird ein anderer Streifen nun gewählt ?
12. Februar 2014 um 10:51 #1176260
ChrisKongTeilnehmer@Ullus Ich werde dann einen zweiten Thread eröffnen, gemäss Idee von Nightrain, dann können wir hier fortlaufend die Filmvorschläge gesondert diskutieren oder halt alles, was drumherum ist, dann kann man sich schon früh ans organisieren machen. Im zweiten Thread sollen dann ausschliesslich Erstmeinungen und die Folgediskussionen stehen, alles andere dann hier. Den Film von Nightrain gibts übrigens auch auf YT. Werde ihn mir vermutlich dort anschauen, denn aufgrund des Themas wird der eher weniger in meiner Sammlung auftauchen, es sei denn er begeistert mich total.
12. Februar 2014 um 10:58 #1176261
UllusTeilnehmer@ Kong: Das hatte ich bereits gelesen, ich wollte nochmal nachfragen !
Wann wird denn dieser zweite Thread eröffnet ? Ich bin mir nicht sicher, wann wie uns auf den zweiten Vorschlag einigen !
12. Februar 2014 um 10:59 #1176262
ChrisKongTeilnehmerEigentlich sobald der nächste Film feststeht, aber den haben wir noch nicht besprochen oder gutgeheissen, auch wenn ich da ehrlich kein Problem sehe. Danach ist das hier der Spam- oder wir besprechen die Filmvorschläge und das weitere Vorgehen oder Verbesserungsvorschläge-Thread.
Ich weiss ja noch nicht, ob das Bedürfnis an Diskussion abgeklungen ist.
Von meiner Seite aus ist eigentlich das meiste gesagt, was ich sagen wollte, ich würde mich folglich nur wiederholen. Jetzt liegts am Rest, sich hier bemerkbar zu machen. Vielleicht hat jemand noch einen Punkt, den er ausführen möchte. -
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