Mass Effect 2

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    captain carotcaptain carot
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    Mass Effect 2, Pro und Contra:

    So, ich bin komplett durch. Alle Nebenmissionen, alle Upgrades und alle Gespräche. Dabei gab´s viele Pros, aber auch viele Contras im Vergleich zum Erstling.

    Story: insgesamt trotz Shepards Tod sauber an Teil eins angeknüpft, viele interessante Nebenfäden, viele noch offene Fragen werden geklärt. Außerdem sind beide Teile durch den Spielstandimport sinnvoll miteinander verwoben, sei es bei Dialogen mit Anderson, Liara und Ashley, Treffen mit alten Bekannten wie Helena Blake, Mails von anderen und noch mehr.

    Allerdings auch mit Mängeln SPOILER

    Ok, die Kollektoren sind stark veränderte Protheaner, das kann ich nachvollziehen und ist auch schön bedrohlich. auch die Tatsache, dass die Reaper Biologisch-künstliche Mischwesen sind kann ich akzeptieren, aber ein Reaper in Menschenform? Für ein im All lebendes Wesen macht diese Form einfach keinen Sinn!

    Fähigkeitenentwicklung: Sorry Bioware, die zusammengestrichene Fähigkeitenentwicklung ist schlicht unnötig. Bei Mass Effect war es mit 12 Fertigkeiten für Shepard und 9 für die anderen schon einfach und übersichtlich, wer nicht selbst leveln wollte konnte es auch der Automatik überlassen, eine weitere Kürzung auf fünf (bzw. vier) Fertigkeiten war absolut nicht notwendig. Auch die neue EXP-Verteilung finde ich schlechter.

    Waffen und Ausrüstung: Statt Tonnen von Items zu looten gibt´s nur wenige Waffen, die aber aufgerüstet werden können. Fühlt sich realistischer an und passt besser zu Mass Effect. Es dürften aber ein paar Ballermänner mehr sein und außerdem fehlen mir leichte und mittlere Rüstung mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Die will ich bitte wieder zurück. Immerhin lässt sich Shepards Rüstung auch optisch modifizierenund die Schiffskleidung ist auswechselbar.
    Ebenfalls nicht so dolle: Die schweren Waffen. Die meisten sind in der zweiten Spielhälfte zu schwach, haben zu wenig Reichweite oder sonstwas und können dank des eng begrenzten Munivorrats auch nur begrenzt genutzt werden.
    Ausnahmen sind die Cain, für die man aber selbst im besten Fall nur zwei Schuss hat, dafür aber alle bis auf zwei Boss-Gegner mit einem Schuss ausschalten kann und der Kollektorenstrahler. Insgesamt macht das die schweren Waffen zirmlich nutzlos.
    Ebenfalls etwas fragwürdig sind die Thermomagazine. Für alle Waffenarten das gleiche Magazin zu haben ist auch nicht wirklich besser als Überhitzung wie in Teil 1, aber auch nicht wirklich schlechter.

    Erkundung: Ich geb´s zu, die Makomissionen konnten recht eintönig sein, insgesamt hatte ich aber trotz der generischen Planetenoberflächen ein ziemliches Faible dafür, unter einer blauen Riesensonne über einen Planetn zu düsen oder über eine Eiswüste zu brettern. Das Planetenscannen von Mass Effect 2 ist absolut kein Ersatz dafür, ich hab´s nur für die nötigen Ressourcen und die Suche nach Nebenmissionen gemacht.

    Sternenkarte: Mal ehrlich, die Idee, limitierte Treibstoffvorräte und Sonden zu haben ist ja ganz nett, unter´m Strich wird´s aber schnell nervig. Positiv ist allerdings die Prozentanzeige, mit der man schnell erkennt, wo man bereits gewesen ist. Für Mass Effect 3 bitte die alte Karte mit Prozentanzeige.

    Die Party: Die meisten Charas finde ich wirklich gelungen, die alten Bekannten haben sich sinnvoll weiterentwickelt und die neuen alle einen gut ausgearbeiteten Hintergrund und Tiefe, selbst die ungeliebte Jack. Die einzige Ausnahme ist für mich der DLC Charakter Zaeed. Nicht nur, dass man mit ihm nicht richtig reden kann, der ganze Charakter ist so übertrieben, dass er aufgesetzt wirkt. Leider machen sich alle Chars abseits ihrer eigenen Missionen und Gespräche weit weniger mit Einwürfen in Dialoge und Hintergrundunterhaltungen bemerkbar. Das kostet sie etwas Lebhaftigkeit.
    Davon abgesehen finde ich es zwar toll, dass nun alle ein ganz eigenes Outfit haben, aber ziemlich unlogisch, dass über die Hälfte meiner Party sich nur mit einer Atemmaske in toxische und aggressive Klimate vorwagt und ohne Rüstung ins Gefecht marschiert. Ein Schutzanzug für jeden Char hätte schon sein dürfen, wenn man sie nicht mehr selbst ausrüsten darf.

    Nebenmissionen: Grafisch um Längen abwechlungsreicher und nicht mehr ansatzweise so generisch. Ob man batarianische Etremisten aufhält, ein Schiffswrack untersucht oder eine Quarianerin rettet, die Nebenmissionen sind durch die Bank gelungen. Leider fehlen insgesamt Nebenmissionen, die man friedlich durch Gespräche lösen kann.

    Hauptmissionen: Gerade die Actionparts sind bei Mass Effect 2 um Längen besser geworden, auch die Dialoge sind dank besserer Inszenierung noch etwas besser. Dummerweise hat Bioware nun Actionabschnitte und Gesprächsabschnitte klar voneinander getrennt. Das kostet Homogenität und Atmosphäre. Musste ich beim ersten Durchspielen auf Noveria mit plötzlich angreifenden Rachni rechnen oder wurde auf derCitadel von Söldnern angegriffen passiert so etwas beim zweiten Teil einfach nicht. Hätte Bioware hier nicht so klar getrennt wäre Mass Effect 2 seinem Vorgänger hier deutlich überlegen.

    Hacken und öffnen: Statt des immer gleichen Knöpfchendrückens aus Mass Effect 1 gibt es zwei Minispiele. Die sind nicht mal schlecht und gefallen mir persönlich definitiv besser.

    Briefing und Debriefing: Ich weiß nicht, warum ich für ALLES abseits der Haptmission nur E-Mails bekomme, die Audiobotschaften mitsamt Nachbesprechung aus ME1 sind ehrlich gesagt besser. Eine Mischung aus beidem hätte ich allerdings auch sehr gut gefunden. Der Debriefingbildschirm ist irgendwie überflüssig.

    Sonstiges zum Gameplay: Das Regenerationsfeature ist zwar ganz nett, ich fände es aber besser, wenn das nur für die Schilde gelten würde und man für die Lebensleiste weiter Medigel brauchen würde. Außerdem sind manche Schusswechsel etwas zu deckungslastig, jedoch durchgehend besser als die Schiessbudenballereien von Mass Effect.

    Bei Grafik und Sound hat Mass Effect 2 deutlich zugelegt, bis auf einige, dafür aber dumme Animationsfehler und seltsame Kameraeinstellungen in Gesprächen sowie seltene Glitches gibt es grafisch nix zu rütteln, soundseitig ist auh fast alles in Butter und es wäre perfekt, würde nicht einmal ein halber Dialog mit Samara und einem anderen Char und gelegentlich ein Wort fehlen. Es gibt mehr deutsche Sprecher und die schlechten sind ausnahmslos nicht mehr dabei. Das neue Synchronstudio hat sich allerdings bei vielen Begriffen wie Geth, die in ME1 deutsch ausgesprochen wurden für englische Aussprache entschieden, was aber ein verschmerzbarer Bruch ist.

    Man kann wirklich nicht behaupten, dass Bioware sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hätte, im Gegenteil, man hat bei Mass Effect 2 eine Menge geändert, vieles davon zum Guten. Auch wenn andere Änderungen zumindest Fans des Erstlings wie mir wiederrum sauer aufgestoßen sein dürften gebürt den Jungs und Mädels mein Respekt für den Mut, ein erfolgreiches Spiel so deutlich umzukrempeln und dabei gleichzeitig das Grundgefühl zu erhalten.

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