EXZELLSION
Verfasste Forenbeiträge
-
AutorBeiträge
-
EXZELLSIONTeilnehmerSCHLOß VOGELOED ist einer der weniger bekannten Filme von Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau. Zu Unrecht fristet der Film aus dem Jahre 1921 heute ein Schattendasein zwischen den anderen Murnau-Werken. Was macht dieses Frühwerk des Meisters heute noch interessant?
Die Geschichte spielt auf dem Filmtitelgebenden Schloß. Der Schlossherr von Vogelschrey trifft sich dort mit nobler Gesellschaft zur Jagd. Unter diesen Gästen befindet sich auch Baronin Safferstädt, welche mit ihrem neuen Ehemann angereist kommt. Bei dem anhaltenden Dauerregen, ist an eine Jagd allerdings nicht zu denken. Erst recht nicht, da auch ein ungebetener Gast erscheint. Graf Oetsch, der Mörder von Baronin Safferstädts erstem Mann…
Es ist jedenfalls nicht das langsame Erzähltempo des Films und schon gar nicht die Geschichte, die auf einem Trivialroman der Berliner Illustrierten Zeitung, also einem Ullstein-Blatt, basiert, was den Film noch heute sehenswert macht. Es ist die Art, wie der Film gemacht wurde! Es geht wesentlich mehr um Stimmungen, um Atmosphäre, um eine stetige Ungewissheit. All das ist auf Friedrich Wilhelm Murnau zurückzuführen. Seine charakteristischen Eigenschaften als Regisseur kommen in diesem Frühwerk schon sehr klar zur Geltung. Vor allem der Einfall von Murnau, die Stimmung der Leute im Schloss mit dem Wetter in der Natur zu koppeln, ist schlicht genial und heute gang und gäbe. Wer kennt das nicht: Als Beispiel: Dem Helden einer Geschichte passiert etwas Niederschmetterndes und es beginnt zu regnen…Man muss sich klar machen, dass auch das irgendwann Mal kein Klischee war, sondern dass das auch Mal erfunden wurde. Murnau tat dies mit diesem Film.
Eine Besonderheit des Films ist auch der konsequente Entzug der Genrezuschreibung: Schloß Vogeloed besitzt kammerspielartige, melodramatische und kriminalistische Züge. Nicht selten streift der Film sogar das Horror-Genre. Murnau spielte regelrecht mit Zuschauererwartungen.
Auffallend ist auch die extreme Verdichtung von Raum und Zeit: Die ganze Handlung spielt sich an drei Oktobertagen ab. Der Film ist in fünf Akte unterteilt, jeder dieser Akte beginnt mit einer Totalen des Schlosses. Der Fluss der Zeit wird durch die Zwischentitel genau dokumentiert.
Wie bei einer DVD der Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung nicht anders zu erwarten, ist das Bild wohl das bestmögliche Resultat einer Restauration. Es ist sehr detailliert, Schattierungen und Grauabstufungen kommen hervorragend zur Geltung, vor allem bei den „Außenaufnahmen“ im Regen mit der heranfahrenden Kutsche.
Die Musik stammt von Neil Brand und wurde 2005 mit dem Klavier eingespielt.
Abschließend bleibt zu sagen, dass der Film vor allem für F.W. Murnau-Fans interessant ist, dessen vorhergegangenen Frühwerke leider alle als verschollen gelten…
EXZELLSIONTeilnehmerEcht geil, dass hier auch noch ein paar DAS MILLIONENSPIEL kennen! Damals haben sich die Leute sogar dafür beworben…war aber auch eine verdamm echte Täuschung…allein der Moderator: Dieter-Thomas Heck…einfach genial und heute aktueller denn je!!!!
EXZELLSIONTeilnehmerTARANTULA ist eine echter Klassiker des Monster-Films! (Ich liebe Monster-Filme einfach
). Ein richtig schöner Monsterfilm ist übrigens auch DINOSAURIER IN NEW YORK! Ich sage nur: Das Finale im Verbnügungspark…da kommen einem bei des Monsters Tod fast die Tränen…mir jedenfalls 
EXZELLSIONTeilnehmerIm Jahre 1921 erreichte das schwedische Kino seine Blütezeit mit: Victor Sjöströms DER FUHRMANN DES TODES.
Edit, eine schwester der Heilsarmee, liegt im sterben. David Holm solle zu ihr kommen, ist ihr letzter Wunsch. David Holm aber ist ein regelrechter Lump und so macht er sich, als er von dem nahenden Tode Ediths erfährt bloß über sie lustig, während er an diesem Silvesterabend lieber mit seinen Freunden trinkt und sich amüsiert. Ein Jahr lang hat Edith versucht David auf den „richtigen“ Weg zu bringen. Sie wurde von ihm jedes Mal zurückgewiesen, verspottet und missachtet. Edith aber gab nie auf, sie war felsenfest davon überzeugt, aus ihm einen anständigen Mann zu machen. Davids Kumpane sind entsetzt von dieser Grausamkeit und es kommt zum Handgemenge. Dieses überlebt der Trunkenbold, welcher an Tuberkulose leidet, nicht. Aus dem Nichts erscheint der Fuhrmann des Todes, welcher die Toten einsammelt. Dieser Fuhrmann ist Georg, ein verstorbener Freund Davids. Dieser führt nun David in das neue Amt als Fuhrmann ein. Unerbitterlich muss sich David seiner Vergangenheit, seiner Frau und seinen zwei Kindern und schlussendlich auch Edith stellen…
Ganz anderes als Victor Sjöströms deutsche Regiekollegen, die ihre Botschaften in düster-expressionistische Bildern verpackten, entwickelte er einen realistisch-direkten Blick auf die Welt, die ihn umgab. Im Falle von DER FUHRMANN DES TODES war diese die zeitgenössische Arbeiterwelt des Jahres 1920. Dem Film liegt die gleichnamige Geschichte von Selma Lagerlöf zu Grunde. Lagerlöf (übrigens die erste Frau, die einen Nobelpreis für Literatur erhielt!) hatte die Aufgabe, die Menschen über Tuberkulose aufzuklären und tat dies mit diesem Buch im Auftrag der “Schwedischen Vereinigung zur Bekämpfung der Tuberkulose“. Das tat sie und zeigte in diesem herausragenden Werk gleichzeitig noch die Missstände des Schwedens ihrer Zeit auf. Mit dem Titelgebenden Fuhrmann mischte sie noch etwas Jenseitsromantik dazu. Es ist diese Mischung, die ihr Buch, damals wie heute, so grandios funktionieren lässt.
Was Victor Sjöström aus der Geschichte gemacht hat, ist schlicht kongenial: Der Film lebt von seinem realistischen Stil, welcher durch den Fuhrmann immer wieder gebrochen wird. Die Lichtsetzung ist derartig ausgefeilt, das die Bilder eine wahnsinnige Tiefe und Plastizität haben. Eingefangen wurden diese von dem begnadeten Kameramann Julius Jaenzon.
Das Erzählen der Geschichte an sich ist für die damalige Zeit ungeheuer spannend: Es beginnt mit der im Sterben liegenden Schwester Edit, die nach einem David Holm fragt. Der Zuschauer weiß noch nicht wer dieser David Holm ist. Die um das Totenbett versammelten Personen reagieren geschockt „Man kann einen wie den David Holm doch nicht zu einer sterbenden schicken!“ So formt sich Stück für Stück, perfekt mit unvermittelten Rückblenden versetzt, ein Bild der einzelnen Personen und der Geschichte, die in ihrer Erzählung durch solche Griffe ziemlich modern wirkt. Im Kontrast zu den deutschen Beiträgen der Stummfilm-Ära zieht es Sjöström außerdem vor, richtige natürliche Figuren zu schaffen. Im Gegensatz zum „Deutschen Expressionismus“, mit seinen stets am Rande des Wahnsinns balancierenden, überspitzen Charakteren.
Der Fuhrmann selbst ist gespenstisch und fast transparent ins Bild gerückt…Er wird als Mann portraitiert, der gezwungen ist, den Menschen beim Leiden, ermordet werden und Selbstmord begehen zugucken zu müssen ohne Eingreifen zu können. Etwa in einer Szene, in welcher eine Frau ihre Kinder und danach sich selbst mit Gift richten wird…er steht geisterhaft im Raum und kann nur abwarten und zusehen.
Diese mag besonders Ingmar Bergmann beeindruckt haben, der später den Tod, ganz ähnlich, in DAS SIEBENTE SIEGEL zeigte. Außerdem sagte der schwedische Meisterregisseur immer selbst, dass DER FUHRMANN DES TODES sein absoluter Lieblingsfilm gewesen sei. Auch Kultregisseur Stanley Kubrick entnahm die legendäre „Axt gegen Tür-Szene“ aus seinem SHINING nahezu 1:1!Die Bildqualität der DVD ist gut, enthält aber einige Verunreinigungen. Dennoch sollte man froh sein, dass dieser Film „überlebt“ hat, denn die meisten von Victor Sjöströms Werken sind bei einer Explosion im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen…
Als Extra gibt es das einzig übrig gebliebene Fragment aus Sjöströms Film DER TODESKUSS aus dem Jahre 1916…
EXZELLSIONTeilnehmerIm selben Jahr wie DAS CABINET DES DR. CALIGARI, also 1920, erfand Paul Wegener das Genre des „Monster-Films“. Frankensteins Vorfahre war also ein jüdisches Monster namens DER GOLEM…
Im Prag des 16ten Jahrhunderts erlässt der Kaiser einen Befehl, worauf alle Juden in Prag ihr Ghetto zu räumen haben. Der Rabbi Löw weiß nicht ein noch aus. Er möchte sein Volk retten! In seiner Not wendet er einen alten Zauber an, mit welchem man toter Materie Leben einhauchen kann. Er tut dies bei einer selbstgebauten Lehmfigur, die fortan sein Diener werden soll. Er stellt diesen monströs großen Diener auch dem Kaiser vor, welcher so angetan von der Vorstellung ist, dass er seinen Erlass aufgibt.
Nun wird der Golem allerdings immer mehr zur Gefahr, denn er ist mit seiner Diener-Rolle nicht mehr einverstanden und rebelliert. Löw erkennt die Gefahr und löst den Schem von des Golems Brust, was ihn augenblicklich wieder zu Lehm werden lässt.
Aus Eifersucht zu des Rabbis Tochter Mirjam, welche mit dem Junker des Kaisers, Florian, eine Nacht verbringt, steckt Löws Famulus den Schem wieder in des Golems Brust, um den Nebenbuhler zu vertreiben, was in einer Tragödie endet…Wie DAS CABINET DES DR. CALIGARI, setzt auch DER GOLEM voll auf den Stil des Expressionismus. Allerdings erzählt dieser Film eine gänzlich andere Geschichte: Menschen erwecken Kräfte zum Leben, die sie nicht kontrollieren können. Nun, der Golem wird erschaffen um das jüdische Volk zu retten, was seinen „Schöpfer“ ein bisschen entschuldigen mag. Außerdem gerät der Golem ja erst durch Löws Famulus Eifersucht außer Kontrolle. Dieses ist das Hauptkriterium, in welchem sich der Film von seinen späteren Monster-Kollegen unterscheidet. Victor Frankenstein zum Beispiel, spielt direkt Gott in dem er sein Monster aus Leichenteilen zum Leben erweckt, um Berühmt zu werden, KING KONG ist eine Abhandlung auf die zerstörerische Kraft der Natur, welcher der Mensch schutzlos ausgeliefert ist, GODZILLA ist die personifizierte Atombombe, die Angst vor der gedankenlos angewandten schöpferischen Kraft des Menschen und John Hammonds Dinosaurier in seinem JURASSIC PARK, sind der direkte Eingriff in die Natur, der schöpferische Mensch, der Mensch der sich selbst zu Gott macht.
Nun würde ich den Golem aber auch keine tragische Figur nennen, wie es einige tun. Freilich kann man hineininterpretieren, dass der Golem, also diese von Menschenhand erschaffene und zum Leben erweckte Figur, eine Daseinsberechtigung jenseits seiner erfüllten Aufgabe, also der Rettung der Juden, sucht und viele wohl auch denken möchten, dass er ein Leben ohne die Ketten seiner Schöpfer verdient habe. Jedoch finde ich, dass dies zu weit geht. Dafür gibt es im Film einfach zu wenig Szenen, die dies suggerieren. Diese Thematik ist einfach besser bei BLADE RUNNER oder GHOST IN THE SHELL angebracht.
Was ist es also, das Paul Wegeners Schinken noch heute sehenswert macht? Mit Sicherheit nicht, der nicht gerade latente Antisemitismus! Natürlich hatte er in den 1920er noch eine Unschuld, wie man sie heute nur noch schwer verstehen kann. Dennoch ist es auffällig, wie schlecht die Juden in diesem Film wegkommen!
Ganz profan würde ich sagen: Die Spezialeffekte, vor allem die Bauten und das erzählerische Tempo des Films sind es, die ihn den Legendenstatus geben, den er zweifelsohne verdient. Erstgenannte sind vor allem in der Szene hervorragend, in welcher Löw das Wort herausfindet, mit welchem er den Golem zum Leben erweckt. Diese „Lichtringe“ werden nahezu 1:1 in FAUST, METROPOLIS und FRANKENSTEIN wieder auftauchen…
Die Bauten sind wirklich eindrucksvoll, das jüdische Ghetto zum Beispiel. Es ist so windschief (dem Expressionismus geschuldet) krumm und verwinkelt, dass man beinahe Angst haben muss, es fiele in sich zusammen. Vor allem aber, dass es sich um tatsächliche Bauten handelt und nicht etwa um nur aufgemalte Hintergründe wie bei DAS CABINET DES DR. CALIGARI ist schon eine richtige Fleißarbeit für die 1920er Jahre.
Das Bild der DVD sieht richtig gut aus (bitte aber kein zweites METROPOLIS oder CALIGARI erwarten, der Film wurde bereits 2004 renastered). Als Extras gibt es eine 15-Minütige Doku (sehr sehenswert) und Bilder.
EXZELLSIONTeilnehmerÜbrigens: Schaue nach der Murnau-Box, dort sind FAUST, NOSFERATU und VOGELOED dabei, alles in “dicken” DVD-Hüllen mit Wendecover und Schuber und alle Restauriert für nur 30Euro!!!
EXZELLSIONTeilnehmerJa, gerne
Ich mache nämlich gerade eine “Reihe” mit Filmen der 20er Jahre. Es folgen noch DER GOLEM, DER JUNGE UND DER VAGABUND, FUHRMANN DES TODES, DIE NIBELUNGEN 1+2, NOSFERATU, FAUST(der lief bei uns vor kurzem im Kino, das war für mich EIN EREIGNIS sondersgleichen!), VOGELOED, DER LETZTE MANN und GOLDRAUSCH. Ich werde zu jedem was schreiben, weiß aber nicht wie lange das dauern wird…Aber Danke für das Lob und ich freue mich, dass es noch mehr gibt die diese Filme zu schätzen wissen!
EXZELLSIONTeilnehmerDas Cabinet des Dr. Caligari
Dieser Film kann mit Fug und Recht als DIE Geburtsstunde des deutschen Kinos gewertet werden. Nie Zuvor hat ein Film solch einen Einfluss auf das öffentliche Leben der normalen Bürger gehabt, wie DAS CABINET DES DR. CALIGARI. Bereits Wochen vor dem Filmstart wurden Plakate aufgehängt mit kryptischen Botschaften und Zeichnungen. Dieser Film ist gleichzeitig der Einzug des Mediums in die Welt der Kunst und auch der erste Horror-Film überhaupt. Ja, von nun an galten auch Filme als Kunstwerke.
Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, wollten die Menschen das Neue, das Andere. Studenten und Philosophen richteten sich gegen die männerbündische Gesellschaft der Politiker mit ihren Normen und Ansichten, der verstärkten Rückgriffe auf die Ideale des Deutschen Kaiserreichs. In den Augen der Gegner dieser Politik, muss der Weltkrieg wohl als Konsequenz aus dieser Rückständigkeit gelten.
Zu dieser Zeit wurde auch der Stil des Expressionismus in Kunst und Literatur immer beliebter. Dieser Stil zelebriert den Umbruch, das Unförmige, der Umgang mit Farbe und Form wurde frei.
Für mich bedeutet dieser Stil vor allem aber das Ausdrücken der inneren Gefühle. Wo beim entgegengesetzten Naturalismus alles so echt wie möglich sein sollte, setzten die Expressionisten auf kantige Formen, zersprungene Gesichter, grelle Farben und spitze Winkel.Diese eingangs erwähnten Gruppierungen, fanden im Expressionismus einen Stil, um die Umwälzungen, die sie sich wünschten, auszudrücken.
Zu dieser Zeit kam den Inhabern der DECLA-Filmgesellschaft auch die Idee, einen Film zu drehen, welcher sich komplett von all den anderen kurzen Sketschen und Nachrichtensendungen, welche das Kino damals dominierten, unterscheiden sollte. Er sollte, ähnlich dem Theater, eine in sich geschlossene Handlung aufzeigen und vor allem einen Erkennungswert, also einen Stil besitzen! So wurde auch hier auf den Expressionismus zurückgegriffen.Die Drehbuchautoren Carl Mayer und Hans Janowitz schrieben eine sehr gewagte Geschichte über den Kuriositätenaussteller Caligari, welcher bei Tag einen Somnambulen Cesare (Schlafwandler für alle Nicht-Lateiner) ausstellt, der auf seinen Befehl hin kurz erwacht und den Leuten die Zukunft vorhersagt. Die Freunde Alan und Franzis lassen sich dieses Ereignis, wie viele andere Menschen, freilich nicht entgehen! Alan wird daraufhin der Tod vorhergesagt. Alan wird tatsächlich noch in dieser Nacht getötet. Franzis glaubt, Dr. Caligari und sein Somnambule stehen in direktem Zusammenhang mit den Morden. Was er, mit dem Zuschauer zusammen, aber herausfindet, überrascht uns wie eine Ohrfeige, wie der französische Filmkritiker Louis Delluc so treffend schrieb.
Man muss sich vorstellen: Zu dieser Zeit hat der Film wie ein Rausch, wie pure Aufregung gewirkt: Die gezeigten Morde, der Somnambule, der nachts durch die Strassen schleicht, die Szene, in welcher er zum ersten Mal die Augen öffnet, all das hatte eine wahnsinnig beängstigende Wirkung auf die Menschen von damals. Das Kino, einst ein Ort der Unterhaltung, wurde zu einem Ort des Schreckens und der Angst. Zumindest sagten dies die „bringt uns unseren Kaiser Wilhelm“-Anhänger. Diese dürften aber eher auf andere Details geachtet haben: Früher war es unsittlich, beispielsweise eine offene Jacke zu tragen, durch die Straßen zu schlendern und den Hut schief auf dem Kopf zu tragen…Nun, all das tut unser Held in der Geschichte und nicht nur er, die ganzen Menschen im Film haben diese bohemische Art zu Leben. Der Spaß am Leben siegt über den Ernst. Die Freizeit wird wichtiger als die Arbeit.
Caligari war also auch der erste Film der polarisiert hat, der Diskussionen aufwarf und der sich mit dem Thema Wahnsinn befasste.Vor allem aber, war es dieser Film, der den Ruf der Deutschen als das Filmland Nummer 1 zementierte. Es ist bis heute beispiellos in der Filmgeschichte eines Landes, was in den Jahren 1920-1927 für hochkarätige, höchst unterschiedliche, Filme in so dichter Zeit entstanden. DER GOLEM, SCHLOß VOGELOED, NOSFERATU, DIE NIBELUNGEN, DR.MABUSE, DER LETZTE MANN, FAUST METROPOLIS um nur einige zu nennen. Hollywood schaute neidisch auf uns und kopierte fleißig unsere Ideen, Themen und sogar die Spezialeffekte (später auch unsere Regisseure, aber die gingen eher freiwillig, denn der Nationalsozialismus warf seine Schatten voraus).
Apropos Nationalsozialismus: Im Nachhinein sehen viele eine Warnung vor eben diesem in dem Film. Denn wie Dr. Caligari die Menschenmassen mit großen Versprechen anlockt und seinen Willen dem jungen Cesare aufdrückt, ihn regelrecht steuert, deutet auf die vielleicht insgeheime Sehnsucht der Deutschen nach einem Führer hin, einem dem man folgen möchte, der sagt was zu tun ist.
Nun, ich finde, es ist ziemlich weit hergeholt und auf das Trauma, das der Nationalsozialismus uns zufügte, zurückzuführen.
Fakt ist jedoch, dass sich durch den Film der Begriff Caligarismus formte…Auf jeden Fall ist die DVD bzw. Blu-Ray der Transit Film hervorragend gelungen. Aus dem 94 Jahre alten Film wurde ein 4-K Master geschaffen, dass sich sehen lassen kann. Die ganzen Details der Kulissen und vor allem die ganzen Grauabstufungen sorgen für ein Erlebnis, welches wohl nicht mal in den Kinos früher so schön aussah! Endlich ist dieser Film Verfügbar und für die Ewigkeit gerettet. Niemand, der im geringsten was für Kino übrig hat, darf sich diesen Film entgehen lassen!
Noch eine Anmerkung von mir: Mir kommt DAS CABNIET DES DR. CALIGARI wie der Prototyp eines typischen Tim Burton Films vor: Dr. Caligari sieht fast 1:1 so aus, wie Danny DeVito als Pinguin in BATMANS RÜCKKKEHR, der Somnambule Cesare ist in seinem schwarzem Ganzkörperkostüm definitiv mit EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN verwandt,, die Kulissen sind A NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS extrem ähnlich und die ganze Stimmung ist einfach irgendwie Burtonesuqe. Ich glaube also, dass der gute Herr Burton sich diesen Film wohl auch einige male angeguckt hat.
EXZELLSIONTeilnehmer@Ullus Die review kannst Du gerne nochmal posten, das wäre nett! Ist halt auch ein Problem, wenn die Threads so voll werden

EXZELLSIONTeilnehmerLagann: Okay, das bestätigt meine Vermutung in der Tat! Wie kann man denn solche Fotos posten? Ich habe nämlich auch eine “kleine” Sammlung
Ups, aber ich denke, ich werde Off-topic
22. Juni 2014 um 8:55 als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1048266
EXZELLSIONTeilnehmernachdem DONKEY KONG TROPICAL FREEZE und METAL GEAR SOLID GROUND ZEROES durch ist, werde ich mich nun wieder LIGHTNING RETURNS zuwenden. Für mich sind FINAL FANTASY XIII 1-3 die besten Final Fantasys (jetzt gibts bestimmt verbale Prügel
). Ich mag die Figuren, die Geschichte ist angenehm komplex/theologisch angehaucht und der Soundtrack ist, obwohl Uematsu nicht dabei ist, super schön! Als nächstes gehts in die Wildlande…aber ich habe mich mit zuvielen Nebenquests aufgehalten und habe nur noch eien Tag Zeit…tjaha, die Welt wird wohl untergehen
Ausserdem rotiert in meinem laufwerk wieder öfter DEAD OR ALIVE 5 ULTIMATE und SUPER STREET FIGHTER 4. Lohnt sich da eigentlich das Update zu ULTRA STREET FIGHTER 4?
EXZELLSIONTeilnehmerVon mir auch alles Gute @Lagann Übrigens könnte es sein, dass unsere Nicks verwandt sind! Denn wenn sich Dein Lagann auf GURREN LAGANN bezieht, also dem Anime aus dem Hause GAINAX, dann ist das meinem nicht unähnlich! EXZELLSION, oder die richtige Schreibweise EXCELSION kommt nämlich erstens in der genialen GAINAX-SERIE GUNBUSTER vor und natürlich, da ist auch mein Avatarbild her, von NADIA THE SECRET OF BLUE WATER, ebenfalls GAINAX;-) *Hust* Hideaki Anno/GAINAX-Fanboy *Hust*
EXZELLSIONTeilnehmerAm 14.07. werde ich 32!
EXZELLSIONTeilnehmerDa schaue ich nun schon seit 1986 intensiv Filme und gerade wenn man denkt, es könnte einen nichts mehr überraschen, erscheint ein Film auf der Bildfläche, bei dem man denkt…Mann, DAS ist genial! Ein solcher Film ist RUBBER. Die “Geschichte” um einen Reifen, der ein Bewusstsein entwickelt und fortan mordend durch die Wüste zieht, hört sich nach üblem Trash der Marke ANGRIFF DER KILLERTOMATEN an und entpuppt sich Stück für Stück als Dekonstruktion des Mediums Film…Mehr will ich nicht verraten, aber wenn ein Film neueren Datums das Prädikat Kult verdient, dann ist es dieser!
EXZELLSIONTeilnehmerSo Freunde, ich bin heute auch dabei! Zieht Euch warm an(bei fast 30 Grad)….nee, ich bin nicht wirklich gut, habt ihr ja wahrscheinlich schon gemerkt
Aber es macht spaß, und des isch die Hauptsach! 
-
AutorBeiträge



