Halo – Operation: Nightcrawler

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„Die KI ist abgeraucht. Ich muss das Programm manuell neu starten und die Zugangsbefehle auf meine Daten umschreiben.“
„Und du schaffst das?“, fragte Nathan nervös. Er kannte seinen Partner, sie hatten zusammen dutzende Missionen erfüllt und fast genau so oft musste Jim irgendwelche Systeme der Allianz oder der Aufständischen knacken, umschreiben oder löschen. Doch die verschlüsselten Daten des MND waren selbst für jemanden, der an den Programmen mitgearbeitet hatte, schwer zu knacken.

„Natürlich schaff ich das, setz dich hin, nimm dir ´ne Zeitung und koche ‘ne Tasse Kaffee. In spätestens zehn Minuten hab ich alles erledigt.“ Jim kniete sich hin, riss eine Abdeckung unterhalb der Konsole heraus und zog ein DATAPAD aus einer seiner Taschen, welches er mit einem Kabel mit der Konsole verband.

Nathan wollte gerade antworten, als ein Geräusch seinen und Jims Blicks in dieselbe Richtung  lenkte. Der Aufzug hatte sich erneut in Bewegung gesetzt.

„Du hast drei Minuten.“, sagte Nathan und rannte zum Fahrstuhl. Dort befand sich ein Hebel für die Sicherheitsschleuse. Er zerschlug das Sicherheitsglas und legte den Hebel um. Er hörte, wie die Schlösser der Tür einrasteten. Zwar würde das die Allianz nicht aufhalten, doch es sollte ihnen wertvolle Zeit verschaffen. Dann zog er sich wieder in den hinteren Teil des Raumes zurück und wartete. Er wartete eine gefühlte Ewigkeit, den Finger am Abzug seines Gewehrs. Nathan atmete ruhig, um seinen Herzschlag zu kontrollieren, den Blick auf die Fahrstuhltür gerichtet. Dann kündete das Ping des Fahrstuhls das Eintreffen der Allianz an. Einen Moment geschah nichts, doch Nathan konnte ein dumpfes Stimmengewirr aus dem Inneren hören. Dann ein Schlag, der die Tür traf und sie zum Vibrieren brachte. Ein weiterer Schlag erschütterte die Tür, und noch einer. Mit jedem Schlag wurde die Wölbung der Tür größer, bis sich schließlich ein Spalt zwischen den Türhälften bildete. Es dauerte nicht lange, bis er er groß genug war, dass sich ein Grunt hindurch zu zwängen versuchte. Er streckte einen Arm hindurch und versuchte nach etwas zu greifen, um sich herauszuziehen. Nathan drückte den Abzug nach hinten und jagte dem Grunt eine Kugel durch den Schädel. Blaues Blut spritzte ins Innere des Fahrstuhls, daraufhin sackte der Grunt leblos zusammen, halb aus dem Spalt hängend. Ängstliches Quietschen war zu hören und einer der anderen Grunts blickte in den Spalt, um seinen Artgenossen genauer anzusehen. Doch sofort schoss Nathan erneut und auch die zweite Kugel suchte sich ihren Weg durch den Kopf des Allianzlers. Das schrille Quietschen wurde lauter, bevor ein kurzes aber lautes Knurren es verstummen ließ. Schließlich folgte ein weiterer heftiger Schlag gegen die Fahrstuhltür, der sie aus den Angeln hob und mit einem ohrenbetäubenden Scheppern auf dem Boden aufschlagen ließ. Aus dem nun offenen Fahrstuhl traten vier Grunts und zwei Eliten in roten Kampfharnischen hervor. Sofort begannen sie das Feuer zu eröffnen, doch ihre Plasmasalven brannten sich nur in die Wände des Raumes. Während der kurzen Feuerpause, in denen die Allianz-Waffen sich abkühlten, lugte Nathan aus seiner Deckung hervor und streckte mit mehreren gezielten Schüssen zwei Grunts nieder. Die anderen beiden und die zwei Eliten waren rechtzeitig zur Seite gewichen, um sich hinter umgestürzten Tischen und Aktenschränken zu verschanzen.

„Wie sieht’s aus?“, rief Nathan, während er sein leeres Magazin aus der Waffe zog und ein neues hineinsteckte. „Wie lange brauchst du noch für den Reset?“

Jim hämmerte unablässig auf den Bildschirm seines DATAPAD ein. Nathan sah, wie sich neue Fenster öffneten und Jim irgendwelche Befehle eingab. „Oh, bestens!“, sagte er mit sarkastischem Ton. „Ich checke noch schnell meine Mails und dann kann’s losgehen.“.

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