Serienkritik: The Witcher – Staffel 2

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Dieser Artikel stammt aus der M! 341 (Februar 2022).

MERING •  Ziemlich genau zwei Jahre nach dem Debüt im Dezember 2019 setzt Netflix seinen Fantasy-Erfolg mit einer zweiten, ebenfalls acht Folgen umfassenden The Witcher-Staffel fort. Thematisch knüpfen Serienschöpferin Lauren Schmidt Hissrich und ihr Team dafür direkt an die Ereignisse der ersten Season an. Ciri befindet sich nun in der Obhut von Geralt, begibt sich mit ihm zur Hexerfestung Kaer Morhen und macht dort eine schleichende Transformation durch. Aus dem einst schüchternen Mauerblümchen wird nach und nach eine risikofreudige Frau, die sich mit viel Elan neue Ziele setzt und ihre außergewöhnliche Rolle in der Welt zu verstehen beginnt. Mentor Geralt unterstützt sie dabei nach Kräften und schindet vor allem in den famos choreografierten, oft bluttriefenden Kämpfen gegen Menschen und Monster Eindruck. Apropos Monster: Ob nun Bruxa, Waldschrat oder Myriapod – die CGI-Animationen haben im Vergleich zu Staffel 1 optisch noch einmal ordentlich zugelegt.

Abseits von Geralts und Ciris Handlungsstrang stehen machtpolitische Geplänkel in der Stadt Cintra sowie eine weitere Erzählebene rund um Magierin Yennefer im Fokus. Durch vorangegangene Ereignisse ihrer Kräfte beraubt, muss sich Yen nun auf anderen Wegen behaupten und trifft dabei nicht nur auf Barde Rittersporn, sondern auch auf mächtige Widersacher in Form von zwei Magiern. Alles in allem unterhält auch Staffel 2 solide, hat jedoch leider in den mittleren Folgen mit einigen Spannungsdurchhängern zu kämpfen. Hier hätten etwas mehr Action und weniger langatmige Dialoge sicher gutgetan. Liebhaber der Kurzgeschichten und Bücher aus der Feder von The Witcher-Erfinder Andrzej Sapkowski werden außerdem bemängeln, dass die Macher zuweilen spürbar von den Vorlagen abweichen. Echte Geralt-Fans schauen trotzdem rein und freuen sich zudem auf Staffel 3, die von Netflix bereits bestätigt wurde.

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dunklertempler
I, MANIAC
dunklertempler

Fand beide Staffeln recht unterhaltsam, nix besonderes aber doch recht ordentlich gemacht.

Gast

Ich sehe mich als echten Witcher-Fan, der alle drei Spiele gespielt hat und zuvor die Bücher gelesen hat – jeweils mehrfach – und ich hatte nach Staffel 1 schon keine Lust mehr.