| Spiel: | Devil's Third |
| Publisher: | Nintendo |
| Developer: | Valhalla Game Studios |
| Genre: | Action |
| Getestet für: | Wii U |
| Erhältlich für: | Wii U |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 9 / 2015 |
Ivan, der Devils Third-Hauptdarsteller, ist ein Haudegen alter Schule: ein tätowiertes Muskelpaket mit Knarre im Anschlag und Katana auf dem Rücken. Er spricht nur, wenn es sein muss, pafft unter Feindbeschuss Zigarette und läuft in Eis und Schnee mit nacktem Oberkörper herum. Passend dazu ist Devils Third ein Actionspiel alter Schule es wirkt, als wäre es aus dem Jahr 2005 in die Jetzt-Zeit gebeamt. Zum einen sieht der Wii-U-Shooter grafisch wie ein Xbox-360-Launchtitel aus: Damals hätten wir die detaillierten Gesichter gelobt, heute spotten wir über Matsch-Texturen und unrealistische Beleuchtung. Damals hätten wir von der Inszenierung einiger Actionszenen geschwärmt, heute (gefühlte zehn CoD-Episoden später) lächeln wir nur müde, wenn Flugzeuge explodieren oder Gebäude plattgemacht werden das wirkt 2015 billig und nicht mehr zeitgemäß.
Trotzdem geil? Nicht wirklich. Zwar geht die Steuerung in Ordnung, richtig rund wirkt das Charivari aus Ego-Shooter, Third-Person-Deckungsballerei und HacknSlay aber nicht: Die Positionierung der Waffe in Ego-Sicht ist seltsam, zudem ärgert Ihr Euch regelmäßig über Kameraprobleme. Trotzdem verdient der Ansatz, verschiedene Action-Spielarten unter einen Hut zu bringen, Lob daran wagt sich kaum ein Konkurrenztitel. Richtig spaßig sind die immer wieder anderen Nahkampf-Kills (dank wechselbarer Waffe) und so manches Boss-Duell. Geballert und gemetzelt wird übrigens in Lagerhallen, Häfen, Tempeln und Laboren die fiktiven Areale sind Schauplatz einer trashigen Mutierte Supersöldner wollen Weltherrschaft, Ivan muss sie stoppen-Story.
Die Frotzeleien meines Kollegen Tobias (Oh, spielst Du das erste Counter-Strike auf Wii U?) bringen ein Problem des Mehrspieler-Modus von Devils Third auf den Punkt: Die Action sieht einfach unappetitlich aus. Wer schon mal in Destiny Online-Schlachten bestritten hat, reibt sich bei den matschigen Texturen und hässlichen Arenen eines Devils Third die Augen.
Doch das nehme ich hin schließlich hatte ich auch mit der Solo-Kampagne meinen Spaß, und die sah kaum besser aus. Also stürze ich mich in Online-Kampf um Online-Kampf… oder besser gesagt: Ich versuche es. Denn Mitspieler sind Mangelware!
Selbst zu guten Zeiten warte ich oft Minuten, bis ein Melonen-Matsch-Match zustande kommt, nach Mitternacht oder am frühen Morgen finden sich selbst für Team-Deathmatches nicht immer genug Leute ein nicht schön für mich als nachtaktiven Zocker. Ob das daran liegt, dass tatsächlich kaum ein Mensch Devils Third online spielt oder der Spielersuchdienst einen schlechten Job verrichtet, wissen wir nicht…
Wenn eine Partie startet (im normalen Deathmatch schon ab drei Leuten), erlebt Ihr eine solide Online-Ballerei mit schnellen Kills die Steuerung und damit verbunden Eure Treffsicherheit fällt aber mittelmäßig aus. Reizvoll ist die an vielen Stellen einsetzbare Kletterfähigkeit, das sorgt für Vertikalität. Wegen der suboptimalen Zielsteuerung und manchen Lags sind Camper im Vorteil: Aus der Deckung auf umherlaufende Feinde zu feuern, ist ratsam. Wer auf Dauerspurt-Action steht, kauft sich besser eine starke Nahkampf-Waffe und hackt drauflos. Witziger Fakt: Die Kill-Cam hält nicht, was ihr Name verspricht sie zeigt Euren Killer, nicht aber den Kill selbst. Während lange Menü-Ladezeiten und teure Shop-Preise nerven, bietet der Siege-Modus viel Tiefgang: Ihr kämpft in Clans, heuert als bezahlter Söldner an, baut im Editor die eigene Basis aus und verteidigt bzw. attackiert in der Schlacht wechselnde Hot Spots das ist cool. ms
Matthias Schmid meint: Komisch bei Uncharted 3 verließ mich nach zwei Stunden die Lust, bei Devils Third griff ich durchaus mit Freude immer wieder zum Pad, bis der Abspann über den Schirm flimmerte. Dabei ist die Grafik großteils fies, die KI grottig und die Geschichte vorhersehbar. Auch die derbe Gewalt lockt einen adulten Videospiel-Tester mit Faible für intelligente Indiegames nicht hinter dem Ofen vor. Warum also hatte ich Spaß mit Ivan? Weil sich der trashige Actioner nicht ernst nimmt, weil die Checkpoints fair verteilt und die Bosse übertrieben sind, und weil Ivan Ego-Ballern, Deckungs-Shooten und HacknSlayen kann einen sekundenschnellen Übergang vom Shotgun-Splatterschuss zum Kopf-ab-Kill per Vorschlaghammer seht Ihr (vor allem auf Wii U) nicht alle Tage!
Wenn die grundlegende Spielbarkeit nicht stimmt, nutzen einfallsreiche Spielvarianten wenig. Der Online-Part von Devils Third ist (ähnlich wie die Kampagne) weit entfernt von unspielbar oder unspaßig trotzdem hat er angesichts der hochwertigen Konkurrenz im Online-Shooter-Sektor eigentlich keine Daseinsberechtigung. Die Steuerung ist zu keinem Zeitpunkt so flott und fehlerfrei wie bei CoD, Halo & Co., auch bei der Spielbalance (zu starkes Trainingsgewehr, rasch tödliche Nahkampf-Attacken) hapert es. Da verpuffen leider die guten Ansätze: witzige Kostüme, der ziemlich taktische und vielseitige Siege-Modus (samt Basen-Bau), die hektische Hühnerhatz oder das ordentliche Shop- und Lobby-System. Und dass ich erst ab Level 5 Zugang zum Siege-Modus habe, ist einfach doof.
- 70% Ego-Ballern, 30% HacknSlay
- simples Block- und Ausweich-System
- regelmäßige Bossfights
- sehr linearer Level-Aufbau
- zig verschiedene Mehrspieler-Modi
Actionfans mit Faible für altbackene Japangames könnten Gefallen an Ivan finden obwohl die meisten Shooter hübscher, moderner und besser sind.
| Singleplayer | ![]() | 64 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
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