Der Film und Fernseh Thread
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captain carot vor vor 3 weeks, 1 Tag aktualisiert.
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12. Juni 2014 um 18:50 #959779
LofwyrTeilnehmerVon den drei Filmen kann höchstens einer was werden und das ist Star Wars. Prometheus fand ich schrecklich und von Blade Runner einen zweiten Teil zu drehen grenzt an Ketzerei. Bei Jupiter Ascending gehe ich davon aus das da eine Menge pseudophilosophisches Geschwurbel mit dabei ist. Siehe Matrix.
12. Juni 2014 um 18:53 #959780
ghostdog83TeilnehmerIch sag ja nicht, dass seine Filme schlecht sind, sie haben häufig ein eher durchschnittliches Drehbuch zu bieten, dafür als Ausgleich aber interessante Charaktere, wobei er bei Pacific Rim da schon etwas geschwächelt hat (zumindest war keine Figur besonders einprägsam).
12. Juni 2014 um 19:12 #959781
captain carotTeilnehmerDel Toro macht nicht unbedingt immer anspruchsvolle Filme. Er hat es allerdings drauf, Dinge zu visualisieren. In dem Punkt macht dann auch ein extrem latter Pacific Rim extrem viel Spaß.
Generell ist es immer das gleiche, durchaus auch einen eigenen Thread werte Thema. Viele Regiegrößen verlieren sich mittlerweile in Effekten. Scorsese hat es etwa bei Hugo Cabret prima geschafft. Es schaffen auch andere Regisseure.
Viele haben sich aber in den Effekten verloren, dazu gehören mittlerweile Spielberg, Georgyboy und leider mit dem Hobbit auch Pete Jackson.12. Juni 2014 um 19:54 #959782
ChrisKongTeilnehmerDas ist eines der Probleme vom Kino today. Man kann sich vom Fernsehen einfach nicht mehr punkto Storytelling abgrenzen. Dramatik, Epicness, etc. das wird in TV Serien mittlerweile einfach zur Spitze getrieben. Also, was macht das Kino, was das TV noch nicht so gut kann? (Wobei ich schon einiges im TV gesehen habe, das Kino sogar übertrifft) Genau, der Bombast an Effekten. Darum hat doch auch jeder halbwegs erfolgreiche Film eine Vielzahl von Effectshots aufzuweisen. Darunter leidet dann halt vieles.
Da das TV natürlich gewaltig aufzuholen hatte, wirkt dessen Entwicklung natürlich umso grösser und die Entwicklung im Kino wird vielfach als Rückschritt betrachtet, wo analog zur Gameswelt, einfach more of the same produziert wird, um das Risiko so kalkulierbar als möglich zu halten.
Vor dem Hintergrund kann ich einen Nolan nicht genug loben, der sich auch abseits von bekannten Marken (Batman), an Projekte rantraut, die eben nicht auf bereits bekannten Franchises fussen. Dies tat er ja schon vor Batman. OK, Insomnia ist ein Remake, aber im Ernst, wer wusste das schon gross oder kannte das Original und stellt Vergleiche her?
Ridley Scott könnte man auch noch erwähnen, der sich eben jüngst auch eher im Mittelmass wiedergefunden hat. Auch bei ihm, Style over Substanz.
Bleiben die ganzen Hypefilme, die teilweise lediglich über den Klee gelobt werden, weil sie anders sind, aber eben nicht zwingend besser. Da wird dann jede halbwegs pseudointelligente Story abgefeiert, als wärs das Mekka des anspruchsvollen Films.
Irgendwo dazwischen kann man sich mal wieder über einen gelungenen Film freuen, der eben mit mit den kleinen Dingen zu überzeugen weiss.
Ich erinnere gerne an das Actionkino der 80er, der erste Die Hard Film. Da waren die Gangster eben mehr, als nur Abziehbilder. In einer Szene z.B., da schaut einer der Gangster verstohlen nach rechts und links, ehe er sich einen Schokoriegel aus dem Kiosk klaut. Als wenns drauf ankommen würde. Wunderbar unterlegt von der entsprechenden Musik. Sowas findet man auch in den alten Indyfilmen, wo bei aller Ernsthaftigkeit, der Humor den Figuren eben auch Charakter verleiht.
Leider hat man sich zwar diese Filme zum Vorbild genommen, aber meistens auf ein Actionderivat eingedampft, dem jeglicher Charme fehlt. Da hat Hollywood einmal mehr nicht begriffen, was den Unterschied eben ausmachen kann.
Und genau da müssten sehr viele der heutigen Filme mal ansetzen, ist nämlich meist mein Hauptkritikpunkt und betrifft fast alle Blockbuster. Positive Ausnahme, Ironman 1, Drehbuchautor Shane Black, der mit Lethal Weapon eben genau den Fokus auf die Charaktere legte und sie abseits von Testosteronschüben agieren liess.
Könnte da noch 100te Vergleichsbeispiele bringen, leider wird man durch diesen enormen Output automatisch konditioniert, eben auch Mittelmass schon für gut zu befinden, meist fehlen ja die Vergleichsmöglichkeiten, da in jüngster Zeit einfach die meisten Filme an den selben Symptomen kranken.
Da merkt man erst, was fehlt, wenn mans anderswo besser sieht und eine Referenz als Bezug hat. Haben viele der jüngeren Kinogänger aber gar nicht.12. Juni 2014 um 20:16 #959783
ghostdog83Teilnehmer@ChrisKong: Dazu kommt, dass einige Schauspieler, die in Blockbusterfilmen unter Wert verkauft werden, bzw. sonst auch eher unscheinbar in ihren Leistungen sind, in Serienrollen plötzlich ein Leistungsvermögen abrufen, was vorher kaum abzusehen war. Aktuelles Beispiel ist Eva Green in Penny Dreadful (Showtime). Ihre Leistung darin ist wirklich bemerkenswert. Für ihr Schauspiel in der fünften Folge wird sie mit Sicherheit zu den Favoriten auf den Emmy (weibliche Hauptrolle) zählen.
Dem Fernsehen gehört klar die Zukunft: Inhaltlich ist es dem Kino überlegen, während es bei der optischen Gestaltung immer weiter aufholt. Viele Serien bieten heute schon eine Bildsprache, die es im Kino nur selten zu sehen gibt (z.b Hannibal, Utopia).12. Juni 2014 um 20:31 #959784
ChrisKongTeilnehmerAuch Boardwalk Empire sieht um Längen besser aus, als so mancher Kinofilm, der zu Zeiten der Prohibition spielt.
Das mit der Zukunft würde ich so nicht sagen, Entwicklungen und qualitative Schwankungen sind stets zyklisch. Kann gut sein, dass das Kino qualitativ eine Renaissance feiern wird.
Zu den Emmys, die sind leider ein totaler Witz, da werden nur die üblichen Verdächtigen nominiert und andere jahrelang übergangen. Warum das stylische aber dennoch relativ öde Mad Men da regelmässig Trophäen abräumt, während andere leer ausgehen, das kann keiner wirklich erklären. Von daher geht mir das schon lange am Popo vorbei.
12. Juni 2014 um 20:44 #959785
ghostdog83TeilnehmerIst halt eine Frage des Geschmacks, Mad Men gefällt mir, wie ich an anderer Stelle im Forum bereits geschrieben habe, sehr gut. Wenn du schon Boardwalk Empire erwähnst, HBO hat mit True Detective ein optisches Meisterwerk abgeliefert, wenn die Serie nicht nach Kino aussieht, dann tut es keine.
12. Juni 2014 um 20:46 #959786
ghostdog83Teilnehmer@ captain carot: Das ist mir auch schon aufgefallen, daher bin wirklich froh, dass bei Game of Thrones das Budget nicht so hoch ist, sodass die Produzenten eher auf praktische Effekte setzen müssen als auf CGI. Die Serie entspricht in ihrer Gestaltungsweise den der Herr der Ringe Filme, CGI kommt nur da zum Einsatz, wo es auch nicht anders geht. Der Regisseur der beiden Schlachtenfolgen in der Serie, Neil Marschall dazu:
“Wann immer möglich, versuche ich mit der Kamera zu drehen.
Das Budget für visuelle Effekte benutze ich lieber für Dinge, die man absolut nicht
mit der Kamera machen kann.”12. Juni 2014 um 21:13 #959787
ghostdog83TeilnehmerDas Fernsehen bietet allein aufgrund des Formates klare Vorteile (Zeit) gegenüber dem Kino. Eine zusammenhängende, komplexe und vielschichtige Handlung mit entsprechend komplexen Figuren kann mit dem Fernsehen besser erzählt werden als mit dem Kino. Die Fragmentierung der Handlung in einzelne Episoden ist für den Zuschauer zudem besser konsumierbar, als bei einem 2-3 Stunden Film im Kino, der weniger Inhalt bietet.
12. Juni 2014 um 21:14 #959788
ChrisKongTeilnehmerKommt auf den Inhalt und die Geschichte an. Nicht alles ist im TV besser aufgehoben.
12. Juni 2014 um 21:23 #959789
ghostdog83TeilnehmerDas stimmt, nur liegt hier kein Versagen des Formates vor, sondern das der Produzenten, die entweder nicht in der Lage sind eine vernünftige Handlung zu stricken bzw. die Fehlentscheidung getroffen haben, etwas als Serie umzusetzen, was gar nicht dafür geeignet ist.
12. Juni 2014 um 21:37 #959790
ChrisKongTeilnehmerDarum würde ich auch nicht auf der Ebene vergleichen, da TV klar mehr Raum bietet für Charakterentwicklung. Hat aber mit der Qualität eines Drehbuchs wenig bis kaum zu tun. Gerade bei Serien mit Filler-Episoden, da sollte man eher kürzen. Sogar Serien wie BB haben mal Aussetzer, z.B. die Episode mit der Fliege, eine klassische Bottleshow, um Kohle zu sparen. Aber gleich wurde da weiss Gott was alles reininterpretiert.
Es gibt eben auch Sachen, für die ist ein Film das richtige Format.12. Juni 2014 um 21:53 #959791
captain carotTeilnehmerKino vs. TV: Das sind zwei Seiten. Kino erzählt am besten eher kurze Geschichten. Fernsehen braucht oft sogar reichlich Füllstoff. GoT profitiert hier auch ungemein von der Vorlage und davon, dass man diese auf eine recht passende Anzahl Episoden verteilt. Hell, Der Heckenritter von Westeros bietet mit seinen “Kurzgeschichten” mehr Stoff als der Hobbit als Kinderbuch und selbst daraus soll maximal ein kurzes Spin Off werden.
Das Problem beim Kino oder besser gesagt die Probleme: Dem Bombast wird halt zu oft zu vieles untergeordnet Und dazu kommt dann, dass zu viele Regisseure sich zu sehr auf ihren CGI Effektkasten verlassen. Bei Petes King Kong ging das noch gut. Der Film hat zumindest einen etwas unnötig kitschigen Moment und auch ein paar kleinere Längen. Der funzt mit seinen Effekten aber prima als Film. Beim Hobbit war der Ofen aus.
Gleiches Problem bei Spielberg. Jaws schafft mit nem unglaubwürdigen Pappmache Hai echte Spannung, was eben am Zusammenspiel aus Regiearbeit, Musik und Schauspielern liegt. Nicht an den Effekten. Jurassic Park konnte dann auf Effektebene wirklich überzeugen, aber man muss tatsächlich sagen, der Film funktioniert als Unterhaltungsfilm mit einem, aus heutiger Sicht, Minimum an Effekten. Da ist ja fast nix an CGI zu sehen und nicht viel mehr Animatronik.
Vergleicht man das mit Indiana Jones 4 könnte man z.B. meinen, der Film wurde um Effektshots herum zusammengeschustert.
Dabei sind das Problem nicht die Schauwerte, die Kino bieten kann, es sind auch nicht die simplen handlungen, die Popcornfilme wie Avatar manchmal haben können (Pocahontas in Space, funktioniert aber durchaus als klassisches Popcornkino).
Und es ist egal, ob Unterhaltungskino oder eigentlich anspruchsvollerer Stoff, siehe eben auch Prometheus. Viele Regisseure, nicht alle, konzentrieren sich zu sehr auf visuelle Effekte.
Ein anderes Problem sind Hollywoods Drehbücher. Es traut sich kaum jemand mal, etwas anspruchsvoller zu sein. Planet der Affen war an sich gut, aber diese Holzhammersymbolik vom schlechten Menschen und dem guten Tier, meine Güte. Da bleib der Film zu platt, obwohl viel mehr drin gewesen wäre.
Der neue Godzilla, ich mochte den Film. Nicht zuletzt, weil Edwards eben nicht die ganze Zeit Nonstop Monsterbattle zeigt. Aber nach dem ersten Drittel bleibt das Drehbuch einfach zu platt. Die Inszenierung stimmt, die Basis nicht wirklich.
Star Trek into Darkness: Khan und Kirk, das lebte von zwei gleichwertigen Gegenspielern. Mal abgesehen davon, dass die Handlung allgemein sehr dünn ibleibt wird der Antagonist hier aber fast schon verschenkt, weil es erst gar nicht zum (geistigen) Duell zwischen den beiden kommt.
Ironischer Weise verwenden das US-Independent Kino, europäisches Kino aber auch Fernsehserien den Computer ganz anders. Weniger für reine Effektschlacht sondern eher als kostensenkenden Faktor oder auch schlicht, um bestimmte Dinge selektiver zu visualisieren. Damit kommen die klassischen Effektshots wie meinetwegen bei Blade Runner, die eben die Handlung viel mehr unterstützen ironischerweise erheblich näher als viele neue Filme.
12. Juni 2014 um 22:01 #959792
ghostdog83TeilnehmerMein Punkt ist, dass die Voraussetzung (wenn der Inhalt geeignet ist) eine komplexe Geschichte zu erzählen im Fernsehen besser ist als im Kino, nicht das sie es auch automatisch ist.
Ein weiterer Vorteil des Serienformates ist zudem die Bindung der Zuschauer an die Charaktere, da der Zuschauer mit diesen länger in Kontakt tritt.
Bei einer Serie wie Game of Thrones, wo jeder sterben kann, zeigt sich deutlich, wie stark die Bindung zu einer Serienfigur sein kann: Bestimmte Ereignisse in manchen Folgen führten zu heftigen Reaktionen (u.a. im Form von Youtube Videos) innerhalb der Zuschauerschaft, die selbst von den Medien aufgegriffen worden.12. Juni 2014 um 22:08 #959793
captain carotTeilnehmerIch würde mal behaupten, es ist nicht die Komplexität sondern der Umfang.

GoT bietet sehr viel Personal und sehr viel Politik. Komplex kann aber auch eine kompaktere Handlung sein.
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