Der Film und Fernseh Thread
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captain carot vor vor 3 weeks, 1 Tag aktualisiert.
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22. Juli 2014 um 14:38 #959854
ChrisKongTeilnehmerShame ist halt eben nicht gross beachtet worden und bestenfalls ein Geheimtipp auf Disc, zählt somit mMn. Ich sag ja nicht, dass es nicht einen ganzen Haufen solcher Filme gibt, aber meist fehlt das letzte Quentchen, um sie halt auch nachhaltig präsenter werden zu lassen.
Gibt auch das eine oder andere Drama mit Cumberbatch, aber halt auch unter ferner liefen.
Wegen Jesse Ford, der Film hat mich sicher nicht wegen seiner Wortkargheit eingeschläfert, ich fand die Charaktere einfach auch nicht wirklich spannend und die Inszenierung noch viel weniger. Ich kann mich wirklich an so gut wie nichts erinnern.
Das kann ich manchmal auch auf andere Filme übertragen, sogar auf welche, die ich gar nicht so schlecht fand, aber hier war das definitiv nicht der Fall. Ich fand ihn vor allem zu gelackt.
Letztlich hat mir der Film als Gesamtkomposition einfach nicht so recht gefallen, würde das aber an mehreren Punkten festmachen, nur kann ich mich an viele schon gar nicht mehr erinnern. Aber so richtig Lust, ihn mir nochmals anzusehen, hab ich auch nicht wirklich. Dafür ist auch zuviel noch auf Halde, das geschaut werden will. Ich glaub als nächsten gönn ich mir Wolf of Wallstreet oder Mud.
22. Juli 2014 um 20:20 #959855
ghostdog83TeilnehmerWenn dir Filme mit schwierigen Themen liegen, so würde ich dir diesen noch empfehlen Laurence Anyways
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Lj3JvLYZyDs
Ich hatte den Film ewig hinausgeschoben, da das Thema nicht unbedingt mein Fall ist, die schauspielerische Leistung und die Inszenierung aber sehr gelobt wurde, was mich dann doch dazu bewog dem eine Chance zu geben, zumal der Film zum Teil als Meisterwerk abgefeiert wurde und ich solche Aussagen sehr gerne auf den Prüfstand stelle.Harrikules wrote:keine Angst ich verstehe das schon richtig und du schreibst ja auch wenn es ein Film nicht von selbst schaft zu überzeugen dann kann man auch nichts machen.
ich sprach von erklären, nicht überzeugen, der Kern meiner Aussage wird damit sonst verfälscht.
22. Juli 2014 um 20:41 #959856
ghostdog83Teilnehmersorry, Doppelpost.
22. Juli 2014 um 21:45 #959857
ghostdog83TeilnehmerChrisKong wrote:“Brauch ich für meinen Eindruck Belege? Ich denke nicht.”
“Das Problem beim TV ist einfach auch der, dass neben den Autoren, eben auch die Darsteller, die nachkommen, eben auch dorthin abgewandert sind.”Ok, es klang nur so, als wenn du es als Fakt abtun würdest. Ich für meinen Teil trenne meine persönliche Meinung von Behauptungen, die strikt auf Fakten basieren, so richtig sie mir auch erscheinen mögen.
Deine nachfolgenden Ausführungen wurden auch schon bei der Diskussion Fernsehen vs Kino erörtert, bei der du, captain carot und ich beteiligt waren.
Ich muss auf folgende Punkte auch nicht so genau eingehen, da ich denke, dass sie klar sein sollten. In Hollywood, die Indie Labels und kleinere Studios mal außen vor gelassen, gibt es zwei Arten von Filmen, die die Majors gerne bevorzugen. Die einen, teuer zu produzieren, mit einem immensen Budget bei der Vermarktung, die möglichst hohe Umsätze im Mrd. Bereich an der Kinokasse einspielen sollen, eine entsprechend hohe Schnittemenge bei der erreichbaren Zielgruppe haben sollen, entsprechend den Spielraum des Drehbuchautors beschneiden, ein anspruchsvolles Publikum ansprechen zu wollen, die anderen, wie von dir als Beispiel benannt, 12 Years a Slave, von künstlerisch hohem Wert, einzig dazu da, dem Studio Prestige und Aufmerksamkeit zu verschaffen, die über Plattformen wie der Oscarverleihung erfolgen.
Was die Autorenfrage angeht, so spielt es theoretisch keine so entscheidende Rolle, ob ein Teil der guten, herausragenden Autoren aus Hollywood abwandern oder nicht, da nicht sie die Qualität bestimmen, sondern die Studios.
Jetzt vom theoretischen Bestand zu den Fakten. Da mich das Thema durchaus interessiert, habe ich mich etwas über die Situation der Drehbuchautoren in Hollywood und auch sonst in den USA eingelesen (es gibt wirklich sehr viel an Inhalt im Netz, mir fehlt leider die Zeit bzw. reichen ein paar Stunden am Abend nicht aus, um mich intensiver damit zu beschäftigen).
Von den ca. 8,129 bei der WGAW geführten Autoren waren 2007 ca. 3,775 arbeitslos (Quelle: Writers Guild of America), die Verdienstmöglichkeit hat sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert, was auch zu Autorenstreiks geführt hat. Die Zahlen sollen stellvertretend für den relativ hohen Anteil an Nichtbeschäftigten Autoren in der Branche stehen, da die sonstigen Zahlen mir nicht bekannt sind, es aber in anderen Quellen, ohne Zahlen, genannt wird.“Most screenwriters are unemployed, chronically unemployed.”
Screenwriter Tom Lazarus (Stigmata)
Secrets of Film WritingDie Verdienstmöglichkeiten bei einem Major Film sind in dem Bereich, wo bereits ein Drehbuch das Jahreseinkommen eines Autoren bedeuten kann, während im Fernsehen (freie Autoren) es mehrere solcher Drehbücher bedarf, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Daher lässt sich aus dieser Situation schließen, dass die Autoren ein hohes Eigeninteresse daran haben, Drehbücher sowohl für das Fernsehen als auch das Kino zu produzieren (z.b. Damon Lindelof, Aaron Sorkin).
Selbst sehr bekannte, dementsprechend auch erfolgreiche Autoren fahren zweigleisig – das dabei mitunter die Qualität der Drehbücher nicht dem entspricht, was die Autoren vielleicht selbst haben wollen, spielt in dem Fall keine so große Rolle, ihnen geht es nur darum mit ihrem Beruf den Lebensunterhalt zu bestreiten, mit der Hoffnung, vielleicht einmal den nächsten 12 Years a Slave schreiben zu dürfen.
Lt. der WGA, betrug das mit den Studios vereinbarte Mindesthonorar bei Filmen 2011 42.930,- Dollar bei einem Budget von 500.000,- bis 5 Mio.
Ab einem Budget von 5 Mio. lag das Mindesthonorar schon bei 87.879,- Dollar. Im Tv Bereich sind die Beträge wesentlich geringer – hier nur eine Quelle mit den Daten von 2013 für den TV-Bereich:
http://defamer.gawker.com/heres-what-your-favorite-television-writers-make-1485130956Ist natürlich etwas blöd, keine Zahlen für die gleichen Jahre zu haben, aber es sollte da keine großen Verschiebungen geben, da die WGA die Tarifverträge mit den Studios erst zuvor neu verhandelt hat. Wäre das hier eine Belegarbeit gewesen, würde ich natürlich sauberer mit den Quellen arbeiten.
Was in der Quelle noch interessant ist, dass nur festangestellte Autoren wirklich sehr gut im Tv verdienen können (im vgl. zum Kino), deren Honorar liegt zwischen 96.000 bis 157.000 Dollar bei einer Staffel mit 22 Folgen (26 Wochen Produktionszeit).
Das Showrunner zweistellige Mio. Verdienste haben, ist natürlich mit ein Grund, warum bekannte Autoren auch hier mehr Aktivität zeigen, die Mehrheit kann davon aber nicht profitieren.
Noch meine Meinung zu dem Ist-Zustand: Ich habe damit kein Problem, solange es noch Alternativen gibt. An den großen Blockbuster Projekten hängen auch sehr viele Jobs, und solange die Masse durch solche Filme wie Transformers sich unterhalten fühlt, ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn die Studios so verfahren, zumal auch solche Projekte erst die Produktion kleinere, hochwertige Filme ermöglichst.
Im Indiebereich, ausländische Produktionen, Kleinere Studio Projekte, die “Oscarsfilme”, High Quality Serien wie True Detective – für mich ist noch genug an Inhalt da, man muss nur etwas genauer danach Ausschau halten. Natürlich hängt das auch mit dem Konsumverhalten zusammen, Vielkucker stoßen hier schnell an die Grenzen des Verfügbaren als andere. Ich sehe mich zudem in der bequemen Position, die aktuellen Werke nicht gleich konsumieren zu müssen, da ich mich aus dem reichhaltigen Pool der letzten Jahrzehnte bedienen kann.
22. Juli 2014 um 21:45 #959858
ChrisKongTeilnehmerEigentlich ist da besonders ein Punkt in deinem Post für mich entscheidend. Die Studios machen, was sie für rentabel erachten, sprich, die Qualität der Filme liegt dort begründet. Ja, dem kann ich schon zustimmen. Das nimmt halt irgendwie den umgekehrten Weg, wo erst die Prämisse steht und dann mach mal, ohne dass man sich vorher gross damit auseinandergesetzt hätte. So ist vermutlich auch zu erklären, dass immer mehr Drehbücher verunstaltet und abgeändert werden. Es sind Auftragsarbeiten nach vorgegebenem Thema. Dass sowas auf die Kreativität drückt, ist mMn eigentlich eine logische Konsequenz.
Die Studios täten gut daran, ihre Vorgaben mal in der Schublade zu lassen und der Kreativität ihren freien Lauf zu lassen.Edit: Nur so nebenbei, wenn du auf bearbeiten klickst, dann kannst du einen Post bearbeiten. Finde es etwas unsinnig, Doppelpost zu schreiben und darunter mit dem nächsten Post wieder weiterzufahren. ^^
22. Juli 2014 um 22:05 #959859
ghostdog83TeilnehmerWie gesagt, ich habe kein Problem damit, dass die Studios solche Filme produzieren – diese sind ein Jobmotor und zugleich das Kapital für Filme, die wir auch sehen wollen. Ich schließe mich deinen Wunsch auch an, dass da mehr getan werden muss. Aber zum Glück ist die Bibliothek an sehenswerten Filmen groß genug um das bis dahin zu überbrücken, ehrlich gesagt, würden die vielen noch ungesehenen Filme noch für sehr viele Jahre als Puffer reichen.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich die Art der Diskussion hier sehr schätze, da ich durchaus in der Vergangenheit schon die Erfahrung gemacht habe, dass solche Diskussionen schnell ins negative Ausarten können, wenn es um die Vorherrschaft der Meinung geht.
edit: Der eine Kommentar war doppelt, wollte diesen auch nutzen, um den Text darin zu verfassen, habe dann aber leider schon den nächsten angefangen, ohne es zu bemerken, war kurzzeitig abgelenkt (Dart im Tv geschaut^^).
22. Juli 2014 um 22:43 #959860
ChrisKongTeilnehmerOhje, wusste nicht, dass dich das Kino schon zu Dart im TV getrieben hat.

Spielst du selber? Sonst kann ich kaum nachvollziehen, dass man sich sowas ansieht. Aber das denke ich bei vielen Sportarten.
Der Jobmotor, ja das ist absolut richtig, darum verdamme ich solche Filme auch nicht und hab meinen Spass mit ihnen. Mir gehts nur ein wenig um das Gleichgewicht, dass da ein wenig ins Wanken geraten ist. Ich kompensier das heute halt mit TV Serien. Bis auf Star Trek und Babylon 5 war ich früher eigentlich nicht der totale Serienjunkie. Dazwischen gabs eine Zeit, wo mir TV so richtig am Arsch vorbeiging, auch Serien. War so um die Zeit, als eine Ermittlerserie die nächste jagte. Gut, das tuts auch heute noch, aber Pay TV Serien gabs da halt noch nicht in der Fülle und Qualität wie heute.
Nun ists ja nicht so, dass es auf einmal ein Plus an gibt an Personal. Also wenn das eine wächst, dann eben auf Kosten des anderen. Bei manchen Darstellern wundert man sich, ob die sich nicht zweiteilen, so viel wie die drehen.
Aber insgesamt sehe ich die Situation ebenso pragmatisch wie du, mit jedem Jahr kommen Filme hinzu, die alten verschwinden ja deswegen nicht und so wächst natürlich auch die Filmothek ständig an, auch wenn die Quote an absoluten Topmovies gesunken ist, mMn. Aber manchmal bin ich sogar froh, mir nicht mehr soviel neue Sachen ansehen zu müssen. Dies gilt für Filme, bei Serien muss ich mich regelrecht konditionieren, um der Masse noch Herr zu werden.

Ein wenig vermisse ich halt die alten Charakterköpfe, die langsam in ein Alter kommen, wo die interessanten Rollen halt wegbleiben. Würde wenigstens Scorsese mal endlich seinen Mafiafilm mit Pacino, De Niro und Pesci endlich realisieren.
Einer meiner aktuellen Lieblingsdarsteller ist Brendan Gleeson. Ich bin schon sehr gespannt auf seinen neuen Film, der ja auch ein Remake eines Eurofilms ist. Schon in the Guard war er ein Highlight. Für mich bislang einer der besten Geheimtipps der letzten Zeit, kann ich nur weiterempfehlen. Muss den Kerl mal googeln, was er sonst noch so gemacht hat. Kennen tu ich schon einiges, wo er brilliert hat, wenn auch in Kurzparts.
Braveheart, 28 Days Later, Gangs of New York, Dark Blue, den erwähnten the Guard, u. a., die mir grad nicht in den Sinn kommen. Vielleicht weisst du noch irgendwelche eher weniger bekannten Filme mit ihm, die du empfehlen kannst?
23. Juli 2014 um 6:22 #959861
ghostdog83TeilnehmerWas ist mit Brügge sehen… und sterben??
23. Juli 2014 um 6:38 #959862
ChrisKongTeilnehmerKenn ich schon. Fand ihn gut, mehr nicht. Irgendwie wär da mehr dringelegen. Bin jetzt auch nicht der Nr.1 Colin Farrell Fan. Finde den solala. Das würde ich dann eben auch ein wenig als Problem ausmachen. Gleeson braucht starke Gegenparts, also auch, dass sie so geschrieben sind, dann kann er mMn am besten glänzen.
So vom Typ her wären 2 Rollen für mich denkbar, die auch sehr gut zu ihm passen würden, als eine Art Ermittler im Sinne von Fitz (lustig beide spielten in ja auch in den Harry Potter Filmen zusammen, kann mich da jetzt aber nicht an eine gemeinsame Szene erinnern) oder als ein Gorone in einem Zeldafilm

Gerne würde ich ihn auch mehr in historischen Filmen sehen, wo er auch sehr gut reinpassen und so manchen Herrscher ideal verkörpern könnte.
Manchmal erinnert er mich auch ein wenig an Bernard Lee, der in den Connery Bonds M gespielt hat. Einen Bondfilm dürfte er natürlich auch gerne aufwerten.^^
Sorry, wenns ein wenig wie Schwärmerei rüberkommt, aber ich mag den als Schauspieler. Nach Gene Hackmanns Abgang sind die kernigen Typen nicht gerade mehr geworden, da ist mir jeder mehr recht. Seymour Hoffman hätte diese Lücke auch füllen können, aber leider liefs anders.
23. Juli 2014 um 14:49 #959863
LofwyrTeilnehmer23. Juli 2014 um 20:38 #959864
ChrisKongTeilnehmerIch hab mit einem gearbeitet, der regelmässig Darts gespielt hat und mit seiner Gruppe auch an Turnieren im Ausland war. Ich war auch schon mit ihm spielen. Der lässt sich seine Pfeile ja beim Büchsenmacher herstellen. die haben einen etwas längeren Metallkörper zum halten. Da hatte ich natürlich kein Brot, die Triple 20 hat er mir nur so um die Ohren gehauen, waren auch ein paar 180er Runden mit dabei. Aber Konstanz ist das Zauberwort.
Was Brügge angeht, ich fand den nicht schlecht, gut, mehr nicht. Andere Gangster Movies sind da einen Tick witziger. Ich weiss, die Melancholie soll ja heraufbeschworen werden, aber mir wars dann von dem her eben ein wenig zu dröge.
Königreich der Himmel hab ich nur einmal bislang gesehen, hab den Film aber auch im DC, nur schauen müsste ich den mal. Aber für Historien-Epen muss ich echt in Stimmung sein.
23. Juli 2014 um 21:29 #959865
ghostdog83TeilnehmerDer Film besitzt mit Ralph Fiennes einen passenden Antagonisten, der das nötige Profil mit sich bringt, als ernst genommenes Gegengewicht in die Waagschale geworfen zu werden. Die Szenen mit ihm und Gleeson sind sehr stark. Was Farrells Charakter anbelangt, so erscheint dieser schwächlich aufgrund der Zerbrochenheit, die seine Tat bei ihm ausgelöst hat, die ihm schließlich in das beschauliche Brügge führt nicht ganz ungelenkt versteht sich.
Rein handwerklich zählt der Film nicht zu den absolut besten, gehört aber dennoch zu der Handvoll Filme, die ich immer wieder gerne mir ansehe, aufgrund der tollen Stimmung, die leicht surreal, märchenhaft anmutet, einem zum Teil das Gefühl gibt, sich in einem Traum zu befinden.
Man muss kein Colin Farrell Fan sein, um dem Film was abzugewinnen, ich fand, er hat in diese Rolle sehr gut reingepasst, sein gequälter, mitleidiger Blick, der sonst so häufig als störend empfunden wird, hier aber genau zur Rolle gepasst hat (im Gegensatz zu anderen Filmen, wo er oft sehr knapp an einer Fehlbesetzung vorbeischrammt – Daredevil sei als Beispiel genannt – über dessen durchwachsene Qualität an dieser Stelle nicht weiter gesprochen werden soll).
Die Chemie zwischen den Schauspielern hat sehr gut funktioniert, die Dialoge konnten mit ihrer Melancholie und Bissigkeit (eine tolle Mischung, wie ich finde) immer wieder einige Schmunzler hervorlocken – vor allem die Szenen zwischen Farrels Charakter und dem Kleinwüchsigen, dem es nicht an Schlagfertigkeit mangelte. Clémence Poésy mag keine klassische Schönheit sein, strahlt aber dennoch sehr viel Charm und Eleganz aus, sie ist in dem Film wirklich nett anzuschauen.
Ansonsten stimmt die Gesamtkomposition, deren Teile für sich betrachtet nicht herausragen, die als Einheit ein in sich stimmiges Bild formen, fast so wie die Gemälde, die im Verlauf der Handlung dem Beobachter ins Blickfeld rücken.
Der Film könnte zudem keine schönere Liebeserklärung an die Stadt Brügge sein, denn ist sie es, die die eigentliche Hauptfigur des Films verkörpert. Einer meiner ersten, spontanen Gedanken nach dem Filmende war, einmal im Leben dieser Stadt einen Besuch abzustatten. Die Musik hat mir auch sehr gut gefallen, sehr melancholisch, leicht tragisch angehaucht, hatte damals zusammen mit der Blu Ray auch den Soundtrack gekauft gehabt.
Bzgl. Brendan Gleeson, den sehe ich auch sehr gerne, seine Szenen in Königreich der Himmel (im Directors Cut, die einzig wahre Fassung dieses Films) waren mit die einprägsamsten (“lch bin, was ich bin.” (interessanterweise sagt Blooms Charakter dasselbe, was zeigt, dass sie trotz unterschiedlicher Standpunkte, im Kern den gleichen Charakterzug teilen – Standhaftigkeit, Prinzipientreue) “irgendjemand muss es sein.” “lch bin Reynald de Chatillon.” “lch trinke Wasser in all seinen Formen.” einen schrägeren Spruch vor dem Ableben kann es doch nicht geben^^).
The Guard hat bei mir einen etwas unstimmigen Eindruck hinterlassen, dem Drehbuch und den Dialogen fehlte irgendwie der letzte Schliff, das gewisse Etwas, zum Teil waren die Dialoge von Don Cheadle am Charakter vorbeigeschrieben, zumindest gab es ein paar Szenen wo die Dialoge und die Darstellung von Chealde nicht so ganz im Einklang war.
Es gibt immer mal wieder Momente bei Filmen, die zunächst in sich sehr stimmig erscheinen, man die Gedanken treiben lässt, dann aber Szenen auftauchen, die etwas seltsam anmuten, man sich bewusst Gedanken darüber macht, was denn hier nicht stimmen könnte, solche Momente hatte ich 2,3 Mal bei Cheadle. Auch wenn ich das Schlussdrittel als das schwächste empfand, was nie von Vorteil ist, und einige Nebencharaktere mehr wie erweiterte Statisten wirkten, hat mir der Film insgesamt auch gut gefallen.Ich differenziere je nach Film zum Teil sehr bei der Gewichtung der einzelnen Elemente, bei einem anderen Film hätte ich diese Probleme womöglich kritischer betrachtet, was hier aber durch die beiden Schauspieler zum größten Teil wieder aufgefangen wurde.
Ich spiele ab und zu in meiner Freizeit Dart – ansonsten verfolge ich nur die großen Turniere im Fernsehen. Diese Sportart steht und fällt aus meiner Sicht wie jede andere auch mit der Qualität und Ausgeglichenheit der Spieler – enge, hochklassige Spiele sind sehr spannend. Dart zählt mit zu den Boom-Sportarten in Deutschland, weshalb Sport 1 auch sein Angebot in dem Bereich über die Jahre erweitert hat.
Wer einmal selbst Dart in seiner Freizeit gespielt hat, weiß wie schwer es ist gezielt die spielentscheidenden Doppel, Triple oder Bullseye zu treffen.
Besonders beientruckend ist es, wenn ein Spieler einen 9 Darter wirft, wie in diesem Beispiel Phil Taylor, dem Schumacher des Dart Sports (Rekordweltmeister): http://www.youtube.com/watch?v=PjChJJRfhHQ23. Juli 2014 um 21:42 #959866
ghostdog83TeilnehmerDu scheinst bei melancholisch angehauchten Filmen wie Lost in Translation, Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford oder eben Brügge sehen… und sterben? Probleme beim Zugang zu haben, was du als dröge bezeichnet, ist aus meiner Sicht genau das, was ich von solchen Filmen erwarte: Nachdenklichkeit und Schwermut. Hier scheint sich einfach abzuzeichnen, dass der Geschmack in zwei völlig verschiedene Richtungen driftet. Gut zu wissen, bei zukünftigen Tipps.
Brügge würde ich nicht direkt mit anderen Gangster-Filmen vergleichen, dazu ist der Film in der Hinsicht viel zu sehr ein Leichtgewicht, hier steht die Stimmung und die Figuren im Mittelpunkt, wem das aufgrund des Stils (melancholisch) nicht anspricht, für dem ist der Filmgenuss nur unter Einschränkung möglich.
Wie findest du Melancholia von Lars von Trier?
edit: Phil Taylor hat gerade bei der Live-Übertragung auf Sport 1 einen 9 Darter geworfen, nice. 10.000 Pfund Preisgeld, der erste seit 2 Jahren bei diesem Turnier (World Matchplay). 110 Punkte Average im Augenblick, hehe.
23. Juli 2014 um 21:45 #959867
ChrisKongTeilnehmerDas ist jetzt arg pauschal und würde ich so absolut nicht unterschreiben. Aber man kann es auch so inszenieren, dass es auch weniger gelackt daherkommt und der Soundtrack nicht gleich Thomas Newman schreit z.B.
Das ist so ein wenig Mode geworden, besonders nach American Beauty, den ich für absolut gelungen halte. Und der hat sehr viele solcher Momente.
Ich komm auch ganz gut mit Filmen klar, die sehr negativ in der Grundstimmung sind, beste Beispiele the Road und Essential Killing.
Melancholie kann auch nur ein Bestandteil sein und muss auch nicht zwingend den ganzen Film durchziehen. Gibt auch durchaus Komödien, denen eine gewisse Melancholie innewohnt. So z.B. Passagen in Short Circuit 2 und auch das Wunder der 8. Strasse. Cocoon 1 und 2 gehören da auch rein.
Was mir sehr gefällt und wo ich auch so einige Favoriten habe, dass sind Filme, die an Vorabenden zu einschneidenden Ereignissen spielen oder denen eben diese Stimmung innewohnt, die nach Veränderung schreit.
Meist hat man eine Vorahnung oder weiss auch geschichtlich bedingt was passieren wird und diese Art der Spannung, oder auch Anspannung, die gefällt mir in Filmen eigentlich ganz gut.
Beispiele hierfür wären z.B. the Kite Runner, Hair, aber auch Werke deren Endgültigkeit einfach eine Aura umgibt, die schwer zu beschreiben ist. Boys dont cry, Monster, American History X sind solche Filme.
Ich schweife wieder ab, wo waren wir? Ah ja, Melancholie. Wes Andersons Werke enthalten auch solche Passagen. Filme von Jeunet könnte man auch so ein wenig kategorisieren, wobei neben der Melancholie eben auch sehr viel lebensbejahendes drinsteckt.
Coming of Age Filme wie Stand by me, This Boys Life, wo die Adoleszenz die natürliche Schwelle eines Neubeginns darstellt und quasi einen Abschied von Konventionen darstellt, da steckt ebenso viel Melancholie dahinter. Stand by me ist da eigentlich ein ausgezeichnetes Beispiel. Ein letzter gemeinsamer Sommer. Erwachsenwerden als eine Art Abschiednehmen charakterisiert. Das Thema zieht sich durch den ganzen Film. Etwa wenn Will Wheatons Figur sich langsam aus dem Schatten seines verstorbenen Bruders herausemanzipiert.
Darum würde ich wie eingangs erwähnt das absolut nicht so unterschreiben. Komischerweise finden sich unter meinen absoluten Lieblingsfilmen gerade mal 2 Komödien, die allerdings auch nichts mit Kalauern zu tun haben. Der Rest ist doch eher ernsthaft.
Wenn ich etwas dröge finde, dann hat das viel damit zu tun, dass ich die Inszenierung nicht bombe finde oder die Schauspieler nicht prickelnd sind oder deren Dialoge. Kann viele Ursachen haben. Lost in Translation fand ich auch gut, mehr aber nicht. das ist für mich immer noch besser als der Durchschnitt, aber die Meisterwerke, zu denen sie stilisiert werden, nein, das finde ich, sind sie nicht.
Robot und Frank, hab ich vor nicht allzu langer Zeit gesehen, ebenfalls sehr melancholisch der Film, hat mir gut gefallen, auch wenns kein Meisterwerk war. Ich denke ich differnzier da mehr als genug. Aber ich bin schon mal eh nicht der wahnsinnig euphorische Typ und messe halt an meinen filmischen Meilensteinen, was auch legitim ist. Und da ziehen nun mal viele Filme den kürzeren.
Ach einen habe ich noch, der Schmale Grat. Für mich der beste Antikriegsfilm, gerade der poetische, ruhige, melancholische Teil war es, der mir speziell gefallen hat und für mich diesen Film besser gemacht hat als Platoon und Apocalypse Now, die ich auch nicht schlecht fand.
23. Juli 2014 um 22:34 #959868
ChrisKongTeilnehmerIch bitte dich nur darum nicht voreilig Schlüsse zu ziehen auf meine Präferenzen. Das hast du nämlich getan. Bei der Vielzahl an Filmen ist es eh sehr unwahrscheinlich, dass man sich immer einig ist.
Ich mein, Geschmack sucht man sich ja nicht wirklich aus. Wenn ich an offensichtlichem Mist meinen Spass haben kann, dann gibts keinen Schalter, den mit dem ich das abstellen kann.
Ich mach mir aber schon immer intensiv Gedanken, warum mir etwas gefallen hat oder warum nicht. Und meist sind das ja nur einzelne Punkte und seltener der ganze Film, besonders wenns was zu kritisieren gibt.
Melancholia hab ich nicht gesehen, aber Von Trier ist jetzt auch nicht immer mein Fall. Antichrist fand ich gut, allerdings weils an der surrealen Atmo lag. Das lässt mich auch bei Cronenberg nie wirklich los. Einige seiner Filme entsprechen den exakten Charakteristika von Träumen. Wild, wirr, bunt gewürfelt, aus dem Zusammenhang und einmalig in der Stimmung. Der einzig andere, der mir einfällt und das Wesen der Träume eben so gut versteht, auf die Leinwand zu portieren, ist mMn Lynch. Aber Lynchs letzten Film fand ich auch nur langweilig, hat mich gar nicht gepackt. Und fasziniert auch nicht.
Das beides geht, beweist mMn der Film a Space Odyssey, der mMn epischste Langweiler aller Zeiten. Aber die Atmo ist so grossartig, ich finde den Film äusserst faszinierend, auch die philosophische Komponente. Aber der Film ist irgendwo auch anstrengend, allein schon das Intro ist überlang.
Trotzdem ein Meilenstein.
Jetzt noch zu 25th Hour, das ist der Film von Spike Lee, wenn ich mich nicht irre, oder? Den hab ich zur Hälfte oder so mal im TV gesehen. Besitzen tu ich ihn nicht. Kann darüber kein Urteil fällen.
Aber wie das so ist, so sind bei mir sehr viele Lücken vorhanden. Ich bin jetzt auch nicht ein Alleskonsumierer wie Tarantino oder so.

Wir hatten ja mal das Thema mit den Filmlücken, wo jeder mal seine grössten Filmlücken nennen sollte. Kannst ja mal deine hier posten, würde mich wundernehmen und sicher auch erstaunen, vermutlich dich selbst auch.

Bei mir sind da schon Kaliber wie die Brücke vom River Kwai, Citizen Kane und andere dabei, die man gesehen haben müsste.
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