Der Film und Fernseh Thread
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9. März 2019 um 11:32 #1637833
John SpartanTeilnehmerDie Schöne und das Biest (Netflix):
Disneys Realverfilmungen, die ich bisher gesehen habe, liefern einfach ab. Das Dschungelbuch fand ich schon klasse und jetzt auch noch ein Film mit Emma Watson in der Hauptrolle. An den Charme des Zeichentrickklassikers kommt der Film nicht ganz ran, kann aber dafür mit tollen Effekten und Schauspielern/Snychronsprechern auftrumpfen. Ewan McGregor spricht Lumiere und das macht er wirklich großartig. Das Biest finde ich persönlich ein bisschen zu ansprechend Gestaltet. Klar, es ist schon ein Klotz, aber im Zeichentrick Film ging wenigstens ein bisschen Gefahr von ihm aus. Das fehlt hier völlig. Gaston ist von einem mir bis dahin recht unbekannten Schauspieler porträtiert. Luke Evans, der hat glaube ich in Dracula Untold die Hauptrolle bekleidet. Die Arroganz bringt er gut rüber, aber auch hier hätte ich mir jemanden mit dem Körperbau eines Chris Hemsworth gewünscht. Alles in allem ein guter Film, den ich als etwas schwächer einstufen würde, als die Dschungelbuch Adaption.9. März 2019 um 16:34 #1637841
ChrisKongTeilnehmerVenom
Irgendwie werde ich aus dem Symbionten nicht so recht schlau. Warum sollte er sich auf die andere Seite stellen, wenn er sowieso kaum Skrupel kennt?
Der Film bietet leider auch keinerlei Highlights und reiht sich nahtlos in die ganzen anderen MCU Streifen nach der üblichen Formel ein. Da gehört er aber dann eher zu den schwächeren. Ohne Hardy wäre er dann noch um einiges weniger sehenswert. Alle anderen Darsteller, insbesondere Williams, bleiben blass. Ohne die brachiale Tonspur, wäre ich immer wieder mal eingenickt.
Das Beste passiert dann auch nach der Einleitung des Abspanns. Da hat Ruben Fleischer noch einen Gast mitgebracht. Und ganz am Ende gibts einen Ausblick auf das Spiderverse.
Was mir schon vor Ansicht aufgefallen ist und ich als schlechtes Omen gedeutet habe, war der FSK ab 12 Flatschen. Ne, das war einfach nichts.
Wenns fortgesetzt wird, hoffe ich mal auf mehr Mut seitens der Macher.9. März 2019 um 21:17 #1637851
AnonymInaktivHalloween (2018)
Habs jetzt endlich mal geschafft mir den neuen Halloween anzuschauen, und bin überrascht wie gelungen der Film doch geworden ist.
Gleich vorweg, das Orginal bleibt für mich immer noch die klare Nummer 1, aber alle anderen Fortsetzungen (inclusive der beiden Rob Zombies) werden vom neusten Teil mühelos in die Schranken gewiesen.
Der Film setzt genau 40 Jahre nach dem Orginal an und blendet alle Fortsetzungen konsequent aus.
Dabei fängt der Film wunderbar den Geist des Orginals ein und transformiert ihn ohne Probleme gekonnt ins Jahr 2018.
So muss eine Fortsetzung aussehen.
Ich habe fertig. ?10. März 2019 um 1:42 #1637857
ChrisKongTeilnehmerHobo with a Shotgun
Da hat der Regisseur aber wirklich fein vermutlich jede Gewaltfantasie ausgelebt, die er hatte. Das ist die meiste Zeit stark überdreht, eine wahre Groteske. Leider kommt mir bei der ganzen Schlachterei der Humor schlicht zu kurz. Der Film nimmt sich aber auch nicht so ernst, dass er unfreiwillig komisch wär. Der ist halt stark auf Trash getrimmt, glänzt aber mit zu wenig Einfällen, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben.
Rutger Hauer bleibt indes eine Bank. Echt schade, wird der nicht für mehr Quality Time in Filmen und dgl. gecastet. Seine Auftritte sind fast immer Highlights.
Der Film hat neben den Gewaltspitzen, die vor Kindern auch nicht halt macht, auch seine ruhigen Momente, die aber einfach nicht zum Rest zu passen scheinen.
Neben Hauer sind fast nur Schmierendarsteller auszumachen, was den Film auch nicht übers angestrebte Niveau hebt.
Was bei dem Streifen am meisten erstaunt, ist die Tatsache, dass es ihn gibt. Irgendwie muss ja eine Finanzierung zustande gekommen sein. Da war American Muscle, der auf ähnlichem Niveau rumsuppt, doch ne Ecke besser.
Schade Schokolade, aber in erster Linie nur für jene empfehlenswert, die Lust auf einen Gewalt-Porno haben. Den kriegen sie dann aber dank dem Hobo und seiner Shotgun auch geliefert. ^^10. März 2019 um 11:49 #1637860
AnonymInaktivIch fand Hobo damals ziemlich gut, mir gefiel dieses abstruse Setting. Erwähnenswert wäre noch das der Film in Deutschland sogar Beschlagnahmt ist.
10. März 2019 um 12:20 #1637862
ChrisKongTeilnehmerWas wieder mal zeigt, wie absolut hirnrissig mit dem Medienkonsum umgegangen wird. Der Film bietet absolut geschmacklose Übertreibungen, aber die Begründung für strafrechtliche Relevanz würde mich mal interessieren. Der Film hetzt nicht und ruft auch nicht zu Gewalt auf. Und wenn ich etwas sehen möchte, das Menschen entwürdigt, dann brauch ich bloss RTL 2 oder dgl. einzuschalten.
Ich weiss gar nicht, wann in der Schweiz das letzte Mal ein Film verboten oder beschlagnahmt wurde. Bekannt ist mir das ehrlich gesagt nur damals von Tanz der Teufel. Aber ich hab bei einem Lagerverkauf mal mit dem Shopbetreiber geredet, der hatte in den 80ern noch regelmässig Besuch von der Polente deswegen. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.Ich fand halt, der macht mir zu sehr einen auf Grindhouse, aber eben auf die bemühte Tour. Das ganze hat mich sogar eher an div. Videospiele erinnert, denn an andere Filme. Vielleicht auch gewollt.
12. März 2019 um 2:57 #1637947
ChrisKongTeilnehmerThe Hard Way Netflix
Etwas enttäuschend, so hatte ich von Michael Jay-White und Luke Goss zumindest ein paar fette Kampfchoreografien erwartet. Aber dieses müde Gekloppe im Ostblock hätte auch Steven Seagal hingekriegt. Generell scheinen Rumänien und Bulgarien das Altersdomizil div. Action-Recken zu sein.
Logan Lucky
Dass der Film von Soderbergh ist, ist mir erst im Abspann klar geworden. Und schon wieder ein Heist-Movie. Nur verfügen die Akteure hier über kein Budget und Edelgauner sind sie auch nicht. Im Gegenteil, sie entstammen alle dem Whitetrash Milieu. Entsprechend behäbig kommt auch der Raubzug in Gang und wird noch mit allerlei Familien-Problemen belastet. Die Nummer selber läuft dann eine Ecke zu aalglatt ab, die ganzen Charaktere sind eigentlich viel zu brav.
So bleiben in erster Linie die sympathischen Loser-Figuren, ein wenig Nascar-Feeling und ein paar Twists, die allerdings auch auf unrealistischen Annahmen fussen. Mal im Ernst, wäre ja noch lustiger, wenn Registrierkassen, nix registrieren, aber das nur so nebenbei.
Soderbergh hätte hier durchaus mehr Leichtigkeit und Witz reinbringen können. Gut unterhalten fühlte ich mich trotzdem, nur das gewisse Etwas hat halt doch gefehlt.Message from the King Netflix
Ein weiteres Netflix Original. Dieses Mal darf der Black Panther gegen allerlei Verbrecher ran, die etwas mit dem Verschwinden seiner Schwester zu tun haben. Das Ganze läuft recht schnörkellos ab und mündet in dem zu erwartenden Finale. Das glänzt dann wieder mit komischer Vorgehensweise, beispw. Geld als Sprengfallenköder. Der Film hat schon seine Momente, aber so ganz rund fand ich ihn dann nicht. Auch hier fragt man sich, warum man noch div. Nebenplots braucht. Irgendwie verzettelt der Film sich zu stark darin, was dem Spannungsbogen auch abträglich ist.
Wer Filme wie den Equalizer mag, kann mal einen Blick riskieren.Detroit
Ein wirklich starker Film. MMn sollte dieser zwingend an amerikanischen Schulen gezeigt werden. Mir scheint, die Amis sollten ihre Vergangenheit durchaus mal ein wenig stärker aufarbeiten, vielleicht wäre dann die gesellschaftliche Akzeptanz für Rassismus in Teilen der USA nicht ganz so hoch. Hier wird einem regelrecht schlecht, wie verkommen die Hüter des Gesetzes sind. Die Todesangst der Verdächtigen überträgt sich sehr gut auf den Zuschauer.
Will Poulter gibt den überforderten Rassistencop, der sich scheinbar nur mit Gewalt zu wehren weiss. Tragischerweise verfügt er über Befehlsgewalt, was weitere Mittäter in den Strudel aus Gewalt mithineinzieht. Die Gleichgültigkeit der Staatspolizei – zuständig ist in Detroit die Stadtpolizei – ist ebenso schockierend.
Am Ende gibt es eigentlich nur Verlierer auf allen Seiten und wenig Hoffnung, das sich was ändert.
Aus allen sehr guten Darstellern ragt mMn Algee Smith als Cleveland heraus. Seine Figur ist es denn auch, die nachhaltig unter den Vorfällen leiden wird.
Während des ganzen Mittelteils ist der Film zudem hochgradig spannend.
Ich fand ihn einiges besser als the Hurt Locker, den ich etwas überbewertet fand. Aber Bigelow bleibt eine fantastische Filmemacherin. Auf ihre Werke bin ich immer genauso gespannt wie auf die von Nolan oder Scorsese.
Das Bonusmaterial glänzt….nicht. Für einen Film mit dieser Thematik sind die Featurettes, zumindest die, welche ich kurz angeklickt habe, ein Witz.
Der Abspann offenbart dann, wie viele Songs zum Einsatz kamen, brutal viele.
Immer wieder werden auch originale Nachrichtenschnipsel aus der Zeit gezeigt, was die Authentizität erhöht, ähnlich wie das auch Oliver Stone bei JFK gemacht hat.
Fazit: Meine Filmempfehlung der Woche, auf jeden Fall von den hier vier erwähnten der stärkste.12. März 2019 um 15:36 #1638004
John SpartanTeilnehmerBei Logan Lucky ging es mir ähnlich. Ein bisschen gezogen hat sich der Film aus meiner Sicht. Zwischendurch hatte ich sogar Angst, dass mein Fernseher langsam in die Knie geht, aber scheinbar hat Amazon Prime nur die Soundabmischung verkackt, sodass es bei mir viel zu leise war. Insgesamt aber ein spaßiger Film, der mit vielen sympathischen Charakteren glänzt.
13. März 2019 um 1:52 #1638028
ChrisKongTeilnehmerDie Jagd
Thomas Vinterberg liefert ein sehr bewegendes Drama ab, in dem Mads Mikkelsen durch eine Kette von Anschuldigungen und Verdächtigungen dem kollektiven Hass einer ganzen Gemeinde ausgesetzt ist. Dabei werden sehr schön die gefährlichen Mechanismen entlarvt, die zu einer solchen Situation führen. Vielleicht kann man den Film als ein Hohelied auf den Rechtsstaat verstehen. Hier ist es nur ein kleiner Schritt bis zum Lynchmob Das wird, auch wenn der Film einigermassen versöhnlich endet, in der allerletzten Szene klar.
Neben Mikkelsen gefallen auch die ganzen anderen Darsteller. Die Dramaturgie entwickelt sich organisch und wirkt nicht in die Länge gezogen oder überhastet.
Den Breakout-Film von Vinterberg hatten wir hier schon mal im Filmzirkel besprochen gehabt, Festen. Den hier fand ich als Film eindeutig besser. Der andere wirkt in der Nachbetrachtung eher wie ein Theaterstück. Bezeichnend, dass daraus dann auch eins gemacht wurde, wenn man Wikipedia Glauben schenkt.Wer Dramen mit heiklen Themen mag, der ist hier gut aufgehoben. Wer in einer kleinen Gemeinde lebt, der findet hier sogar noch schneller Zugang. Für Mikkelsen Fans ist der Film anyway Pflicht.
13. März 2019 um 13:34 #1638074
John SpartanTeilnehmerRoma:
Der Film ist schon in Ordnung. Nachdem ich beim ersten Versuch nach 10 Minuten gelangweilt aufgegeben habe, bin ich gestern ohne Unterbrechung dran geblieben. Geschichtlich ist der Film spannend und während die Credits liefen habe ich mich ein bisschen über das Studentenmassaker von 1971 informiert. Visuell finde ich ihn gar nicht so besonders, dafür überzeugt der Sound mit Kopfhörern umso mehr. Ich musste mehrmals den Kopfhörer absetzen, um mich zu vergewissern, dass nicht in meiner Nachbarschaft ein Hund bellt, oder ein Krankenwagen um die Ecke fährt. Für den Film muss man in der richtigen Stimmung sein, aber selbst in dieser Stimmung finde ich seine Laufzeit eine Stunde zu lang.
13. März 2019 um 14:00 #1638078
ChrisKongTeilnehmerFeuilleton-Langweiler? Ich werd ihn mir auch mal irgendwann ansehen. Aber oft wird auch einfach mal abgefeiert, weil Schwarzweiss nach Anspruch schreit.
13. März 2019 um 14:18 #1638082
John SpartanTeilnehmerLangweiler würde ich nicht sagen, aber es ist definitiv nicht der spannendste Film. Dass Alfonso die beste Regie mit nach Hause genommen hat, finde ich maßlos übertrieben.
13. März 2019 um 17:54 #1638122
LofwyrTeilnehmerDas sieht interessant aus.
14. März 2019 um 0:39 #1638126
ChrisKongTeilnehmerSicario 2
Erneut geht es nach Mexico. Aber erst unter einem anderen Vorwand. Terroristen sind mutmasslich über die mexikanisch-amerikanische Grenze eingedrungen und sprengen zum Auftakt gleich mal einen Einkaufsladen. Danach dürfen Brolin und DelToro wieder auf die Jagd gehen.
Das ist wieder sehr spannend in Szene gesetzt und steuert auch ziemlich ohne Umschweife aufs Finale zu. Die Beobachter von aussen fehlen dieses Mal. Dadurch ist der Film etwas schwächer aufgebaut. Trotzdem strotzt der Film vor eindringlichen Szenen. Oft scheint vieles möglich, was für eine permanente Anspannung sorgt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass sich die USA gerne die Finger schmutzig machen, aber auf keinen Fall so, dass andere das mitkriegen. Dann soll aufgeräumt werden. Die Skrupellosigkeit geht dann erschreckend weit. MMn etwas übertrieben. Es mag ja das eine sein, Leute im Stich zu lassen, aber aktiv ausschalten?
Der Score und die Cinematographie ist wieder ausgezeichnet, die Darsteller sowieso.Fazit, minimal schwächer als der Vorgänger, aber genauso hart. So sollen moderne Action-Thriller aussehen.
14. März 2019 um 9:41 #1638154
John SpartanTeilnehmerDelToro in seinem Element ist klasse. Bei The Last Jedi hatte er gefühlt ähnlich wenig Bock auf die Arbeit wie Bruce Willis.
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