Filmzirkel nach einer Idee von Fred Fenster

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  • #1176203
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    @Fred Fenster Also wenn das dein ausdrücklicher Wunsch ist, dann können wir das als Regel formulieren, wobei ich bei einer ungefilterten Erstmeinung halt mit allem rechnen muss. Aber du hast schon recht, Wertungsgewichse sollte nicht die Basis der Diskussion darstellen.

    Ich hab jetzt Nightrain mal angeschrieben per Mail. Dein Vorschlag ist eigentlich durch, denn bis morgen Abend werden sich nicht soviele anmelden, die nicht einverstanden sind.

    Aber ich wollte auch bis morgen Abend auch noch ein wenig Zeit lassen für ein Feedback. Die Deadline wird dann im Eingangspost editiert. Leider gabs noch kein Feedback bezüglich konkretem Ablauf.

    #1176204
    Fred FensterFred Fenster
    Teilnehmer

    ja das ist mein ausdrücklicher wunsch hehe. Man könnte über eine skala von -56,09 bis 2341,845 diskutieren, da würde es vlt wenigstens witzig werden aber ansonsten sind diese bewertungen einfach mist. in der schule waren doch noten auch immer daneben oder?!

    zum feedback:
    also ich habe das jetzt so verstanden, dass du, wenn der film jeweils feststeht, den titel und die deadline zum abgeben der erstmeinung in den threat-titel schreibst. dann schauen und schreiben alle, die mitmachen wollen innerhalb der deadline ihre erstmeinung (also jeder bezieht in seiner persönlichen art und weise stellung zum gesehenen film). anschließend werden die verschiedenen standpunkte diskutiert.
    ja und dan ist die frage ob wir wirklich einen festen rhythmus brauchen oder ob wir erstmal zu ende diskutieren und dann der nächste vorschlag gebracht wird – da wär ich dafür – oder ob wir dann dem rhythmus gemäß sagen “die zeit ist rum, also NEXT!” – fänd ich vlt nich ganz so gut, aber das verhindert auf der anderen seite, dass wir das forum zu sehr zuballern^^

    #1176205
    HarrikulesHarrikules
    Teilnehmer
    Fred Fenster wrote:

    ja das ist mein ausdrücklicher wunsch hehe. Man könnte über eine skala von -56,09 bis 2341,845 diskutieren, da würde es vlt wenigstens witzig werden aber ansonsten sind diese bewertungen einfach mist. in der schule waren doch noten auch immer daneben oder?!

    Aber ein schönes Fazit kann man ja schreiben oder?

    Fred Fenster wrote:
    also ich habe das jetzt so verstanden, dass du, wenn der film jeweils feststeht, den titel und die deadline zum abgeben der erstmeinung in den threat-titel schreibst. dann schauen und schreiben alle, die mitmachen wollen innerhalb der deadline ihre erstmeinung (also jeder bezieht in seiner persönlichen art und weise stellung zum gesehenen film). anschließend werden die verschiedenen standpunkte diskutiert.

    ja und dan ist die frage ob wir wirklich einen festen rhythmus brauchen oder ob wir erstmal zu ende diskutieren und dann der nächste vorschlag gebracht wird – da wär ich dafür – oder ob wir dann dem rhythmus gemäß sagen “die zeit ist rum, also NEXT!” – fänd ich vlt nich ganz so gut, aber das verhindert auf der anderen seite, dass wir das forum zu sehr zuballern^^

    Sehr guter Gedanke. Es ist sicher nicht verkehrt bei einem eher “Kontroversen” Film eher mal länger zu Diskutieren, aber ich denke das sollte man wohl eher Situationsbedingt anwenden, d.h. sollte die Deadline abgelaufen sein und die Diskusion immer noch am laufen sein kann man sie eh nicht Stoppen indem man sagt -so jetzt ist schluss- dann sollte man sie einfach laufen lassen und dann erst später eine neue Deadline für den nächsten Film benennen .
    Auch wenn ich nicht Glaube dass das allzu oft vorkommen wird.

    #1176206
    DerSebomatDerSebomat
    Teilnehmer

    Finde die Idee auch nicht schlecht, dass wir erst dann nen neuen Film anschauen, wenn die Diskussionen abgeebbt sind. Aber so wie Harrikules schon sagt, denke ich auch, dass nicht zu lange Diskussionen entstehen werden. Aber ne Deadline wirkt generell etwas stressig.
    Von mir aus kanns losgehen. Bei lovefilm.de bin ich angemeldet! :-)

    #1176207
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    @Fred Fenster, davor hätte ich keine Angst, aber das Problem ist, wenn wir null Verbindlichkeiten schaffen, also zeitlich, dann kommen Nachzügler und wollen mitdiskutieren, etc. Darum überhaupt die Deadlines. Auch bei den Vorschlägen sollten wir was ausknobeln, wenn wer an der Reihe ist und sich nicht innert nützlicher Frist meldet, gehts mit dem nächsten weiter. Bringt ja nichts, wenn jemand nur alle paar Monate reinhopst.
    Also wenn ich jetzt so ein bisschen rechne, dann wären wir bei Vorschlag unterbreiten bis Deadline Abgabe bei ca. 1 1/2 Wochen, dann nochmals ca eine halbe Woche diskutieren, das sollte ja eigentlich reichen, aber wir können auch eine ganze draus machen.
    Ich werde beim Testballon mal abwarten und beobachten, wie sich das entwickelt bis ich dann das Signal für den nächsten gebe. Dann können wir ja mal schauen, wie lange wir fürs diskutieren brauchen.
    Ich geh mal davon aus, dass wer sich den Film reinzieht und nachher eine Erstmeinung verfasst, sicher auch im Anschluss nach der Deadline diskutieren kann und nicht Monate braucht, um sich zu melden, ansonsten Pech.

    Ich weiss, das klingt jetzt alles ziemlich nach starrem Korsett, aber keine Angst, das wird sich sowieso einpendeln. Nach dem ersten Durchlauf sollte sowieso jeder ein Feedback abgeben.


    @Harrikules
    Sagen wirs mal so, vielleicht keine starre Deadline beim Diskutieren, bei der Abgabe allerdings zwingend. Aber sobald der nächste das Signal oder die Aufforderung erhält, und er Vorschläge macht, findet die Diskussion sowieso ein Ende, respektive das kann ein absolut fliessender Übergang sein. Also, 2 sind immer noch am diskutieren, können sie ja, trotzdem kann der nächste dann mal seinen Vorschlag unterbreiten.
    Aber wie gesagt, ich werde das sicher gut beobachten und sicher nicht eine rege Diskussion unterbinden, ganz egal, ob ich daran beteiligt bin oder nicht, da bin ich fair.
    Wie gesagt, das meiste pendelt sich sowieso ein, da hab ich keine Bedenken.

    @Sebomat Nochmal für dich, die Deadline gilt erstmal für die Abgabe der Erstmeinung. Wie lange wir danach diskutieren, sehen wir dann ja. Siehe ein paar Zeilen weiter oben.

    #1176208
    HarrikulesHarrikules
    Teilnehmer

    Sowieso wollte ich noch ein,zwei Sachen anmerken und zwar fände ich es nett wenn sich die anderen Forumsmitglieder die an der Runde nicht beteiligt sind hier raushalten würden, ein reingeworfenens -Film XY ist doch der Hammer ihr Deppen!- braucht hier glaub ich keiner. Und wäre es meiner Meinung nach auch förderlich wenn ein Vorschlag so schnell wie möglich angenommen wird zu Deutsch sollte der Film hier erhältlich sein und wenn schon nicht irgendwo eh schon Legal im Netz zu sehen sein oder nur Max. 20,- Eu teuer, dann sollte hier auch keiner anfangen zu meckern nur weil er keine Lust auf den Film hat, schließlich geht es hier ja auch darum mal neue Eindrücke zu sammeln, sollte aber wie der erste Vorschlag von Fred eine Sondersituation entstehen dann kann man sein Veto geben. Aber nur sagen den Film find ich jetzt schon blöd zählt nicht.

    #1176209
    Fred FensterFred Fenster
    Teilnehmer

    @Harrikules: ja genau ein schönes individuelles fazit sollte man schreiben. mir geht´s nur darum, dass hier dann nicht irgendwelche skalenwerte diskutiert werden á la “plan 9 from outer space hast du 5/10 gegeben und inception 3/10 du hast ja keine ahnung…bei imdb ist der immernoch weit vorn in den top 250.” hier wird wahrscheinlich keiner so drauf sein, aber nur zur sicherheit^^ ich will damit auch nicht sagen, dass imdb schlecht ist – eig im gegenteil. es geht mir um die persönliche meinung.

    Ja ok, let´s cross the bridge when we come to it.

    #1176210
    Fred FensterFred Fenster
    Teilnehmer
    Harrikules wrote:

    Sowieso wollte ich noch ein,zwei Sachen anmerken und zwar fände ich es nett wenn sich die anderen Forumsmitglieder die an der Runde nicht beteiligt sind hier raushalten würden, ein reingeworfenens -Film XY ist doch der Hammer ihr Deppen!- braucht hier glaub ich keiner. Und wäre es meiner Meinung nach auch förderlich wenn ein Vorschlag so schnell wie möglich angenommen wird zu Deutsch sollte der Film hier erhältlich sein und wenn schon nicht irgendwo eh schon Legal im Netz zu sehen sein oder nur Max. 20,- Eu teuer, dann sollte hier auch keiner anfangen zu meckern nur weil er keine Lust auf den Film hat, schließlich geht es hier ja auch darum mal neue Eindrücke zu sammeln, sollte aber wie der erste Vorschlag von Fred eine Sondersituation entstehen dann kann man sein Veto geben. Aber nur sagen den Film find ich jetzt schon blöd zählt nicht.

    totaler agree

    #1176211
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Ja sicher, wobei wie gesagt, ist ja alles freiwillig, wer wirklich nicht will, soll doch eine Runde aussetzen, aber das auch so formulieren. Auch da denke ich, wird es kaum Probleme geben. Das mit dem nicht mitdiskutieren, wenn man nicht offiziell teilgenommen hat, was ja während dem Vorschläge sammeln ermittelt wird, kann man letztlich nicht verhindern. Reinschreiben als Regel kann ichs schon.
    Aber es kann jeder eine Erstmeinung bis zur Deadline abgeben, aber ich werde ihn oder sie dann nur auf die Liste setzen, wenn sie das auch will. Es gibt im Prinzip 2 Deadlines, eine, bis wann der Vorschlag ermittelt sein muss, wer sich bis dahin nicht meldet, sieht den Film, der vorgeschlagen wurde oder hält sich raus.
    Ist die zweite Deadline verstrichen, soll die Diskussion starten, dazu natürlich am besten die anderen Beiträge erst lesen und los gehts.

    #1176212
    DerSebomatDerSebomat
    Teilnehmer

    Nochmal ne Verständisfrage. Wenn ich den Film jetzt schon gesehen habe, kann ich schon ne Meinung posten, oder?

    #1176213
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Das ist so, denn im Eingangspost wurde der Film auf definitiv gesetzt. Ich werde dann nach und nach wer Beiträge gepostet hat, dessen Namen im Eingangspost von Rot zu Schwarz ändern.
    Schade hat sich Nightrain nicht gemolden, hab ihm sogar eine Mail geschrieben.
    Wenn du jetzt eine Erstmeinung reinstellst, dann musst du einfach noch warten, bis nach der Deadline mit der Besprechung des Films. Aber bei Fragen jederzeit hier reinposten, einfach nicht den Film diskutieren, bis es soweit ist.

    #1176214
    Anonym
    Inaktiv

    @Chris:
    Haben wir ja schon per Mail geklärt. Habe den Film auf Youtube gefunden und werde ihn mir am Wochenende geben, weswegen ich mich daher dann doch entsprechend äußern werde!

    Ansonsten, kann ich schon meine Nominierung für die nächste Runde nennen?
    Ich bin für: Blood Tea and Red String

    #1176215
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Danke, werde dich eintragen. Weil ich jetzt keine Diskussionen wegen Vorschlägen und so möchte und andere sich auch dahingehend geäussert haben, sollte der Vorschlag erst nach der Besprechung oder in einem fliessenden Übergang besprochen werden. Aber nicht während der Erstmeinung. Also generell gesprochen. Ich werde deinen Vorschlag trotzdem in den Eingangspost editieren, die anderen können sich ja schon mal Gedanken machen, aber bitten sich noch nicht dazu zu äussern.
    Die Deadline hast du ja gesehen. So, dann auf eine ungefilterte Meinung von dir. Hab heute per Mail die Bestätigung bekommen, dass der Film versendet wurde, werde ihn darum auch schon morgen oder übermorgen ansehen können.

    #1176216
    Fred FensterFred Fenster
    Teilnehmer

    Was mir, als ich diesen Film hier vorgestellt habe, nicht klar war und mir erst beim Schauen des Vorspanns bewusst wurde, war, dass “festen” ein Film ist, der auf der Grundlage des sog. Dogma 95 – Manifests entstanden ist.
    Diese Manifest ist lt. Wikipedia am 13.03.1995 von den dänischen Filmregisseuren Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Kragh-Jacobsen unterzeichnet worden und richtet sich insbesondere gegen die zunehmende
    Wirklichkeitsentfremdung des Kinos.
    So sollten Effekte, technische Raffinessen, Ilusionen und dramaturgische Vorhersagbarkeit verbannt werden. Das unterzeichnete Dokument enthielt desweiteren 10 einzuhaltende Regeln, die dogmatisch einzuhalten sind:

    1. Als Drehorte kommen ausschließlich Originalschauplätze in Frage, Requisiten dürfen nicht herbeigeschafft werden.
    2. Musik kann im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band), darf aber nicht nachträglich eingespielt werden.
    3. Zur Aufnahme dürfen ausschließlich Handkameras verwendet werden.
    4. Die Aufnahme erfolgt in Farbe, künstliche Beleuchtung ist nicht akzeptabel.
    5. Spezialeffekte und Filter sind verboten.
    6. Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen.
    7. Zeitliche oder lokale Verfremdung ist verboten – d. h. der Film spielt hier und jetzt (also nicht etwa im Mittelalter oder in einer entfernten Zukunft oder in einem anderen als dem Produktionsland, auf einem fremden Planeten, in einer fremden Dimension o. Ä.).
    8. Es darf sich um keinen Genrefilm handeln.
    9. Das Filmformat muss Academy 35 mm sein.
    10. Der Regisseur darf weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.

    Dies erklärt sicherlich den etwas sperrigen Eindruck, den man zuerst eimal hat, wenn man sich den Film zum ersten mal ansieht.

    doch zum Film selbst:
    Meiner Meinung nach geht es im Film vor allem um die verschiedenen Geschichten der vier Hauptpersonen (Christian, Michael, Helene und dem Vater Helge), wie diese ineinander verwebt werden sowie auf einer anderen Ebene um die Mutter und die Schwester, die sich einige Monate vor dem Fest in ihnrem Zimmer auf dem Anwesen der Familie, wo eben auch das Fest stattfindet, umgebracht hat.

    Die erste Person, die man im sieht ist Christian – er läuft allein auf einer abgelegenen weiten Straße (schon in dieser ersten Szene eine Methapher für ihn selbst als Person – einsam, allein, für sich selbst), man weiß nicht ganz vohin er geht oder woher er kommt – ok es wird erwähnt, dass er in Paris wohnt (das bleibt imo über den ganzen Verlauf des Filmes so – er spricht immer wieder davon, dass er einen Flieger bekommen muss und entfernt sich, aber geht dann doch nicht…interpretation: er versucht zu fliehen wird aber zurückgehalten)
    Auf dem weg zum Familiensitz wird Chistian von einem Auto überholt, indem Michael mit seiner Familie sitzt. Erst fährt er an seinem großen Bruder vorbei ohne ihn zu erkennen, als er es realisiert schiebt er die Schuld auf seine Frau, schnautzt sie etwas an und wirft sie schließlich aus dem auto, um seinen Bruder zur Feier zu chauffieren, während seine Familie zu Fuß weiter muss. Auch sein Verhalten ändert sich im Verlauf des Filmes nicht wirklich.
    Er prügelt verbal auf seine Frau ein und seine eigene kleine Familie scheint ihm generell nicht so wichtig zu sein (die “Liebesszene” mit seiner Frau verdient diese Bezeichnung ja kaum^^ die fand ich auch recht naja hart…weils teils, also bei manchen Menschen, denk ich echt so abläuft). Wichtiger scheint ihm die Anerkennung der Familie, inder er aufgewachsen ist zu sein. nicht zu dieser Theorie passt natürlich, dass ihm vorgeworfen wird nicht bei der Bestattung seiner Schwester anwesend gewesen zu sein und auch seine andere Schwester nicht zum Geburtstag angerufen zu haben. Interessant fand ich hier auch, dass er offensichtlich Fremdenfeinlich ist (die Situation der Ankunft des Partners seiner Schwester) und auch Dinge, die ihm angetan werden, direkt an Andere weitergibt (Ich meine die Szene, in der er von seinem Bruder angespuckt wird und direkt im Anschluss auch selbst jemanden anspuckt.). Seine Mutter erwähnt auch noch , dass er das Nesthägchen der Familie sei. ich nehme mal an, dass ihm als einziger seiner Geschwister die Übergriffe seines Vaters erspart geblieben sind (habt ihr das auch so verstanden, oder hab ich nur was verpasst?) und er eher verwöhnt wurde, daher sich nicht richtig unterordnen kann und eben so zu der Person geworden ist, die er im film darstellt.
    Helene sieht man erstmals während ihrer rasanten Taxifahrt zum Familienanwesen. Sie ist spät dran und üherholt auf der Fahrt die Gäste, die sie eigentlich empfangen sollte (also die restliche Familie) – sie bietet dem Taxifahrer ihre Nummer an, damit er schneller fährt und raucht Kette. später wird klar, dass sie wohl eine recht erfolgreiche Kulturwissenschaftlerin ist, die viel arbeitet und auch erfolgreich ist. Nahe zugenial fand ich den Kniff ihren Freund als einzigigen, der der dänischen Sprache nicht mächtig ist in diese total bizarre Familienfeier-Situation zu bringen (mir ist besonders die Szene im Gedächtnis geblieben, in der der ganze Saal alte fremdenfeinliche Lieder singt und er aus Verlegenheit, da er nicht versteht lächelt und so unbewusst gute Miene zum echt bitterbösen Spiel macht – seine Partnerin, muss allerdings alles verstehen und kann es kaum ertragen, verständlicher weise. Auch und eine weiterer genialer Moment, war als die Mutter über die Interessen dieser Tochter sprach und über verschiedenste Stämme und Uhreinwohner erzählt, aber dann nichtmal den Namen ihrers potentiellen Schwiegersohnes aussprechen kann – generell scheit sich die Familie nicht für Personen außerhalb der Familie zu interessieren, so wird auch Michaels Frau ziemlich kalt und abweisend behandelt, während Familienmitglieder (wenn auch gespielt) herzlich miteinander umgehen). hierzu würde ich annehmen, dass sie ebenso, wie Christian fliehen möchte indem sie einerseits viel arbeitet und dies aber auch in fernen Ländern tut. Mir ist aber sicherlich auch einiges durch die Lappen gegangen, da ja auf einmal im Film recht viel passiert und es zeitweise recht durcheinander geht, wie das eben auf so einer familienfeier ist…
    Helge tritt an und für sich auf, wie ein König. Er ist Hausherr, Chef von Allen, es schwirren andauernd Menschen um ihn herum, sodass man kaum Zeit mit ihm allein hat und man erkennen könnte, wie er tatsächlich ist. In der Gruppe und vor anderen Menschen wirkt er sehr korrekt, sicher, eloquent, solche – adjektive fallen mir da ein. Christian bezeichnete ihn ja als sehr sauberen mann, da er ja auch viel Badet^^ , es ist ja bekannt, dass Menschen sich aufgrund schlechter Taten dreckig fühlen können und dann so versuchen sich von Schuld und schlechten Gefühlen reinzuwaschen. wie gesagt ich habe ihn immer als Saubermann wahrgenommen (also äußerlich natürlich – es wurde ja immer mehr klar, wie er drauf war oder ist – allerdings nur nach und nach. Ich habe mich teilweise echt gefragt, ob Christian einfach durchgedreht ist…), bis zur allerletzten Szene beim Frühstück, wo er sich von seinem jüngsten Sohn erst sein Enkelkind entziehen lassen muss und im Anschluss des Raumes verwiesen wird, damit alle in Ruhe ihr Frühstück essen können – er stört also in seinem eigenen Haus. Eine totale Deklassierung, verglichen damit, wie er in den Film eingeführt worden ist.
    Seine Frau tritt so wie ich das sehe erst im letztn Drittel des Filmes wirklich auf – war sie vorher überhaupt zu sehen? sie ist auf jeden fall sehr unscheinbar und hält sich “vohrnehm zurück” (selbst als Christian sie direkt darauf anspricht, was sie damals an diesem einen Abend gesehen hatte, sagt sie nchts weiter dazu), dies bleibt ebenfalls bis zur letzten Szene so, bis sie sich zum ersten mal aktiv gegen ihren Mann ausspricht. Sie will nicht mit ihm über einen Kamm geschoren werden und zeigen, dass auch sie etwas dagegen hatte, sich wahrscheinlich nur immer ihrem Mann (der angesehen war und auch über eine gewisse Macht ferfügte) unterlegen fühlte und sich erst in dieser Szene zumindest etwas von ihm Emanzipieren konnte.
    Die tote Schwester bietet an und für sich auch eine coole Grundstimmung, wenn man sich vorstellt, dass sie bei der letzten Feier, von der ja die rede ist (hier hat sich Michael so benommen, dass er für das nächste Fest ausgeladen wurde) diese Schwester, die offensichtlich sehr mit der Vergangenheit zu kämpfen hatte noch Teil der Feierlich keit war so ist für mich immer dieser düstere Hauch mitgeschwungen. Es ist ohnehin auch ein Zeichen für die Empathilosigkeit der Familie, Helene in das Zimmer ihrer toten Schwester einzuquartieren (war es nicht sogar ihre Zwillingsschwester oder war war da das Zwillingsparchen?)…

    Generell hat mir “festen” sehr gut gefallen. Findet man sich mit der Machart (die wie gesagt von den Dogma-Regeln in gewisser Weise vorgeschrieben waren) ab und achtet mehr auf das, was Vinterberg mit diesen Mitteln erreicht hat, lässt mich staunend zurück. Nicht nur das einige Kameraeinstellungen und Schnitte (diese eine Sequenz, wo die Kellnerin in der Wanne liegt und die Augen aufschlägt etc) sehr gut gemacht waren – und ich meine damit, dass der sich Kontext oder Interpretationsspielraum bzw. der Gehalt des Filmes durch die Verwendung eben dieser Stilmittel vergrößert wurde – sie sind praktisch für die Informationsübermittlung wichtig…und das sieht man leider nicht allzuoft. Abschließend nur noch eines, was ich an dem Film sehr gut fand: der ganzen dogma geschicht zuflolge sollen Handlungbögen möglicht unvorhersagbar verlaufen – das schafft dieser Film wirklich ausgezeichnet, ich dachte mir immer nur, dass in der nächsten Szene alles passieren kann und war häufig überrascht in welche Richtung die Handlungstränge der Personen verliefen.
    ok ich hoffe das war nicht zu viel Geschreibe, danke an Alle, die bis hierher gelesen haben!

    #1176217
    Anonym
    Inaktiv

    Das Fest (org. Festen)

    Vorweg, ich habe mir keinerlei schon vorher hier geposteten Beiträg zur eigentlichen Diskussion durchgelesen, da ich möglichst meinungsneutral an das Thema gehen möchte.
    Dazu kommt, dass ich mir den Film im Originalton mit englischen Untertiteln angesehen habe – einfach, weil es so kostenfrei auf Youtube zu bekommen war.
    Die Folgenden Zeilen gliedere ich in zwei Teile:
    1. Interpretation
    2. Kritik am Film als solchen und an der Umsetzung
    Auf die eigentliche Geschichte werde ich hingegen nicht eingehen, da ich davon ausgehe, dass alle Beteiligten ihn gesehen haben.

    1. Interpretation
    Das grundsätzliche Thema, welches sich als roter Faden durch den gesamten Film zieht, ist der Missbrauch von Kindern und die Behandlung des Themas in und durch unsere Gesellschaft.
    Christian steht stellvertretend für alle Betroffenen. Man merkt ihm an, dass er verschlossen ist und Nähe meidet. Seine Flucht nach Frankreich sehe ich stellvertretend für seinen Rückzug, etwas dass durch seine einsame Wanderung zu Beginn des Filmes nur unterstrichen wird.
    Als er dann im Wald angebunden wird, zeigt dies noch einmal die Hilflosig- und Einsamkeit, mit der auch viele Opfer gerade während der Zeit, in der die Wahrheit ans Licht kommt, zu kämpfen haben.
    Der Vater, Helge, symbolisiert hingegen eindeutig die Täter, welche nicht nur ihre Schuld grundsätzlich nicht erkennen wollen, sondern auch noch oder gerade trotzdem in der Mitte der Gesellschaft stehen. Er bildet damit den Kontrast zum einsamen Opfer Christian.
    Sein Bruder, seine Schwester und die Mutter erkenne ich als die drei großen Arten der Leugnung:
    Michael steht für die aggressive Leugnung, die von solchen Dingen weder etwas wissen will und vor allen Dingen nicht dadurch in irgendeiner Form Einbußen haben will. Er ist ein Mann mit einem Hammer, für den jedes Problem ein Nagel darstellt. Er verkörpert auch die Ignoranz.
    Helene, die Schwester steht für die aktive Leugnung. Menschen, die von dem geschehenen Unrecht wissen, aber zur Wahrung des Status Quo nicht nur schweigen, sondern Beweise verstecken oder sogar vernichten. In diesem Fall stellt sie die innerlich zerrissene Variante dar, die sich ihres eigenen Unrechts bewusst ist und ständig mit sich hadert.
    Das Gegenstück dazu wäre der Personenkreis, der sich seiner Schuld nicht bewusst ist oder sie aktiv leugnet.
    Die Mutter hingegen stellt die passive Form der Leugnung dar. Ganz wie die drei Affen: Nichts sehen, Nichts hören, Nichts sagen! Ist ahnt etwas von dem Tun ihres Mannes, aber unternimmt nichts und verdrängt dass, was sie möglicherweise vermutet oder sogar weiß.
    Alle drei Formen der gezeigten Leugnung findet man oft in den Familien der Opfer.
    Das Hotelpersonal, insbesondere Kim, der Koch, kann man als gut meinende Hilfeleister sehen, die aber in ihrer Hilfe begrenzt sind. Sie helfen Christian zwar seine Anschuldigungen vorzubringen, aber die Repressalien treffen grundsätzlich nur ihn allein.
    Ich sehe darin ein einen anderen Aspekt des Themas des Alleinseins. Die Hilfe ist da, geht aber nicht genug und außer, dass die das Opfer zur Konfrontation zwingt, kann sie nicht viel mehr tun.
    Der Freund von Helene stellt die unbequemen Außenseiter dar, die früher oder später in ein solches soziales Umfeld stoßen und anfangen Fragen zu stellen.
    Zu guter Letzt haben wir noch die Gesellschaft der Feier, die das Thema, genau wie unsere reale Gesellschaft zwar wahrnimmt, aber im nächsten Moment in seiner egomanischen Komsumgeilheit wieder verdrängt. Natürlich ist man bestürzt, dass so etwas in ihrer Mitte geschehen ist, aber diese Art der Anteilnahme ist doch dann auch bitte schön genug und je öfter man es wieder auf den Tisch bringt, desto unliebsamer wird es.
    Auch die sich wiederholende Ansprache des Opas steht hierfür. Für mein Verständnis symbolisiert es die immer wiederkehrende Banalität, die dem Unbequemen vorgezogen wird.
    Im Schluss erkenne ich Kritik an der Handhabung mit den Tätern. Der Fall ist sozusagen aufgeklärt, der Täter überführt und nachdem er quasi aus der Gesellschaft verbannt wird – hier stellvertretend durch den Ausschluss am Frühstück –, wird wieder der Vorhang der Verdrängung zugezogen und hinter diesem wieder zum vermeintlich normalen Leben übergegangen.

    2. Kritik
    Nachdem ich mir den Film angesehen hatte, habe ich mich einmal über die Dogme95 und ihre Regeln informiert und schon wurden einige Aspekte des Films erklärt – was ihn aber nicht besser macht.
    Das Thema – ohne Zweifel – ist unangenehm und ernst, weshalb sich jeder, der sich ihm annimmt genau überlegen sollte, wie genau er es umsetzen möchte. Durch die Dogme95Regeln hingegen, steht sich der Film hier selbst im Weg. Um genau zu sein, geht es mir um Regel acht:
    „Es darf sich um keinen Genrefilm handeln.“
    Genau das Genre des Dramas hingegen würde aber zur Aufarbeitung des Themas passen und genaugenommen ist „Das Fest“ im Kern nichts anderes. Die Macher tarnen es mit Elementen, die es als surreales und absurdes Theaterstück maskieren, aber nimmt man dem Film seine überdrehten Stellen und ersetzt diese durch „normal“ agierende Figuren, dann hat man nichts weiter als ein Familiendrama.
    Alleine durch diese Abstraktion in der Darstellung wird „Das Fest“ für die meisten der Zuschauer nur schwer zugänglich. Gerade zu Anfang ist man noch versucht ihn als abstruse Komödie zu sehen, doch schon kurze Zeit später, noch bevor die erste Anschuldigung gesprochen wird, wird dieser Eindruck wieder gedämpft, nur um dann nach der Anschuldigung in eine bedrohliche Stimmung zu wechseln. Prinzipiell eine gute Herangehensweise, wäre sie nicht so dermaßen überzeichnet und streckenweise einfach nur langweilig inszeniert.
    Ich hatte selten den Eindruck, dass ein Film, der eigentlich nur 101 Minuten Laufzeit hat, so lang sein kann.
    Ein anders Mittel, dass mich prinzipiell gestört hat, war die zeitweise eingesetzte Fischaugenkamera, die wohl Blicke aus der Ich-Perspektive darstellen sollte. Sie war unpassend und zusammen mit den teilweise seltsamen Blickwinkeln wirkte sie auf mich seltsam gewollt künstlerisch.

    Würde ich diesen Film weiterempfehlen? Klare Antwort: Nein!
    Er ist zäh, verpackt seine Aussage in eine zu wenig ansprechende Darstellung und eignet sich als Theaterstück deutlich besser als auf dem Medium Film.
    Dazu kommt, dass ich wohl auch niemanden kenne, der sich diesen Film freiwillig ansehen würde – aber das ist wohl eher ein Problem meinerseits oder meines Freundeskreises.

    P.S.: Was bin ich froh das Ding auf Youtube gefunden zu haben!

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