(Komplexe) Stories in Spielen. Segen oder Fluch?
Home › Foren › Games-Talk › (Komplexe) Stories in Spielen. Segen oder Fluch?
- Dieses Thema hat 89 Antworten, 24 Teilnehmer, und wurde zuletzt von
kevboard vor vor 12 years, 3 months aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
4. Dezember 2013 um 22:39 #1166113
ZetsuboudaTeilnehmerDer Klassiker, dem auch in der Man!ac ein Artikel gewidmet wurde, ist wohl Final Fantasy 7 aka
‘Cloud rächt nach langer Zeit die von Sephiroth getötete Aeris’.
Welcher Zocker hat damals nicht mit versteinerter Miene oder Tränen in den Augen vor der Flimmerkiste gesessen?
Vergesst Seat, das war Emotion pur.
Vergleichbar, wenn auch auf etwas niedrigerer Ebene: ‘Metal Gear Ocaton und seine Wölfin’. *Jaul*Könnte den Artikel mal raussuchen, aber hier mal die Essenz des Schriebs: Videospiele sollen Emotionen wecken; Menschen an etwas teilhaben lassen, was im echten Leben vor der Tür unmöglich wäre; Situationen darstellen, die man sich vielleicht nur im Traum ausmalen könnte.
Ein Teil vermag genau dies zu tun. Ein Teil…der von heutiger Jugend so nicht wahrgenommen wird oder werden will.
Mit ein Grund, warum mir besagtes Silent Hill samt Nachfolgern, etliche Rollenspiele (Gruß an Legend of Dragoon mit der fantastischen Atmo, auch dank der genialen Musik), Alice: MR, Fallout, Arcanum und einige mehr so gut gefallen haben. Man ist Teil einer aktiven Geschichtsstunde, schreibt quasi einen Lebensabschnitt eines oder mehrerer Charaktere mit.
In Filmen ist sowas -meiner Meinung nach- nicht möglich. Man sieht nur den Ablauf, wie er auf dem Reißbrett steht bzw. der ‘Director’ es für nötig hält.Dein Beispiel mit MW3 finde ich ehrlich gesagt interessant. Das zeigt zumindest, dass sich jemand von der erzählten Geschichte hat tragen lassen.
Nicht einfach nur schnödes Beiwerk, sondern Inspiration (sich mit dem Schicksal der Figur zu beschäftigen) gefunden hat. Schön
Um mal weitere Beispiele zu nennen: Heavy Rain oder Beyond: Two Souls sind an sich bestimmt gute Geschichten.
Auch wenn ich sie nur teils (Heavy Rain Demo) oder noch gar nicht (Beyond) ‘gespielt’ habe.
Die ‘Message’ dahinter ist aber eindeutig: Folge den Personen auf ihren Lebenswegen und bestimme einen Teil des Schicksals mit.
Bei Kindern fängt es mit Tamagotchi und Pokémon an. Warum sollte man sich diese kindliche Freude, dem ‘Wachsen und Gedeihen’ zuzusehen, als Erwachsener nehmen lassen? Gerne spiele ich auch solche Machwerke, die verschiedene Abspänne beinhalten.
Veränderung durch Veränderung, sozusagen.
Bei einem Shooter gibt es solche Themen kaum. ‘Schieß oder stirb’ ist die Ansage. Verkackt? Tja, Game Over. Neustart. Gewonnen? *Freu*.
Nächster, bitte.Um meinen Textwänden aber mal ein Ende zu setzen: Stories können -unabhängig von deren Länge- faszinieren.
Je tiefer man dabei geht, desto mehr kann man sich mit den Figuren und ihren Handlungen auseinandersetzen.
Dabei werden allerhand Facetten sichtbar. Und eventuell entdeckt man Seiten an sich, die man so noch nicht kannte..
4. Dezember 2013 um 23:04 #1166114
DerSebomatTeilnehmerZetsubouda wrote:>
Um mal weitere Beispiele zu nennen: Heavy Rain oder Beyond: Two Souls sind an sich bestimmt gute Geschichten.
Auch wenn ich sie nur teils (Heavy Rain Demo) oder noch gar nicht (Beyond) ‘gespielt’ habe.
Die ‘Message’ dahinter ist aber eindeutig: Folge den Personen auf ihren Lebenswegen und bestimme einen Teil des Schicksals mit.
Danke! Heavy Rain hab ich ja total vergessen!! Stimmt! Das (bis jetzt) EINZIGE Spiel, bei dem mich die Story wirklich mitgenommen hat. Ich weiß noch, wie ich oft minutenlang vor der Konsole saß, um teils schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.
Andererseits: Es wurde ja als interaktiver Film konzipiert. Fällt ja fast gar nicht in die Spiele-Sparte. So wirklich gespielt wird da je eh nicht. Fühlte sich eher an, nen Psychothriller zu schauen, als zu zocken. Beyond hab ich nicht mehr gespielt, eben weils nur noch Film ist und noch weniger Interaktivität vorhanden ist, als bei Heavy Rain.4. Dezember 2013 um 23:18 #1166115
ChrisKongTeilnehmerIn Filmen ist sowas -meiner Meinung nach- nicht möglich.
In Filmen ist alles möglich, möchte ja nicht wissen, was für Filme du dir zu Gemüte führst, wenn das der Schluss ist, zu dem du kommst. Aber du darfst natürlich gerne von durchdachten Storys in Videospielen träumen, wenn du das willst.^^
5. Dezember 2013 um 1:50 #1166116
ZetsuboudaTeilnehmerQuote:Man ist Teil einer aktiven Geschichtsstunde, schreibt quasi einen Lebensabschnitt eines oder mehrerer Charaktere mit.
In Filmen ist sowas -meiner Meinung nach- nicht möglich. Man sieht nur den Ablauf, wie er auf dem Reißbrett steht bzw. der ‘Director’ es für nötig hält.Nichts aus dem Zusammenhang reissen, bitte ^^
5. Dezember 2013 um 8:45 #1166117
ChrisKongTeilnehmerSchön für dich, ich kenn da auch haufenweise Filme, die durchaus mehr fordern als es so manche Videospiele tun, egal. Geniess deine Spiele und gut is.
5. Dezember 2013 um 9:39 #1166118
DGSTeilnehmer… Schubladendenken!?
Die Menschen, die hinter diesen Projekten stecken schauen nicht nur Filme, lesen nicht nur Bücher, gehen nicht nur ins Theater, spielen nicht nur Videospiele, … . Sie tun das alles gleichzeitig. Ein Drehbuchautor der gestern noch am Skript für eine Fernsehserie gearbeitet hat, schreibt heute ein Buch und morgen arbeitet er am neusten Teil einer Videospiel-Reihe.
Man sollte die Dinge nicht zu isoliert sehen. Medien entwickeln sich ständig weiter. Und die Art und Weise, wie versucht wird ein Gefühl oder ein gewisses Thema mit den Mitteln eines Videospiels zu transportieren verändert sich nunmal laufend und wird durch Menschen, die von anderen Bereichen kommend, ins Videospiel-Business wechseln, beeinflusst.
Und um nochmal aufs eigentliche Thema zurückzukommen:
Wenn es ein Videospiel schafft mir ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln, hat es dann das Anforderungsprofil erfüllt oder ist euch das zu wenig? Muss es mich über die Folgen einer nuklearen Katastrophe in allen Einzelheiten aufklären oder kann es da auch Spielraum für eigene Interpretationen geben? Wenn mich eine Geschichte allein durch die fein gezeichneten Charaktere vor den Bildschirm fesselt und ich mich in sie hineinversetzten kann und mit ihnen mitfühle, ohne das mein Reaktionsvermögen auf die Probe gestellt wird… muss diesem Produkt dann automatisch die Daseinsberechtigung als Videospiel aberkannt werden?5. Dezember 2013 um 9:49 #1166119
DerSebomatTeilnehmerDGS wrote:Wenn es ein Videospiel schafft mir ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln, hat es dann das Anforderungsprofil erfüllt oder ist euch das zu wenig?
Das Gefühl muss ja eben nicht durch eine Story vermittelt werden. Super Mario vermittelt auch ein Gefühl (für mich), ohne eine epische Geschichte erzählen zu wollen.
5. Dezember 2013 um 10:24 #1166120
ChrisKongTeilnehmer@DGS Schön wärs, bei Videospielen arbeiten halt all die Autorennieten, die sonst nur Direct To Material schreiben dürfen. Wenn da mal einer dabei ist, der was kann, dann ist er wohl eher die Ausnahme. Aber nochmal, das spielt doch keine Rolle, wenn man ein Spiel geniessen will. Ein MGS kann mich genauso fesseln, auch wenn die Geschichte teilweise strunzdämmlich ist. Aber das kümmert mich doch in dem Moment dann nicht.
Aber ich bilde mir auch nicht ein, dass da jetzt Anspruch im Quadrat gesendet wird.5. Dezember 2013 um 10:31 #1166121
DGSTeilnehmer@DerSebomat… dann geht es hier um die Quantität der Handlung!?
Journey erzählt vom Untergang einer ganzen Zivilisation… ohne ein einziges Wort darüber zu verlieren und das innerhalb von zwei, drei Stunden und lässt dabei viel Spielraum für eigene Interpretationen. In Fallout 3 werde ich als Spieler mitten in eine postapokalyptische Zivilisation “geboren”!? In über 100 Stunden Spielzeit muss ich mich mit den Folgen des atomaren Kriegs und dem Untergang der Zivilisation auseinandersetzten. Dies wird mir in etlichen Dialogen und diversen Missionen näher gebracht.
Kann man den Unterhaltungswert eines Spiels an dem Umfang der Erzählung messen oder an gewissen Stilmitteln festmachen!?
Nein… gut muss es sein!?5. Dezember 2013 um 10:42 #1166122
RavingrabbidTeilnehmerIch bin hier, wie viele andere auch eher geiteilter Meinung.
Eine gute Story kann funktionieren, allerdings nur selten ohne den aktiven Gehalt des Gameplays zu beeinflussen. Je komplexer die Story, umso eher wird der Spieler meist zum Zuschauer degradiert. Gestaltet sich die Story besonders komplex, könnte der Spieler mit seinem eigenständigen Handeln den Erzählfluss ja behindern.
Aktiv eingreifen darf man dann erst nach der Zwischensequenz und das meist mehr oder weniger unmittelbar.
In einigen Genres kann das funktionieren. Z.B wie schon angesprochen in RPGs. Hat man dann hier auch noch eine gewisse Entscheidungsfreiheit, mehrere Enden, Multiple Choice Antworten usw., kann man den Verlauf der Story wenigstens beeinflussen. Auch wenn die Konsequenz dann meistens wieder über eine nicht spielbare Sequenz vermittelt wird.
In anderen Genres gestaltet sich das ganze aber für mich etwas schwieriger. Spiele die überhaupt gar keine Handlung haben, locken mich nur selten hinterm Ofen hervor. Dann ist mir eine einfach gestrikte Rahmenhandlung lieber als gar keine Geschichte. Notfalls interpretier ich halt was in die Spielwelt und ihre Bewohner hinein.5. Dezember 2013 um 10:48 #1166123
ChrisKongTeilnehmer@DGS Was genau erhoffst du dir jetzt für eine Antwort? Verstehe nicht ganz den Sinn deiner Fragerei. Der Sebomat hat doch ziemlich klar gemacht, worauf er hinauswill. Was du jetzt zu einer Geschichte rechnest, was nicht, ist doch unerheblich, gehört ja schliesslich alles dazu und die Grenzen sind ja auch oftmals fliessend. Da braucht man nicht gross zu trennen. Nervig wirds lediglich dann, wenn das Spielgeschehen pausenlos von Cutscenes unterbrochen wird, das ist jetzt auch nicht so mein Fall, hats zuviel davon, dann schau ich lieber einen Film. Dass du ein grosser MGS Fan bist, wissen wir ja, also stellt sich dir die Frage nach viel oder wenig Story gar nicht.
Was war nochmals die Frage?^^5. Dezember 2013 um 11:09 #1166124
DGSTeilnehmer@CK… da geht es uns ganz ähnlich!? Darum überging ich dich dein Kommentar… stört dich das!? Du unterstellst mir Befangenheit, weil ich gern Metal Gear Solid spiele und versuchst zu relativieren bzw. verallgemeinerst, indem du behauptest, dass der Großteil der Schreiberlinge im Videospielsektor nichts drauf hat… was hat das jetzt mit meiner Fragestellung/ Feststellung zu tun!?
Und die Antwort hab ich mit einem simplen Beispiel doch schon geliefert. Die Qualität eines Titels kann weder auf die Quantität einer Handlung, noch auf die Stilelemente, welche zum Einsatz kommen, reduziert werden… !?
5. Dezember 2013 um 11:30 #1166125
ChrisKongTeilnehmerNein, aber zu irgend neuen Erkenntnissen solle eine Diskussion ja führen, und das kam halt so rüber, die Fragestellung in Frage zu stellen (normalerweise mein Fachgebiet) oder halt mit einer Gegenfrage wiederholt zu antworten. Glaube aber die Intention des Threadstellers war eine andere. Klar, versteh schon was du meinst, auf was sich die Story Allergie beim Sebomat genau bezieht.
Die Befangenheit, das hast du gesagt. Aber ist ja wohl logisch, dass man mit gewissen Präferenzen halt einen anderen Blick dafür hat als ohne. Ich blende mein Filmwissen bei Videospielen deswegen auch nicht weg und vergleiche.5. Dezember 2013 um 15:19 #1166126
DGSTeilnehmerIch habe das eigentliche Thema nie aus den Augen verloren. Ganz im Gegenteil, meine Anregungen sollten die Diskussion in eine vorurteilsfreie Richtung lenken. Vor allem weil mir das Thema ebenfalls am Herzen liegt. Aber wenn es der “nur Mario, Zelda, Mega Man und Street Fighter sind echte Spiele”-Fraktion, in diesem Thread darum gehen sollte, Spiele wie The Stanley Parabel oder Journey, als solche zu disqualifizieren, dann wird’s doch erst recht langweilig und extrem einseitig? Ich glaube einfach, dass man die steigende Quantität oder Komplexität der Handlung in Videospielen, nicht mit dem Verlust von “Videospiel-Qualität” gleichsetzten sollte… die genannten Beispiele weiter oben bzw. erste Seite, sowie Ravingrabbid’s Aussagen zum Rollenspielegenre, beweisen doch genau das Gegenteil!?
5. Dezember 2013 um 15:32 #1166127
captain carotTeilnehmerDas stimmt auch alles soweit. Eine gute Story an sich schadet nicht. Eas gibt aber genug Spiele, die vor lauter Story das Spiel aus dem Auge verlieren.Außerdem erspielt man sich ggf. auch einen großen Teil der Handlung, was ich persönlich klar gegenüber endlosen Cutscenes bevorzuge.
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.



