Filmkritik: The Name of the Game

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Dieser Artikel stammt aus der M! 350 (November 2022).

MERING • Mit ”The King of Kong” (2007), ”Indie Game: The Movie” (2012), ­”Minecraft: The Story of Mojang” (2012), ”Atari: Game Over” (2014), ”Nintendo Quest” (2015), ”Console Wars” (2020), ”High Score” (2020) und ”GoldenEra” (2022) erschienen in den letzten 15 Jahren einige wirklich gute Dokumentationen rund ums Thema Videospiele. Ein weiterer Geheimtipp aus dieser Kategorie feiert nun bei Netflix sein Streaming-Debüt. ”The Name of the Game” (2018) skizziert die wilde Entstehungsgeschichte des vorerst letzten Arcade-Spiels des finnischen Traditions-Entwicklers Housemarque.

Vom Aufkeimen der ersten Idee im Jahr 2014 bis hin zum finalen Release am 20. Juni 2017 für PS4 und PC erlebt der Zuschauer alle Höhen und Tiefen des Projekts hautnah mit und schaut vor allem Spieldirektor Harry Krueger, Community Manager ­Tommaso de Benetti, ­Publishing-Leiter Mikael Haveri, Firmenchef Ilari Kuittinen und Arcade-Legende Eugene Jarvis über die Schultern. Wer Jarvis nicht kennt: Der Kalifornier gilt als Erfinder von Arcade-Hits wie Defender und Robotron: 2084 und wurde aktiv in die Entwicklung des neuen Twinstick-Shooters eingebunden. Besonderes Augenmerk schenken die Regisseure Paul J. Vogel und Jarno Elonen dabei der über Tage andauernden Namensfindung des Spiels (das später Nex ­Machina getauft wird), dem von Jarvis geplanten Arcade-Automaten, der engen Kooperation zwischen ­Housemarque und Sony sowie geplatzten und nicht geplatzten Messeterminen. Das knapp 96-minütige Ergebnis fühlt sich authentisch an, gewährt spannende, aber auch entzaubernde Blicke hinter die Kulissen und scheut sich zu keiner Zeit, Problem­themen aufzugreifen. Zitat Krueger: ”Ich war noch nie so müde, aber auch noch nie so glücklich.”