Quantic Dream: “Gebrauchtkäufer haben uns 10 Millionen Euro geraubt”

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Über die Bedrohung durch den Verkauf von Gebrauchtspielen haben schon allerlei Firmen und Entwickler geklagt, doch im Interview mit GamesIndustry drückt der der Quantic-Dream-CEO Guillaume de Fondaumiere ganz besonders auf die Tränendrüse.

Denn laut seiner Aussage wären vom Krimi-Psychothriller-Charakterstudio-Epos Heavy Rain bislang etwa zwei Millionen Exemplare verkauft worden, den freigeschalteten Trophäen zufolge hätten es aber mehr als drei Millionen Leute bereits gespielt. Daraus folgert er, dass mehr als eine Million Menschen sein Spiel besitzen würden, ohne dass er von ihnen auch nur einen Cent bekommen hätte – grob kalkuliert hätte Quantic Dream also fünf bis zehn Millionen Euro an Lizeneinnahmen wegen des Gebrauchtmarkts nicht bekommen.

Immerhin schiebt er den schwarzen Peter nicht allein den Spielern zu, denn ursächlich dafür sei dann doch die Rezession, die allerorts Sparzwänge ausgelöst habe.

Nun ist es trotzdem eine gewagte Behauptung, Konsolenspieler hätten vor 2008 immer alles oder zumindest viel mehr neu gekauft – bei Activision etwa scheint man keine Probleme zu haben, die Spitzentitel zum Vollpreis an den Mann zu bringen. Und bei Quantic Dreams sollte man vielleicht eher drüber nachdenken, ob es nicht einfach eine doofe Idee war, eine irrelevante Move-Fassung von Heavy Rain zu schnitzen statt weiter auf kaufpflichtige DLC-Episoden zu setzen, die tatsächlich jemand interessiert hätten…

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Orrpus
14. September 2011 16:13

Hmmm… irgendwie liest sich das hier ganz anders und reißerischer als anderswo. Oder warum wurde der Teil weggelassen, dass Herr Guillaume der Meinung ist, Spiele seien vermutlich zu teuer, die Rezession sei Schuld an steigenden Gebrauchtkäufen und man müsse gemeinschaftlich eine Lösung finden?Ich kann mir kaum vorstellen, dass er tatsächlich gesagt hat, Gebrauchtkäufer hätten 10 Millionen Euro geraubt. http://www.eurogamer.de/articles/2011-09-12-quantic-dream-gebrauchtverkaufe-von-heavy-rain-kosteten-uns-10-mio-euro

tetsuo01
14. September 2011 12:31

Und eben wegen oben genanntem Sony sponsoring wird es wohl nie für die Xbox360 kommen. Gleiches gillt übrigens auch für Yakuza von Sega…

Lord Raptor
14. September 2011 12:00

Anstatt der dämlichen Move-Umsetzung, hätten sie es lieber auch für Xbox rausbringen sollen. Dann gäbe es bestimmt mehr Umsatz. Ich hab’s mir damals auch nur von ner Freundin ausgeliehen, da ich zur Zeit kein Geld hatte und hab’s in einem Rutsch durchgespielt.Aber ich werde es mir irgendwann noch kaufen.

captain carot
14. September 2011 11:25

: Für Quantic Dreams war das Risiko mit Sonysponsoring wohl nicht so viel größer!Dass Studios wie etwa DICE oder Bioware von großen Publishern aufgekauft werden oder Bungie so eng mit Activision zusammenarbeitet liegt letztendlich auch an den gle

Funatic
14. September 2011 11:01

hätte quantic dreams statt der zappel umsetzung für move noch 2-3 neue DLCs nachgelegt (stoff dazu wär aufjedenfall vorhanden) hätten vielleicht auch weniger leute ihr spiel verkauft. wenn ich nämlich 25 euro in dlcs stecke ist die gefahr das ich das hauptspiel (ohne das ich die dlcs nicht spielen kann) verkaufe um einiges geringer. so ist das spiel hat nichts weiter als ein langer film mit interaktiven elementen und schreit förmlich danach nach einmaligen durchzocken verkauft zu werden.

tetsuo01
14. September 2011 10:23

Für DICE als Tochtergesellschaft von EA ist das Finanziell aber weniger problematisch als für einen unabhängigen Entwickler wie Quantic Dreams…

STF
STF
14. September 2011 10:03

@ captain carot:Schön auf den Punkt gebracht!

captain carot
14. September 2011 8:07

: In dem Fall ist der Entwickler allerdings völlig selbst schuld.Dann muss ich mein Produkt so konzipieren, dass es entweder mehr Menschen anspricht oder aber durch geringeren Preis etc. überzeugt.Wenn ich am Hauptmarkt vorbei entwickle trage ich n

SideScroller
14. September 2011 1:28

Das ihm der Gebrauchtmarkt Einnahmen verwehrt ist klar, aber seinen Missmut Öffentlich kund tun? Ich glaube kaum das er sich damit einen Gefallen getan hat.Zu Heavy Rain: Ich find’s toll, jedoch bestand immer das Risiko das manche Spieler diesen Titelnicht als vollwertiges Spiel betrachten werden. Und sich den Titel dann nur gebraucht kaufen oder ausleihen, usw. was sich dann natürlich in Verkaufszahlen wiederspiegelt. Ich hoffe nur das dies Quantic Dream nicht den Mut zur Innovation raubt, weil 0815-Konzepte vielleicht doch für besser rentieren.

Saldek
13. September 2011 23:35

Man muss ihm aber zugute halten dass Heavy Rain besonders vom Gebrauchtwaren-Handel betroffen war.Überall konnte man lesen “”Tolles Spiel aber ausleihen oder günstig gebraucht holen reicht””. Vor allem wegen der kurzen Spielzeit und dem Film-Charakter.Der Hersteller selbst hatte damals ja gesagt, Heavy Rain soll nicht wiederholt durchgespielt werden.

Vreen
13. September 2011 20:40

was beschwert der sich überhaupt? verglichen mit den computerspiel-hochzeiten anfang der 90er, kaufen die topspiele heute echt viele leute.

Mayhem
13. September 2011 20:13

Der arme Mann!!! Das ist wohl ein Problem der gesammten Gesellschaft, das man mit nichts zufrieden ist und immer mehr haben will!!!

Vreen
13. September 2011 19:54

diese armen Menschen…

Morolas
13. September 2011 19:21

@funaticDer gag von GrimMonolith liegt eben genau darin, das sie sich zeit lassen.Ich finde es gut das sie sich Zeit lassen.Nur wenn das game dann flopt ist es aus, mit ihnen.

buddy4all
13. September 2011 19:09

Das Geldfieber greift mal wieder um sich. Aussicht auf Heilung? In der heutigen Zeit leider ausgeschlossen…

Funatic
13. September 2011 18:45

@GrimMonolith 1999 nomad soul2005 fahrenheit2010 heavy raindie jungs machen es halt ein bissel wie blizzard und lassen sich zeit mit ihren games. verstehe also nicht wo der “”gag”” in deiner aussage ist.

Equipo
13. September 2011 18:23

“”Und bei Quantic Dreams sollte man vielleicht eher drüber nachdenken, ob es nicht einfach eine doofe Idee war, eine irrelevante Move-Fassung von Heavy Rain zu schnitzen statt weiter auf kaufpflichtige DLC-Episoden zu setzen, die tatsächlich jemand interessiert hätten…””Tja, nur das Sony das so wollte. 🙂

fragkill
13. September 2011 18:22

Geldgeiler Froschfresser! Beweg besser mal deinen faulen CEO Hintern und produziere Spiele anstatt so einen Müll zu labern! PS: Früher war alles besser! 😉

Saldek
13. September 2011 18:06

Quantic Dreams ist ein tolles Studio. Bitte mehr solche ambitionierten Firmen. Und ein Nomad Sould 2.Trotzdem: der Kommentar ist Unsinn.Beschwert sich BMW, Citroen oder Audi denn wenn ich meinen Neuwagen verkaufe??

Seska1973
13. September 2011 17:24

Jemand sollte ihn erklären, was “”geraubt”” oder “”verloren”” oder “”entgangen”” bedeutet…Ach, und sein Schwarz Weiss denken, ist sowas von EA.. Huch!!

SxyxS
13. September 2011 17:19

@tetsuoEndlich mal eine sachliche Abhandlung zu diesem Thema.Da der Beitrag aus einem Magazin für Online Spiele kommt sind meine Vorurteile auch gleich alle bestätigt worden.

tetsuo01
13. September 2011 16:08
Hitokiri
13. September 2011 15:50

@ SxyxS : Die Klopapierindustrie ist ja mit solchen Kack-Business-Modelen schon lange profitabel am Markt, da will die Videospielindustrie natürlich nicht hinten anstehen. ^_^

SxyxS
13. September 2011 15:36

@hitokiridank einer einstweiligen Verfügung der Klopapierhersteller ist mir das untersagt worden.Die sind da schon wesentlich weiter als die Gaming Industrie-starke Lobby-Arbeit nehme ich mal an.

Hitokiri
13. September 2011 15:29

@ SxyxS: Wie jetzt?? Wäscht du dein Klopapier nicht um es weiter zu verkaufen? :PAbgesehen davon… der Terminus “”rauben”” impliziert, dass etwas gewaltsam im Beisein des “”Opfers”” entwendet wurde. Ich glaube kaum dass der Herr CEO bei jedem verkauften Spie

pwndius_pilatus
13. September 2011 15:24

Ich schick ihm ein Päckchen Taschentücher…

Bodenpower
13. September 2011 15:19

ich sag nur eins : shit happens

SxyxS
13. September 2011 13:30

VW-Gebrauchtwagenkäufer haben uns 100 mrd geraubt.MAN!AC-Gebrauchtmagazinleser haben uns 50cent geraubt.Klopapierhersteller???-Wir haben Glück gehabt.Keine Probleme mit dem 2nd Hand-markt.

Bravopunk
13. September 2011 13:27

Milchmädchenrechnung monsieur Fondaumier.

captain carot
13. September 2011 13:17

Das ist eigentlich schon garnicht mehr diskussionswürdig.Den Gebrauchtmarkt gab´s früher genauso. Nur war es früher mehr Schulhofhandel, Verkauf und Tausch unter Freunden usw.Die Gebrauchtläden sind erst in den späten Neunzigern so richtig aufgekommen, ebay und Co. ebenfalls, beides ist einfach offensichtlicher und öffentlicher als früher.Dazu kommen die “”Überwachungsmöglichkeiten”” selbst anonymisierter Nutzerdaten, die den Herstellern mittlerweile genaue Infos bieten.Nur übersehen die Studios und Publisher, weil sie zu sehr auf vermeintlich entgangene Einnahmen schielen, viele kleine Details.