Elite: Dangerous – im Test (XOne)

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Es war einmal im Jahre 1984, als das digitale Meisterwerk Elite nicht nur den künftigen Begriff ”Open World” prägte, sondern auch Abertausende 8-Bit-Zocker nächtelang an den Bildschirm bannte. Nun tritt mit Elite Dangerous bereits der vierte Teil der Reihe das schwere Erbe an. Schon seit Dezember 2014 für PC-Piloten erhältlich, gelangt das Weltall-Epos endlich ins Xbox-Universum. Sieht man von der modernisierten Optik ab, finden sich erstaunlich viele Parallelen zum Erstling. Denn an Bord Eures eigenen Raumschiffs und mit ein paar Credits in der Tasche beginnt Euer Abenteuer. Was zu tun ist? Das liegt komplett bei Euch, denn das Spiel nimmt Euch nicht an der Hand und besitzt auch keine Kampagne oder Story-Missionen. Bei den ersten zaghaften Reisen durchs All geht es zunächst darum, sich mit den Schiffssystemen und der Docking-Prozedur an Raumstationen vertraut zu machen. Letztere dienen schließlich als sicherer Hafen, Handelsplattform und Ersatzteillager – genau wie schon in Teil 1. Von hier aus startet Ihr Eure Entdeckertouren, Handelsrouten und Kopfgeldaufträge.

Doch die große Frage lautet: Womit anfangen? Schon zu Spielbeginn gibt es keinerlei Einschränkungen – die gigantische Galaxie mit ihren 400 Milliarden Sonnensystemen samt Planeten und Asteroidenfeldern steht Euch offen. Interstellare Reisen sind denkbar simpel: Nach Programmierung eines benachbarten Zielorts per Galaxiekarte aktiviert Ihr den Frameshift-Antrieb, mit dem Ihr per Hyperraumsprung ins betreffende Planetensystem hüpft. Dann nutzt Ihr den Überlichtantrieb, um Euch Himmelsobjekten und Stationen zu nähern. Mittels Manövrierantrieb positioniert Ihr schließlich Euren Gleiter korrekt zum Docking-Manöver.

Auf diese Weise besteht Ihr erste Transportaufträge oder bringt Fracht in umliegende Sonnensysteme. Dabei besitzt jedes von ihnen ein Wirtschaftssystem mit unterschiedlichen Marktpreisen. Ergo seid Ihr immer auf der Jagd nach der profitabelsten Route, um Dutzende verschiedener Waren zu transportieren. Vorsicht: Güter wie Drogen, Waffen oder Sklaven sind in einigen Systemen illegal, weshalb Ihr dort besser an unbewachten Außenposten handeln solltet. Oder Ihr steht auf Risiko und lasst Euch unerkannt mit abgeschalteten Triebwerken in große Stationen treiben, um den aggressiven, weil ballerfreudigen Ordnungshütern zu entgehen. Unterm Strich erweist sich Handel als unspektakuläre, aber sichere Einkommensquelle. Schließlich dreht sich auch im Kosmos alles ums liebe Geld. Nur damit erwerbt Ihr neue Schiffsmodelle, die schneller und weiter fliegen. Ebenso stattet Ihr Euer Vehikel mit Modulen für neue Einsatzzwecke aus, vorausgesetzt Ihr habt genug interne und externe Slots an Bord.

Mit der richtigen Ausrüstung geht es auch auf Kopfgeldjagd, denn Raumpiraten tummeln sich überall in den Weiten des Alls. Die Bösewichte finden sich in markierten Krisengebieten oder fangen Euch während Eurer Reisen unvermittelt ab – aktiviert fix Eure primären wie sekundären Waffensysteme und heizt den Burschen mit Pulslaser, MG, Torpedos oder Raketen ein! Im direkten Raumduell manövriert Ihr Gegner aus und haltet sie im Zielvisier. Jedoch gibt es mit der Controller-Steuerung ein kleines Problem: Das eigene Schiff besitzt nämlich sechs Bewegungs- und Rotationsachsen. Per Analogsticks sowie LT und RT habt Ihr jedoch nur maximal fünf davon unter Kontrolle. Dummerweise lassen sich Steuerkreuz oder andere Tasten nicht zum Manövrieren konfigurieren. Notgedrungen schaltet Ihr im laufenden Spiel ständig zwischen normaler und alternativer Steuermethode hin und her. Optimal ist das nicht. Ebenso überfordern Euch mehrfach belegte Tasten, bei denen Ihr Euch auch nach vielen Spielstunden noch fragt, wie Ihr zum Beispiel das Fahrwerk ausfahrt oder die Radarreichweite vergrößert.

Kurzum erfordern Kämpfe viel Übung und Erfahrung. Eine weitere Einschränkung betrifft zudem jeden Elite-Piloten: Ihr seid auf eine frei drehbare Cockpit-Sicht limitiert. Für eine Außenperspektive sendet Ihr eine lahme Kameradrohne aus, die im Gefecht aber nur Nachteile bringt. Zudem müsst Ihr nicht nur den dreidimensionalen Radar, sondern auch Hitzeentwicklung, Schilde und Rumpf im Blick behalten – allzu schnell droht der Bildschirmtod, woraufhin Ihr zur letzten Station zurückbefördert werdet. Mit genug Geld erhaltet Ihr auch Euer zerstörtes Schiff wieder zurück. Seid also stets wachsam, denn dank Online-Pflicht könnt Ihr jederzeit anderen Spielern begegnen, die sich vielleicht aggressiv verhalten und Eure Fracht und Euren Tod wollen – oder aber auch nur eine kleine Plauderei per Chat.

Wer auf mehr Action aus ist, liefert sich im ”CQC”-Modus Gefechte mit bis zu acht Online-Spielern. Mit Abschüssen erhaltet Ihr höhere Ränge, um Schiffe sowie Waffen freizuschalten. ”CQC” läuft unabhängig vom Hauptspiel.

Die meisten Elite-Spieler werden sich jedoch den friedlichen Beschäftigungen hingeben. Denn letztlich belohnt das Spiel vor allem Forschernaturen. Mit verbessertem Antrieb und Scanner erkundet Ihr die Geheimnisse der Milchstraße, entdeckt Planeten und genießt die galaktische Aussicht. All das bewundert Ihr in flüssiger Optik mit 1080p-Auflösung und voluminösen Soundeffekten. Nur gelegentlich gibt es Tearing-Effekte.

Thomas Stuchlik meint: Böse Zungen behaupten, dass Dangerous nichts weiter als eine Transportsimulation im Weltall ist. Das lässt sich schwer bestreiten, tut dem Spiel aber unrecht. Klar geht die meiste Spielzeit für Reisen und Pendelrouten drauf, doch unsere Milchstraße ist nun mal ein gigantisches Areal. Und gleichzeitig auch ein Abenteuer-Spielplatz voller Geheimnisse. Vorrangig sucht Ihr immer nach neuen Wegen, Geld zu machen. Ausgiebiges Handeln ist dabei Pflicht. Spannung kommt nur selten auf, denn sporadische Kämpfe gegen Piraten oder der ”CQC”-Modus sind nur kurze Adrenalin-Trips. Auch der quälende Tutorial-Einstieg fordert viel Geduld und Lernwillen. Vor allem, da die komplexe Pad-Steuerung dank Mehrfachbelegung völlig überfrachtet ist. Und dennoch: Das Spiel lebt vom Reiz des Unbekannten und weckt den Forscher in Euch. Damit teilt es die Essenz des Ur-Elite – und genau dafür liebe ich es!

+ absurd großes Spielgebiet erstreckt sich über 100.000 Lichtjahre
+ völlige spielerische Freiheit
+ zahlreiche Tätigkeiten möglich

– kann ungeduldige Spieler schnell langweilen
– keine Story-Kampagne enthalten
– viel Reisen, wenig Action

Epische Weltall-Erkundung für einarbeitungswillige Raumfahrer.

Singleplayer8
Multiplayer
Grafik
Sound
MontyRunner
I, MANIAC
MontyRunner

Danke 🙂 Man sollte immer die passende Kleidung an haben. Seit der Wichtel läuft, ist ein Hauch Weihnachten in der Luft.

SonicFanNerd
Moderator
SonicFanNerd

Ah, ok.Danke für die Antworten. Und Monty:Dein neues Avatarbild ist top. Passt so schön in die Zeit. 🙂

MontyRunner
I, MANIAC
MontyRunner

Mit nem Pad. Das war recht komplex und für mich wenig intuitiv. Irgendwann konnte ich erfolgreich einige statische Ziele anfliegen und wegpusten. Aber ich hatte dann trotz kleiner Erfolgserlebnisse abgebrochen, weil ich auf keinen Fall wollte, dass ich richtig Lust auf das Spiel bekomme 😉

stefanstick
I, MANIAC
stefanstick

Ich habe es in der Preview Aktion auf der Xbox One mit dem Gamepad angespielt.

SonicFanNerd
Moderator
SonicFanNerd

@ stefanstick und MontyHabt ihr die Steuerung auf Konsole getestet (sprich mit nem Gamepad)? Oder habt ihr die Maus+Tastatursteuerung testen können?

stefanstick
I, MANIAC
stefanstick

Zu Privateer;s Zeiten gab es ja auch noch einen Flightstick.Aber die Vorstellung irgendwo andere Spieler zu treffen ist schon genial.

SonicFanNerd
Moderator
SonicFanNerd

Also auch wenn es dann wohl nicht mit Privateer vergleichbar ist ( ;P ), werd ich das auf meinem Schirm halten.Ich warte aber bis zum PS4-Release, wenn der denn kommt.Ansonsten würd ich wohl auf den Rechenknecht ausweichen, es sei denn bis dahin hat sich eine XB1 hier in den Konsolenzoo verirrt. 🙂

MontyRunner
I, MANIAC
MontyRunner

Jupp, die Steuerung haut rein. Habe mich eine Stunde lang mit der Demo “”herumegeplagt””. Auch dafür muss man viel Zeit aufwenden.

stefanstick
I, MANIAC
stefanstick

Privateer war natürlich ein Spitzenspiel, welches ich auch viel gespielt habe. Bei diesem Elite hier finde ich die Steuerung etwas arg schwierig.

Flammuss
I, MANIAC
Flammuss

Ja das mit der fehlenden Zeit ist so eine Sache. Was mich dann meist vom weiterspielen abhält, wenn ich z.B. drei/vier Wochen nicht gespielt habe, fehlt mir meistens die Motivation mich wieder rein zu fuchsen, also die Steuerung wieder zu lernen, zu schauen wo ich in der Kampagne war, was ich noch so alles sammeln muss… Dann landet meist doch wieder Fifa oder ein Shooter im Laufwerk.

Insanity
I, MANIAC
Insanity

Das klingt ja schon alles sehr interessant, aber mir geht es da wohl genau wie Monty – es fehlt einfach irgendwie die Zeit. Und mit weniger Zeit geht dann auch irgendwann die Motivation flöten, wenn es keine packende Geschichte gibt. Damit werd ich wohl eher auf Elite verzichten, obwohl es mich prinzipiell schon reizt.

captain carot
I, MANIAC
captain carot

[quote=MontyRunner]

Ich kann mir vorstellen, dass man in dieses Game richtig abtauchen und viele gute Stunden haben kann. Das erste Elite war damals richtig geil. Nur wer hat die Zeit dafür übrig? Gamerstress lass nach.

[/quote]Das könnte man wohl auch bei No Mans Sky fragen. ^^Momentan auch ein gewisser Hemmschuh. Interesse hätt ich zwar, aber die nächste Zeit kommen so viele Zeitfresser auf mich zu…@Igel:Elite ist mit Elite vergleichbar. :-p Anders als bei Privateer geht es primär ums Geld verdienen, womit du handelst und wo hat aber massive Auswirkungen auf dein Spielgefühl.Das gilt auch für Nebentätigkeiten. Ob du Piraten jagst oder sogar eher vor Konflikten flüchtest ist dir überlassen.Btw., Elite Dangerous ist zeitexklusiv. Also der gleiche Quark wie bei RoTR oder No Mans Sky. Ein Release Datum gibt es allerdings noch nicht.Das Spiel soll auch nach und nach noch erweitert werden. U.a. fehlen wohl noch first person Abschnitte außerhalb des eigenen Schiffs.

SonicFanNerd
Moderator
SonicFanNerd

Elite ist bei mir auch oben auf der Warteliste für die PS4.Ist das eigentlich mit Privateer vergleichbar? Das hab ich damals ziemlich gesuchtet.Ach und Stichwort Playstation 4:Gibt es da inzwischen einen offiziellen Release-Termin?

Gast

“”Elite”” habe ich damals begeistert etliche Stunden auf dem C=64 gespielt, oft lief “”2001: Odyssee im Weltraum”” im Hintergrund. :-)Ich warte allerdings noch, bis das Spiel auf der PS4 erschienen ist. Eventuell liefert diese Version ja Verbesserungen oder die One-Version ist bis dahin im Preis gesunken. Die Qual der Wahl… ^^

MontyRunner
I, MANIAC
MontyRunner

Ich kann mir vorstellen, dass man in dieses Game richtig abtauchen und viele gute Stunden haben kann. Das erste Elite war damals richtig geil. Nur wer hat die Zeit dafür übrig? Gamerstress lass nach.