Ghost of a Tale – im Test (PS4)

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So wenig hilfsbereit Ghost of a Tale beim Suchen von Auftragszielen ist, so verzeihend ist das Schleich-Spielsystem: Die Wachen schlagen niemals Alarm, verlieren meist nach wenigen Metern das Interesse an Euch und sind viel langsamer. Zudem könnt Ihr jederzeit in ein Versteck schlüpfen, wenn die Sichtlinie zwischen Eurer Maus und den Ratten­wachen kurz unterbrochen ist. Im Versteck wird dann gespeichert und schon nach Sekunden schlüpft Ihr heraus und könnt einen Diebstahl-Versuch oder einen Sprint über den Burghof erneut probieren. Das Vorankommen in der Welt ist stimmig und motivierend: Anfangs versucht Ihr nur, aus dem Kerker zu entkommen, sucht Schlüssel und habt richtig Bammel vor den Wächtern – selbst eine geworfene Flasche an den Kopf knockt sie nur kurz aus.

Dann jedoch erschließt Ihr Euch langsam die ganze Burg­anlage: Ihr entdeckt Geheim­gänge und Abkürzungen, erfüllt Nebenaufträge von Mitgefangenen, findet Dutzende Verstecke und stibitzt reichlich Energie spendendes ­Essen. Immer seid Ihr den Ratten den entscheidenden Schritt voraus, narrt die tumben Burschen, klaut ihnen einen Zellenschlüssel vom Gürtel, gelangt vom Burghof über den Garten zum höchsten Turm, findet einen Weg durch die Kanalisation oder den Geheim­zugang zur Waffenkammer.

Tilo kann normal laufen, schleichen (weniger Lärm) und sprinten (kostet Ausdauer), explosive Tannenzapfen oder Flaschen werfen. In den Truhen und dunklen Ecken der Festung findet er zig Kostüme – viele sehen drollig aus, verändern seine Statuswerte, mit einem kompletten Rüstungsset kann er gar unerkannt als ­Wache herumstapfen. Und ein paar ­Spezialfähigkeiten gibt es auch – ein siebter Sinn markiert plünderbare Kisten, ein anderes Talent erlaubt, die Bewegungen von Wachen durch Wände zu erahnen.

Die meisten Aufträge in Burg Dieruin sind optional – Ihr erfüllt sie aber gern, weil die Interaktion mit den Figuren Laune macht. Obwohl nicht immer klar ist, wem Ihr trauen könnt, sind die teils tragischen Geschichten der NPCs die Mühe Wert. Auch das optionale Sammeln von in der Burg versteckten Rosen gehört dazu. Das Erstaunliche: Die kleinen Storys interessieren und berühren ganz ohne vertonte Dialoge – daran merkt man, dass sie gut geschrieben sind!

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ChrisKong
17. Mai 2019 16:29

Nager scheinen im Trend zu sein (Plague Tale).

Lincoln_Hawk
15. Mai 2019 15:40

Das hört man immer wieder
Aber das ist mir egal solange retail spiele erscheinen entscheide ich mich zwischen diesen ich muss dann halt nicht alles haben oder als erster
Ganz so schlimm mit den disc Versionen istces ja nun auch nicht sicherlich ein Patch muss sein das ist Standard aber alle games benötigen den auch nicht und ich muss es haptisch besitzen
Diesen download für spiele mach ich so nicht mit ich bin noch nicht soweit und das ist gut so?

MadMacs
15. Mai 2019 9:55

Ich hatte mir das Spiel schon vor geraumer Zeit vorgemerkt. Erfreulich dass es so gut geworden ist.

Zerodjin
14. Mai 2019 23:05

Mir gefällt die Kombination aus anthropomorphen Lebewesen und fantastischem Mittelaltersetting, sehr interessant, sehr sympathisch… und freue mich das man so überrascht werden kann…

Lando
14. Mai 2019 22:10

Da hast du auch wieder Recht. Auf einem Datenträger befindet sich heutzutage nur noch, könnte man meinen, der „Zugang“ zum obligatorischen Day-One-Patch. Vorbei sind die Zeiten bebilderter Anleitungen und „vollständiger“ Games auf Disc bzw. Cartridge. Und wie man am Shop der Nintendo Wii feststellen kann, werden die Download-Server auch nicht so schnell heruntergefahren; einmal gekaufte Software kann dort tatsächlich nach wie vor gedownloaded werden.

Ich werd’s mir überlegen. Vielleicht wird’s wirklich langsam Zeit, zu „digitalisieren“. 😉

14. Mai 2019 20:58

Da Retails heute fast ausschließlich unvollständig sind und man meist ohnehin Patche laden muss, sollten alle Interessenten einfach jetzt schon digital zugreifen, den
1. ob die Retail kommt, steht in den Sternen und hängt weiterhin von
2. davon ab, dass sich das Spiel überhaupt mal verkauft. etwas, das gerade für ein kleines Studio über alles entscheiden kann. 😉

Ansonsten würde es mich auch interessieren, aber ich nehme Abstand, da ich wenn überhaupt nur am Wochenende zum Zocken komme und wenn ich dann nach ner Woche schon nicht mehr durchblicke, dann lohnt es einfach nicht. Schade drum. Wieso konnte man nicht einfach den anderen Weg gehen: Alle Hilfen sind default off, lassen sich aber hinzuschalten?

Lando
14. Mai 2019 17:19

Gibt es nicht als Retail? Schade.

Lincoln_Hawk
14. Mai 2019 15:10

Ich hoffe das es noch einen publisher findet für eine retail version und nicht so lange dauert wie bsp hellblade. ..

dasRob
14. Mai 2019 14:01

Hab mir letztens n Trailer angeguckt, da ich gesehen hatte, dass ein Freund es spielt und wissen wollte, was das ist. Der Trailer endet mit “Coming to Xbox in 2015”. Da hat wohl irgendetwas nicht ganz hingehauen 😉

Sieht auf jeden Fall ganz charmant aus. Kommt schonmal auf den imaginären Stapel der Schande.

SonicFanNerd
14. Mai 2019 13:54

Hab ich ebenfalls seit Release (PC) auf dem Zettel.
Aber der Stapel ist viel zu hoch.
Wird also irgendwann nachgeholt.

Bort1978
14. Mai 2019 13:40

Das klingt alles äußerst vielversprechend. Wird auf jeden Fall mal bei Gelegenheit geholt.