Shadow of the Colossus – im Klassik-Test (PS2)

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Aber bevor Ihr den größten Gegnern im PS2-Kosmos Auge in Auge gegenübersteht, müsst Ihr erst einmal hinkommen. Aber wie bereist man eine Welt, die nur von Giganten bevölkert wird und in der man selbst für den Weg zum Tabakladen an der Ecke drei Tagesmärsche braucht? Abhilfe schafft Euer Freund, das Pferd: Das brave Tier begleitet Euch von Anfang an und trägt Euch mehr oder weniger willig von einem Koloss zum nächsten. Zwar verhält sich Euer Freund mitunter ganz schön bockig (hat wohl ein Maultier im Stammbaum), aber auf seinem Rücken reist es sich gleich dreimal so schnell: Vom langsamen Trab bis hin zum rasenden Galopp beherrscht Euer Gefährte alle Tempi, die ein Pferd von Videospiel- welt braucht, um seinen Reiter sicher ins Ziel zu bringen oder mit ihm bei allzu arger Bedrängnis blitzschnell davon zu preschen – treibt es einfach mit der X-Taste so lange an, bis es in die gewünschte Gangart verfällt. Außerdem dürft Ihr noch während des Ritts Euren Bogen spannen, um Eure Widersacher dann gemütlich vom Pferderücken aus mit Pfeilen zu spicken. Die meisten Kolosse haben für Euren Zahnstocher zwar bestenfalls ein müdes Schnauben übrig – aber immerhin erregt es ihre Aufmerksamkeit. Außerdem hat jeder Riese seine Achillesferse, und den einen oder anderen bringt Ihr durch einen Schuss in dieselbe sogar zum Sturz.

Und wo wir schon mal bei Euren Waffen sind: Außer dem bereits zitierten Flitzebogen hat Euer Anime-Held das obligatorische Schwert im Gepäck. Und das taugt nicht nur als Koloss- Piekser das magische Mordwerk- zeug weist Euch außerdem den Weg zu Eurem Bestimmungsort. Zieht Ihr die Klinge blank, reflektiert sie das Sonnenlicht, und wo immer sich die Lichtstrahlen bündeln, da stimmt die Reiserichtung! Und wer keine Aversion gegen die Schüttel- und Rüttelfunktion seines Pads hat, der lässt sich zusätzlich von feinen Vibrationssignalen leiten: Je näher Ihr dem Ziel seid, desto mehr rüttelt’s – vorausgesetzt, Ihr habt Euer Schwert gezückt und die Sonne lacht. Denn wo es kein Licht gibt, da kann auch nichts reflektiert werden. Trotzdem fällt die Reise nicht immer leicht: Berge, Täler, Schluchten, verwinkelte Felsenlabyrinthe, zugewucherte Höhlen, schmale Grate und leicht zu übersehende, schmale Passagen sorgen trotz aller Orientierungshilfen dafür, dass Ihr Euch manchmal hoffnungslos verfranst oder sogar den falschen Giganten-Hort erreicht. Ob Ihr auf Eurem Ritt das Fehlen von Bewohnern und normalem Gegner-Fußvolk als Fluch oder Segen empfindet, das müsst Ihr mit Euch ausmachen. Aber um es noch mal in aller Deutlichkeit zu sagen: Bis auf ein paar Flattermänner am Firmament herrscht gähnende Leere in dieser Welt.

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Nipponichi
19. August 2023 14:55

Ich habe noch für die PS3 die US-Version der Ico-Collection, bei der Shadow of the Colossus ja mit dabei ist. Außerdem das Remake für die PS4. Beide Versionen haben mir sehr gut gefallen. Ico natürlich auch.

Spacemoonkey
19. August 2023 9:32

hab nur das remake gespielt aber das liebe ich. bestimmt schon mindestens 5mal durch

Mayhem
18. August 2023 19:23

Ich fand es auch toll (Original und PS4 Fassung), aber ICO hat mir besser gefallen.

xarjaz
18. August 2023 12:44

Die Kritik an SotC ist natürlich sehr berechtigt, vor allem die bockige Kamera war ein Frustfaktor. Trotzdem hat mich SotC schon sehr beeindruckt. Es ist für mich auch heute noch eines der großen Höhepunkte auf der PS2. Es ist letzten Endes ein Puzzlespiel, und die Suche nach den Kolossen mit dem Lichtschwert ist Teil des Puzzles. Hat man den Gegner gefunden, fand ich die Kämpfe auch durchaus abwechslungsreich. Manchmal muss man die Arena mit einbeziehen, um den Boss zu besiegen, manchmal ist die größte Herausforderung, überhaupt auf den Koloss draufzukommen, manchmal geht es um die Route auf den Kopf und das Haushalten mit der Ausdauer beim Klettern, später von Zelda kopiert. Jedes Mal, wenn ich einen Koloss ohne Lösung oder ähnlichem besiegt hatte, hatte ich das gute Gefühl eines selbst gelösten Rätsels. Dazu die (für mich) tolle Atmosphäre. Ganz klar ein Muss für jeden Playstation-Zocker.

Rudi Ratlos
18. August 2023 10:03

Ein wenig wirkt es so, als wäre die PS2 mit den Ambitionen der Macher schlicht überfordert gewesen. Das Remake kam bei der M-Redaktion ja dann auch besser an, obwohl der spielerische Kern identisch ist. Hab es aber auch noch ungespielt rumliegen (jap. CE zusammen mit Ico)

captain carot
18. August 2023 9:04

Hab das Remaster irgendwann abgebrochen, SotC packt einen wohl entweder irgendwann oder es lässt einen kalt. Dabei finde ich es generell positiv, dass sich ein Spiel auch noch ‚Leerlauf‘ und ruhige Momente erlaubt statt nonstop zu versuchen, Reize zu setzen. Die eintönige Suche nach den Kolossen und das anschließende Bearbeiten vordefinierter Schwachstellen konnten mich aber gar nicht begeistern und atmosphärisch hat es mich nur sehr bedingt in seinen Bann gezogen.

SonicFanNerd
18. August 2023 0:18

Ico gehört ja zu meinen liebsten PS2-Gems, aber Shadow of the Colossus hab ich immer noch nicht gespielt.
Ich hab das PS3 Remaster und das PS4 Remake noch auf Halde…
Muss ich endlich mal nachholen …. und Trico (The Last Guardian) wartet auch noch … 😦

deRollEeinE
17. August 2023 23:01

Das Remaster gehört zu dem besten, was ich gespielt habe. Liebe das Spiel.

schweini
17. August 2023 20:57

Genauso wie bei der Nier Serie habe ich die Faszination beim Colossus nie nachvollziehen können – das rührt bei mir so garnix an…
Ein typisches Spiel das beim Zuschauen irgendwie interessant aussieht, beim Spielen jeglichen Reiz aber schnell verliert.

Max Snake
17. August 2023 20:13

Dank Michael Herde Geheimtipp Aussage zur Shadows of the Colossus (Man!ac DVD 13/2006), wollte ich selber erfahren. Die Steuerung ist aus heutigen Sicht anstrengend, die Aufgabe limitiert, trotzdem setzt ein Reiz die 16 Colossos zu töten.

Eins bleibt mir ins Gedächtnis aus Spoiler Gründen einblenden.

Spoiler

Achtung Spoiler!
Statt eine Jubeln setzte, weil ich Colossos getötet, fühle mich so schuldig. Die Kamera setzt weit weg, sehe wie der Colossos hin fallen, ein traurigen Musik spielt es. Was habe ich nur getan, so als ob ich ein armes Reh Geschosse.
Es war eine harmlose Riesen. Nach einige Zeit gewöhnt ich daran sämtlichen Bosse besiegen, spüre keine Emotionen an den. Der letzten Colossos war besiegt.

Die nächste Zeile steht jetzt über das Ende also Achtung zweite Spoiler.

Achtung nächste Spoiler!
Der Siegel ist gebrochen. Wird der Herr seine Geliebte wieder auferstanden, die sich im Tempel befindet? Aufeinmal kommen sämtliche Ritter mit Ihren Pferden. Sie wollen den Colossos – Täter aufhalten. Doch der verwandelt sich in große Schatten Monster. Ich kämpfte gegen die Ritter, doch ein Licht Strudel saugt mich und versuche zu entkommen. Der Tempel fängt an zu Beben und die Rittern fliehen davon. Aus der weiten Blickwinkel sieht das gesamte Landschaften, es stellt mir heraus, es war wie eine Gefängnis, damit das Monster versiegelt. Seine Geliebte ist aufgestanden, der Colossos Töter ist zur eine Baby verwandelt. Und das alles, um Sie wieder zu kriegen mit Konsequenz Ende.

Revan
17. August 2023 19:53

Wenn meine reale Welt so aussehen würde wie in Shadow of the Colossos, würde ich aber wirklich schnellstmöglich über einen Umzug nachdenken 🤪

ChrisKong
17. August 2023 17:18

Die Welt war so öde und leer, als wäre man auf einer Bühne mit Greenscreen. Dass das zur Atmo gehört, ist mir durchaus bewusst, aber ich fand das in einem Last Guardian einfach sehr viel besser umgesetzt. Das scheinbar sehr gelungene Remaster ist sicher eine Überlegung wert.

Omnibot
17. August 2023 16:06

Habe das Spiel nie selbst gespielt, aber damals meinem WG Genossen zugeschaut. Und was ich sah, hat mir gefallen. bis heute finde ich, sollte eine spielwelt aussehen, wie bei Shadow of the Colossus. Realistisch. und nicht wie bei all den anderen spielen, wo die welt wie ein vollgepackter rummelplatz daherkommt.