
Oh mein Gott, Blut klebt an meinen Händen! Ich gestehe, ich habe zahlreiche Wachen mit Pistole, Bolzen, Schwert und Geisterarmen um die Ecke gebracht. Und ja, ich hatte Spaß dabei! Schließlich geht es hier nur um ein Videospiel!
Und schon jetzt ist mir klar, dass die Arkane Studios einen der einfallsreichsten Level der letzten Videospielejahre gebaut haben. Wo sonst bewegt man sich durch das Anwesen eines pomadigen Erfinders, das sich mit Hebeln komplett verändern lässt? Räume verschwinden, Wände erheben sich oder senken sich in den Boden hinab, Treppen bauen sich auf, Schränke versinken in der Clockwork Mansion von Kirin Jindosh bekommt Levelerkundung eine ganz neue Bedeutung.
Doch immer der Reihe nach: Bethesda lud zum Dishonored 2-Anspiel nach Frankfurt, da sage ich nicht Nein. Emily und Corvo standen bereit, den aus Teil 1 bekannten Anton Sokolov zu retten und sich danach um den hochnäsigen Jindosh zu kümmern. Ich beendete die Mission mehrmals und entdeckte dabei immer neue Geheimnisse und Vorgehensweisen, um sich in dem veränderbaren Haus zu bewegen und den mechanischen Wächtern aus dem Weg zu gehen oder ihnen den Garaus zu machen. Mit Emilys Far Reach und Corvos Blink-Teleportation zwängte ich mich etwa durch Lücken, die beim Auslösen der Haus-Mechanismen entstehen, und gelangte so buchstäblich hinter die Kulissen. Dort schlich ich weitgehend unbemerkt durch die Stockwerke und hörte dabei dem genervten Jindosh zu. Der überwacht mein Vorgehen eigentlich ständig über versteckte Mikrofone und Kameras und untermalt mein Vorankommen mit süffisanten Kommentaren. Logisch dass er nicht erbaut ist, als er mich nicht mehr in den Räumlichkeiten entdeckt. Besonders aufmerksame Naturen meiden übrigens den normalen Eingang und klettern an der Fassade hoch.
Sokolov wird im Keller in einer Kammer gefangen gehalten, deren Eingang durch ein Labyrinth und einen dort umherlaufenden mechanischen Wächter versperrt ist. Die Wächter sind im Nahkampf eine Herausforderung, sehen gleichzeitig, was vor und hinter ihnen passiert und hören mich noch dazu. Dennoch lassen sie sich mit einem Knopfdruck aus der Deckung sofort erledigen, im Gefecht hilft explosive Pistolenmunition. Als ich den dankbaren und sichtlich gealterten Sokolov ins Freie geschleppt habe, widme ich mich Jindosh. Töten muss ich den Geck nicht, Arkane hält anscheinend Wort, man muss nicht zwingend Blut vergießen. Er hat nämlich einen elektrischen Stuhl in seinem Labor, mit dem er Sokolov eine Gehirnwäsche verpassen wollte, um ihm sein Wissen und seine Genialität zu rauben. Ich schleiche mich zu ihm, schicke ihn mit einem Betäubungsbolzen ihn ins Traumland und lasse ihn dann nach einem kleinen Aktivierungsrätsel seine eigene Technik schmecken. Nach ein paar heftigen Stromschlägen ist der Mann seiner Intelligenz beraubt und fleht mich an, ihn zu töten. Doch meine Emily zeigt ihm die kalte Schulter und verlässt die Villa. Als Corvo habe ich ihm übrigens in Zeitlupe das Messer in den Hals gerammt und ihm dann nach das Genick gebrochen. Nur fürs Protokoll.














