Der Film und Fernseh Thread

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  • #1644834
    John SpartanJohn Spartan
    Teilnehmer

    Serenity (Kino):

    Die englischsprachige Sneak finde ich grundsätzlich klasse, weil schonmal alle deutschsprachigen Filme rausgefiltert werden. Klingt hart, aber die meisten mäßig spannenden deutschen Arthouse Filme schaue ich mir wenn, dann auf Empfehlung an. Matthew McConaughey und Anne Hathaway überzeugen schauspielerisch auf ganzer Linie in diesem Drama, der eigentliche Film ist aber unnötig komplex und wirkt etwas uninspiriert. Einige Überraschungen und mangelnde Ambitionen möchte ich den Machern jedoch nicht vorwerfen. Man kann nach dem Film durchaus noch ein paar Minuten über bestimmte Szenen reden. Auf IMDB und Metacritic wird Serenity extrem abgestraft, was ich für übertrieben halte. Es ist ein Film, den man Sonntag Nachmittags auf Netflix entdeckt und sich danach nicht ärgert, ihn gesehen zu haben, aber doch besser bei der eh viel zu Langen Watchlist geblieben wäre.

    #1644836
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Das ist aber nicht der Firefly Serenity?

    #1644837
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    @Lofwyr

    Das ist ja wohl überdeutlich. ^^

    Everest

    Bergsteigerdrama nach wahren Begebenheiten. Der Film macht die Tragödie greifbar und bleibt nah an den Charakteren dran. Beteiligt an dem Team, das den Aufstieg wagt, war auch Jon Krakauer, seines Zeichens Bergsteiger und Autor. Von ihm stammt die Vorlage zu Into the Wild. Ich geh mal davon aus, dass auch hier wesentlich auf seiner Vorlage aufgebaut wird.
    Der Film hält ziemlich lange die Waage zwischen Abenteuer und Drama und ist sehr wertefrei gedreht. Weder glorifiziert er noch stellt er den Willen der Bergsteiger in Abrede oder ihr Vorhaben in Zweifel. Und ein Spaziergang ist der Aufstieg beileibe nicht. Das macht der Film sehr schnell deutlich. Auch wird die Problematik von zu viel Tourismus am Berg thematisiert. Bei den Darstellern kann der Film auch wieder aus dem Vollen schöpfen.
    Was Kormakur (Regisseur) sehr gut macht, ist dieses ungute Gefühl zu erzeugen, dass einen während des gesamten Films begleitet. Derweil schert sich der Berg nicht um die Menschen um ihn herum. Die prächtige Naturkulisse wurde auch sensationell eingefangen und man versteht einen Teil der Faszination, sich dorthin zu begeben. Die Dolby Atmos Tonspur hat ihren Namen voll verdient. Wenn der Berg spricht, hört man zu. Und das tut er gnadenlos.
    Am Ende gibts noch OriginalBilder der Crew. Vielleicht sollte jeder, der solche Risiken eingeht, sich diese ansehen oder den Film, damit er/sie genau weiss, was riskiert wird. Ich für meinen Teil besteige lieber einen Berg Kartoffelchips und geniesse den Film.

    Fazit: Super gemacht, hier stimmt eigentlich alles. Aber man muss auch in Stimmung für diesen Film sein.

    #1644838
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    [quote quote=1644837] @lofwyr

    Das ist ja wohl überdeutlich. ^^[/quote]
    Heutzutage wird doch alles durch die Remakemühle gejagt. ?

    #1644841
    John SpartanJohn Spartan
    Teilnehmer

    @Lofwyr:
    Nein, den fand ich super. Hatte aber am Anfang auch nen kurzen Hoffnungsschimmer, als man nur den Schriftzug gesehen hat 😀

    #1644846
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Phantasm

    Der erste Teil von Don Coscarellis Schauermär. Der Film wirkt natürlich schrecklich altbacken, was die Effekte angeht. Richtiger Grusel kommt da auch eher selten auf. Die Figuren benehmen sich allesamt eher merkwürdig, in einer normalen Realität scheint die Geschichte sowieso nicht zu spielen. Die übernatürlichen Elemente warten an jeder Ecke.
    Atmosphäre wird dafür grossgeschrieben. Das Thema des Films ist ständig präsent und dürfte auch Stranger Things als Inspirationsquelle gedient haben. Stilistisch werden einige sehr interessante Szenarien kreiert. Sogar ein ES-Moment ist dabei.
    Der Film folgt einer eher spartanischen Dramaturgie, es geht mehr um Motive, die zelebriert werden.
    Das Ende entspricht den Horrorkonventionen jener Zeit. Aber trotz der Schwächen, interessanter als dieses ganzen aalglatten Produktionen, mit denen heute der Markt geschwemmt wird.
    Das Bild ist sehr gut aufbereitet, zeigt zwar eine stellenweise eine starke Körnung, aber die Schärfe ist zum Teil schon erstaunlich. Das Mediabook ist wirklich eine würdige Umsetzung des Films. Die anderen Teile hab ich auch als MB vorliegen. Werde die sicher mal nach und nach angehen.

    #1644847
    Anonym
    Inaktiv

    Ist einer meiner Lieblings Horrorfilme.
    Gerade wenn man bedenkt, unter welchen Umständen der Film bzw. die ganze Filmreihe verwirklicht wurde(was ja auch wunderbar in den Mediabooks erklärt wird), finde ich es beeindruckend was für eine faszinierende Filmreihe Don Coscarelli da erschaffen hat.
    Der Erstling ist für mich aber klar der beste Teil, obwohl ich die anderen Filme auch mag.

    #1644881
    John SpartanJohn Spartan
    Teilnehmer

    Pulp Fiction (Netflix):

    Pulp Fiction ist mein absoluter Lieblingsfilm. Ich schaue ihn mindestens ein Mal im Jahr, dieses Mal zusammen mit dem Audioflick (Audiokommentar) von Etienne und Wolf von den Rocketbeans. Weil ich den Film mittlerweile mitsprechen kann, waren die Hintergrundinformationen und Einschätzungen der beiden überhaupt nicht störend. Als nächstes ist entweder Jäger des verlorenen Schatzes oder The Big Lebowski an der Reihe. Ich kann den Audioflick nur empfehlen. Der aktuellste besprochene Film ist Star Wars Episode 8. Das stelle ich mir sehr spaßig vor, weil die Hälfte der Jungs den Film echt nicht leiden kann. Dafür werde ich Disney allerdings kein Geld in den Rachen schmeißen. Episode 8 war für mich, was die ursprünglichen Star Wars Fans bei Episode 1 erleiden mussten.

    #1644884
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Qual der Wahl, beides tolle Filme. Sowas wie Indiana Jones gibts heute kaum noch oder eigentlich gar nicht mehr. Und The Big Lebowski bleibt der beste Film von den Coens. Schade hats bis heute keinem mehr mit dem identischen Ensemble gegeben. Eine Wiedervereinigung von Buscemi, Bridges, Goodman und Turturro wäre wirklich Hammer.

    #1644892
    John SpartanJohn Spartan
    Teilnehmer

    Es ist doch Die Hard geworden. Auch keine schlechte Option 😀

    #1644896
    DoomguyDoomguy
    Teilnehmer

    Ich habe mir gerade bei Netflix

    SUPERLOPEZ

    angeschaut. Ein spanischer Spielfilm, basierend auf der in Spanien äußerst erfolgreichen Comic-Serie mit gleichem Titel. Anfang bis Mitte der 80’er Jahre erschienen auch in Deutschland 12 Bände, die ich auch allesamt besitze, denn ich liebe SUPER-MEIER (wie er hierzulande hieß). Sehr populär wurde die Serie hier leider nicht, weswegen es auch nur diese 12 Alben zu uns schafften, danach war Schluss. *sniff*

    Den Film (mit echten Darstellern) habe ich mir mit der originalen spanischen Tonspur und deutschen Untertiteln angesehen, eine deutsche Synchronisation existiert bisher nicht. Und ich fand ihn gar nicht schlecht. Es waren viele Anspielungen auf die Comics vorhanden, der Hauptdarsteller wurde optisch ganz gut gewählt und die Spezialeffekte waren auch recht gut.
    Ich muss sagen, dass mir der Film, der natürlich eindeutig dem Superhelden-Genre angehört, viel besser gefällt, als die Schwemme an Marvel- und DC-Verfilmungen der letzten 15 Jahre. Super-Meier ist eben viel geiler als die ganzen anderen Superhelden!^^
    Wer also noch wohlige Erinnerungen an die alten Comic-Bände hat, dem sei dieser Film durchaus empfohlen. Ich vergebe ihm 3 von 5 Sternen!

    #1644897
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Gestern waren mal zwei wirklich schräge Filme dran:

    Swiss Army Man

    Der Film startet als ein vermeintliches Castaway mit absurder Komponente, der Multifunktionsleiche in Form von Manny (Daniel Radcliffe). Dessen Gasbildung, Postmortemerektion, Wasserspeicher findet reichlich Zweckentfremdung. Das ist so herrlich übertrieben blöd, dass es richtig Spass macht den beiden zuzusehen. Allmählich wird daraus dann eine Art Selbstfindungstrip für Hank (Paul Dano), der gewissermassen zivilisationsmüde ist. Durch die Augen von Manny entdeckt er aber wieder, warum sich eine Rückkehr lohnt. Und so machen sich die beiden auf den Weg.
    Der Film hat sehr viele skurille Ideen zu bieten und lebt stark davon und von Mannys halbtoten Reaktionen. Der Schlussteil wird dann aber arg geschwätzig, etwas schade. Auch wirkt alles nach der Rückkehr etwas in die Länge gezogen. Gefühlt haben die beiden auch nur 200m zurückgelegt. Aber darauf kommts nicht an, der Weg ist das Ziel.
    Wer sympathische Loser-Balladen mag und einen Hang für schrägen Humor mit einem Schuss Melancholie hat, dem wird der Film sicherlich gefallen. Trotz der ganzen Blähungen. Wird vermutlich der US-Cut des Films sein. XD Alternativen gibts eigentlich keine, die mir einfallen. Aber der Film hat ähnliche Elemente wie MicMacs, Napoleon Dynamite u.a. und nimmt sich dabei nie zu ernst, die Charaktere dafür umso mehr. Gerne mehr von solchen Filmen.

    Mandy

    Als zweiten Film entschied sich mein Familienbesuch für das Werk von Panos Cosmatos, das im Vorfeld kontrovers aufgenommen wurde. Den markigen Worten der Verpackung “der Horrorfilm des Jahres” etc. kann ich nicht zustimmen. Denn ein Horrorfilm ist das irgendwie nicht. Der Film ist zugänglicher, als er daherkommt, wirkt aber wie eine Gore-Version eines David Lynch Films. Die Atmosphäre erinnert nicht von ungefähr an dessen Werk. Dazu kommt ein hypnotischer Score, Farbfilter und Lichteffekte, die sich alle zu diesem Cocktail einer Liebes-Rachegeschichte vermengen. Fast alles wirkt surreal. Stellenweise fühlte ich mich an Zeit der Wölfe erinnert, der auch in seinem ganz eigenen Kosmos, hier Cosmatos, spielt. Bei den intensiven Szenen mit Cage, fragte ich mich, ob das nicht RL-Footage von ihm ist. 🙂 So, oder ähnlich, wirds bei dem nach einer Houseparty aussehen.
    Durch die Sogwirkung bleibt man auch gebannt und verfolgt die Verwandlung von Red Miller vom liebenden Ehemann zum vor Wut und Trauer zerfressenen Rächer, der sein Feuer entfacht, um die Waffe seiner Rache zu schmieden.
    In gezeichneten Visionen sieht er immer wieder seine Mandy, für die er das alles durchsteht.
    Insgesamt wirklich ein sehr spezieller Film, der eine Mischung aus Horrorelementen und Arthouse darstellt, sich bei anderen Werken bedient und doch was ganz Eigenes schafft. Wie das bei Arthouse so ist, gehört Interpretation zum Geschäft dazu, wenn man sich auf den Film einlässt. Hier bedient man sich der Symbolik von Heavy Metal und Co. und stellt Motive der Musikkultur als Szenerie zur Verfügung.
    Wer gerne Filme mit kryptischen Momenten hat, wie sie z.B. auch Schrei in der Stille (org. Reflecting Skin) bietet, der dürfte hier schon eine gewisse Grundsympathie mitbringen. Mir hat der Film durchaus gefallen, verstehe aber durchaus, wenn viele nix damit anfangen können. Die Performances sind auf den Punkt gebracht und sogar das Acting von Cage ist hier nicht über Gebühr auffällig, im Sinne von negativ. Das Mediabook ist nett aufgemacht und rechtfertigt mMn den Preis. Gibt auch noch ne LE, die mir aber vom Format her nicht zusagte, darin ist sogar eine Vinyl enthalten und ein paar nette Art-Cards.
    Filminteressenten sollten ruhig mal einen Blick riskieren, aber einen gerechtfertigten Hype kann ich hier nicht erkennen.

    #1644899
    John SpartanJohn Spartan
    Teilnehmer

    Die Hard (Netflix):

    Den Film habe ich erst zum zweiten Mal gesehen, dieses Mal samt Audioflick. Die Begeisterung von Eddy und Simon hat sich auf mich übertragen und ich hatte fast noch mehr Spaß, als bei der ersten Sichtung. Die Kletterszene mit der Maschinenpistole im Aufzugschacht ist einfach klasse. Solche Filme werden heute nur noch sehr selten gedreht. Ich würde den Film am ehesten noch mit Captain America: Winter Soldier vergleichen. Der wirkt auch sehr handgemacht und in sich geschlossen.

    #1644905
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    Suspiria (2018)

    Ein Film der mir aufgrund zweier bestimmter Szenen noch lange im Gedächtnis hängen bleiben wird.

    Inszenatorisch bin ich bis auf die musikalische Untermalung sehr zufrieden. Die verspielte Kamerarbeit hat es mir dabei besonders angegan.

    Warum der Komponist im letzten Akt ausgerechnet ein Stück gewählt hat, welches dem Geschehen atmosphärisch zuwiderhandelt, kann ich nicht nachvollziehen. Es wirkt zunächst wie ein Fremdkörper. Schmälert letztlich die Dramaturgie des in seiner Bildsprache drastischen Finales.

    Leichte Längen bei üppiger Länge fallen nur marginal ins Gewicht. Die Stimmung fängt diese Momente auf.

    Einer Mehrfachbesetzung zolle ich großes Lob für die dafür verwendenden Masken und Prothesen. Die Person ist darin so gut wie nicht wiederzuerkennen (wenn man es weiß).

    #1644957
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Highway Men

    Durch die Trailerei auf Netflix drauf aufmerksam geworden. Unterhaltsamer Film, der sich um die Jagd auf Bonnie und Clyde konzentriert, bezw. deren Jäger. Die Gejagten treten eigentlich nur als Gesellschaftsphänomen in Erscheinung und werden weder gross gezeigt, noch charakterisiert.
    Leider sind die Jäger jetzt auch keine wirklich spannenden Figuren, respk. erfährt man nicht viel von ihnen. Etwas Vergangenheitsbewältigung, aber das ist es auch schon. Eingebettet wird die Rahmenhandlung vor dem Hintergrund einer politischen Entscheidung. Denn sie ist es, die dazu führt, dass Hamen, gespielt von Kevin Costner, wieder seinen Job ausüben darf. Wer Costner und Harrelson (wieder einmal :-)) gerne zusieht, der kommt voll auf die Kosten. Schade ist Costner in zu wenig namhaften Produktionen präsent oder wird dort auf ein Minimum reduziert. Er war jetzt nie der grosse Verwandlungskünstler, aber sein Charisma hat noch jeden Film aufgewertet. Auch hier wirkt er sehr authentisch. Die dunkle Seite des Charakters wird mir aber zu wenig nach aussen gekehrt. Ansätze sind da, aber verpuffen in der Treibjagd. Dabei hätte es mit einem jungen Sidekick durchaus Möglichkeiten gegeben, diesen inneren Konflikt etwas auszuweiten.
    Was bleibt ist eine Nacherzählung der Ereignisse, die so auch in jeder Dokumentation hätten stattfinden können. Das ist mir fast ein bisserl zu viel Doku und zu wenig Film(drama).
    Unterhaltsam fand ich ihn trotzdem, nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird er eher nicht.

    Beasts of no Nation

    Cary Fukanaga zeichnet für den Film verantwortlich, der ja als nächster Regisseur Bond mit Craig zum Abschluss bringen wird. Von der Inszenierung her ist er mMn nicht wirklich speziell. Er greift auf das Stilmittel des Off-Sprechens zu. Für mich funktioniert die Komponente nur bedingt. Ich habe trotzdem nicht wirklich das Gefühl, dass ich tiefer ins Seelenleben der Hauptfigur abtauche. Die direkt an ihm begangenen Grausamkeiten, der Missbrauch, wird gar komplett ausgeblendet und auch nur subtil angedeutet, bezw. später nicht zielführend thematisiert. Dadurch beraubt sich der Film im Schlussteil auch etwas seiner emotionalen Kraft. Bei mir entsteht der Eindruck, als hätten die Macher einfach zu sehr drauf vertraut, dass durch das gezeigte Unrecht, genügend Betroffenheit entsteht, sodass das Schicksal der Figuren sich auf der emotionalen Ebene auf den Zuschauer überträgt. Irgendwie war das bei mir nicht der Fall. Der erste Gedanke ist, bin ich zu abgestumpft? Aber ich habe mich durchaus mit der Frage beschäftigt und komme zum Schluss, dass es nicht so ist. Andere Filme zeigen nach wie vor ihre Wirkung, entfalten diese aber auch einfach besser. An gewissen Stellen fand ich den Film sogar etwas zu zahm und die reportierte Realität ein vielfaches grausamer. Was auch hinzukommt, ist, dass der Verfall der Truppenmoral irgendwie zu schnell kommt, es fehlt auch irgendwie das Schlüsselerlebnis. Das Ende wirkt dann reichlich banal. Es fehlt auch an den Zwischentönen, die zwar vereinzelt aufkommen, aber ausbaufähig bleiben. Etwa wird die Beziehung von Strika und Agu zu wenig behandelt.
    Aufgrund des heiklen Themas hat der Film natürlich sowas wie einen Bonus, Kritik dürfte sich da eher rar machen. Letztlich interessiert mich das Ergebnis und das ist zwar gut, aber eben nicht frei von Mängeln. Schlussendlich veranschaulicht er, wie viel Spass Menschen am Töten haben und es absolut keine Rolle spielt, aus welchen Gründen es gemacht wird. Die ganzen Abkürzungen, die sich die Gruppierungen im Konflikt geben, zeigen wie lächerlich es ist, eine Rechtfertigung zu suchen, für das, waas passiert. Agu wird im Laufe des Films zu dem, was er selber fürchtete. Ich denke, das ist konsequent. Die Stimme aus dem Off wirkt aber oftmals zu reflektiert für einen solch jungen Menschen. Das hört sich eher nach idealisierter Hollywood-Vorstellung an.
    Ich wollte mir noch mal den Film Johnny Mad Dog, glaube so hiess der, holen. Dort wird das Thema der Kindersoldaten auch behandelt. Vielleicht ne Spur eindringlicher als hier. Wer sich mit dem Thema afrikanischer Bürgerkriege in filmischer Form auseinandersetzen will, dem sei noch Hotel Ruanda empfohlen. Schon etwas älter, aber Momente der Ruhe vor dem Sturm, da läuft es mir immer noch eiskalt den Rücken runter, z.B. wenn die Radiodurchsagen ankündigen, was die UN nicht zu verhindern wusste.

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