Der Film und Fernseh Thread

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  • #1647633
    Anonym
    Inaktiv

    Bomb City

    Der Film zeichnet in ruhigen und nüchternen Bildern ein Verbrechen und Justizskandal nach, das 1997 in Amarillo, Texas stattfand.
    Dort kommt es während einer Schlägerei zwischen einer Gruppe Punks und Footballspielern, zu einem Mord und einem unfassbaren Gerichtsurteil – das sprachlos macht.
    Tipp!

    #1647676
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    The Unforgiven

    Für einmal wird hier der Spiess umgedreht. Der Film ist nämlich das japanische Remake eines Ami-Films, genauer von Eastwoods Erbarmungslos, für das dieser den Oscar als Regisseur gewann. Den Film von Eastwood habe ich vor kurzem nochmals im TV gesehen, darum war er mir noch sehr präsent.
    Hier agiert Ken Watanabe in der Hauptrolle, der auch schon mit Eastwood in Letters from Iwo Jima gearbeitet hat. Der Regisseur ist Japaner aber mit koreanischen Wurzeln. Lee Sang-il klang für mich eben auch mehr danach. Die ganzen Rollen sind aber auch mit Japanern besetzt worden. Der Film spielt auf Hokkaido und statt den Indianern sind es hier die Ainu, welche hier von der herrschenden Klasse als wild und unzivilisiert betrachtet wird. Daneben gibt es aber lediglich noch Erwähnungen des Shogunats, welche sich ein wenig vom Original abheben. Ansonsten hat man eher das Gefühl, man schaue einen Western aus Hollywood. Sogar der Score ist absolut dem westlichen Kino zugehörig, aber ich fand ihn besser als den des Originals, muss ich ganz ehrlich sagen. Rein inszenatorisch hat der Film mehr auf der Pfanne, Erbarmungslos mutet heute an vielen Stellen etwas behäbig an. Auch der Ton würde schön räumlich aufgezogen, wie man es von moderneren Produktionen gewohnt ist.
    Die Umsetzung insgesamt ist so ein zweischneidiges Schwert. Zum einen hat man Szenen praktisch 1:1 aus dem Original übernommen, auch Dialoge, an anderen Stellen hat man die Abläufe der Charaktere aber ein wenig vertauscht. Hier tritt zum Beispiel ein alter Freund zuerst auf und nicht der Jungspund. Aber es wurde praktisch jede Rolle mit einem Pendant bedacht, sogar English Bob wird hier durch einen alternden stolzen Samurai vertreten und das in sehr gelungener Weise wie ich finde. Nur hätte ich mir mehr japanisches Flair gewünscht, ich seh hier zu oft Western denn Eastern. Da im Original der Schusswaffengebrauch auch ein starkes Thema ist, ging ich hier von einem Äquivalent aus, den Katanas. Stattdessen machen auch die Charaktere hier vornehmlich davon gebrauch und der Schwertkampf wird nur kurz thematisiert. Eine verpasste Chance mMn.
    Wo der Film sich aber klar geschlagen geben muss, das ist bei der Ausgestaltung der Figuren und ihrer Darstellung. Watanabe nehm ich den eiskalten Killer im Schafspelz einfach zu wenig ab. Wenn ich jetzt Castingdirektor spielen würde, dann bräuchte man keinen Rechenschieber, um rauszufinden, dass meine Wahl auf Stoiker Kitano fallen würde. Der hat ähnliche Ausrichtungen schon verkörpert und ich traue ihm diese Ambivalenz rüberzubringen besser zu als Watanabe. Die restlichen Charaktere sind hier mMn etwas besser besetzt. Nur auf der Gegenseite, ja, da kann der Antagonist Hackman das Wasser nicht annähernd reichen. Das Original profitierte enorm von Hackmans Präsenz, dieser wurde dafür auch ausgezeichnet. Der japanische Schauspieler macht seine Sache aber nicht schlecht und gibt hier einen wirklich üblen Zeitgenossen.
    Summa Summarum merkt man den Filmemachern an, wie sehr sie das Original mögen. Und in Teilen waren sie auch durchaus befähigt sich ihm anzunähern oder es in Punkten besser zu machen. Mehr Eigenständigkeit, mehr Glaubwürdigkeit der Figuren bezüglich ihres Werdegangs, dann hätte man hier das Gegenstück gehabt wie seinerzeit bei die Sieben Samurai und die glorreichen Sieben. Beides auf ihre Art Klassiker des Genres. Das ist hier trotz eines recht sehenswerten Films leider nicht der Fall. Kitano is still missing.

    #1647692
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Looper

    Die Prämisse ist leider wirklich doof. Es gibt echt keinen Grund, Leute in die Vergangenheit zu schicken, um sie zu liquidieren, insbesondere wenn man dies auch in der Zukunft macht, was klar gezeigt wird. Nun laufen Zeitreise-Filme sowieso immer Gefahr, sich schnell in die warum so kompliziert Falle zu begeben. Das ist hier nicht anders. Als erstes gilt es also diese Kröte zu schlucken. Im Film spricht Bruce Willis zu seinem jüngeren Ich und sagt ihm, dass er besser gar nicht darüber nachdenken soll. Eigentlich meint er den Zuschauer, aber seis drum.
    Dann nämlich erhält man einen spannenden Thriller, der in weiten Teilen prächtig unterhält und innerhalb seines Zeitreisekonstrukts zu funktionieren versucht. Die Charaktere handeln auch nur bedingt glaubwürdig und das Ende hinterlässt dann auch Fragezeichen, warum es bei dem Ausgang den Film, den man sich angesehen hat, überhaupt gegeben hat.
    Warum man Joseph Gordon-Levitt an Bruce Willis per Maske angleichen musste, seh ich nicht ein. Die ähneln sich halt nicht, was ich jetzt nicht weiter tragisch fand. Die Maske ändert dadurch aber kaum etwas.
    Bild und Ton der Disc sind sehr fein, hier gibt es nix zu meckern, ausser die üblichen Trailershows, die man wieder mal wegskippen muss.
    Das Zeitreiserad wird nicht neu erfunden, liefert etwas mehr Dramatik als üblich, kann aber die emotionale Konsequenz nicht so recht ausspielen. Dafür bleibt die Sicht des jüngeren Ichs irgendwie zu seicht und der Wechsel von skrupellos zu fürsorglich versandet irgendwo im Drehbuch. Johnsons Brick hat mir nach wie vor am besten von seinen Filmen gefallen, die ich bisher sah. Leider ist ein Upgrade zur Bluray dort nicht möglich, weils noch keine gibt.

    #1647703
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Blutrausch

    Im Original heisst der Streifen Eaten Alive. Irgendwie ist der Film eher passend zum deutschen Titel. Denn lebendig wird hier zwar schon der eine oder andere verfüttert, aber der Blutrausch, dem die Fütterungszeit vorausgeht, ist der grössere Part in dem Gemetzel.
    Das Bild ist für einen Film diesen Alters wirklich erstaunlich. Praktisch keine Verschmutzungen, ruhiger Bildstand, angenehme Schärfe. Und leider ist das fast das einzig Positive an diesem Film.
    Das dauernde Gekreische und Gejohle ist wirklich nur schwer zu ertragen. Ein abgeschmackter, abgeranzter Motel-Leiter, der wie die Frankenstein-Version von Billy Bob Thornton aussieht, hat ein geniales Geschäftsmodell entwickelt. Die Logier-Nächte werden in Filetier-Nächte umgewandelt. Ein Motiv hat er nicht, ausser, dass er alles und jeden als verkommen betrachtet. Vermutlich hats in dem Motel keinen Spiegel, sonst würde er Sepukku verüben.
    Dann und wann stürmt er mit einer Sense los oder auch mal mit der Heugabel, um Frust abzubauen. Warum da derlei Werkzeug rumliegt, wusste Tobe Hooper wohl auch nicht, aber isso.
    Der Soundtrack ist psychotisch und passt gut zum Schauspiel der meisten in dem Film. Dann und wann klingt das so, als hätte Hooper seine Verdauungsprobleme über einen Sampler gejagt.
    Damit man nicht grad einschläft, darf jede der jungen Damen ihre Brüste einmal prominent in die Kamera halten. Das sind dann die Momente der Ruhe vor dem Sturm, bevor das Gekreische und Gejohle wieder losgeht. Die Attacken des Sensenmanns sind so mies choreografiert, dass er in einer Szene so kurz ausholt, dass sich der Darsteller selber trifft.
    Robert Englund spielt auch mit und zwar einen schmierigen Freier/Dealer, der auch bald Bekanntschaft mit dem Krokodil macht. Nun ja, ein Krokodil ist es eigentlich nicht, auch wenn der Motelheini das extra betont. Der Plastikalligator ist adäquat zum Rest des Films, also wirklich übel. Aber Tierhorror ist das sowieso nicht.
    An wenn also geht eine Empfehlung? Wer einen bierseligen Trashabend veranstalten möchte, der kann sich den Streifen geben. Obs dafür eine Mediabook-Fassung braucht, bezweifle ich zwar. Es ist sogar noch etwas Bonusmaterial dabei, das meiste davon sind div. Trailer.
    Der Film beweist sehr schon, dass unabhängig vom Entstehungsjahr im Bereich des Horrorfilms eine enorme qualitative Bandbreite herrscht. Dieser Flic operiert aber klar am anderen Ende des Spektrums. Zu Beginn fällt der Satz von Englund, i am Buck and here for a fuck. Wenn ich mich nicht irre, dann sagt doch der Krankenhauszuhälter in Kill Bill genau das. Aber von Tarantino weiss man, dass er sich jeden noch so billigen Streifen während seiner Videothekenzeit reingezogen hat. Mein Tipp, erst Alkoholrausch, dann Blutrausch.

    #1647720
    Anonym
    Inaktiv

    Suspiria(2018)
    Als großer Fan des Orginals von Dario Argento, war ich Anfangs skeptisch, ob es dieses Remake braucht.
    Nach Sichtung des Films kann ich sagen – eigentlich nicht.
    Auch ohne Nostalgie Bonus bleibt Argento’s Orginal unerreicht, die Neuinterpretation hat mir aber trotz einiger Längen und (viel!!!) weniger Audiovisuellen Glanz ganz gut gefallen, auch wenn sie mich nicht gänzlich überzeugt hat.

    Hervorzuheben ist aber mal wieder die Leistung von Tilda Swinton – die Frau ist der Hammer und ein absolutes Chameleon. ?

    #1647753
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Nochmal bzgl. des Sonic-Film-Unfalls:

    Um mal zu zeigen, dass man mit ein paar Anpassungen durchaus auch brauchbares Charakterdesign für die Filmadaption hätte bringen können:

    Original:

    Bearbeitet:

    Quelle: https://twitter.com/AimeeUeda

    Das “Furry”-Design würd mich zwar immer noch wie bekloppt stören, aber das schaut dem Vorbild wenigstens ähnlich.

    #1647754
    Anonym
    Inaktiv

    Ja, die Design Entscheidung der Verantwortlichen ist auch für mich unverständlich.
    Ich hab aber schon im Vorfeld von dem Film so gut wie nichts erwartet, und wurde durch den Trailer doch etwas hoffnungsvoll gestimmt.
    Jim Carry könnte durchaus was reißen und den Film zumindest einen gewissen Unterhaltungswert ermöglichen.
    Auf DVD werde ich mir den sicherlich mal anschauen.

    #1647757
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Wenn man solchen Kram verfilmt, dann muss man von Filmemacherseite her sowieso einen viel grösseren Effort leisten, weil die Figuren in der Regel kaum wirkliche Charakterisierungen haben. Und dafür setzt man nach wie vor talentfreie Filmemacher ein. Carrey wird den Film nicht retten, aber den Gehaltsscheck nimmt er trotzdem gerne.
    Dazu wird man sicher eine strunzdumme Geschichte konstruieren, die mit dem Original kaum was zu tun haben wird. Hat man in der Vergangenheit oft halt so gemacht, gerade wenn die Story im Original eine nur untergeordnete Rolle gespielt hat. Aber auch wenn das nicht der Fall war, AC, TR, Resident Evil usw. mussten auch selber irgendeinen Mist verzapfen, ohne Not wohlgemerkt.
    Wenn man schon in die abgedrehte Richtung tendiert, wäre etwas wie Scott Pilgrim im besten Fall möglich, sprich das Potential mit Elementen eines Videospiels gute Unterhaltung zu erreichen, ist da. Aber wie gesagt, Produzent B hat einen Furz, keine Vision, was man noch vergolden könne, was es nicht schon gibt. Mich wundert ja, dass es noch keinen CoD Streifen gibt. Jede Wette, dass Filmstudios da Activision auch schon angefragt haben.

    #1647791
    Anonym
    Inaktiv

    Mich wundert ja, dass es noch keinen CoD Streifen gibt. Jede Wette, dass Filmstudios da Activision auch schon angefragt haben.

    Vergiss CoD – Tetris wird der heiße Scheiß!?

    Soll ja sogar ne Trilogie draus werden.

    #1647792
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Bei CoD müsste man zwei Filme machen. Einen für den Storymode (Standard Actionfilm) und einen für den Onlinemodus (Actionfilm mit 12jährigen die rumschreihen sie hätten “deine Mudda gefickt”).

    #1647793
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Soll ja sogar ne Trilogie draus werden.

    Ach, keine Tetralogie?

    The Last Witchhunter

    Vinnieford Diesel bekämpft Hexen. Dabei hat er einen älteren Mitstreiter, einen jungen Sidekick und eine aus dem “feindlichen” Lager, die ihn unterstützt. Natürlich ist der Witchhunter was besonders und Puzzleteil in einem finsteren Plan.
    Wem das bekannt vorkommt, ja, hier wird abermals die Blade-Story variiert, aber im Wesentlichen übernimmt er fast alle Versatzstücke des Films. Angefangen vom Angriff auf den Mentor bis hin zum wenig überraschenden Verrat und der Wiederauferstehung des Erzfeinds.
    Das ist ordentlich inszeniert aber komplett ohne eigene Duftmarken setzen zu können. The Seventh Son mit Jeff Bridges und Duell der Magier mit Cage, ich glaube letzteren hab ich sogar gesehen, sind alle etwa ähnlich geartet. Man weiss, was man bekommt und hofft auf die nötige Kurzweil.
    Also den Film kann man sich gut geben, wenn man nicht Wunder erwartet. Hexenwerk ist er nicht. Blade ist aber der bessere Film. Der Sound und das Bild sind dem Geschehen angemessen, das Steelbook hebt sich nicht sonderlich ab und gehört noch zu denen, bei denen man meinte, den blauen Bluray Schriftzug implementieren zu müssen.

    #1647826
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Und wieder der Sonic-Movie:

    Via kotaku.com:
    https://kotaku.com/sonic-the-hedgehog-movie-design-to-be-changed-following-1834488203

    Der Regisseur Jeff Fowler hat auf die anscheinend heftige Kritik am Sonic-Design reagiert. Es wird nun Veränderungen geben.

    Thank you for the support. And the criticism. The message is loud and clear… you aren't happy with the design & you want changes. It's going to happen. Everyone at Paramount & Sega are fully committed to making this character the BEST he can be… #sonicmovie #gottafixfast ?✌️

    — Jeff Fowler (@fowltown) May 2, 2019

    ?
    Na mal schauen was das wieder gibt.

    #1647827
    Anonym
    Inaktiv

    Vielleicht sollte er auch mal die Spiele zocken… könnte eventuell aufschlussreich für ihn sein.

    #1647830
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Von mir gibts da keinen Kniefall. Und es zeigt eigentlich nur, wie bedenklich mittlerweile Produktionen entstehen. Die vereinigte Inkompetenz versucht sich mittels Umfragen, Reaktionen und dgl. an den Massengeschmack anzupassen, quasi das Wunschkonzert der Filmindustrie. Sollte der nächste Bond schwarz sein oder eine Frau, wird dann auch per CGI nachkoloriert oder die Brüste entfernt? Und solche Reaktionen wirds mit Sicherheit geben. Grundsätzlich halte ich wenig von solchen Sachen. Hier ists natürlich etwas anders, da das Design natürlich auf etwas bestehendem basiert. Ich erinnere mich an ähnlich heftige Reaktionen auf die Turtles von Bay. Im Nachhinein fand ichs dann doch nicht so schlimm, auch wenn mir das Design bis heute nicht wirklich passt. Aber es ist nun mal deren künstlerische Vision und Interpretation des Stoffes. Wenn mir die Macher ansonsten zeigen, dass sie ein Auge für die Materie haben, spielt das auch nicht so eine Rolle. In der Causa Sonic ist aber klar, die haben mal wieder keinen Schimmer, was sie da tun. Denn es ist nicht die erste Designdebatte zum Igel. Und wäre der faulige Fowler etwas firm in der Materie, dann hätte er sich das ja denken können.
    Und in einem solchen Klima können über kurz oder lang die Filme schlicht nicht besser werden.
    Ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass die totale künstlerische Freiheit aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Das merkt man gut bei div. Netflix-Produktionen. MMn brauchts die richtige Mischung aus Druck und Freiheit, damit wir als Konsumenten das beste Resultat kriegen. Leistung braucht immer ein gewisses Spannungsfeld und sei es nur der Wettbewerb.

    #1647854
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Du hast einfach nur zu konsumieren und nicht zu hinterfragen. Und jetzt schau dir den Emoji Film an damit das Geld im Fluss bleibt.

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