DVD & BluRay Filme fürs Heimkino

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  • #915742
    UllusUllus
    Teilnehmer

    Vor Kurzem hab ich mir den World War Z angeschaut.

    Ich kenne das Buch nicht.

    Im Prinzip kommt der Streifen als sehr melancholischer Katastrophenfilm daher, unter dem Deckmantel eines wissenschaftlich angehauchten Zombiefilms. Handwerklich ist er gut gemacht.

    Der Film besitzt ein rasches Ende, mit einer zu naheliegenden Lösung, das wirkt aber trotzdem noch einigermaßen plausibel.

    Zudem trüben noch einige kleinere Längen den Filmgenuss.

    Brad Pitt gibt eine souveräne Leistung ab und in einer Gastrolle kommt auch Hugo Weaving zum Vorschein.

    Ich vergebe hier 6 von 10 Bissspuren !

    #915743
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Gabs wenigstens ein paar Bremsspuren im Höschen oder war der Film weitestgehend frei von Schockmomenten?

    #915744
    UllusUllus
    Teilnehmer

    Eigentlich nicht so sehr, unheimlich ist der Film auch nur ein bisschen, da auch viele Szenen bei Tageslicht spielen und oft Menschenmassen mit involviert sind, dann fühlt sich auch der Zuschauer nicht so alleine !

    Gerade dies sorgt auch mehr für das Feeling eines Katastrophenfilms.

    Als Mainstreammovie halt ausgelegt.

    #915745
    schnitzelschnitzel
    Teilnehmer

    Bezgl. des DTS-Tons habe ich mir heute mal Queen – Greatest Video Hits 1 & 2 angehört.
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    Absolute Referenz!

    Das geht mit so einer Dynamic und Wucht daher.
    Nur schade, das viel zu wenige DVD´s mit DTS 96/24 und so einer Sound-Präsenz ausgestattet sind.

    #915746
    schnitzelschnitzel
    Teilnehmer

    In den vergangenen Tagen habe ich mir mal den Klassiker “Kap der Angst” von 1961 und das Remake mit Robert De Niro und Nick Nolte von 1991 vorgenommen.
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    Das Original ist leider in schwarz-weiss, was auf dem Cover und in der Online-Film-Datenbank nicht offensichtlich gewesen ist. Das Covermotiv der BD und auch die Rückseite ist in Farbe gehalten und in der ofdb war keine Hinweis vermerkt, das der Film in sw gedreht wurde. Trotzdem hat der Film mir sehr gut gefallen, auch wenn er mir in Farbe lieber gewesen wäre. 7/10
    Das Remake war finsterer, verstörender und mit einem sehr gut spielenden Robert De Niro als Fiesling Max Cady in der Hauptrolle. Die Kameraarbeiten mit den vielen Schwenks und Zooms fand ich auch ganz nett. 7/10

    #915747
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Nur 7 von 10 fürs Remake, buuuuuh :-)

    #915748
    UllusUllus
    Teilnehmer

    Es gibt Filme, die gibt’s eigentlich gar nicht und doch bleiben sie in der Erinnerung hängen, egal ob sie sehr kreativ, immens actionreich gestaltet sind, mit besonders ausgearbeiteten Dialogen punkten können oder einfach nur zu skurill, bekloppt und trashig daherkommen.

    Wer abseits vom bekannten Mainstream, Indipendentbereich oder sonstigen auffallenden filmische Machwerke unterwegs ist und ein Faible für besonders Ausgefallenes pflegt, sei mal dieses sehr ungewöhnliche Filmerlebniss empfohlen.

    Dieser Streifen, den ich hier anspreche hat mich zwar zwiegepalten, verdutzt, verwirrt, ließ mich zudem am Verstand des Regisseurs zweifeln aber hat mich dennoch irgendwie fasziniert.

    Die Rede ist von Rubber, einem kaum bekannten filmischen Beitrag von einem französischen Regisseur namens Quentin Dupieux, der eigentlich beiläufig auch Musiker ist.

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    Man beachte besonders die Schrift in der unteren rechten Ecke des Covers.

    Rubber ist schwierig zu beschreiben,da er eher wie eine wilde Mischung aus Horrorfilm, ein bisschen actionhafte Komödie, Dialogfilm, Roadmovie und vor allen Dingen Experimentalfilm wirkt.

    Origineller Blödsinn in Vollendung mit dem gewisse Etwas.

    Zudem eine versteckte kritische Botschaft welche an die Macht von Hollywoods Filmindustrie gerichtet ist.

    Der Film definiert sich durch vier Ebenen.

    Beiläufig zur eigentlichen Story (welche ich bei diesem Film filmbedingt etwas durcheinander)ansprechen muss ist dies die erste Ebene:

    Rubber besitzt nämlich keine klare Struktur, auch vom Drehbuch her.

    Ebene 1: In Rubber geht es Achtung, allein die Idee ist schon ein Knaller, um einen mordenden Autoreifen namens Robert. Der übel aufgelegte Reifen besitzt telekinetische Kräfte und bringt manches Tier und manchen Mensch zum Platzen, rote Soße und Brocken inklusive !
    Wie das zuweilen zornige Gummiding das macht ist filmtechnisch herrlich blöd in Szene gesetzt, die Kamera zoomt abwechselnd an Opfer und Reifen, Robert wackelt heftig, ein dramatischer Soundeffekt wird eingesetzt und bald macht es Platsch !

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    Voller Selbstvertrauen rollt Robert, die Pistensau den Cops entgegen.

    Robert der Reifen ist auf einem Roadtrip, wer sich ihm entgegenstellt, wird wohl seine Rache spüren, außerdem ist er voyeuristisch veranlagt und schaut dem Objekt seiner Begierde, einem Mädel das sich ebenfalls auf einem Roadtrip befindet gerne mal beim Duschen zu, indem er sich in ein schäbiges Motel einschleicht und nebenbei auch gerne mal vor der Glotze abhängt.

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    Robert beim Vollen TV Genuss !

    Alle Personen in diesem Film denken bei Erstkontakt dass ein Reifen vollkommen ungefährlich sei, und reagieren gleichgültig und etwas überrascht. Aber wehe dem, der den wechselhaften Robert unterschätzt.

    Ebene 2: Zu Beginn des Film lernen wir eine Hauptfigur kennen, nämlich Officer bzw Sheriff Chad, dieser fährt mit dem Auto vor, steigt aus und beginnt einen Dialog mit dem Zuschauer. Chad spricht unter anderem davon warum E.T eigentlich braun ist und warum nicht gelb, Grün oder eine sonstige Farbe. Warum manche Menschen Würstchen mögen und warum manche diese überhaupt nicht ausstehen können. Nun folgt ein wichtiges Statement der den ganzen Film rechtfertigt. Die Antwort der vorherigen Fragen ist laut Chad reine Willkür, es gibt keinen Grund, überhaupt sei der Film eine Homage an “kein Grund”

    ( Der Regisseur spricht hier sozusagen an, warum in Hollywoodfilm dies und das überhaupt passiert, aber im Endeffekt keiner danach fragt, da es vollkommen egal filmtechnisch erscheint, das klingt echt kompliziert)

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    Sheriff Chad in voller Pracht.

    Sehr interessant ist die Tatsache, dass der Sheriff der einzige Charakter ist, der sich selbst bewusst ist dass er in einem Film mitspielt, für ihn ist das alles nicht real.
    Dies zeigt sich in einer späteren großartigen Szene, die ich gerne mal beschreiben möchte, wo Chad seine Männer anweist, mit deren Waffen auf ihn selbst zu schießen.

    Das sei eh nicht alles echt, und bald sei das ganze bunte Treiben ja sowieso vorbei.
    Nach anfänglichem langem Zögern feuert einer der Deputys ein paar Kugeln in Chads Magengegend. De zuckt nur kurz und man sieht Blut, aber ansonsten kommt er putzmunter daher. Die Deputys sind fassungslos und verdutzt, doch Chad hat mit seiner Therorie recht behalten.

    Der Sheriff und seine Mannen machen übrigens mit dem Roadtripmädel Jagd auf den Bösen Killerreifen.

    Diese Szene hat mich besonders fasziniert, überhaupt ein Verweis auf Querdenkerei, so was gefällt mir besonders, da es sich von den konventionellen Standards dadurch abhebt.

    Ebene 3: In Rubber kommet eine größere Touristengruppe vor, welche mit eigenen Ferngläsern der gesamte Handlung des Films folgen bzw. alles beobachten.
    Egal ob den Sheriff, den Reifen oder sonstiges.
    Die Kamera springt immer wieder zu diesen Personen, welche das verrückte Treiben mit eigenen Aussagen kommentieren.

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    Mit vollem Durchblick !

    Warum diese Touristen einfach da sind, warum Robert überhaupt Telekinese beherrscht, warum der Film so philosophisch mit Klischees spielt, wird nicht beantwortet, es geschieht halt alles ohne Grund.

    Ebene 4: Dies ist die Ebene des Filmzuschauers. Unweigerlich beginnt man selbst in Rubber hineinzuinterpretieren. Der Film regt zum Querdenken an und man fängt an sich Fragen zu stellen. Doch man kann diese nicht klar beantworten. Reine Willkür eben !
    Somit erfüllt sich auch die Absicht des Regisseurs, der Zuschauer kann sich Gedanken machen über keinen Grund.

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    Voll das Roadtripmädel !

    Rubber spaltet die Massen, die einen dürften den Streifen als unfassbar langweilig und zugleich trashig bockschlecht empfinden und diesen vorzeitig beenden und sich lieber anderen Dingen widmen.

    Die anderen sind offener und wundern sich das es der Regisseur tatsächlich irgendwie schafft dem Autoreifen Achtung Wortspiel “Profil” zu verleihen.

    Damit schafft es der Reifen neben den anderen Schauspielern auf eine gewisse Art und Weise den Film zu tragen, soweit man Toleranz übt und bereit ist sich auf dieses skurille “tiresome” Bühnenstück einzulassen, da der Streifen auch nach herkömmlichen Filmkriterien für Hartgesottene des öfteren als langweilig daherkommt.

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    Voll der ” Burning Rubber “

    Das Filmende ist allerdings so dermaßen bescheuert, dass es auch gleichzeitig schon wieder als genial bezeichnet werden kann.

    Hollywood kann sich schonmal warm anziehen.

    Regisseur Quentin Dupieux gehört die Hand geschüttelt für solch einen herrlichen Schwachsinn “ohne Grund” !

    Einer der unbekannten Filme der mich extrem überrascht hat, trotz seiner sehr eigenwilligen Ausrichtung !

    Mir gefällt das Ding einfach ( bescheuert ) gut und so vergebe ich 8 von 10 Stahlfelgen.

    #915749
    UllusUllus
    Teilnehmer

    Hier noch der deutsche Trailer zu Rubber, was für ein Film…..

    #915750
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Der Trailer sieht eigentlich recht witzig aus. Mal sehen, ob die Videothek den hat.

    #915751
    UllusUllus
    Teilnehmer
    captain carot wrote:

    Der Trailer sieht eigentlich recht witzig aus. Mal sehen, ob die Videothek den hat.

    captain: Rubber vergisst man nicht, viel Spass damit !

    #915752
    retroretro
    Teilnehmer

    Herrlich abgedreht der Film bzw. der Trailer.
    Ein Film, der Spuren hinterlassen wird ^^

    #915753
    UllusUllus
    Teilnehmer

    @ retrofreak: Du sagest es, gut formuliert, übrigens Rubber ist recht günstig zu erwerben, bei Amazon kostet die DVD knapp 7 Euro und die Blue Ray knapp 9 Euro !

    #915754
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    @Ullus Was für ein Zufall, heute war bei mir nämlich auch Arthouse angesagt gewesen. Mann beisst Hund.

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    Von der Technik sollte man nichts, aber auch gar nichts erwarten. Die Dialoge sind gut verständlich und ab und an kann man auf dem Bild das Geschehen sogar verfolgen.
    Der Film selber ist ein bisschen so eine Mischung aus Natural Born Killers und My Son, my son, what have ye done. Diese Mockumentary mit Benoit Poelvoorde in der Hauptrolle schert sich einen Dreck um die politische Korrektheit. Die Kommentare des Killers sind zynisch, weisen aber dennoch meist einen wahren Kern auf, den man nur allzugerne ausblenden würde.
    Was man aus dem Film mitnimmt, ist wohl stark vom eigenen Charakter abhängig. Ein filmisches Experiment, dass seinen ganz eigenen Sog entwickelt. MMn einer der besseren Filme aus dem Arthouse Bereich, trotz der für dieses Genre typischen Längen.
    Ich gebe mal 6,5 von 10 Miesmuscheln, Kunstkinofans addieren noch 1 oder 2 Punkte dazu.

    #915755
    UllusUllus
    Teilnehmer

    @ Kong: Mann beißt Hund habe ich auf meiner Lovefilmliste stehen, bin mal gespannt wie der auf mich wirkt.

    Rubber kenne ich schon länger, jedoch weiß ich nicht mehr von woher?

    Es gibt eine Website mit dem Namen Mann beißt Film, dort schreiben Freiwillige Redakteure öfters gute Filmberichte aus allen Bereichen. Dank dieser Website bin ich schon auf manch vergessenem und auch ungewöhnlichen Film aufmerksam geworden.

    Vor kurzem habe ich einen sehr künstlerisch angehauchten Film gesehen, der dort besprochen wurde. jedoch hat mir dieser überhaupt nicht gefallen. Dennoch werde ich diesen Film eventuell hier doch mal vorstellen, denn der war schon sehr anders.

    Ein argentinischer Streifen mit Film Noir, Steampunk, und märchenhaften sowie sehr skurrillem Touch, soviel sei schon mal gesagt !

    #915756
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Es schadet nie, etwas über Filme aus erster Hand zu erfahren. Gerade abseits des Mainstreams wartet noch so manche Perle. Nur ist es halt vielmals so, dass irgendwelche Lieblinge der Feuilletons über den grünen Klee gelobt werden und nichts weiter als epische Langweiler sind. Rubber hab ich sogar in der teuren Mediabook Version, muss ihn mir mal bei Gelegenheit vornehmen. Aber alle 1-2Wochen ein Arthousemovie tuts auch. Vielleicht schaue ich mir Dogtooth als nächstes an. Vom selben Label (Störkanal) sind noch diverse andere Perlen erschienen, da lohnt es sich einen Blick zu riskieren.

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