Erinnerungen eines Man!acs. War früher wirklich alles besser???

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  • #1213943
    bupplebupple
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    Moin,

    ich habe genau dasselbe Problem wie du, Belphegor. Ich weiß aber, woran es liegt – zumindest bei mir.

    Final Fantasy 7 war mein erstes RPG. Ich wusste nichts vom Spielprinzip Tank, Healer, DD – eine Person zieht die Gegner auf sich, eine andere heilt diese Person, während die dritte Person ungestört den Gegner fertig macht. Über so eine Art Prinzip habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Wenn mein Charakter eine Stufe aufgestiegen ist, habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig. Da ich die Spielmechanik nicht verstand, musste ich gnadenlos leveln, um weiter zu kommen.

    Mittlerweile bin ich einige RPGs älter und weiß genau, was kommt. Eine riesige Story, zig Bosskämpfe und Charaktersteigerungen. Es gelingt mir immer schneller, das Kampfsystem – die Spielmechanik – zu verstehen. Das führt dazu, dass ich das Spiel mehr oder weniger technisch aushebeln kann, die Schwachstellen nutzen kann. Ich erkenne sofort Schwachpunkte. Diese Demaskierung reduziert das Spiel ziemlich rasant auf Nullen und Einsen. Die Energie, welche die Programmierer reingesteckt haben, verpufft. Und so schwindet die schöne Illusion eines vielseitigen Charakters mit Hintergrundgeschichte, da ich einfach nur mathematisch vorgehen muss, um nach monotoner Arbeit “The End” zu lesen.

    Mittlerweile weiß man:
    – maximales Level ist 99
    – am Ende sind physische Attacken schneller und kräftiger als magische
    – auf Feuer folgt Feura, folgt Feuga
    – am Ende kommt der Vor-Endboss, danach kommt der Endboss.
    – der Endboss oder der Vor-Endboss ist jemand, dem der Charakter zuvor nahe stand
    – jeder spielbare Nebencharakter bekommt sein eigenes kleines Szenario mit Zwischenboss
    – Am Anfang beginnt die epische Geschichte ganz klein und unscheinbar

    Es gibt noch etliche weitere Beispiele. Mit diesem Wissen wird man einfach nicht mehr überrascht.

    Gruß,
    bupple

    #1213944
    bupplebupple
    Teilnehmer

    Und noch was:

    Guck dir mal Speedruns bei Youtube an. Die nehmen jedem Videospiel den eigentlichen Glanz, wenn jeder Glitch ausgenutzt wird.

    #1213945
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    @Belphegor: Da ich damals was ausfuührliches dazu geschrieben hab Kurzfassung. Man wird älter, kritischer und schwerer zu begeistern. Gleichzeitig neigt man dazu, Kindheit und Jugend zu verklären.

    #1213946
    BelphegorBelphegor
    Teilnehmer
    captain carot wrote:

    @Belphegor: Da ich damals was ausfuührliches dazu geschrieben hab Kurzfassung. Man wird älter, kritischer und schwerer zu begeistern. Gleichzeitig neigt man dazu, Kindheit und Jugend zu verklären.

    Das denke ich auch und trifft auch bei mir großteils zu. Aber ich denke das dies nur bei einigen so zutrifft und es keine allgemeingültige Aussage gibt bzw.geben kann. Manch Anderer hat ja auch andere Gründe genannt und GENAU das interessiert mich. Die Vielseitigkeit warum sich dieses Gefühl ändert. Ich finde daher die Rückmeldungen sehr spannend und wie gesagt, habe auch den Aspekt technisches altern in meine Überlegungen mit rein genommen und meine Ansichten etwas revidiert. Siehe meinen letzten Post.

    #1213947
    BelphegorBelphegor
    Teilnehmer
    bupple wrote:

    Moin,

    ich habe genau dasselbe Problem wie du, Belphegor. Ich weiß aber, woran es liegt – zumindest bei mir.

    Final Fantasy 7 war mein erstes RPG. Ich wusste nichts vom Spielprinzip Tank, Healer, DD – eine Person zieht die Gegner auf sich, eine andere heilt diese Person, während die dritte Person ungestört den Gegner fertig macht. Über so eine Art Prinzip habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Wenn mein Charakter eine Stufe aufgestiegen ist, habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig. Da ich die Spielmechanik nicht verstand, musste ich gnadenlos leveln, um weiter zu kommen.

    Mittlerweile bin ich einige RPGs älter und weiß genau, was kommt. Eine riesige Story, zig Bosskämpfe und Charaktersteigerungen. Es gelingt mir immer schneller, das Kampfsystem – die Spielmechanik – zu verstehen. Das führt dazu, dass ich das Spiel mehr oder weniger technisch aushebeln kann, die Schwachstellen nutzen kann. Ich erkenne sofort Schwachpunkte. Diese Demaskierung reduziert das Spiel ziemlich rasant auf Nullen und Einsen. Die Energie, welche die Programmierer reingesteckt haben, verpufft. Und so schwindet die schöne Illusion eines vielseitigen Charakters mit Hintergrundgeschichte, da ich einfach nur mathematisch vorgehen muss, um nach monotoner Arbeit “The End” zu lesen.

    Mittlerweile weiß man:

    – maximales Level ist 99

    – am Ende sind physische Attacken schneller und kräftiger als magische

    – auf Feuer folgt Feura, folgt Feuga

    – am Ende kommt der Vor-Endboss, danach kommt der Endboss.

    – der Endboss oder der Vor-Endboss ist jemand, dem der Charakter zuvor nahe stand

    – jeder spielbare Nebencharakter bekommt sein eigenes kleines Szenario mit Zwischenboss

    – Am Anfang beginnt die epische Geschichte ganz klein und unscheinbar

    Es gibt noch etliche weitere Beispiele. Mit diesem Wissen wird man einfach nicht mehr überrascht.

    Gruß,

    bupple

    Ja,denke ich auch. Habe ich erstmal eine grundlegende Spielmechanik durchschaut kann ich analytisch an das Spiel gehen. Ob ich das dann so machen muss oder mich auf andere Dinge fokussieren kann steht auf einem anderen Blatt. Das war beim “Erstkontakt“,knapp dem Windelscheisseralter entwachsen noch anders.

    #1213948
    Max SnakeMax Snake
    Teilnehmer

    @Belphegor Es gibt auch im PS 3, 360 und Wii Spielerlebnis, das ist uns gestaunt hat.
    Ich sage der riesen Finger bei Asura’s Wrath ;-)

    #1213949
    BelphegorBelphegor
    Teilnehmer
    Max Snake wrote:

    @Belphegor Es gibt auch im PS 3, 360 und Wii Spielerlebnis, das ist uns gestaunt hat.

    Ich sage der riesen Finger bei Asura’s Wrath ;-)

    Es gibt auch heute noch genug Momente in aktuellen Spielen die mich begeistern,keine Frage. Habe auch immer noch Spaß. Aber unterm Strich muss ich doch festhalten, zocken an sich ist nicht mehr das soooooo emotionale Erlebnis wie mit 8,9 oder auch 15 Jahren. Das ist auch ok. Aber ich finde das muss ich auch so wahrnehmen und letztlich akzeptieren. Hat sich verändert, das ist normal und auch ok so, solange der Spaß noch immer da ist. Und dann gebe ich auch gerne viel Geld aus für alte Spiele die eh nur noch im Regal stehen weil ich mir meine Erinnerungen daran nicht kaputt machen will.

    #1213950
    BelphegorBelphegor
    Teilnehmer
    Max Snake wrote:

    @Belphegor Es gibt auch im PS 3, 360 und Wii Spielerlebnis, das ist uns gestaunt hat.

    Ich sage der riesen Finger bei Asura’s Wrath ;-)

    P.s. Asuras Wrath wollte ich eh noch günstig kaufen. Hatte das Spiel schon vergessen. Danke für die Erinnerung ;-)

    #1213951
    GipettoGipetto
    Teilnehmer
    Belphegor wrote:
    …Und dann gebe ich auch gerne viel Geld ….

    Stichwort Geld! Eines muss man auch sagen. Früher im Kindesalter bis hin zum Jugendlichen hatte man, ich zumindest, immer zu wenig Geld. Neue Spiele wurden vorher akribisch im Zeitschriften studiert und mit Freunden gefachsimpelt. Ein neues Spiel zu erwerben war was besonderes.

    Und heute…..heute kaufe ich ein Spiel manchmal sogar gleich 2mal(1mal zum Spielen, und 1mal zum Sammeln und verschweißt lassen). Mein “to anzock” Regal ist ständig gefüllt.
    Und das Besondere Etwas, wenn man ein neues Spiel erwirbt, ist komplett weg. Selbst Special Editions gehen mir schon auf Nerven. Heute bekommt jedes Game eine Special Edition. Früher, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Collectors Edition wirklich was Tolles.
    Ubisoft zB schießt heute den Vogel komplett ab und bringt zum Release 3 Editions raus!?! Ich meine, Hallo? Gehts eh noch…..

    #1213952
    Red XIIIRed XIII
    Teilnehmer
    Gipetto wrote:

    Stichwort Geld! Eines muss man auch sagen. Früher im Kindesalter bis hin zum Jugendlichen hatte man, ich zumindest, immer zu wenig Geld. Neue Spiele wurden vorher akribisch im Zeitschriften studiert und mit Freunden gefachsimpelt. Ein neues Spiel zu erwerben war was besonderes.

    Richtig! Mit dem bisschen Taschengeld (bzw. Lehrlingsgehalt), das man damals zur Verfügung hatte, musste man sich mehr als gut überlegen, was man sich zulegen wollte.
    Und weil man sich nicht jeden Titel leisten konnte, wurde jedes Spiel dafür umso intensiver gezockt/genossen.

    Heutzutage habe ich genug Geld, um mir alles leisten zu können, was mich interessiert.
    Leider hat dies aber auch zur Folge, daß Spiele, die nicht gleich zünden, oft vorschnell wieder weggelegt werden, um sich gleich dem nächsten Teil zu widmen.

    Zumindest bei mir ist es seit ein paar Jahren so, das Titel eher abgearbeitet denn genossen werden.

    #1213953
    GipettoGipetto
    Teilnehmer

    Du sagt es Red XIII!
    Auch bie mir werden die Spiele irgendwie abgearbeitet. Man sollte Spiele mal bewusst nicht kaufen. U.a. Vorbestellungen weglassen. Apropos auch Vorbestellungen:
    Da ist mir schön langsam zu doof, kaum rückt ein Release eines Spiels an sind viele vollkommen ausn Häuschen und müssen sich das Spiel vorbestellen.

    Ich glaube, wenn man eine Zeit lang keine Spiele kauft, schätzt man eine neues Game umso mehr und spielt dieses dann auch intensiver. Da passt der Spruch: Weniger ist mehr.

    #1213954
    ElreyElrey
    Teilnehmer

    Ich denke zum Thema Geld gibt es aber zwei Seiten.
    Es macht natürlich einen Unterschied, ob man ein Spiel quasi im Vorbeigehen kauft oder sich sehr lange zusammen sparen muss. Wenn ich da zurück denke, wie ich mir Donkey Kong Country für 140DM zusammen gespart habe, das wird immer etwas Besonderes bleiben. Vor allem das Gefühl damals es endlich geschafft zu haben. Oder Nintendos Tennis für den GameBoy. Das war soweit ich mich erinnere mein erstes, eigenes gekauftes Spiel. Wenn ich Beide heute in die Hand nehme, kommen natürlich die ganzen Erinnerungen zurück und man bekommt dieses wohlige Gefühl in der Bauchgegend.

    Andererseits, heute wo ich Spiele mir “einfach” kaufen kann, hat auch was. Wie viele Titel habe ich damals verpasst, die mich absolut begeistern? Beispiel wäre Castlevania IV, Axeley, Gargoyles Quest oder Streets of Rage 2, die ich mir dann erst vor ein paar Jahren gekauft habe. Heute passiert mir das nicht mehr. Seit der Dreamcast/PS2/GC/Xbox Zeit habe ich die Perlen schon zu Hause wie Skies of Arcadia, Fire Emblem, Ikaruga, Okami, Killer7, usw., usw. und das ist auch ein tolles Gefühl einfach die Topspiele gezockt zu haben und nicht mühsam über Flohmärkte, Ebay etc. alles zusammen zu tragen.

    Ich denke die Zeiten sind weder schlechter oder besser sondern einfach anders. Jede Zeit hat ihre Höhen und Tiefen. Wenn ich daran denke wie ich mir aus Versehen die ein oder andere Gurke mit sauer Ersparten gekauft habe, könnte ich heute noch vor Wut ins Joypad beißen. Da bin ich sehr froh, das ich das heute einigermaßen gut verkraften kann. Klar, sauer bin ich immer noch aber es schmerzt einfach nicht so sehr weil ich weiß das ich mir zur Not auch ein anderes Game kaufen kann. Beste Beispiele sind Alien Isolation oder Vanquish die bei mir gar nicht gezündet haben.

    #1213955
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Das Gefühl von damals hat sicher nichts mit Verklärung zu tun, das war schon so. Besonders als man selber noch keine Konsole hatte, in den Ferien früh aufgestanden ist, um im Fachgeschäft rechtzeitig an der Konsole zu sein.
    Bekannte hatten auch ein NES, auch da konnte ich es kaum erwarten, bis wir da waren, um eine Runde SMB zu zocken.

    #1213956
    ElreyElrey
    Teilnehmer

    Zum Thema abarbeiten:
    Das geht mir bei für mich doch nicht so guten Spielen auch so. Aktuelle Beispiele sind oben genanntes Alien Isolation oder Knack. Da spiele ich dann meistens nur noch um das Ende zu sehen und natürlich für die Games Challenge 2015 ;-)

    #1213957
    Red XIIIRed XIII
    Teilnehmer
    Elrey wrote:

    Wenn ich daran denke wie ich mir aus Versehen die ein oder andere Gurke mit sauer Ersparten gekauft habe, könnte ich heute noch vor Wut ins Joypad beißen.

    Bei mir wäre das dann wohl “Robocop 3” auf SNES gewesen…

    Elrey wrote:

    Wie viele Titel habe ich damals verpasst, die mich absolut begeistern?

    Hielt sich bei mir zum Glück halbwegs in Grenzen. Da ich schon relativ bald nach beginn der Zockerkarriere in die Lehre kam, stand mir zumindest ein Stück weit mehr Geld zur Verfügung, welches ich ausgeben konnte.
    Zudem nutzte ich öfters auch mal die Gelegenheit, Spiele über Kleinanzeigen in der Zeitung zu kaufen.
    Ich trauere heutzutage eher all den Spielen hinterher, die ich wiede verkauft habe, um mir neues Zeug anzuschaffen. (gerade ganz zu Anfang, noch vor der Lehre)

    Und was das abarbeiten angeht:
    Ist ja nicht bei jedem Spiel so. Es gibt auch heutzutage immer mal wieder einen Titel, der mich umhaut und in seinen Bann zieht. So ein Beispiel wäre wohl “Batman: Arkham Asylum” oder auch “Alan Wake”.

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