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  • #1817949
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Ich sagte ja, dass die Effekte emuliert sind, aber es ging mir eher um das Flair. Davon ab, auch wenn du aus einem technischen Standpunkt heraus recht hast, dass Mode 7 mehr als eine flache Plane war, die gedreht und gezoomt werden konnte, leider zeigen es nicht allzu viele Games und das meiste davon sind “flache” 3D Rennspiele, die meinetwegen auch Screen-Splitting boten.
    Klar: Wolfenstein komplett in Mode 7 laufen zu lassen, ohne dass man es merkt, das ist schon ne krasse Leistung, das haben aber ID Software bis vor kurzem niemanden verraten und somit der Kiste die Möglichkeit entzogen, dass anderen es ihnen gleich tun.

    Aber nichts sensationelles, da ich das Gefühl hatte, bei F-Zero beinah alles gesehen zu haben, was “3D” mäßig mit roher Snes Hardware zu machen war.
    Der Rest war mehr so “Boah! Schau mal wie das dreht und Zooooot!!” also “Spielereien”, die zwar hübsch anzusehen waren aber bis auf ein paar Ausnahmen (z.B. intelligent in einigen Bossbattles integriert) kaum das Spiel aufgewertet haben.

    Megadrive Star Fox Demo vs Snes original
    Das soll jetzt nicht wie einen Äpfel-mit-B. Vergleich rüberkommen: Es sind alles Demos die von einzelnen Menschen gestemmt werden, mit Assets, die eigenhändig nachgebildet werden müssen und mit dem Anspruch zu schauen, wie weit mit roher Hardware eine bestimmte Konsole imstande ist, ähnliches zu leisten, wie die Vorlage, die Custom-Chips benutzt.
    Und da braucht sich die Demo oben nicht verbergen m.M.n., wenn man davon ausgeht, dass mit der entsprechenden Feinpolitur etwas “Star Fox” ähnliches auf dem MD gegangen wäre, zumal die Weitsicht und die geringfügig niedrigere Framerate beinah auf Snes Niveau sind.

    Die Demos von deinen Snes Sachen sind übrigens super, schade, dass die Entwicklungsumgebung so lange auf sich warten läßt, um wirklich zu schauen, was mit dem Snes möglich ist, mit einer der besten 16 Bitter unter vielen ever. 😉

    #1817951
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Wenn du den Renderbereich um ein Drittel reduzierst und die Framerate, dann bleibt am Ende die halbe Arbeit. 😉

    Der SFX Chip ist vor allem deshalb cool, weil er wesentlich mehr als einfach nur 3D kann und dabei extrem günstig in der Produktion war. Natürlich nicht gratis aber für einen ziemlich fähigen Chip wirklich günstig.

    Sega hat damals ein PR-Fass aufgemacht wegen dem SVP-Chip in Virtua Racing, weil der halt viel leistungsfähiger wäre. Was Polygone zeichnen angeht stimmte das sogar. Aber dafür war das Ding auch schweineteuer. Ergo gab es nie ein zweites Spiel damit.

    SuperFX Spiele: ich weiß ja dass immer gerne auf Star Fox geschielt wird, wobei das nur mit halbem Takt läuft. Technisch fand ich eigentlich immer Vortex den Benchmark Titel (für echtes 3D). Ich bin mir gerade nicht sicher aber ich meine das wäre sogar ein SlowROM, könnte also ggf mit FastROM Patch noch mal besser laufen.

    Das schubst mehr Polygone (leider nicht immer so clever designt) und sehr viel mehr texturierte Objekte durch die Gegend als andere SFX Titel.

    #1817954
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Valid Point, nur, dann ist es am Ende auf dem MD noch günstiger. 🙂

    Ich war nie sonderlich der Freund der FX Chip Ära, kann aber die Attempts würdigen und bedaure, dass es nur ein paar Spiele gab, die spielerisch wirklich was hergaben.
    Und da wir annodazumal keinen Blassen davon hatten, was/wie/warum Slow/Fast-sonstwie Rom verwendet wurde, ist die Geschichte so ausgegangen, wie wir sie kennen und muss mich damit zufrieden geben, dass das Snes im Grunde DIE Konsole ist, bei der am meisten Potenzial verschenkt wurde anhand der zig Möglichkeiten, die zur Verfügung standen.
    Eventuell nicht so einfach zu programmieren? Mag sein, aber dafür Architektur-technisch wesentlich spannender, als alles, was damals aus der Richtung auf dem Markt war.
    Am Ende haben natürlich die günstigere Versionen aller erdenklichen Optionen gewonnen um einen Massenmarkt zu stillen, in dem ein paar Genres diktiert haben, wohin die Reise gehen sollte und Experimente, auch aufgrund der Kosten, die Ausnahme blieben.
    Um so schöner, dass Fans die alten Kisten nicht vergessen haben und auch nach so vielen Jahrzehnte Motivation da ist, Software dafür zu programmieren.

    Wäre ich Programmierer geworden, wie einst in Italien der Plan war, als ich die Laufbahn in die Richtung zwar einschlug, aber nichts daraus wurde, säße ich heute bestimmt vorm Compi und würde zusehen, dass ich mir die Spiele für “meine” PcEngine kompiliere, die mir Capcom, Konami, Irem und co. auf der Konsole bis heute schuldig sind! 😉

    #1817971
    Kikko-ManKikko-Man
    Teilnehmer

    Ich fand es schade, dass so viele Super FX-Spiele gecancelled wurden. Nicht nur Star Fox 2, FX Fighter, aber auch Comanche, was mir wieder eingefallen ist, da der Captain Voxel-Grafik erwaehnte:

    Waren alles spannende technische Experimente.

    Noch zu Port von alten Spielen auf alte Konsolen: Finde ich in der Regel auch nicht so spannend, kann aber schon nachvollziehen, wenn man sich freut, dass ein Spiel fuer eine seiner Lieblingssysteme erscheint. So Sachen wie Eye of the Beholder auf C64 war damals unvorstellbar.

    #1817972
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    In meinem Fall geht es bei der PcE ausschließlich um Arcade Ports, die der Konsole gut gestanden hätten.
    Nicht, dass auf Necs Wunderkästchen solche Software Mangelware gewesen wäre, aber bei den guten bis sehr guten Ports aus den bekannten Häusern wie Konami, Capcom etc., da war ich schon verärgert, dass die unsägliche Nes Klausel der Exklusivität bei Arcade Ports erst fallen musste, damit die Firmen Games für die Engine portieren konnten, die es auf Nintendos 8Bit Klotz bereits gab.

    Aber als es dann so weit war und Konami zwar fulminant los legte ( Gradius 1 und 2, Salamander, Parodius etc.) aber bei der Software Wahl fürs Erste offensichtlich blieb und dann nichts mehr kam ( kein Contra 1 oder 2?? So was fehlte auf der Engine total!) da schraubten Capcom und Irem auch etliche Gänge zurück und so was wie Black Tiger, Ghosts n Goblins, Trojan, Legendary Wings, R-Type 2 etc. etc. etc. tja, nichts davon wurde umgesetzt.
    Die Zeit spielte auch eine Rolle, da die PcE für die damaligen Begriffe “alt” geworden war ( so um 1991/92 herum ) und die Spiele selbst um so mehr. Ghosts n Goblins ist Jahrgang 1985.

    @SNES the almost best Console ever
    Was witzig ist, sind auch diese Codierungen, die Full-Motion ähnliches erlauben, die aber zu der Zeit nur mit viel Speicherplatz, also ausschließlich mit CD-Roms möglich waren.

    Super Road Blasters Snes-MSU Enhanced
    Auch so eine Spielerei, die möglich ist und sich in die lange Liste der Sachen einreiht, die mit Zusatz-Kram auf dem Snes möglich war und den Eindruck erweckt hätte, es mit einem CD Laufwerk basierten Spiele zu tun zu haben.
    “Hätte” weil Super Road Blasters das Werk von Fans ist, die sich mit solchen grafischen Darstellungen auf dem Snes beschäftigt haben, und zwar mit heutigen Tools, so dass man nur spekulieren kann, was das damals für einen Aufwand bedeutet hätte, so was zum Laufen zu kriegen.
    Auf jeden Fall cool, aber so langsam verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass das Snes an sich technisch nicht so viel konnte und für jeden Shit, den man umsetzen wollte, ein spezial-Gedöns gebraucht wurde, um das jeweilige Spiel zum Laufen zu kriegen! 😛

    #1817976
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    C64, tja, ich mag den Sound aber ich hasse die Farbpalette. Geht natürlich immer schlimmer, siehe Speccy.

    Commanche, FX Fighter (das kam zumindest für PC), da gibt es schon ein paar Sachen, die ich gerne noch gesehen hätte. Wahrscheinlich war ed unterm Strich richtig, den Stecker zu ziehen und sich bei 3D aufs N64 zu konzentrieren. Donkey Kong Country und andere Titel zeigten 1994/95/96 noch mal wo das SNES konkurrieren konnte während 3 D auf der Kiste nach Ridge Racer ziemlich alt aussah. Schade ist es trotzdem.

    Was die Demo angeht, die zeigt ziemlich schnelle Voxelgrafik ohne SFX (oder SA-1) nur mit FastROM. Tatsächlich etwas das ich nicht für möglich gehalten hätte.

    SuperCD: da gibt es ja eh die Sony Version und die Philips Fassung. Und die sind beim CD-Part ziemlich unterschiedlich. Wäre FMV gegangen? Definitiv. Dank Double Speed Laufwerk sogar in besserer Quali als auf der Konkurrenz, aber wohl a) auf Kosten der Spielzeit und b) ohne guten Videocodec wie MJPEG später auf der PlayStation. Das Philips Teil hätte für den CD Part eine echt schon fähige CPU gehabt und vergleichsweise viel RAM.

    MSU-Enhanced: das bietet ja vor allem CD-mäßig Platz.

    Übrigens, das NES hat auch eine Reihe Zusatzprozessoren auf verschiedenen Modulen. Einerseits wäre sowas heute a) nicht mehr bezahlbar weil die Chips viel teurer sind und b) wäre eine ausreichend schnelle Datenverbindung nicht gerade trivial (Stromverbrauch usw mal ganz außen vor). Aber damals war die Idee schon ziemlich genial, preiswerte Custom Chips verbauen zu können.

    Zwei Dinge muss Nintendo sich definitiv ankreiden lassen, SlowROM und den niedrigen CPU Takt. 7,16MHz wären sicher drin gewesen 1990. In vielen Punkten ist die Hardware einfach gut.

    P.S.: berücksichtigt man den Faktor Zeit, dann sehen die 16-Bit Konsolen gegen ST und vor allem Amiga ziemlich alt aus. Die kamen einige Jahre vorher und die 2D Fähigkeiten gerade der Freundin sind für die Zeit einfach fantastisch. Der einzige Haken, so richtig blühten beide, aber gerade die Amiga Familie, eigentlich erst auf als die Konsolen schon draußen waren bzw unmittelbar vor der Tür standen.

    #1817977
    Kikko-ManKikko-Man
    Teilnehmer

    Dein PS bringt es auf den Punkt. Lese immer wieder wie Amiga mit Mega Drive verglichen wird. Die Leute scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass der Amiga im Prinzip eine Generation frueher rauskam, also zeitgleich mit dem Sega Mark III und sogar zwei Jahre vor dem Europa-Release des Master Systems.

    Zum C64: Klar, oftmals sehen die Farben etwas ausgewaschen aus. Gerade Master System und Amstrad CPC sehen so strahlend dagegen aus, beide hatten aber nicht all die komplexen RPGs in dieser Fuelle zu bieten, was fuer mich damals ein entscheidender Punkt war. Auch wenn man sich die Genre-Fuelle des C64 anschaut, haben andere 8-Bit-Systeme kaum eine Chance – es gibt unmengen Text- und Grafikadventures, Simulationen, Wirtschaftsimulationen, Rundenstrategie-Spiele, und und und, siehe Zak Mckracken, Pirates, Gunship, Ultima 5, Legacy of the Ancients, Dragon Wars, Might and Magic 2… Der C64 wird halt von Leuten, die sich damals noch nicht mit komplexeren Spielen beschaeftigt hatten, heute auf Action/Geschicklichkeits-Kram reduziert und da kann er nicht mit den Spielen aus Japan konkurrieren. Zum falschen Bild des C64 tragen auch die Neuveroeffentlichungen wie z.B. fuers Evercade bei. Alles komplexe benoetigt eine Tastatur, sowas wird halt nicht wiederveroeffentlicht. Hatte meinen zu Weihnachten 1986 bekommen, habe also im kommenden Winter 40 Jahre Zockerleben hinter mir.

    #1817979
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Die Faszination für Spielkonsolen bestand damals für mich ja darin, dass die selben Firmen aus der Arcade nebenan genau die Spiele konvertierten, die mir Münzen entwendeten.
    Die Homecomputer Szene war hier im Norden besonders stark, so dass ich mich später verwundert die Augen rieb, wie viel Software für die Commodore Reihe hier in den Regalen lag und wie groß die Szene unter Schülern war, die dafür sorgten, dass die Software zu Hause immer mehr wurde. 😉

    Von daher fielen meine Vergleiche damals anders aus, und bevorzugte immer Gaming-Konsolen. Ich erkannte, dass auf den Haus-Maschinen fantastische Games zwar möglich waren, aber genau die Spiele, die ich haben wollte, die waren in den meisten Fällen für Amiga und co. ziemlich mies umgesetzt.
    Und so kaufte ich mir Weihnachten 88 ein NES, auch wenn ich mir alles andere hätte leisten können.
    Aber Super Mario Bros ( glaube ich heute kaum noch: Mein Kaufgrund) Caslevania, Gradius, Ghosts n Goblins etc. lockten einfach mehr, auch wenn einige natürlich sehr unter den Limitierungen des Nes “litten”, was nicht heißt, dass ich unglücklich war.

    Kurze Zeit später dann mit dem MS spielte ich plötzlich Sega hoch-karäter wie After Burner, Out Run und co. zu Hause, redete mir die Games schön aber mit der PcE 1989 war die Sache für mich klar: DIE Traumkonsole für meinen damaligen Geschmack war erschienen und alle mir bekannten Entwickler boten Software in einer Qualität, die ich nimmer für möglich gehalten hätte.
    Nebenbei verfolgte ich immer die Entwicklung der Home-Szene und eine anständige Collection aller von mir geliebten C-64 und Amiga Spiele fehlt mir bis heute, auch wenn die Games darauf, wesentlich simpler wären, als die, die euch zu den Kisten gelockt haben. 😉

    #1817980
    Kikko-ManKikko-Man
    Teilnehmer

    @”aber genau die Spiele, die ich haben wollte, die waren in den meisten Fällen für Amiga und co. ziemlich mies umgesetzt.”

    Das stimmt natuerlich. Ist das selbe wie mit den ganzen Filmumsetzungen damals: der grosse Name des Films oder des Arcade-Games wird es schon richten, Geld und Zeit in die Entwicklung stecken ist nebensaechlich. Interessant, dass all die Film- und Arcadeumsetzungen fast zu 100% aus UK stammten. Umgekehrt gab es aber natuerlich auch nicht wenig Qualitaetssoftware von dort.
    Gute Arcade-Umsetzungen fuer C64 und Amiga muss man schon fast mit der Lupe suchen: Gradius/Nemesis und Salamander fuer C64 sind toll, R-Type, Wonderboy in Monsterland, Pac Mania fuer beide Systeme sind auch gut. Was ich fuer Amiga auch sehr gerne mag ist Silkworm, was im Coop einfach klasse ist, und Midnight Resistance, auch wenn das nicht an den grossartigen Mega Drive-Port rankommt, der das Arcade-Original ueberfluegelt. Ich glaube das kriegt viel Hass ab, aber ich mag Final Fight fuer Amiga mit der neuen Intro-Musik. Problem soweit ich das mitbekommen habe: Ein Typ machte den Port in ner Handvoll Monaten. Da sind wir wieder: der grosse Name wird es schon richten, Geld und Zeit in die Entwicklung stecken ist nebensaechlich.

    #1818005
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Natürlich hat der C64 viele gute Spiele. Ich hab tatsächlich keine persönliche Verbindung zu dem Ding weil ich den C64 live erst erstaunlich spät kennengelernt hab.

    Der erste in der Familie, der wirklich einen Computer zu Hause hatte war mein Onkel mit dem (wie man damals sagte) Amiga. Und das obwohl ein anderer Onkel von mir tatsächlich längst mit Computern arbeitete. Aber zuhause hatte der ganz lange keinen. Mein Vater war Ingrnieur im Maschinenbau. Von Zeichenbrett auf CAD ist der tatsächlich erst Ende Neunziger gewechselt.

    Kann man sich heute ja kaum noch vorstellen. Den meistverkauften Computer der Welt in seinen besten Jahren niemals live in Action zu sehen.

    Guckt man sich den C64 von der Technik an, dann gehört das Ding 1982 zu den Meisterleistungen. Und auch wenn ich die Farbpalette nicht schön finde sind zu der Zeit ganze vier knallige Primärfarben gängiger Standard zuhause. Der Sound ist definitiv ein Highlight und SID hat zurecht Kultstatus.

    Mein erster C64 live Kontakt war aber tatsächlich erst 1993, da kannte ich sozusagen kein Erbarmen mit der alten Hardware.

    Homecomputer Ports: manchmal findet man zu einem Titel auch reihenweise Versionen, davon sind dann vielleicht fast alle schlecht aber eine richtig gut. Was wir früher alle nicht wussten aber heute dank Retrogamer, timextension.com usw bekannt ist, manchmal hatten die Entwickler vielleicht den Automaten auf der Arbeit stehen, manchmal sogar nur eine VHS mit aufgezeichnetem Spiel, was es fast nie gab waren Quellcode oder original Assets. Wenn man sich das mal vor Augen führt sind viele Ports ziemlich beeindruckend.

    Ein, zwei Leute, die einen Port entwickeln, zu 8-Bit Zeiten absolut gängig, aber selbst später keine Seltenheit. Sowas findet sich bis in den Anfang der 32-Bit Ära hinein, vor allem wenn man Titel wirklich portieren konnte statt alles neu zu machen.

    #1818020
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Mittlerweile weiß alle alten Konsolen/Homecomputers um so mehr zu schätzen, seit dem Zeitpunkt, an dem die Gaminglandschaft, von der Hardwareseite her zu einem einzigen Brei mutiert ist.
    Und so finde ich die grob-Pixeligen und relativ Farb-armen Grafiken des C64 ( Hab zu Hause auf dem Spektrum angefangen zu zocken, da gab es noch weniger Farben…) sehr hübsch und optisch-gesehen, eine Art Alleinstellungsmerkmal der Kiste. Ja, solche Optiken waren so was von “C64”, die gab es woanders in der Form nirgendwo sonst.
    Wenn man so wie wir, nur mit Screenshots aufgewachsen ist und das Glück hatte, irgendwann/eventuell die jeweilige Maschine in freier Wildbahn zu sehen, dann war die Sache klar: Hatte man ein Auge dafür, wusste man bei Screenshots beinah sofort, um welche Konsole/HomeC es sich handelte.
    Im Gegensatz zu Heute, wenn man die Spiele ausklammert ( wie z.B. von Nintendo) die man eher am Design ausmacht.
    Um Besser/Schlechter geht es mir nicht, aber ein gewisses Flair fehlt mir definitiv so, dass ich von Retro-Kram abgesehen, manchmal nur am Controller erkenne, vor welcher Kiste ich sitze.

    #1818035
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Es hat effektiv seine Pros und Kontras. Bis Ende PS2 Ära hatte man nicht nur viel mehr Exclusives, teilweise waren Versionen für verschiedene Konsolen extrem angepasst. Das ist auch die letzte Generation, wo man zumindest oft erkennen kann, von welchem System Bilder sind (schon nicht mehr in jedem Fall).

    Gleichzeitig bin ich auch ganz froh, nicht mehr neidisch auf Mega Drive, Saturn oder Dreamcast zu schielen weil es dieses eine Spiel nur da gibt.

    Momentan bin ich mit Switch 2 und PC beim aktuellen Kram bestens bedient. PC (eigentlich das Legion Go S) und R36s Handheld sind dann meine primären Zeitmaschinen. Auch wenn ich noch GB, GBA, DS und so habe. Und natürlich Mini Konsolen.

    Von emotionaler Seite ist das natürlich wesentlich langweiliger als früher in der Hinsicht. Dass die versammelte Hardware sich im Kern so ähnlich ist macht ed kaum besser.

    #1818042
    Kikko-ManKikko-Man
    Teilnehmer

    Noch zum C64 und Filmumsetzungen:
    Kennt ihr das Spiel zu Platoon? Natuerlich verliert das Spiel komplett die Anti-Kriegs-Botschaft des Films, aber wenn man den echten Krieg und Film beiseite laesst und nur das Spiel fuer sich nimmt, war das atmosphaerisch ein Knaller. Im zweiten Level geht es in ein Tunnelsystem in Pseudo-3D, da hab ich mir als Kind in die Hosen gemacht, war super spannend.
    Das zweite Level sieht man bei Minute 8.

    #1818045
    Kikko-ManKikko-Man
    Teilnehmer

    Noch zum Amiga:

    Auch ein interessantes Phaenomen: Nach dem Zusammenfall des eisernen Vorhangs, bluehte der bei osteuropaeischen Entwicklern nochmal auf, waehrend der Westen schon voll auf PC umgestiegen war. War der Beginn der heute sehr starken polnischen Entwicklerszene.
    Ein Beispiel ist Citadel, ein Ego-Shooter aus Polen. Gibt gerade ein kostenloses Remaster auf GOG.
    https://www.gog.com/en/game/citadel_remonstered

    #1818046
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Platoon kannte ich nicht. Citadel dagegen schon. Das Spiel hat einen Haken im Original. Keine Musik aber dafür andauernd die gleichen Monstergeräusche gefühlt in Endlosschleife. Technisch war es aber beeindruckend. Vergleichsweise viele Bilder pro Sekunde bei texturierten Böden und Decken.

    Das sinkende Commodere Schiff verlassen? Gerade manche englischen Studios waren dann wohl U-Boot Besatzungen. Gloom oder Alien Breed 3 D lassen da an der FPS-Front grüßen. In den USA sah es da längst schlecht aus. Allerdings hatte die Kiste da nie den Stellenwert. In Deutschland sind damals viele Studios auf den PC abgewandert. Von Blue Byte kam nur noch Siedler 2 für den Amiga. Factor 5 bekanntlich auf Konsole. Thalion (scrollende 3D Grafik auch auf Amiga mit Ambermoon) war da leider schon pleite.

    Da kam halt auch viel zusammen. Die oft eher actionorientierten UK Titel hatten auf der Freundin noch eine Zielgruppe. Ostspieler und -entwickler kamen günstig an die Hardware. Für das Gros der deutschen Devs (viel Wirtschaftssims, Aufbauspiele und Co) war aber zwischenzeitlich das Publikum weitergewandert. Und der DOS-, später Windowsmarkt wuchs damals halt gewaltig.

    Mein Onkel mit Amiga hatte ab 1993 einen 486DX40. Bei uns folgte dann 1994 der erste Familien-PC mit 486DX50. Irgendwie hatte dann ziemlich schnell gefühlt jede Familie einen. Einen dicken Haken hatten die Dinger damals auch. Der Preis war verdammt hoch und trotzdem waren die Teile nach zwei Jahren zum Zocken kernschrott. Manchmal fragt man sich da rückblickend, warum die Leute das damals mitgemacht haben.

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