Videospielzeitschriften- Der offizielle Thread

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  • #1158409
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Tja Max, mit der MEinung bist du halt eher eine Ausnahme. ;-)

    #1158410
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Wer sich die “traditionellen” Video-Game-Mags heute kauft, kauft sich die wegen mehrerlei Aspekten, aber sicher nicht wegen der Aktualität.
    Den Anspruch kann ein Mag, welches einmal im Monat erscheint auch nicht erfüllen.
    Heute wird eben im Netz aktuelles recherchiert, debattiert, gehyped und geshitstormed.

    Übrigens könnte man Seiten wie gamingnerd durchaus auch den Aktualitätspferdefuß vorhalten:
    Aktueller als Live-Video-Streaming geht schlicht nicht.
    Da hecheln eben die “klassischen” Blogs den Streamern (und teilweise den Youtubern) hinterher.
    Und darüber hinaus ist es bei den Millionen von kleinen (kommerziellen) Blogs zum Thema vermutlich recht schwierig, sich als nächster Strohhalm im Haufen zu etablieren.
    Von der Problematik, die bereits diverse Male an anderer Stelle angesprochen wurde, der möglichen nicht umfassenden und zu wenig differenzierten Berichterstattung, damit man halbwegs aktuell einen Artikel verfassen kann, mal abgesehen.

    Es gibt schlicht und ergreifend Umbrüche in der medialen Landschaft. Die gab es schon immer.

    Print ist in bestimmten Bereichen sicherlich in seiner Art gefährdet. Volle Zustimmung.

    Aber für ein Magazin, das sich selber eben nicht mehr nur als eine Art Einkaufsführer sehen kann und dieses auch seiner Leserschaft vermittelt, welches aber seine (berechtigte) Nische finden kann, sieht die Zeit nach 5 Jahren vielleicht wieder anders aus. Special Interest.
    Viele dieser Art wird es eben nicht geben und noch weniger werden sich am Markt behaupten können.

    Aber den Büchern wurde auch der Tod voraus prophezeit.
    Meine Erfahrung mit dem Medium Buch bestätigt aber vor allem eines: Totgesagte leben anscheinend wirklich länger. :)

    #1158411
    CornyCorny
    Teilnehmer

    Ich fänds schöne wenn zum Switch Start nächste Woche ein only Switch Magazin erscheinen würde. Dem würde ich auch ne Chance geben. Aber ich glaub, dass das nur ein Traum bleibt.

    #1158412
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer
    SonicFanNerd wrote:

    Wer sich die “traditionellen” Video-Game-Mags heute kauft, kauft sich die wegen mehrerlei Aspekten, aber sicher nicht wegen der Aktualität.

    Das ist eben eines der Probleme. Gerade weil die Magazine immer unaktueller werden kaufen sie auch immer weniger. Hier werden Entscheidungen wie von Bethesda, Reviewfassungen erst zum Release rauszuhauen auch die gravierendsten Folgen haben, weil die Printhefte dann oft noch viel später dran sein werden. Oder den Test, z.B. bei Bethesdas beliebtem Release 11.11. vllt. noch schnell vor den Druckschluss setzen müssen.

    Quote:

    Übrigens könnte man Seiten wie gamingnerd durchaus auch den Aktualitätspferdefuß vorhalten:

    Aktueller als Live-Video-Streaming geht schlicht nicht.

    Alskleine, nur zur Info bisher nichtkommerzielle, Seite bekommen wir Muster z.B. sogar oft erst auf den letzten Drücker. Von vielen erst ab Releasetag. Auch wenn es da Ausnahmen gibt. MS haut z.B. auch an kleine Seiten früher raus und hat bisher das Embargo immer vor dem Release auslaufen lassen, i.d.R. zirka eine Woche vorher. Das heißt für uns aber auch, dass wir auch andere Sachen bieten müssen. Z.B. umfassende Previews zu Indietiteln wenn das geht. Oder eben Reviews die auch bei kleinen Spielen vollen Umfang haben können. Und natürlich, wenn das zeitlich und thematisch hinhaut, auch gerne mal etwas andere Magazinartikel. Btw. auch Brettspieltests.

    Quote:

    Es gibt schlicht und ergreifend Umbrüche in der medialen Landschaft. Die gab es schon immer.

    Print ist in bestimmten Bereichen sicherlich in seiner Art gefährdet. Volle Zustimmung.

    Nur gab es so einen Umbruch wie jetzt eben noch nie. Gerade eben auch Contenterstellung durch Streamer, Youtuber…
    Im Prinzip kann das halt ‘jeder Depp’. Egal wie belanglos das sein mag, wie gut oder schlecht. Bei gamingnerd.net gibt es z.B. Sachen wie recht deutliche Schwankungen beim Schreibstil. ^^
    Wir versuchen halt gleichzeitig, uns bei Korrekturlesen, Aufbau etc. zu verbessern. Es läuft aber halt alles nebenbei. Und ein richtiges Lektorat haben wir z.B. auch nicht.
    Sowas in der Art gilt halt für so ziemlich alle kleinen Seiten.
    Der Printmarkt für Special Interest wird dabei halt auch nicht endlos wachsen. Eher sogar auch etwas schrumpfen, was halt auch thematisch bedingt ist. Zum Thema Game Design und Entwicklung eignent sich ein Onlineangebot samt Forum z.B. viel besser.
    Im BEreich Basteln, Reparatur und Modding eigentlich auch. Ebenfalls weil hier andere mediale Möglichkeiten, interkative Angebote etc. drin sind.

    Quote:

    Aber den Büchern wurde auch der Tod voraus prophezeit.

    Meine Erfahrung mit dem Medium Buch bestätigt aber vor allem eines: Totgesagte leben anscheinend wirklich länger. :)

    Sorry, aber als ausgebildeter Buchhändler kann ich dir dazu gleich einen Stapel Dinge sagen.
    1. Bestimmte Teile, etwa Fachbuch aber auch DIY und dergleichen, haben in den vergangenen Jahren entweder eine starke Transformation hingelegt oder sind mittlerweile recht tot.
    2. Auch solche Sachen wie Karten, war früher in gut sortierten Buchhandlungen Standard, spielen keine Rolle mehr bzw. teils sind die Anbieter weg vom Fenster.
    3. Brockhaus, mal einfach so als Begriff in den Raum gestellt.
    4. Auf den ersten Blick ist die Belletristik nicht betroffen. Auf den zweiten stimmt aber auch das nicht. Es gab global gesehen in vielen Industrieländern ein starkes Wachstum bei e-Books. In Deutschland u.a. durch die Preisbindung noch nicht so sehr. Es gab genauso den Trend zum Onlinehandel. Und e-Formate sowie Onlinehandel haben hier sehr wohl schon viel verändert, gerade auch selfpublishing.

    Die Struktur des Buches macht es ganz allgemein in vielen Bereichen weniger gefährdet. Aber die digitale Revolution hat hier schon längst deutlich mehr Spuren hinterlassen als jedes andere Medium bisher.

    #1158413
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Dachte mir schon, dass du dazu in der Richtung was sagen kannst, da das ja kein Geheimnis ist, dass du gelernter Buchhändler bist. :)

    Um es platt zu sagen:
    Bücher gibt es immer noch. Und das auch nicht zu knapp.

    Im akademischen Betrieb z. B. sind die Dinger bisher immer noch unerlässlich. Natürlich von Fachrichtung zu Fachrichtung auch anders gewichtet.
    Und auch dort ist (langsamen Schrittes) die Digitalisierung angekommen.

    Die angesprochene Unterhaltungsliteratur gedeiht auch trotzdem weiter.
    Natürlich hat sich dort eben auch (wie in anderen Medien wie DVD/BR vs. digitaler Verfügbarkeit) eine Art Tandemlösung etabliert.

    Buchmessen laufen hingegen gut (Vermischung von Papier und Digital angenommen). Exemplarisch ohne das weiter recherchiert zu haben: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152190/umfrage/besucher-auf-der-leipziger-buchmesse-seit-2007/
    Allerdings herrscht dort vermutlich auch nicht unbedingt Goldgräberstimmung, oder eben nur eingeschränkt auf “aktuell Angesagtes” und alter Wein in neuen Schläuchen.

    Dass Zeitschriften/Magazine/Hefte je nach Themengebiete gefährdeter sind vermute ich auch.

    Wie lange sich das staubige alte Buch die nächsten paar Jahrzehnte wird halten können (als Medium an sich) bis es fast völlig ausgestorben ist, vermag ich nicht zu orakeln, habe aber die starke Vermutung, dass uns das Buch an sich noch überleben könnte.

    #1158414
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Müssen wirklich weiter Bäume für Bücher sterben? Hä?

    #1158415
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Das ist eine Transformation auf eine höhere Ebene. Transzendenz für Grünzeug…

    @Sonic:
    Erster ganz großer Irrtum: Fachbuch in Papierform unerlässlich. Hier gibt es zwar regionale Unterschiede, aber kaum irgendwo wiegen die Vorteile von ‘nicht auf Papier’ bei Büchern so gravierend. Einen e-Reader oder Tablet mithaben und z.B. sich automatisch aktualisierende Gesetzestexte hat nunmal ganz krasse Vorteile.

    Je stärker der Aktualitätsdruck, desto eher geht es weg von Print. Alles in allem ist die Entwicklung der bei Zeitschriften also nicht mal sooo konträr.
    Oder eben auch Lexika. In Printform mausetot. Ich arbeite mittlerweile eh nicht mehr in meinem Ausbildungsjob. Aber die letzte Brockhaus Enzyklopädie die ich verkauft hab (also die großen) war 2007. Bei jüngeren Menschen war der Brockhaus da schon eher unpopulär. Mittlerweile ist er das bis in gehobene Altersklassen.

    Es wird in bestimmten Bereichen auch in 100 Jahren ziemlich sicher noch gedruckte Bücher geben. In anderen wohl dann gar nicht mehr.

    Und auch der Zeitschriftenmarkt entwickelt sich nicht linear. Es gibt Bereiche die immer noch super dastehen während andere halt den Bach runtergehen, wobei eben u.a. die Demographie der Leserschaft eine Rolle spielt, das Thema und auch der Aktualitätsdruck.
    Bei IT allgemein und Videospielen im Besonderen ist dieser Aktualitätsdruck, neben anderen Faktoren, sehr hoch. Es ist definitiv auch so, dass man sich online viel leichter und günstiger mehrere Meinungen einholen kann.
    Was heißt das in der Praxis?
    Beispiel Gamepro,
    Auflage (verkauft) Q4 2005: 72.319
    Q3 2016 (für Q4 keine Zahlen mehr): 12.007
    Rückgang: 83,4%

    CB Spiele
    Q4 2002: 763.077
    Q4 2016: 40.664
    Rückgang: 94,7%

    PC Games:
    Bis ausgelistet ebenfalls deutlich über 90% Rückgang

    GameStar hat ‘nur’ gute 85% weniger als zu besten Zeiten.

    Anders ausgedrückt, Video- und Computerspielmagazine haben früher mal grob siebenfache bis zwanzigfache Abverkäufe gehabt.
    Sich beim IVW austragen zu lassen hatte vor allem damit zu tun, dass kaum mehr Werbekunden da wären die das interessiert.
    Momentan leben viele Magazine noch durch Querfinanzierung. Hier leidet aber gleichzeitig oft die Heftqualität.

    Auf der Gegenseite gründen Branchenurgesteine wie Petra Fröhlich (früher Maueröder) was? Richtig, neue Websites. In ihrem Fall Gameswirtschaft.de

    P.S.: Zitat von Petra Fröhlich:

    Quote:
    Das liegt nahe, indes glaube ich nicht, dass die Welt ein weiteres News-Test-Tipps-Trailer-Angebot benötigt, genauso wenig wie einen weiteren Games-Youtube-Kanal. Und erst recht keine App oder ein neues Zeitschriften-Projekt. Mit Print bin ich durch.

    Die Aussage kommt wohlgemerkt von einer Person die länger dabei war als jeder aktuelle M! Games Redakteur.

    #1158416
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    Für manche scheint das Thema eine Herzensangelegenheit zu sein.

    #1158417
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Vllt. ist es auch einfach interessanter als ‘meine Konsole ist toll und deine voll doof’.

    #1158418
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    In schwierigen Zeiten erinnert man sich gerne an Sachen, die sowas wie einen sicheren Wert darstellen. Von daher ist das Wegsterben von Print durchaus ein Angriff auf eben so einen sicheren Wert.
    Ähnlich ist der Trend zu digital zu beobachten. Nur rein von der Logik bietet Retail kaum noch Vorteile gegenüber digital. Trotzdem schwört ein Grossteil drauf.
    Die Haptik löst da durchaus Assoziationen mit schönen Erlebnissen in der Vergangenheit aus.
    Darum machts mir auch Spass in alten Zeitschriften zu blättern. Wegen des Infogehalts mach ich das ja nicht. Aber etwas Instant-Zeitreise fühlt sich einfach gut an.

    #1158419
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer
    captain carot wrote:

    Vllt. ist es auch einfach interessanter als ‘meine Konsole ist toll und deine voll doof’.

    Unterschätzte den Unterhaltungswert der Nintendo Threads nicht. :D

    #1158420
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    @cap
    Also den “Irrtum” sehe ich nicht als pauschal gegeben.
    Fachbuch ist nicht gleichzusetzen mit Büchern, die man eben im akademischen Betrieb benötigt.
    Da geht es (unter anderem) z. B. auch mal um Quellenmaterial, welches eben nicht digitalisiert ist oder wird. :)

    #1158421
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Das mit dem nicht digitalisiert (ist in Textform dank diverser Projekte mittlerweile aber extrem vieles) ist natürlich ein tolles Argument.
    In der Praxis sieht das so aus, von diversen Kölner Fachbuchhandlungen (Unistadt) die ich mal kannte exisiterte beim letzten Besuch der Innenstadt vor ein paar Jahren noch eine. Weil die Fachliteratur eben entweder im Netz oder gleich volldigital gekauft wird.


    @ChrisKong
    :
    Dann vergleiche mal folgendes. Singles und Alben bei Musik. Filmverleih und Filmverkauf. PC-Spiele und Konsole. Oder Appverkauf und Retailsoftware. Das große Missverständnis ist eben, von linearen Verhältnissen auszugehen.
    Das ist aber so ziemlich nirgends der Fall. Der Singlemarkt ist in vielen Ländern schon lange rein digital, Alben verkaufen sich aber bis heute ganz passabel auf Tonträgern. Videoverleih ist mittlerweile auch fest in digitaler Hand. Es existieren zwar noch Videotheken, die sind aber überall auf dem Rückzug.
    Digital vs. Retail bei Software und Videospielen:
    Hier muss man definitiv trennen. Ein Mal über alles gesehen und ein Mal eben rein für Konsolen. Über alles sieht es nämlich für Datenträger extrem schlecht aus. Im PC-Lager spielen sie egal ob Anwendungssoftware oder Spiel eine völlig untergeordnete Rollte, im Bereich Smartphone und Tablet ohnehin gar keine.
    So gesehen sind Videospiele auf Handheld und Konsole die letzt Festung. Und die wird immer schwächer.
    Die Anzahl der USK Einstufungen fällt z.B. während die IARC Ratings auch für Konsolen steigen>Es kommt immer weniger überhaupt auf Disc und immer mehr rein digital. Die Downloadquoten für Retailspiele steigen auch immer weiter. Klar, gerade diese Generation sind dank Zwangsinstallation etc. Retailspiele auch nicht mehr praktischer.
    Andererseits könnte man hier aber die riesigen Downloadgrößen entgegen halten. Die machen für viele den Download immer noch etwas unpraktisch.
    Insofern könnte man hier prima für und wider ausdiskutieren. In der Praxis dürfte das Preisverhältnis eine große Rolle dabei spielen, dass Konsolenspiele auf Disc überhaupt noch besser laufen. Denn die Retailfassung ist bisher meist günstiger.

    #1158422
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Dem Wegsterben des lokalen Handels (übrigens branchenübergreifend) widerspreche ich keineswegs.

    #1158423
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Das ist halt der Witz. Im stationären Buchhandel sind es vor allem die ganz großen und die ganz spezialisierten, die Probleme haben.

    Mit Blick auf Zeitschriften ist es halt einfach so, dass der ganze Computerkram und eben auch Videospielzeitschriften ganz massiv Federn lassen müssten. Und auch immer noch müssen. Der Trend hält ja ungebrochen an. Und keine Zeitschrift profitiert hier davon wenn ein Konkurrenzheft eingestellt wird.

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