Hideo Kojima: Japanische Entwickler sollten Talente aus dem Westen rekrutieren

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In einem Interview mit dem japanischen Videospielmagazin Famitsu plauderte Hideo Kojima (Bild), der Vater der Metal Gear-Serie, ĂŒber die Situation deHideo Kojimar japanischen Games-Industrie.

Er sagte dass japanische Publisher eher versuchen sollten, westliche Entwickler mit einem westlichen Spiel zu beauftragen, als es selber anzugehen: “Es ist schwer zu bemerken, wenn man in Japan ist – doch die QualitĂ€tsunterschiede zum Westen werden immer offensichtlicher”. Weiterhin erklĂ€rte er: “Wenn man versucht, im Ausland erfolgreich zu sein, sollten die Entwicklerstudios zweigeteilt werden – in eine japanische und eine auslĂ€ndische Abteilung. In einem Team ist es unmöglich – alles sollte gesplittet werden, von den BĂŒros bis zu den finanziellen Strukturen.”

Viele Hersteller weigerten sich seiner Meinung nach, westliche Entwickler mit einzubeziehen, da sie höhere Löhne verlangen als einheimische Spieleschmieden. “Es gibt eine Menge talentierte Entwickler im Ausland, doch wenn sie mit japanischen Lohndimensionen gelockt werden, beißt keiner an. Es kann mit den Tantiemen eines Hollywood-Stars und eines japanischen Schauspielers verglichen werden”, erklĂ€rte er.

“Plump gesagt, sprechen amerikanische Spieler auf Games an, in denen sie eine Waffe haben und auf Aliens schießen. Manche Japaner werden sich fragen ‘Warum Aliens?’, amerikanische Spieler werden antworten, ‘Was findet ihr an den Spielen mit den androgynen Jungs, die mit riesigen Schwertern kĂ€mpfen?’. Deshalb sei es kein Wunder, dass ein Spiel nicht jede Zielgruppe gleichermaßen ansprechen könne”, schloss er.

Wie ist Eure Meinung? Findet Ihr typisch japanische Spiele abtörnend oder gefÀllt Euch genau dieses japanische Flair?

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captain carot
25. Juni 2011 14:45

FĂŒr mich sind japanische Spiele immer noch sehr wichtig. Wenn sie denn japanisch sind. Geht aus meiner Sicht immer in die Hose, wenn ein Nippon Studio auf westlich machen will.Kleiner Witz am Rande, aktuell sind die meisten Spiele bei mir aus Europa! Nur mal so nebenbei.

Transparenz Kubus
25. Juni 2011 14:22

Endlich hat er es begriffen, Japan ist in Sachen Videospiele einfach raus… Momentan spielt sich alles in den USA ab, Japan ist Softwaretechnisch irrelevant.

buddy4all
24. Juni 2011 19:29

Die japanischen Spiele werden schon aufgrund der Spielgewohnheiten japanischer Zocker nicht vom Erdboden verschwinden – siehe Monster Hunter etc. Da braucht also wirklich niemand Angst zu haben. Und genau bei solchen Titeln wie Monster Hunter sieht man dann auch, dass sie in westlichen Gefilden weniger gut funktionieren. Ergo mĂŒssen zwei MĂ€rkte bedient werden. Wie das geschieht, hĂ€ngt garantiert ein gutes StĂŒck von den eigentlichen Spielen und deren letztendlicher Ausrichtung ab. Ob nun ein großer Entwickler innerbetrieblich umstrukturieren muss, ich weiß nicht… Wer entwickelt dann das nĂ€chste MGS oder Resident Evil? Konami Ost, bzw. Capcom West? Schließlich haben sich diese beiden Marken weltweit sehr gut verkauft und bezeugen doch, dass japanische Videospielhelden nicht immer ein haushohes Schwert mit sich fĂŒhren.Wie schon von anderen vielfach erwĂ€hnt, sollten sie wieder mehr an sich selber glauben, und einfach gute Spiele raushauen!

BrickTop
24. Juni 2011 17:42

es macht schon den Eindruck,das die japanischen Entwicklerstudios in den letzten Jahren etwas hinterherlaufen. obÂŽs an den niedigeren BudgetÂŽs liegt ,weiss ich nicht. Ihren japanischen Flair geben die Entwickler aber hoffentlich nicht auf…zu westlich wĂ€r nicht gut.vorrallem gibs auch ausserhalb von Japan viele den das Japano Gedöns gefĂ€llt.schon komisch das viele Spiele bei uns nicht erscheinen oder man sie nicht importieren kann.da könnte man doch Gewinn drausmachen

captain carot
24. Juni 2011 17:17

Die sollten sich vor allem mal auf die alten StÀrken konzentrieren. Die Studios, die das machen produzieren immer noch tolle Spiele, die dem Westen nicht nachstehen, nur anders sind.

24. Juni 2011 16:24

Dr Agon SNK, bei CoD und Battleflied geb ich Dir Recht, bei GoW lĂ€ufst Du bei mir aber in ein KettensĂ€genbajonett! ;)Prinzipiell hat Kojima aber Recht. FrĂŒher, als japanische Produktionen den Markt dominiert haben, war auch noch eine ganz andere Zielgruppe vorhanden. Durch die breite Akzeptanz des Mediums, werden auch die regiontypischen Wertevorstellungen immer wichtiger. Mir zum Beispiel sind viele der japanischen Verkindlichungen und Verquickungen von Mythen zu konfus. Ich hĂ€tte mich damals zum Beispiel ĂŒber ein deutlich ernsteres Zelda oder Secret Of Mana fĂŒr das SNES gefreut oder komme mit der Verwurstung nordischer Götter oder europĂ€ischer MĂ€rchengestalten in manchen Spielen nicht klar, weil ich ein anderes Bild vor dem inneren Auge und VerstĂ€ndnis der Materie hab – von androgynen Jungs mit 3-mal zu großen Schwertern (oder magischen “”VolleybĂ€llen”” –> FF) ganz abgesehen. Das heißt nicht, dass diese Spiele deswegen schlecht oder schlechter sind!Im Endeffekt muss aber jeder Publisher und Endwickler wirtschaftlich denken, insbesondere wenn er ein AAA-Titel produziert. Der soll eben auch möglichst viele Spieler ansprechen, um auch die damit verbundenen hohen Kosten wieder einzuspielen. Genau dazu muss man sich aber zwangslĂ€ufig mit dem Publikum auseinandersetzen, denn die Konkurenz schlĂ€ft nicht.Ich fĂŒr meinen Teil halte das zu schnelle Wachstum der Industrie fĂŒr den Pferdefuß, mit dem alles angefangen hat. Das Blatt und Gesicht des Mediums Videospiele hat sich dank Sonys agressiver Marketingstrategie bei EinfĂŒhrung der Playstation drastisch gewandelt. Einstige Platzhirsche, wie Nintendo haben massenhaft an Boden verloren – oder sich selbst das Wasser abgegraben, wenn man mal bedenkt, als was die Playstation mal gedacht war – und neue KĂ€uferschichten sind fast ĂŒber Nacht (ich ĂŒbertreibe) erschlossen worden. Videospiele waren nun kein Kinderspiezeug mehr, sondern haben den Einzug ins Wohnzimmer geschafft.Vielleicht wĂ€re alles anders gekommen, wenn nicht dieser Katalysator zugeschlagen und sich der Markt langsamer entwicklet hĂ€tte, aber dieser Dropps ist gelutscht und der Hund hat sein HĂ€ufchen gemacht.

dmhvader
24. Juni 2011 16:02

@Kaoru zero oneHier ab 1:40 finde ich persönlich die ganze Verwandlung ziemlich hahnebĂŒchen und unfreiwillig komisch inszeniert, ist aber sicher auch Geschmackssache:http://www.youtube.com/watch?v=l4BtzPzOtggAnsonsten ist das Gameplay aber top – habe Resi

Dr Agon SNK
24. Juni 2011 15:44

OMG, und das vom Nippon-Game-Pope himself 🙁 .Ich vermisse die Zeiten als es noch richtig viele japanische Games auf dem Markt gab. Immer mehr US-Patriotenrotz ala CoD, Battlefield oder GoW fressen sich in die Regale. Bei ebengenannten Spielen fehlt jedliche Spieltiefe und an eine durchdachte Storyline ist gar nicht zu denken. Bei Nippon-Games hingegen werd ich immer wieder aufs neue ĂŒberrascht: Frische Ideen, coole CharaktĂ€re aber auch geniales Gameplay machen mir immer wieder Lust auf mehr Japanfutter. Das heißt nicht das aus dem Westen nur GrĂŒze kommt, aber meiner Meinung nach bekleiden Titel die Spitze der Verkaufscharts, die alles andere als innovativ sind.

24. Juni 2011 14:23

@dmhvader…könntest du bei den resi5 zwischensequenzen genauer werden…ist schon ne weile her bei mir und so recht ist mir da nix albern in erinnerung geblieben…nicht das mir irgendeine besonders in erinnerung geblieben wĂ€re

dmhvader
24. Juni 2011 13:49

Ich denke mal, das Problem fĂŒr die Japaner ist, dass die Spiele immer Hollywood-Ă€hnlicher werden! Und da sind die westlichen Firmen doch aus Erfahrung und entspr. Geschmack klar im Vorteil! Wenn ich mir so manche Zwischensequenz in Resi 5 anschaue, kann ich nur mit dem Kopf schĂŒttelt, wie albern die inszeniert wurden! DafĂŒr sollten die Japaner wirklich mal ein paar Talente aus Hollywood anheuern!Ansonsten sehe ich es vom kreativen Standpunkt her eher umgekehrt: Japan top, Westen verbesserungswĂŒrdig!

24. Juni 2011 13:29

frĂŒher hab ich halt japanische rollenspiele geliebt ala final fantasy und konsorten, heute fehlt mir einfach die zeit in jedes game 100+ zu investieren, egoshooter hĂ€ngen mir aber genauso zu hals raus. spiele wie resident evil oder onimusha mag ich aber sehr…also das problem was die japaner haben sind nicht die games allgemein sondern ehr das fehlen von vergleichbaren budgets zu westlichen entwicklungen. wĂ€hrend in japan nur spiele wie residengt evil, final fantasy und metal gear ĂŒber genĂŒgend budget verfĂŒgen um international konkurenzfĂ€hig auszusehen…fallen andere titel doch recht stark ab…ein weiteres problem ist das einige japanische games (die auch nur in japan veröffentlicht werden) noch nen regiolock haben, was fĂŒr mich betrachtet völliger mumpitz ist, klar macht es bei einigen games keinen sinn die anderswo zu releasen, aber warum sperrt man den kleinen amerikansichen oder europĂ€ischen freakmarkt aus, das sind doch auch kunden die zahlungswillig sind, das versteh ich nicht. ich hĂ€tt mir ohne mit der wimper zu zucken sĂ€mtliche idolm@ster games importiert wenn ich die zocken könnte… aber ich glaub jetzt bin ich vom thema abgekommen…was war die frage nochmal?

Beeberman
24. Juni 2011 13:25

Also meine Meinung dazu ist, dass in Japan kreativitĂ€t kaum gefördert wird, da zu lange Arbeitszeiten, zu wenig Urlaub und zu geringe GehĂ€lter!Schaut euch Google an, die Firma wirft in den letzten Jahren mit Innovationen und neuen Technologien nur so um sich. Die Leute, die bei Google in der Entwicklung arbeiten haben 1 Stunde bezahlte Freizeit am Tag, die zwar auf dem FirmengelĂ€nde verbracht werden muss, dort allerdings finden sich Sauna, Massagestudio, Fitnessstudio und verschiedene SportplĂ€tze.Vergessen wir in dem Zusammenhang mal Googles Ruf als Datensammler und BigBrother.Diese Arbeitsbedingungen fördern KreativitĂ€t!Das fehlt den Japanern, sich einfach mal zu öffnen…