Call of the Sea – im Test (Xbox Series X)

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Eigentlich sollte sie sich ja fürchten, denkt sich Call of the Sea-Protagonistin Norah Everheart gegen Mitte des Spiels. Doch irgendwie fühlt sie überhaupt keine Angst, kein bisschen. Dabei hat Norah zu diesem Zeitpunkt bereits furchtbare ­Dinge erfahren. Sie ist schwer krank. Eine mysteriöser Ausschlag an den Händen zehrt sie langsam aus. Sie wird sterben, wenn niemand eine Heilung für sie findet. Ihr Mann Harry ist losgezogen, um genau das zu tun, doch sein Schiff ist seit Monaten verschollen.

So nimmt die junge Frau ihr Schicksal selbst in die Hand und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrem geliebten Gatten. Es verschlägt sie auf eine kleine Insel bei Tahiti, auf der angeblich ein Fluch liegt. Das alles könnte der perfekte Auftakt für eine Horrorstory voller Monster und Schrecken sein, doch Call of the Sea geht einen denkbar anderen Weg.

Die Story des Spiels ist von den Werken ­­H. P. Lovecrafts inspiriert. Harrys Expedition hat offenbar ein Geheimnis gelüftet, das wohl besser verborgen geblieben wäre. Es geht um uralte Rituale, Menschlichkeit und Wahnsinn. Doch wie es Entwickler Out of the Blue selbst formuliert: Das Spiel ist ”kein Abstieg in den Wahnsinn, sondern ein Aufstieg in die Erkenntnis”. Lovecrafts Figuren werden normalerweise alle verrückt, angesichts der schrecklichen Dinge, die sie in seinen Geschichten entdecken. Norah hingegen bleibt ruhig. Sie sollte sich fürchten, aber je mehr sie über die Insel herausfindet, desto sicherer wird sie. Call of the Sea ist ein Horrorspiel ohne Horror. Ein Mystery-Adventure, das sich an den kosmischen Horrormotiven ­Lovecrafts bedient und sie verwebt, in einem Abenteuer frei von Angst, aber voll von Empathie und Entdeckergeist. Gegen Ende wird es sogar geradezu romantisch.

Spielerisch wird vor allem gerätselt. Ihr erkundet aus der Ego-Perspektive die wunderschöne Cel-Shading-Insel und durchsucht das Tropenparadies nach versteckten Gegenständen, öffnet Türen und bedient Mechaniken. Dabei gibt es keinen Tiki und ­keinen Türmechanismus, der von Norah – mit ihrem britischen Miss-Marple-Charme – nicht mit einem sympathischen Kommentar bedacht würde. Synchronsprecherin Cissy Jones macht hier einen hervorragenden Job. Die Rätsel sind mitunter fordernd und befriedigend, wenn Ihr sie löst, manchmal aber auch so vertrackt, dass man ohne Lösungshilfe nicht weiterkommt. Hier hätte es ruhig mehr Hinweise geben dürfen.

Davon abgesehen ist Call of the Sea ein unterhaltsames kleines Gruselabenteuer, das eine so ganz andere Geschmacksrichtung von Horror bedient, als es sie in Videospielen für gewöhnlich gibt.

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captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Abgesehen davon, dass viele Areale in CotS am Ende nicht wirklich größer sind, sondern nur größer aussehen, das ändert halt leider gar nix daran, dass teilweise der Rätselaufbau in Verbindung mit dem Lauftempo unnötig nerven kann, weil die entsprechenden Stellen sich deswegen zäh spielen können.
Gameplayseitig bietet Call of the Sea einfach noch gut Luft nach oben, auch wenn Handlung und Atmosphäre es ganz gut raus reißen.

Steffen Heller
Redakteur
Profi (Level 1)

captain carotcaptain carot Naja, bei SOMA waren die Gebiete auch kleiner, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe und ich schätze, dass es da auch hilft, dass dort eine größere Anspannung vorherrscht und man da auch gar nicht so sehr durchrennen will, während bei Call of the Sea alles so harmlos wirkt, dass man manchmal einfach gerne schnell durch den Sonnenstrand von A nach B will (habe nur die erste Stunde gespielt).

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Das Problem ist nicht das Bewegungstempo an sich. Das ist ja bei einem linearen What Remains of Edith Finch auch sehr gemächlich. Ab dem Punkt, wo man etwa bei manchen Rätseln (zumindest ohne Walkthrough) Bereiche aber abläuft nervt das doch immer wieder. Kann auch sein, dass ich manche Sachen theoretisch mit kürzeren Laufwegen hinbekommen hätte. Seltsamerweise schafft SOMA das alles trotz eines gewissen spielerischen Anspruchs meistens.

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Der M! Test entspricht quasi dem Meta.
https://www.metacritic.com/game/xbox-one/call-of-the-sea
Mein persönliches Fazit wäre etwas niedriger ausgefallen. Spielerisch nerven u.a. langsames Gehtempo und der Aufbau mancher Rätsel dann manchmal doch, die meisten Rätsel reichen auch nicht weiter als bis ganz ok. Wenn man mal hängt, dann bestenfalls weil der Lösungsweg intransparent ist.

SOMA oder Firewatch spielten sich da z.B. deutlich runder, wobei Firewatch halt noch weniger fordert.

Als Horrorspiel würde ich das alles gar nicht bezeichnen, die surrealen Elemente sind zwar an Lovecraft und Co. angelehnt, aber es gibt z.B. keinen Fall in den Wahnsinn, nix weltenzerfressendes im Hintergrund etc.
Allerdings wird Call of the Sea durchaus von Story und Atmosphäre getragen.

Steffen Heller
Redakteur
Profi (Level 1)

Supermario6819Supermario6819 Das Spiel kannst du natürlich auch separat als Download für nen 20er kaufen.

SonicFanNerd
Moderator
Moderator/Gold MAN!AC
Moderator/
SonicFanNerd

Habe es auch schon angespielt und fand es nicht schlecht.
Interessant finde ich eben die Insel-Atmo mit der (anfangs) bunten und hellen Grafik gepaart mit Lovecraft-Vibes.
Hab’s aber noch nicht weit gespielt, aber wenn mal Luft ist (und es noch im GP sein sollte) werde ich die Insel sicher weiter erkunden.

Supermario6819
Mitglied
Profi (Level 3)
Supermario6819

Woanders wurde das Spiel nicht so gut bewertet.Gibt es das nur im Gamepass?

Ash Rockford
I, MANIAC
Profi (Level 2)
Ash Rockford

Danke für den Test!
Ich finde es toll, dass Ihr über den Tellerrand schaut.
Ich werde das Game anzocken.

Bitte mehr XSX Test! 🥳👍

Gruss
Ash