Mundaun – im Test (Xbox One)

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Ein Bus müht sich auf ­schmalen Serpentinen den Berg hinauf. Ein junger Mann namens Curdin sitzt darin und beginnt, einen Brief zu lesen – den hat ihm der Pfarrer geschrieben, denn der Großvater ist gestorben. Doch seltsamerweise rät der Hirte Gottes dem jungen Enkel davon ab, zur Beerdigung zu kommen.

Die Sprache des Briefs klingt vertraut, aber so wirklich verstehen könnt Ihr sie höchstwahrscheinlich nicht: Die Sprachausgabe ist nämlich auf Rätoromanisch, einer der vier offiziellen Landessprachen der Schweiz. Wir befinden uns also in den Schweizer Alpen, genauer in der Gegend des Berges Mundaun im Kanton Graubünden. Curdin lässt sich vom merkwürdigen Brief natürlich nicht abhalten – was ihn auf dem Berg erwartet, rückt die Worte des Pfarrers in ein merkwürdiges Licht. In Ego-Sicht besucht Ihr Großvaters abgebrannte Scheune, in der er ums Leben gekommen sein soll, und werdet direkt von einer unheimlichen Gestalt empfangen – viel Fantasie braucht es nicht, um zu erahnen, dass Ihr es mit dem Teufel höchstpersönlich zu tun habt. In der verbrannten Scheune findet Ihr auch die verkohlte Leiche des Großvaters; so verwundert es nicht, dass gleichzeitig das Grab leer ist. Was ist hier nur los? Curdin muss auf eigene Faust herausfinden, was passiert ist.

So erkundet Ihr die stimmungsvolle, düstere Bergwelt inklusive der spärlichen, höchst eigentümlichen Bewohner: Zum greisen Pfarrer gesellt sich ein schweigsames Mädchen samt zweier Geißen, ein exzentrischer Maler und noch ein paar mehr. Neben diesen wunderlichen, doch harmlosen Bewohnern trefft Ihr allerhand Übersinnliches, das Euch nicht wohlgesinnt ist: lebendige Heugarben, unheimliche Imker oder untote Soldaten eines längst vergangenen Krieges. Atmosphärisch ist Mundaun ­allemal, vor allem wegen seines einzigartigen ­Designs: Das Spiel, das in sechsjähriger Arbeit größtenteils von einer einzigen Person gestaltet wurde, lebt von seiner schwarz-weißen Grafik, den groben Polygonen und handgezeichneten Texturen. Das unterstreicht die düstere Alpenstimmung vorzüglich und erinnert an einfache Volkskunst. Die unheimlichen Gestalten können Curdin seelisch und körperlich angreifen, sind jedoch auf allen Schwierigkeitsgraden keine große Gefahr. Um Euch zu schützen, greift Ihr zu Heugabel, Zündholz oder altem Repetiergewehr, die Kämpfe machen jedoch nur einen Bruchteil des Spielerlebnisses aus. Außerdem könnt Ihr ein paar Werte verbessern: Trinkt Kaffee (der macht mutig), lest alte Militärmagazine oder haltet Vesper, wenn Ihr in fremden Häusern Essen entdeckt. Während des ordentlich langen Gruselabenteuers (richtig unheimlich wird es nicht) erkundet Ihr typisch alpine Orte: sonnige Alm, klarer Bergsee oder Skigebiet – dafür steht Euch sogar ein uriger Heuwagen als Gefährt zur Verfügung.

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