Rascal – im Klassik-Test (PS)

0
638
Zurück
Nächste

Seite 2

Da Rascal kein meditativer 3D-Ausflug, sondern ein modernes Hüpfspiel mit leichtem Abenteuer-Touch sein soll, wird fleißig gehüpft und geschossen. Aller­dings legten die Entwickler Wert darauf, das Joypad nicht mit unzähligen Komman­dos zu überfrachten, so daß Ihr während des ganzen Spiels nur zwei Buttons (springen/schießen) bzw. eine Waffe anwendet. Dem zarten Alter des Helden entsprechend ist dies keine Kalashnikov, sondern eine Wasser­pistole. Die hat jedoch eine höhere Durchschlagskraft als man meinen könnte. Spuckt die Kinder-Knarre grüne Bläschen, zeigt dies die Standardein­stellung an, rote Blasen heften sich an die Fersen der Bösewichte und erinnern an Lenkraketen in „erwachsenen“ Spie­len. Damit ist das Verteidigungs­arsenal auch schon erschöpft.

Die Feinde nehmen leider wenig Rück­sicht auf die unscheinbare Waffe von Rascal und attackieren von allen Seiten. Entweder nähert sich ein mannshoher Schurke, der mehrere Treffer einsteckt, oder am Boden wuselt hektisch Klein­vieh herum. Dabei entpuppen sich insbesondere die Winz-Gegner als nervig, da sie mit der Wasserpistole schwer anzuvisieren sind und ständig von neuem auftauchen. Angesichts dieser unend­lichen Angriffsserie solltet Ihr nicht vergessen, beizeiten die Munition nachzufüllen. Die findet Ihr unterwegs, verpackt in farbigen Blasen – ebenso wie Energie-Herzen. Apropos Fundsachen: Um voranzukommen, müßt Ihr jeweils die sechs Bestandteile einer Zeitblase aufstöbern (dargestellt durch eine Sand­uhr am rechten unteren Bildrand), die sich nicht selten im Besitz von besonders grausigen Gegnern befinden.

Die einzelnen Spielwelten sind zwar nicht gänzlich verwirrend, auf Abzwei­gungen müßt Ihr Euch aber schon gefaßt machen. So bleibt das ein oder andere Schalterrätsel nicht aus – allerdings ist Rascal weit von einem Action-Adventure entfernt. Die Geschicklichkeit steht im Vordergrund, doch solltet Ihr deswegen nicht Schlüssel ignorieren, die gelegentlich am Wegesrand herumliegen. Mit ihnen sperrt Ihr farblich präzise zugeordnete Türen auf und lernt neue Szenarien kennen.

Feinde naß machen, pixelgenaue Sprünge und gelegentlich ein Rätsel: Rascal ist ein kindgerechtes Hüpfspiel mit gewaltfreier Thematik und interessanter Technik. Insbesondere die Licht­effekte verleihen dem 3D-Jump‘n‘Run eine einzigartige Atmosphäre. Was Ihr auf den Bildern nicht erkennt, sind die erfreulich kurzen Ladezeiten, wenn Ihr einen neuen Raum betretet. Der Spielfluß gerät zwar kurz ins Stocken, jedoch hält sich die Warterei in Grenzen. Leider dürft Ihr nicht jederzeit speichern, sondern müßt den Spielstand an speziellen Stellen sichern. Nervig ist auch, daß Ihr zu Spielbeginn nicht via Hauptmenü auf die Memory Card zugreift, sondern mit Rascal einen Raum aufsucht, um dort den Spielstand zu laden.

Zurück
Nächste