Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit – im Test (3DS)

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Die Welt von Dragon Quest VII ist friedlich – und fast vollkommen leer. Nur eine einsame Insel ragt aus dem schier unendlichen Meer. Darauf gibt es eine kleine Stadt samt Schloss und König namens Estard sowie das verschlafene Fischerdorf Buttsbüttel. Kein Wunder, dass es vor allem der Jugend – verkörpert durch Euren grün gewandeten Helden, die verwöhnte Bürgermeistertochter Maribel und den rastlosen Prinzen Gismar – ziemlich langweilig ist.

Doch das ändert sich, als sie über einen alten Tempel und eine mysteriöse Steintafel stolpern: Auf einmal finden sie sich auf einer fremden Insel voller Monster und Gefahren wieder. Nach etlichen Abenteuern gelingt die Rückkehr nach Hause, doch etwas hat sich verändert: Estard und Buttsbüttel sind nicht mehr alleine, eine weitere Insel ist erschienen, und die gleicht dem zuvor besuchten Eiland frappierend. Schnell ist klar: Die jungen Helden sind in die Vergangenheit gereist und haben sie verändert. Prompt macht sich die Truppe auf die Suche nach weiteren Tafeln, um die gerade noch so leere Welt wieder mit Inseln und Menschen füllen. Dabei geht Ihr in bester Dragon Quest-Manier vor: Dungeons werden erforscht, kleine Rätsel wollen gelöst werden, in den Siedlungen kauft Ihr neue Waffen, Rüstungen und Gegenstände. Und Monster sind dieses Mal bereits von Weitem zu sehen und werden rundenbasiert zerlegt.

Nach vielen Spielstunden bekommt Ihr Zugriff auf ein weiteres zentrales Spielelement: Das Klassensystem erlaubt Euch, verschiedene Professionen anzunehmen und deren Fähigkeiten zu erlernen. Für die 3DS-Fassung des Klassikers aus dem Jahre 2000 überarbeitete Entwickler Arte Piazza das schon damals technisch eher unterdurchschnittliche PSone-Original großzügig: Die Umgebung ist nun weitaus detaillierter und anstelle von spärlich animierten Sprites laufen größere Polygonhelden umher. Viele Musikstücke wurden orchestral eingespielt und auch manch eine kleine Länge im gerade zu Beginn recht gemächlichen Spielverlauf wurde gestrafft. Trotzdem ist Dragon Quest VII eindeutig ein Fall für geduldige Spielernaturen: Alleine bis es zum ersten Kampf kommt, vergehen hier locker 60 bis 90 Minuten!

Thomas Nickel meint: Wagt Ihr Euch an die Rettung der Welt von Dragon Quest VII, dann bringt besser ordentlich Zeit mit! Das vor 16 Jahren auf zwei CDs veröffentlichte Abenteuer gehört zu den umfangreichsten Vertretern seiner Art. Die serientypische episodische Erzählweise macht das Abenteuer für Spieler, die ihre J-RPGs vor allem für wilde Storywendungen und Anime-Melodramas spielen, zu schwer verdaulicher Kost. Wer sich aber auf das XXL-Erlebnis einlässt, erkennt bald die positiven Aspekte: Die Figuren sind sympathisch geschrieben, die erlebten kleinen Geschichten oft unerwartet tragisch. Durch die meist in sich abgeschlossenen Szenarien kommt Ihr auch nach längerer Pause wieder schnell ins Abenteuer hinein. Technisch merkt man das Alter – bereits Anfang 2013 erschien Dragon Quest VII in Japan – allerdings etwas an. Die Kamera auf der Weltkarte ist mit Euch nicht immer einer Meinung, der Analogknubbel des New 3DS wird nicht unterstützt und oft ploppen Bäume ins Bild. Am Spielspaß ändert das zum Glück nichts: Trotz dieser kleinen Mängel ist die 3DS-Neuauflage dramatisch schöner als das PSone-Original.

  • extrem umfangreiches Abenteuer
  • interessantes Klassensystem
  • Pop-up auf der Weltkarte

Auch in der überarbeiteten 3DS-Fassung ein gigantischer RPG-Klotz für geduldige Spieler. Wer Action und Cutscenes braucht, ist fehl am Platz.

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Super Hockey – im Klassik-Test (SNES)

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Meinung & Wertung

Heinrich Lenhardt meint: Nintendo hat den (Mode-7)-Dreh raus: Das spektakulüre Zoom-Geschwenke mag unbeteiligte Zuseher erfreuen, ist aber Gift für die Spielbarkeit. Leider läßt sich das ständige Rumgewirbel nicht per Menü ausschalten. Ähnlich wirr wie die Grafik gibt sich der Spielablauf: Alles schön schnell, aber ohne Substanz. Ob ein Puck im Tor landet oder vom Goalie runtergepfückt wird, scheint ebenso blanker Zufall zu sein wie die Strafzeit-Verteilung. Paß-Stafetten und intelligente Spielzüge könnt Ihr vergessen. Hier gilt nur: Scheibe schnappen, möglichst dicht vors Tor, abziehen und das Beste hoffen. Gegen die spielerisch ausgereifte Eishockey-Simulation NHL ’94 von Electronic Arts kann dieser Emporkömmling nicht anstinken. Und wer ein einfaches, mit technischen Gimmicks bestücktes Action-Sportspiel sucht, wird bei Brett Hull besser bedient.

Hübsch anzusehendes, aber eine Spur zu wirres Eishockey. Die Spielbarkeit schlummert auf B-Klassen-Niveau.

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Xbox Game Store – neu am 1. November 2016

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Xbox One:

  • Super Dungeon Bros – 19,99 Euro

BioShock: The Collection – im Test (PS4)

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BioShock, BioShock 2 und BioShock Infinite zählen zu den bedeutendsten Spielen der letzten Generation. Mehr als 25 Millionen Exemplare wurden verkauft und unzählige Auszeichnungen eingeheimst. Das erste BioShock prägte 2007 mit verschrobenem Düsterambiente und einer intelligent erzählten Geschichte rund um die Unterwasserstadt Rapture eine ganze Generation von Action-Adventures, darunter Visceral Games’ Dead Space oder die Batman: Arkham-Reihe von Rocksteady. Waffen, Toniken und Plasmid-Fähigkeiten sorgen für rollenspielgleiche Flexibilität, ohne durch Komplexität zu überfordern.

BioShock 2 bleibt 2010 in Rapture, erzählt aber eine andere Geschichte. Der Spieler steckt im Anzug eines Big Daddy, jenen brutalen Beschützern der Little Sisters. BioShock 2 bietet deshalb auch dynamischere Gefechte, da Plasmid-Angriffe und Waffen nun simultan einsetzbar sind gleichzeitig finden Kämpfe häufiger in Arenen statt.

BioShock Infinite verlagert 2013 Spielprinzip und Storykonzept in die dystopische Wolkenstadt Columbia, der Shooter-Anteil ist hier am größten.

Der interessanteste Aspekt des Remasters ist die Technik. Die augenscheinlichste Neuerung ist die auf 60 Bilder pro Sekunde erhöhte Bildrate. Die ist fast durchweg stabil, nur Infinite leistet sich gelegentliche Ruckler beim Rennen in belebten Bereichen. BioShock beeindruckt auch heute noch mit cleverem Storytelling durch die Umgebung. Die düstere Geschichte der Stadt und ihre Details kommen dank der auf 1080p gesteigerten Bildauflösung besser zur Geltung. Leider gilt das auch für die in die Jahre gekommene Level-Geometrie: Heute macht man das einfach nicht mehr so klobig! Dafür fallen Unreal-Engine-typische Glanzeffekte dezenter aus als in den Ursprungsversionen, viele Texturen wirken feiner – es gibt viel zu sehen, aber nicht alles profitiert davon.

Zusätzlich haben die Entwickler in den Optionen einen Regler für die Größe des Blickfeldes versteckt – wollt Ihr lieber mehr Überblick oder näher dran sein am Geschehen? Leider versäumt die Neuauflage andere relevante Anpassungen: Manche Minispiele sind für Spieler mit Rot-Grün-Sehschwäche noch immer kaum zu bewältigen. Untertitel erscheinen gelegentlich zu früh und stören den Spannungsaufbau.

BioShock 2 bewegt sich auf vergleichbar hohem Niveau, am wenigsten fällt die Überarbeitung bei ”BioShock Infinite” ins Gewicht, das logischerweise ohnehin am wenigsten gealtert ist. Dennoch profitieren hier helle und kontrastreiche Umgebungen vom Schärfe-Plus.

Wer BioShock nicht kennt, erhält mit der Collection die beste Version aller drei Episoden, alle anderen erwartet dagegen kaum Neues.

Michael Herde meint: 60 Bilder pro Sekunde ändern alles: Ein bisschen steril fand ich Rapture schon, ich habe sogar kurz nach einem 30-fps-Regler gesucht, den hat The Last of Us schließlich auch. Doch Fehlanzeige. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, so entdecke ich Details, die mir früher entgangen sind. Und ich genieße die geschmeidige Steuerung,
Teil 1 ist immer noch überragend. Schön auch, dass ich Entwickler-Videos freischalten kann. BioShock 2 hat leider keine solchen Clips, ist trotzdem prima und lockt mit dem Minerva-Add-on. Nur Infinite haut mich nicht mehr vom Hocker: Den Storykniff kenne ich schon und spielerisch gab es schon damals Besseres. Das Gesamtpaket bietet Kennern kaum Neues, die Spiele sind nun aber endlich wieder so schön wie die Originale in meiner verklärten Erinnerung.

  • enthält alle 3 ”BioShock”-Abenteuer
  • inklusive aller Solo-DLCs
  • fast immer 60 Bilder pro Sekunde
  • alle Episoden ungeschnitten
  • Teil 2 ohne Multiplayer-Modus

Toll gemachte Restauration von drei genreprägenden Abenteuern, die heute noch fesseln und besser aussehen denn je.

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Multiplayer
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PlayStation Store – neu am 1. November 2016

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PlayStation 4:

  • Color Zen – 4,49 Euro
  • Ronin -12, 99 Euro
  • Seraph – 14,99 Euro
  • Destroy All Humans! (PS2) – 19,99 Euro
  • Super Dungeon Bros -19,99 Euro
  • Earth’s Dawn – 29.99 Euro

M! Top 10: Die lustigsten Spiele

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Bitte lächeln! Humor hat in Videospielen seinen Platz, selbst wenn es manchmal dein Eindruck macht, das überall nur noch geballert wird. Wir haben für Euch zehn Beispiele rausgepickt, bei denen Lacher statt Blutlachen zu finden sind.

The Tomorrow Children – im Test (PS4)

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In The Tomorrow Children existiert die Welt von heute nicht mehr. Stattdessen versuchen die Überlebenden eines schrecklichen Experiments verzweifelt, unsere Gesellschaft wieder aufblühen zu lassen. Der Großteil aller Lebewesen und Kulturen wurde durch eine wissenschaftliche Katastrophe zu einer einzigen Masse (”The Void”) verschmolzen. Deshalb startet Ihr als Projektionsklon, um die alten Städte unserer Welt wieder aufzubauen – eine seltsame Ausgangslage für ein seltsames Spiel.

Als Kinder von morgen liegt es an Euch, die Aufgaben zu erfüllen, welche den Ruhm der alten Welt wieder herstellen werden: So müsst Ihr Ressourcen sammeln, Gebäude wie etwa Kirchen zum Heilen oder eine eigene Unterkunft errichten und die feindlichen Izverg aufhalten, die Eure Stadt regelmäßig zugrunde richten wollen. Um Eure Metropole auszubauen und imposante Monumente zu erhalten, müsst Ihr zudem bestimmte Ziele erfüllen. Eine wichtige Rolle spielt das Finden von Matrjoschka-Figuren: In den zerbrechlichen Puppen befinden sich die Seelen der Menschen. Bringt sie sicher in Eure Stadt, um neue Bürger zu gewinnen und somit Eure Population zu erhöhen.

Der eigentliche Clou ist aber: Ihr müsst das alles nicht alleine stemmen! Jede Stadt wird nämlich wie ein Server behandelt – Ihr spielt zusammen mit anderen fleißigen Bienchen für das Gemeinwohl. Zudem werden alle Spieler in drei verschiedene Ränge eingeteilt – jeder mit mehr Berechtigungen als der Vorige. In The Tomorrow Children siegt nämlich die Rollenverteilung: Erkundet die vielen mysteriösen Inseln und baut dort Ressourcen wie Nahrung, Holz, Metall, Stein und Kristall ab, während Eure Mitspieler Euch die titanhaften Izverg vom Leib halten und die Stadt vor ihnen schützen.

The Tomorrow Children begeistert anfangs mit seinem kommunistischen Grundgedanken im Spielprinzip: Viele arbeiten für ein gemeinsames Ziel. Und besonders der Grafikstil überzeugt: Die verschwommene Optik der wie aus Holz geschnitzt wirkenden Spielfiguren vor einem strahlend roten Sonnenuntergang über dem Void-Horizont sorgt für traumhafte Momente.

Doch hat man einige Stunden für das Gemeinwohl geackert, gekämpft und sogar nach ein paar Tagen die erste Stadt vollends errichtet, bietet Euch das Spiel keine Möglichkeit, in diese zurückzukehren. Stattdessen geht die Arbeit anderswo von vorne los. Ihr reist flexibel zwischen (noch nicht abgeschlossenen) Städten hin und her und könnt so auch mit Euren Freunden spielen – Ihr seht diese allerdings nur, wenn sie in just diesem Moment auch eine Aktion durchführen.

Kenneth Burgess meint: The Tomorrow Children begeistert mich mit einem frischen Spielkonzept und seinem tollen Look. Es lässt aber nach einiger Spielzeit tatsächlich die Befürchtung aufkommen, dass man sich bei Q-Games kein wirkliches ”Endgame” überlegt hat: Was nützt es mir denn, eine Stadt mit Schweiß und Blut aufzubauen, nur um nach deren Fertigstellung zur nächsten versetzt zu werden? Und Offline-Spielen ist ja auch nicht drin. Ich hoffe nur, die Entwickler haben sich hier noch einiges an Inhalt für die kommenden Monate aufgehoben, denn in der sehenswerten Welt der Kinder von morgen findet sich durchaus einiges an spielerischem Potenzial.

Eigenwillige Simulation mit viel Potenzial und frischem Konzept, allerdings noch wenig Langzeitmotivation.

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Tokyo Twilight Ghost Hunters: Daybreak Special Gigs – im Test (PS4)

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Wertung

  • spannende Geisterjagd-Prämisse
  • mehr Möglichkeiten im Kampf
  • erweiterte Handlung

Die Neuerungen des erweiterten Geisterjagd-Abenteuers sind willkommen, aber nicht bahnbrechend: Wer mal durchblickt, wird gut unterhalten.

Singleplayer71
Multiplayer
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PlayStation Plus – die Spiele im November 2016

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Ab 1. November neu bei PlayStation Plus:

  • Everybody’s Gone to the Rapture (PS4)
  • The Deadly Tower of Monsters (PS4)
  • DiRT 3 (PS3)
  • Costume Quest 2 (PS3)
  • Letter Quest Remastered (PS4 / PSV)
  • Pumped BMX+ (PSV / PS3 / PS4)

Let it Die – Entwicklertagebuch Nummer Drei im Video

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Suda 51’s Free-2-Play-Spiel Let it Die zeigt sich heute in einem neuen Entwicklervideo, das neues Gameplay samt Kommentar von “Uncle Death” präsentiert.

Let it Die wird exklusiv für die PS4 erscheinen – ein genaues Releasedatum gibt es noch nicht.

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