Der Film und Fernseh Thread
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10. April 2019 um 0:10 #1645463
AnonymInaktivTotal Recall (Original)
Ich mag diesen Film, der strotzt nur so vor Testosteron. Männer sind noch Männer, Frauen noch Frauen und politisch korrekt ist da gar nichts. Die Handlung ist angenehm trashig, das Design und die Effekte wirken heute billig, haben aber durchaus noch ihrem Charme. Es gibt Blut und markige Sprüche zuhauf und der Film ist durch die Bank weg entertainig. Kann man empfehlen.
Man lernt nie aus
DeNiro spielt einen Rentner der aus Langeweile ein Praktikum bei einen jungen Start-Up Unternehmen annimmt und der persönliche Praktikant der Geschäftsführerin (gespielt von Anne Hathaway) wird. Der Film ist Feminismus in Reinkultur. Die Geschäftsführerin hat das Unternehmen nicht nur gegründet und liebt ihre 12h+ Arbeitstage sondern ist auch gleichzeitig Mutter einer Tochter. Ihr Ehemann mimt die moderne Rolle des Hausmanns der natürlich seinen Job aufgegeben hat damit Frauchen sich selbst verwirklichen kann, managed die Rolle solide, wird aber permanent “groggy” dargestellt, weil das Hausmannsleben ja harte Arbeit ist. Gleichzeitig betrügt er seine erfolgreiche Ehefrau mit irgendeiner Hausfrau, weil Männer ja leicht eingeschüchtert sind von starken unabhängigen Frauen. DeNiro lernt hier auch nichts neues (weswegen der Filmtitel ein wenig missverständlich ist), eigentlich ist er so eine Art Vaterfigur, der immer die richtigen Worte findet und auch immer ein Taschentuch parat hat, wenn die Damen den Tränen nah sind. Damit propagiert er einen Typus Mann der heute nicht mehr zu finden ist und das thematisiert der Film offen in einer Szene wo Anne Hathaway sich bei ihrem jungen männlichen Mitarbeitern darüber auskotzt das diese aussehen als würden sie gerade noch PlayStation gespielt haben, anstatt Anzug und Krawatte zu tragen und die Charaktereigenschaften der Gentleman-Generation aufzuweisen. Bringen wir es auf den Punkt, alle Männer in den Film werden als weichflöten oder Sexisten dargestellt, abgesehen von DeNiro. Von dem man sich am besten 2 Scheiben abschneiden sollte, wenn es nach dem Film geht. Sei immer höflich, zuvorkommend, räumt den Dreck der holden Weiblichkeit weg und huldigt diese auf den Weg zur Weltherrschaft. Andere Mütter im Film, die einfach nur Mütter sein wollen, dürfen kurz als Antagonisten herhalten und bekommen eine entsprechende Moralpredigt zu hören, das Karrierefrauen der Stolz der weiblichen Gattung sind. Abseits seiner feministischen Agenda ist der Streifen aber durchaus Unterhaltsam, was ihn zu keinem schlechten Femi-Propaganda Film macht.
10. April 2019 um 2:31 #1645465
ChrisKongTeilnehmerRepo Men
Kurzweiliger Dystopien-Film, in dem nicht bezahlte Organe wieder eingetrieben werden. Schon das Intro ist herrlich absurd und erinnert ein wenig an die Organ-“Spende” aus Monty Phytons Sinn des Lebens. Jude Law und Forest Whitaker spielen ein Buddy Couple, das gemeinsam auf die Jagd nach säumigen Kunden geht. Bis sich das Blatt und die Einstellung zur Arbeit ändert.
Das Ende steuert auf ein Running Man Finale zu, überrascht dann aber noch mit ein paar Wendungen. Auch hier gilt, zu viel sollte man nicht hinterfragen. Die Welt ist etwas nach dem Muster bekannter Streifen nachempfunden worden. Zumindest erinnern viele Elemente daran.
Neben seinen Schwächen offenbart er aber trotzdem ein paar interessante Ideen.
Der Soundtrack hält auch ein paar feine Stücke bereit, gerade der Song im Abspann von Dave Stewart hat mir gut gefallen.Bridge of Spies
Erstaunlich, der Film hat eine ordentliche Laufzeit, aber ehe man sichs versah, war die auch schon rum. Spielberg schafft es, die Szenerie wieder eindrücklich mit dem ruhigen Schauspiel von Hanks zu kombinieren. Rylance als stoischer Engländer/Russe ist dabei der Showstealer.
Die Sets sind wunderbar von Kaminski eingefangen worden.
Es ist sicher nicht ein Film, der lange nachhallen wird. Aber er ist in jeder Hinsicht gut gemacht. Spielberg hält hier seinen hohen Standard. Die Verlegerin hatte ich gleich mitbestellt und wird demnächst auch angeschaut. Das wäre dann schon der fünfte Film Spielberg/Hanks, wenn ich richtig gezählt habe. Und das funktioniert hier einmal mehr.
Ein Meilenstein in der Karriere von Beiden ist der Film sicher nicht, aber doch eine weitere Geschichtslektion, die sich lohnt anzuschauen.10. April 2019 um 19:45 #1645536
ChrisKongTeilnehmerIndependence Day 2
Kurz gesagt, käsig und pathetisch. Der Film hat ehrlich nix zu bieten. Sogar im Vergleich mit ähnlichen Filmen ist der hier einfach nur langweilig. Er unterhält nicht mal auf der Ebene, wie es so stümperhafte Werke wie Resident Evil machen. Die Ausserirdischen sind zurück, noch stärker aber nicht schlauer. Müssen sie auch nicht, denn die Menschen sind es auch nicht. Will Smith hat richtig entschieden, da nicht mehr mitzumachen. Ansonsten gibts ein Wiedersehen mit vielen Darstellern des Originals. Bei dem einen wirds aber vielleicht ein Effekt gewesen sein. Meine Robert Loggia ist schon länger verstorben.
Das Original ist ehrlich gesagt auch kein Highlight, aber doch um einiges besser. Wer die Cola Light von Bay braucht, der sieht sich das an, alle anderen brauchen den nicht wirklich.11. April 2019 um 13:49 #1645592
ChrisKongTeilnehmerThe Post – die Verlegerin
Ähnlich wie Spotlight steht hier auch der Kampf der Journalisten im Vordergrund, auch wenn hier stärker die Seite der Besitzer beleuchtet wird und deren Verstrickungen in die Politik. Auch dieses Werk von Spielberg hat eigentlich keinerlei Längen und wirkt zu jedem Zeitpunkt interessant. Dabei halten sich die dramatischen Zuspitzungen in Grenze. Die US Regierung lässt nichts unversucht, um Enthüllungen zu verhindern, die sie in ein schlechtes Licht rücken und schiebt den Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen vor. Die Verlegerin, wie immer sehr gut porträtiert von Meryl Streep, steht nach dem Börsengang der Washington Post vor dem Zugzwang, abzuliefern und kann sich einen Rechtsstreit mit der Regierung nicht leisten. Sie macht eine Güterabwägung und trifft eine Entscheidung. Dass da natürlich reichlich Pathos mitschwingt, verwundert kaum. Sieht man sich aber die nach wie vor sehr unbefriedigende Lage in den meisten, gerade den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde an, kann man eine freie Presse nicht hoch genug einschätzen. So ist denn auch dieser Kampf, den die Post zusammen mit der Times ausficht fundamental für die Vereinigten Staaten. Ein ähnliches Thema hat Forman schon in Larry Flint verarbeitet. Der gefiel mir sogar noch ein paar Ecken besser, weil er das Thema nicht so bieder abarbeitet, wie das hier der Fall ist. Den Vorwurf muss sich Spielberg durchaus gefallen lassen. Der Film wirkt durchaus so, als sei er aus der Zeit gefallen.
Am Ende kommts zur erwarteten Überleitung, auf die ich insgeheim gehofft habe. Schliesslich sollte Nixon nach der McNamara Studie nochmals Schlagzeilen machen. ^^
Fazit: Ein Biopic ist es nicht, weswegen der deutsche Titel, die Verlegerin, irgendwie auch unpassend ist. Aber eine weitere Geschichtsstunde aus dem Hause Spielberg, interessant aufbereitet innerhalb seiner doch eher konventionellen Machart. Die Darsteller sind immer sehr gut gewählt. In Nebenrollen glänzen Bob Odenkirk als Reporter und Bruce Greenwood als McNamara. Greenwood durfte gar schon Kennedy spielen in 13 Days mit Kevin Costner, hier wird er auf den Verteidigungsminister degradiert.
Es stehen noch ein paar Spielberg Geschichtslektionen auf dem Programm, allen voran Schindlers Liste, den ich nur zum Teil gesehen habe. Weiter sind da noch Lincoln und War Horse.11. April 2019 um 14:18 #1645593
John SpartanTeilnehmerAmerican Assassin (Prime):
Ein Film über einen durch einen Terroranschlag traumatisierten Mann (Dylan O’Brien), der so viele Terroristen wie möglich um die Ecke bringen will. Genauso simpel wie seine Ausgangslage, ist auch der Film. Michael Keaton als Ausbilder macht seine Sache gut. Die eigentlichen Actionpassagen reichen allerdings nicht an einen Jason Bourne oder John Wick heran. Der Film ist gespickt von Logiklöchern, und das gegen Ende wird’s unnötig absurd. Mit den grottigen CGI Effekten kann man seinen Spaß haben. Nach der zu langen Laufzeit von ca. 2 Stunden wollte ich meine Lebenszeit nicht zurück, aber der Film schrammt schon knapp an der Grenze. Für einen faulen Abend kann ich den Film vorsichtig empfehlen, aber mit mehr Energie kann man sich auch einen anspruchsvolleren Film anschauen.
11. April 2019 um 14:54 #1645596
ghostdog83TeilnehmerControlled – Bewahren Sie Ruhe
Ein äußerst disharmonisches Beisammensein an Weihnachten entwickelt sich für eine Familie zum Überlebenskampf – von innen wie von außen.
Auf dem Papier zunächst nicht sonderlich originell entwickelt sich der Film im Verlauf stark genug um eine kreative Eigenständigkeit zu gewinnen die ich zu Beginn nicht im geringsten erwartet hätte. Das Genre wird am Ende quasi neu definiert.
Weniger gefallen hat mir zum Teil die Charakterzeichnung, die trotz markanter britischer Note mir doch zu sprunghaft erscheint, um gewisse Handlungen eines Akteurs noch als nachvollziehbar zu bezeichnen. Grundsätzlich teilt sich das Lager zwischen den Denkern und Erfüllungsgehilfen. Die mangelnde Logik bei letzterer Gruppe lädt immer wieder zum Augenrollen ein.
Insgesamt nett. Als Black Mirror Folge wäre die Erzählung ohne inhaltliche Abstriche aber weniger Laufzeit vorzuziehen.
12. April 2019 um 10:45 #1645715
ChrisKongTeilnehmerTurbo Kid
Ich hatte zwar nie ein BMX, aber schon in relativ jungen Jahren die Mad Max Filme gesehen. Teil 2 aber vor dem ersten. Ich erwähn das, weil ich eine ähnliche Affinität bei den Machern vermute. Wir spielten immer mal wieder in einem nahegelegenen Schrottplatz und einem Kiesdepot. Das kommt dem Setting des Films recht nahe. Eigentlich leben sie hier kindliche Fantasien aus und machten einen Film draus. Und so kommt er denn auch rüber, reichlich naiv und in dem Wissen, dass man ganze Teile des Films mit der eigenen Kindheit assoziiert.
Dazu kommen noch ein paar übertriebene Splattereffekte und fertig.
Die Darsteller passen perfekt in das Szenario. Michael Ironside ist dabei ein Kuriosum. Er spielt in einem Film mit, in dem die Gliedmassen nur so durchs Bild fliegen und bleibt ausgerechnet davon verschont??? Leider kommt er nicht so ganz an die Coolness von Dennis Hopper in Waterworld ran, auch wenn das Aussehen deutlich davon inspiriert ist.
Hätte ich in den 80ern einen Film mit Endzeit-Thematik gedreht, dann hätte er so aussehen können. Und genau das macht den Charme und Reiz dieses Films aus.
Wer keine Art von Verbundenheit zur Umsetzung des Themas aufbauen kann, der wird sich vielleicht eher wundern, was das soll. Unter den Aspekten, nach denen gängig Filme beurteilt werden, kann der Film kaum irgendwelche Ansprüche befriedigen. Aber das will er auch gar nicht. In der Unprofessionalität liegt hier der Reiz. Und der wird gnadenlos verfolgt.12. April 2019 um 12:26 #1645725
John SpartanTeilnehmerThe Big Lebowski (Netflix):
Dass ein Film über die Erhaltung der Leichtigkeit des Lebens über die gesamte Laufzeit keine Sekunde langweilig sein kann, erstaunt mich bei jeder Sichtung aufs Neue. Der Dude, Walter und Donny sind unheimlich sympathische Charaktere, die einem sofort ans Herz wachsen. Auch der Erzählercowboy, der in gewisser Weise die Position des Zuschauers einnimmt, passt überraschend gut in den Film. Die surrealen Traumsequenzen stimmen einen ähnlichen Ton an. Man kann die Cohens nur beglückwünschen, dass sie nie eine Fortsetzung dieses nahezu perfekten Films in Angriff genommen haben. Diese hätte den hohen Erwartungen der Fans nicht gerecht werden können und im schlimmsten Fall den Ruf des Erstlings geschädigt.
12. April 2019 um 12:31 #1645726
ChrisKongTeilnehmerIch glaube nicht, dass eine Fortsetzung prinzipiell dem Ruf eines Vorgängers schadet. Aber ich bin auch nicht der Meinung, dass es gerade zu solchen Filmen Fortsetzungen braucht. Bestes Beispiel, Trainspotting 2.
12. April 2019 um 12:47 #1645730
John SpartanTeilnehmerNicht in jedem Fall aber ein gutes Beispiel für nachträglichen Rufmord ist die Matrix Trilogie. Auch der erste, spaßige Fluch der Karibik Teil wird durch die Fortsetzungen in Mitleidenschaft gezogen. Allgemeingültig kann man das natürlich nicht werten, aber zumindest in meinem Umfeld trifft es zu.
12. April 2019 um 13:25 #1645736
ChrisKongTeilnehmerMatrix ist so ein Grenzfall. Das Problem ist, dass dort so getan wurde, als wäre es von Anfang an eine Trilogie gewesen. Da wollte man unbedingt das Gefühl generieren, etwas zu verpassen, nicht das ganze Puzzle zu kennen. Betrachtet man das als ein Produkt, ist das Experiment wohl misslungen. Für mich fühlen sich die beiden Fortsetzungen aber eher als Erweiterung an und nicht die Fortführung der Geschichte.
Ich seh aber immer noch nicht, warum der erste Teil dann darunter leiden sollte. In welcher Form denn? Finanziell spielt es eine untergeordnete Rolle, da ist der Zeitabstand auch massgebend. Der erste Matrixfilm wurde schon lange ausgewertet, ehe Teil 2 ein Thema war.
Dass sich die Wertungen nach Teil 2 nach unten korrigiert haben, kann ich mir jetzt auch nicht vorstellen.
Dass eine Reihe in Relation zum besten Teil mit steigender Zahl an Fortsetzungen abnimmt, ist eigentlich logisch. Oft profitiert sogar der beste Teil davon oder man besinnt sich wieder auf diesen. So war es zumindest die Idee an James Camerons Aliens anzuknüpfen, bis Blomkamp von Scott ausgebremst wurde. Oder Cameron zum Zweiten, der nächste Terminator schliesst auch da an den besten Teil an.12. April 2019 um 15:15 #1645738
AnonymInaktivSie nennen ihn Radio
Spielt in den 70er Jahren in den USA und handelt von einem farbigen geistig behinderten jungen Mann. Dieser wird eines Tages von einem Schulfootball Team ordentlich gemobt, was der Coach des Teams mitbekommt und ihn als “Wiedergutmachung” ein wenig in den Schulalltag integriert. Aufgrund seiner Behinderung gibt es aber in der Bevölkerung widerstand, so eine “abnormalität” mit normalen Schülern verkehren zu lassen. Nach und nach merken aber die Leute das sie eigentlich nur mit ihren eigenen Vorurteilen zu kämpfen haben und der junge Mann nicht das eigentliche Problem ist. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und ist Unterhaltsam und herzlich zu gleich. Der Film transportiert ein schönes Stück Menschlichkeit.
Ps. Turbo Kid war mal richtig gnorke
12. April 2019 um 19:35 #1645744
AnonymInaktivTurbo Kid ist schon genial, es sollte viel mehr Filme dieser Art geben.
Ich bin schon auf den nächsten Streich von RKSS gespannt, nachdem mir Summer of 84 auch sehr gut gefallen hat.
@Kong
Hast du schon “Iam Not A Serial Killer” geschaut?
Kann ich auch nur wärmstens empfehlen den Film.12. April 2019 um 19:54 #1645750
AnonymInaktivDie beliebteste mittelmäßige Filmsaga der Welt geht in die neue Runde:
12. April 2019 um 19:57 #1645751
ChrisKongTeilnehmerFast & Furious 8
Der übertriebene Actionspass geht bald in die neunte Runde und kriegt davor noch ein Spinoff. Damit gibts aktuell 3 Actionreihen, die regelmässigen Output haben, Bond, Mission Impossible und eben F&F. Und ich mag die alle.
Hier versucht man natürlich immer wieder den Vorgänger zu toppen. Dieses Mal werden die Autos von einem U-Boot verfolgt. Ja, besser nicht hinterfragen. Aber auf die Idee muss man erstmal kommen. Die Erfolgsformel bleibt sich indes treu. Aus den Vorgängern bekannte Gegner werden zu Verbündeten gemacht, die sich zum Ende hin in die Familie eingliedern. Etwas neu ist, dass zu Beginn Dom gegen sein Team arbeiten muss. Den einzelnen Figuren wurden reichlich Actionmomente eingeräumt, Tyrese und Ludacris sind für die Comedy zuständig.
Wenn im nächsten Teil ein weiterer Actionhaudegen dazukommt, dann wäre mein Favorit Sly. Dann können er und Statham unter sich ausmachen, wer der bessere Frankenstein ist in einem Todesrennen. 🙂 -
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