Der Film und Fernseh Thread

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  • #1677753
    ChrisKongChrisKong
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    Dave made a Maze

    Der Film hat eine originelle Prämisse, aber leider nutzt sich das ein wenig ab und ansonsten hält es sich mit Einfällen eher so in Grenzen. Das geht leider etwas zu Lasten des Humors. Hier wäre mehr dringelegen. Irgendwie spürt man, dass die Macher zu sehr auf die Ausgangslage verlassen haben und zusehends nicht wussten, wohin sie genau wollten, respk. wie es aufgelöst wird.
    Worum gehts? Dave hat sich ein Labyrinth gebastelt aus Karton und findet nicht mehr raus. Ehe er sich versieht, ist seine Freundin ebenfalls samt Entourage im Labyrinth gefangen. Dumm, wenn das ein Eigenleben entwickelt und tödliche Fallen bereithält.
    Vieles ist schlicht absurd, entwickelt aber einen gewissen Charme. Von einer Trashperle kann ich aber nicht reden. Dafür fand ich ihn stellenweise zu flach. Vielleicht hätte da geholfen, wenn er doch etwas schriller gewesen wäre. Dennoch, wer Abwechslung braucht, sollte sich mal in diesen Irrgarten wagen.
    Für eine Horrorkomödie ist er aber auch etwas zu brav unterwegs. Splatter und Gore kennt der Film nur auf FSK 12 Niveau.
    Fazit: Netter kleiner Film, der ein paar witzige Ideen hat, aber dem auf halber Strecke etwas die Puste ausgeht. Figuren sind sympathisch, heben sich jetzt aber auch nicht nennenswert von den üblichen Klischees und Stereotypen ab.

    #1677788
    Anonym
    Inaktiv

    Hoffentlich kommt doch noch Alita 2.
    Hab gerade den Erstling geschaut und fand den richtig, richtig klasse.

    #1677790
    Anonym
    Inaktiv

    Der war auch ganz gut, aber damit Disney da grünes Licht gibt müssten die BR und Digital Verkäufe aber wohl durch die Decke gehen. Ich geh aber davon aus das die Masse den erst auf Netflix und co. konsumieren wird, also seh ich da ehr Schwarz. Für eine Fortsetzung hätte der locker 200 Millionen mehr an der Kinokasse machen müssen.

    #1677791
    Anonym
    Inaktiv

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Edit: Baby Driver fand ich auch geil.

    #1677794
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Little Monsters

    Der Film ist leider ähnlich brav geraten wie Dave made a Maze. Ich erwarte mir von Horrorkomödien wohl einfach mehr Biss. Statt einer ZomCom kriegt man hier eher eine waschechte RomCom im Zombie-Setting. Die Verknüpfung ist dabei so an den Haaren herbeigezogen, die Bedrohung irgendwie so inexistent, dass der Film einfach keine Spannung aufbauen kann. Der wird nur von den rundweg sympathischen Darstellern, allen voran Lupita Nyongo gerettet. Gehört also eher so in die Kategorie guter Laune Film. Ist auch nicht verkehrt. Nur sollte man nicht so etwas wie Cooties erwarten.
    Wer wirklich eine brauchbare Horrorkomödie will, dem seien nach wie vor John Dies at the End, Severance, Behind the Mask oder Tucker & Dale vs Evil empfohlen. Wer es beschaulicher mag, wie z.B. bei Fido, der kann hier ruhig mal einen Blick riskieren.

    Boston

    Peter Berg liefert wieder einmal ab. Nachdem mir sein neuestes Werk – glaub schon die fünfte Zusammenarbeit mit Wahlzwerg – nicht wirklich gefallen hat, so ist dieser Film definitiv ein anderes Kaliber. Aufgearbeitet werden die Anschläge am Bostoner Marathon. Zuerst werden alle relevanten Beteiligten eingeführt, ehe der erste dramatische Höhepunkt stattfindet.
    Danach flacht die Spannungskurve aber kaum mehr ab, Berg weiss genau, wie Action-Thriller funktionieren. Auch wenn man den Ausgang kennt, einzelne Details sind vielleicht weniger bekannt, sorgen aber zusätzlich für Spannung.
    Die Terroristen sind hier auch nicht gesichtslos, aber ihre Motive werden nicht durchleuchtet. Die Charakterisierung findet rein auf der Handlungsebene statt. Dabei unterscheiden sich die beiden Brüder deutlich. So vermeidet Berg zwar Stereotypen, aber der Film bleibt natürlich ein Denkmal für die “Helden” von Boston. Und das ist auch gut so. Dennoch würde ich mir auch wieder mehr politische Filme wünschen, die sich mit den Wurzeln des Terrorismus auseinandersetzen, wie etwa Charlie Wilsons War.
    Fazit: Der Film weiss über die gesamte Laufzeit die Spannung aufrecht zu halten, zeigt Problematiken auf und authentische Menschen, die in diesen Systemen agieren. Dabei wird der Anteil an Pathos sehr zurückhaltend eingesetzt. Immer wieder werden auch Original-Nachrichten gezeigt. Für mich ein rundum gelungener Film. Hoffentlich bleibt Berg dem Politthriller treu.

    #1677804
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Ich hätte jetzt eher damit gerechnet das Boston eher so ein dumpfer “Hurra USA” Film ist. Ich hatte mich deshalb Null damit beschäftigt.

    Komplett andere Richtung: Ich werde mir wohl heute ne Pizza bestellen und dann “Meg” schauen. Hört sich nach einer guten Mischung an.

    #1677807
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Meg ist ein spassiger Film, fand den nicht schlecht. Hmm, Peter Berg hat eine eigentlich recht abwechslungsreiche Filmografie. Was ich nicht wusste, dass er auch bei div. TV-Episoden sowie Musik Videos und Dokumentationen Regie geführt hat. Und nein, Boston ist mMn kein dumpfer USA Hurra Streifen. Er setzt sich auch nicht völlig unkritisch mit den Beteiligten auseinander. Deshalb wirkt er auch recht authentisch. Einfach so, als hätte man eine Momentaufnahme gemacht.

    #1677828
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    The Wolf of Wall Street
    Ja, tatsächlich jetzt erst gesehen. Irgendwie hab ich den Film wohl auch wegen der Länge vor mir her geschoben. Und tatsächlich ist genau die auch im Nachhinein der Knackpunkt. Scorcese lässt seine Broker so oft in Geld, Koks und Nutten suhlen, dass es zwar sicher obszön ist aber irgendwann auch ziemlich redundant wird. Ne halbe Stunde weniger hätte es für mich sein dürfen.
    Mit die stärksten Momente sind die, in denen DiCaprio sich als Prediger des Mammon profilieren kann, aber auch jene, in denen er dem Publikum direkt sein System und sich selbst verkauft.

    Faszinierend finde ich übrigens, dass sich so mancher Kritiker fast schon von den Verkaufsmomenten angesprochen fühlte. Persönlich finde ich sie eher verachtenswert. Ich frage mich, was das über einen selbst aussagt.

    Ob der Film als ganzes dem Nihilismus und dem Turbokapitalismus fröhnt oder beides eher vorführt, darüber kann man natürlich prima streiten. Ich denke, das hängt davon ab, auf welcher Ebene man selbst angesprochen wird.

    #1677831
    Anonym
    Inaktiv

    Parasite
    Der Film war zwar etwas anders als ich erwartet hatte, hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen.
    Ob er den ganzen Hype gerecht wird, möchte ich zwar nicht beurteilen, im Grunde ist es mir auch egal.

    Midsommar
    Kein typischer Horrorfilm, dafür aber wunderbar verstörende Bilder und Atmosphäre.
    Gefällt mir besser als Hereditary, da der Film diesmal runder wirkt und seinen eingeschlagenen Weg bis zum (Happy^^) End geht.

    #1677832
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Parasite interessiert mich ja jetzt gar nicht. Evtl. schaue ich mir den irgendwann im Stream an.

    #1677833
    Anonym
    Inaktiv

    Ja, mach mal.
    Der Film lohnt sich schon, gerade auch den immer wieder aufblitzenden schwarzen Humor und die gesellschaftskritischen Spitzen fand ich ganz cool.

    #1677835
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    Parasite finde ich sehr gut. Die darin enthaltene Botschaft wird clever transportiert. Midsommar fand ich auf hohem Niveau dagegen ab der Mitte enttäuschend, was das Verhalten der Protagonisten anbelangt. Die Effekte haben mich auch nicht so überzeugt (die erste explizite Szene).

    Beide Filme sind für mich nicht in dem Maße herausstechend, wie in der öffentlichen Wahrnehmung, aber sehenswert alle mal.


    @Chriskong

    Ja.

    #1677836
    Anonym
    Inaktiv

    @ghostdog83
    Durch den Drogenkonsum der Protagonisten hat mich deren Verhalten gar nicht so sehr gestört.
    Ich weiß aber was du meinst.

    #1677838
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Die Versunkene Stadt Z

    Das auf einem Buch basierende Drama erzählt die Suche von Percy Fawcett nach einer Zivilisation im Amazonasdschungel. Dabei versucht der Film sowas wie ein episches Drama darzustellen. Das gelingt mMn nicht wirklich. Dafür holt mich der Film emotional leider kaum ab. Der Film ist zum Teil auch überfrachtet, reisst viele Themen an, verfolgt diese aber nicht in aller Konsequenz. Etwa der Wunsch seiner Frau mehr zu sein in der Gesellschaft als nur der Anhang. Die Szenen erreichen zu keinem Zeitpunkt die gewünschte Intensität, eine Tour de Force spürt man hier nicht. Wer ein solches Dschungelabenteuer sucht, ist mit the Jungle mit Daniel Radcliff besser beraten.
    Weiter wird versucht etwas Gesellschaftskritik zu üben anhand der Indios. Der Teil der Odyssey erinnert zuweilen an 1492 Eroberung des Paradies in welchen Depardieu Columbus spielt, der zusehends desillusioniert von seiner Mission ist. Diese Anleihen spürt hier deutlich, aber auch da bleibt der Film zu flach.
    Was sich sagen lässt, dass das Drama toll gefilmt ist und zu gefallen weiss. Weniger wäre hier mehr gewesen.

    Parasite hab ich auch hier rumliegen, bin da auch sehr gespannt. Ob das Gehype im Vorfeld hilft, glaub ich zwar nicht, aber ich versuche das recht unvoreingenommen anzugehen. Hab ehrlich gesagt auch nicht wirklich eine Ahnung, was in dem Film passiert, nur die Prämisse ist mir ungefähr bekannt.

    Zu oben erwähnten Filmen hab ich ja meinen Senf schon dazugegeben. Midsommar hat jetzt auch nicht zwingend eine bessere Auflösung als Hereditary, wirkt aber in sich doch runder und liefert nicht noch auf der Zielgeraden eine unnötige Erklärung ab.
    Wolf of Wallstreet fand ich trotz der Laufzeit sehr kurzweilig, was schlicht an der Regie von Scorsese liegt, dessen Stil oft frischer wirkt als der von vielen Jungregisseuren. Von der Lesart ist er vielleicht mit anderen gesellschaftskritischen Filmen wie Natural Born Killers und Fight Club vergleichbar. Auch hier kann der Film tatsächlich auch anders ausgelegt werden, als er vermutlich gedacht ist. Da wäre eine Art FSK Siegel nötig mit IQ-Anforderungen, weil nicht jeder Film gleich gut für alle Erwachsenen geeignet ist. ^^
    Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie man Wolf of Wallstreet als ein Ja zum Kapitalismus verstehen kann, aber es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Ich fand da den Ton in the Big Short durchaus fragwürdiger, mal davon ab, dass der Film ehrlich gesagt auch nichts Besonderes ist.

    #1677840
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Nur zur Klarstellung, die Kurzweiligkeit ist bei Wolf of Wall Street schon gegeben. Für mein Empfinden hätte er aber mit etwas weniger Spielzeit auch nix verloren. Ist natürlich subjektiv aber wenn ich da z.B an Good Fellas denke, der mit seinen zweieinhalb Stunden bestens auskommt, dann könnte ich richtig liegen.
    Liegt vllt auch zum Teil daran, dass ich den einen oder anderen Film auch mehrfach gucke, was bei zwei Stunden deutlich einfacher ist als bei drei.

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