Der Film und Fernseh Thread
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captain carot vor vor 3 weeks, 1 Tag aktualisiert.
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13. April 2020 um 1:45 #1677842
ghostdog83TeilnehmerDie Die Versunkene Stadt Z habe ich mir gestern angesehen, nachdem ich über das aktuelle Projekt von Martin Scorsese gelesen habe, was auf einen anderen Roman von David Grann basieren soll (Killers of the Flower Moon). ^^
13. April 2020 um 9:31 #1677868
ChrisKongTeilnehmer@Carot Ich hab den Streifen bislang auch nur einmal gesehen. Wegen Laufzeiten allgemein, oft bleibt der eine oder andere Streifen deswegen im Regal auch liegen. Gerade viele Actionfilme und dgl., die sowieso kaum Substanz haben, müssen immer noch in Überlänge produziert sein. Das gleiche gilt aber auch für einen Film wie Midsommar, dessen Directors Cut ungefähr ne halbe Stunde länger geht. Der Film hat auch in der Kinofassung seine Längen.
@Ghostdog Und? Deine Meinung zur Umsetzung? Ich hatte den ja ebenfalls gestern gesehen.
Dann noch den hier:
Victoria & Abdul
Der Film basiert wohl auf Tagebüchern eines moslemischen Inders, der einen Teil seines Lebens bei Hofe verbrachte und über Zufälle in eine immer einflussreichere Position rutschte. Dass Victoria Gefallen an ihm fand, erzürnte nicht nur den ganzen Hofstaat, sondern insbesondere ihren Sohn, der nach Victorias Tod ziemlich radikal alles entfernen liess, was auf die Anwesenheit des Inders hinwies.
Der Film lebt von seinen Darstellern, die allesamt überzeugen. Leider tun das die Figuren nur bedingt. So ist der Inder schon fast ekelhaft devot und anbiedernd, um auch ja nie auf Konfrontationskurs zu gehen. Victoria andererseits wird als eine sehr weltoffene Persönlichkeit dargestellt, die in der Knechtschaft des Hofes steht. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Die Geschichte ist schon ein wenig zu sehr als Feelgood-History angelegt, wozu dann auch der Schluss dann nicht mehr so recht passen mag. Das hat mich stark an Anna und der König mit Chow Yun-Fat und Jodie Foster erinnert. Dort ist es die Engländerin, die die Exotin ist. Aber hier wie dort droht Gefahr vom neidischen Hofstaat.
Fazit: Wer mit erzählerischer Freiheit bei Historiendramen leben kann, sich nicht an oft kitschigen Momenten stört, kann hier durchaus gut unterhalten werden. Der Film beleuchtet auf jeden Fall ein interessantes Kapitel der englischen Königsfamilie, spart dafür aber auch ein wenig mit ambivalenter Kritik, z.B. bei den verhüllten Frauen. Das stösst dann doch mal sauer auf. Eine der besten Stellen im Film ist Judi Denchs Ansprache an den Hofstaat, grandios gespielt.13. April 2020 um 11:50 #1677884
ghostdog83TeilnehmerDer Teil der Odyssey erinnert zuweilen an 1492 Eroberung des Paradies in welchen Depardieu Columbus spielt, der zusehends desillusioniert von seiner Mission ist.
Bei 1492 wäre zu beachten, dass der Film die Figur des Kolumbus in einer Form präsentiert, die aus heutiger Sicht weitaus kritischer ausfallen würde, die Kritik Kolumbus selbst mit einbezieht. Z finde da klarere Worte (die Rede Percivas) bzw. hat 1492 nicht einen solchen Eindruck nachhaltig hinterlassen können. Überhaupt, für mich einer der schwächeren Scott Filme, nach letzter Sichtung.
Z hat mir als Einblick in den Charakter des Entdeckers Percy Fawcett durchaus zugesagt. Die vielen Anrisse sehe ich in dem Kontext daher nicht ganz so kritisch, dass sie als Katalysator Fawcetts dienen, die Figur darauf reagieren zu lassen, um tiefere Einblicke von ihr zu erlangen – was nicht immer mittels der Sprache geschieht.
Als Abenteuerfilm ist Z dahingehend schon enttäuschend, wer den Schwerpunkt darauf legt, mit der Figur des Percy nicht viel anfangen kann. Die Struktur des Films (bedingt durch seine historische Natur) macht es dahingehend auch nicht leicht, in ein Abenteuer zu versinken, wenn sich das Geschehen wieder Richtung Zivilisation verlagert, die Percys Abstecher in den Dschungel episodenhaft erscheinen lassen.
Visuell hat mir das Colour Grading zum Teil überhaupt nicht gefallen. Die Szenen in England waren mir zu gelb/grün-stichig. Die Szenen im Dschungel hinterließen bei mir dagegen einen weitestgehend natürlichen Eindruck. Der Bruch kam dann jedes Mal mit dem erneuten Wechsel des Schauplatzes. Abseits davon hat mir der Film was Bildsprache, Schnitt und Sounddesign anbelangt überzeugt.13. April 2020 um 14:09 #1677895
ChrisKongTeilnehmerIch hab mir die Auflage von Pidax besorgt und werde sicher bald mal 1492 sichten. Mal schauen, ob ich ihn noch so stark finde, wie damals. In meiner Erinnerung einer der besseren Scott-Filme.
Die episodenhaften Ausflüge in den Dschungel kosten den Film erheblich beim dramatischen Aufbau, vielleicht fand ich ihn auch deshalb weniger intensiv. Leider wird mir auch die Obsession von Percy zu wenig glaubhaft vermittelt. Da kommt mir in den Sinn, dass ich doch glatt Mosquito Coast unterschlagen habe, den ich vor kurzem gesehen habe und etwas dazu schrieb. Der Film ist auch eine entsprechend zu nennende Alternative, die ein intensiveres Erlebnis bietet. Eben weil der Film an den Figuren dranbleibt und die Spannungen zwischen ihnen nicht aufhebt. Übrigens eine von Fords besten Rollen.
13. April 2020 um 22:11 #1677912
ChrisKongTeilnehmerGodzilla 2 King of Monsters
Jetzt gibts Rabatz. Godzilla veranstaltet einen Royal Rumble, mit dabei King Gidorah, Mothra u.a. Ich fand den jetzt ehrlich gesagt launiger als den Erstling. Erstens geht es ordentlich zur Sache und zweitens hat Watanabe auch mehr Screentime, zumindest gefühlt. Was ein wenig schade ist, dass man Gidorah so früh zeigt, aber die Story des Films macht das unumgänglich.
Godzilla vs Kong wird dem Ende nach sowieso eher ein Buddy Movie werden. Schliesslich gibts andere Gegner. Da brauchts ein schlagkräftiges Tag Team, das sich am Ende zusammenraufen muss. Das vermute ich jetzt einfach mal. So ein bisschen wie Shaw & Hobbs, aber in XXL.
Von allen 3 Streifen bislang gefiel mir Kong Skull Island am besten – wen wunderts 🙂 – weil auch der Humor Platz hatte. Ein unterhaltsamer Abenteuerfilm. Das Aufeinandertreffen der beiden Giganten dürfte aber wohl eher wie die Godzilla Filme werden. Bislang ist aber keiner der Filme ein Ausfall. Und die Macher geben sich auch alle Mühe, die Figuren der Toho Studios zu würdigen.
Tonal gibts ordentlich auf die Fresse. Wer an einer CGI Allergie leidet, der ist hier aber an der falschen Adresse. Die Zahl der Effektshots dürfte so manches Franchise übersteigen.
Die Klientel des Films kriegt letztlich genau, was sie will. Mehr gibts da nicht anzumerken.13. April 2020 um 23:03 #1677915
LofwyrTeilnehmerMir gefallen auch die neuen Designs. Rodan, der alte Gummiadler, sah noch nie so gut aus.
13. April 2020 um 23:03 #1677916
captain carotTeilnehmerKong gefiel mir visuell eine ganze Ecke besser. Der Film macht fast alles richtig bis auf die dünne Story. Frage ist natürlich, wie viel man bei so einem Film erwarten will.
14. April 2020 um 14:34 #1677966
Rudi RatlosTeilnehmer“Ne halbe Stunde weniger hätte es für mich sein dürfen.” Das Problem hat Scorsese ja häufiger 😀
Mord im Orient-Express (2017, Kenneth Branagh): Stinkt leider gegen den Film aus den 70ern ein wenig ab. Zuviel CGI, zuviel gewollt, zuviel Fake-Bart…Taran und der Zauberkessel: Holy Moly, ist das mal ein düsterer Disney-Film. Kaum Humor, kein Gesang, Skeletor als Bösewicht und anscheinend auch nie ungeschnitten erschienen. Technisch beeindruckend (die Hintergründe teilweise <3), story- und pace-technisch ok bis gut. Als Kind hätte ich den wahrscheinlich wöchentlich geguckt 😀
14. April 2020 um 22:56 #1677986
ChrisKongTeilnehmerKontrastprogramm:
Lady Bird
Greta Gerwigs Coming of Age Film mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle macht vieles richtig. Der Film versinkt nicht in Verklärung und Kitsch und zelebriert auch kein grosses Drama. Was man dem Film aber resultierend daraus ankreiden könnte, ist der schwache Spannungsbogen. Die letzten Szenen wirken denn auch schon wie ein Epilog. Irgendwie verpasst der Streifen, da einen guten Schlusspunkt zu setzen. Ist aber zu verschmerzen. Schliesslich wirkt er dadurch sogar ein wenig authentischer, das Leben spitzt sich auch nicht immer zu und liefert eine Pointe. Im Zentrum steht das etwas komplizierte Verhältnis von Lady Bird und ihrer Mutter. Das Erwachsenwerden hat so seine Tücken und Christine, wie Lady Bird eigentlich heisst, ist da auch kein Kind von Traurigkeit. Die Stärke von Gerwig liegt bei den Dialogen. Gerne mehr davon. Der Film ist meinerseits eine klare Empfehlung, insbesondere für Eltern, deren Kinder bald in die Pubertät eintreten. ^^
The Raid
Mutter ich hör die Knochen knacken. Einen Filmpreis wird der Streifen nicht gewinnen, dafür ist das Schauspiel schon hart an der Schmerzgrenze. Dafür hat der Film Schauwerte, die dem Actionfan die Freudentränen in die Augen treiben. Mit Brutalität wird nicht gespart. Die Action-Choreografie ist State of Art und lässt Sachen wie John Wick wie Ringelpiez mit Anfassen wirken. Wo Iko Uwai zulangt, wächst kein Gras mehr. Und so prügelt er sich ein Hochhaus zum Boss vor, während sein Einsatztrupp nach und nach dezimiert wird. Natürlich gibts die üblichen Stereotypen, wie korrupte Cops, die rechte Hand des Boss mit psychotischem Verhalten, und und und.
Teil 2 hole ich sicher bei Zeiten nach, wenn mir wieder nach handfester Action ist.15. April 2020 um 9:41 #1678045
Rudi RatlosTeilnehmerTeil 2 fand ich unterhaltsamer, da er sowas wie eine Geschichte bietet 😀
15. April 2020 um 10:19 #1678052
ghostdog83Teilnehmer@Die Versunkene Stadt Z
Bei weiterer Überlegung kann ich den England yellow-Filter nicht nachvollziehen. Warme Farbfilter werden z.b. häufig für Mexiko eingesetzt, um die Annahme eines warmen Klimas hervorzuheben (obwohl Mexiko unterschiedliche klimatische Ausprägungen besitzt). Das passt in dem Fall nicht. Die Temperatur sollte nicht höher sein als im Dschungel Brasiliens.
15. April 2020 um 10:22 #1678053
LofwyrTeilnehmer[postquote quote=1678045][/postquote]
Bei Teil Zwei bin ich fast eingeschlafen bei allem was keine Action war.
15. April 2020 um 11:30 #1678057
AnonymInaktivDen letzten Kampf bei The Raid 2 finde ich episch.
Der toppt für mich sogar noch alles aus dem ersten Teil.15. April 2020 um 11:39 #1678058
ghostdog83TeilnehmerTeil 2 hat die bessere Kameraarbeit.

Teil 2 hat die besseren Gimmick Gegner.

Den Fight am Ende finde ich auch klasse.

Teil 2 hat etwas was man Story nennen könnte. Plus einen vernünftigen Schauspieler.
15. April 2020 um 16:49 #1678123
captain carotTeilnehmerFand beide Raid gut, der erste ist aber unterm Strich, vllt. auch dank des Settings, aber intensover, sozusagen ‘kompakter’.
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