Der Film und Fernseh Thread

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  • #1765300
    ghostdog83ghostdog83
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    Die Handlung wirkte auf mich noch konstruierter als bei Rocky 5

    Dem Film ist deutlich anzumerken, dass die Autoren ab einem bestimmten Punkt gemerkt haben müssen, dass die Figur des Damian beim Zuschauer womöglich zu sympathisch rüberkommen könnte, um im Verlauf entgegenzusteuern (Strandszene), was wie ein harter Einschnitt auf die bis dahin stringente Charakterisierung wirkt.

    #1765318
    Bort1978Bort1978
    Teilnehmer

    Ich war gestern mit meinem Sohn Spider-Man: Across the Spider-Verse im Kino gucken. Ich war sehr beeindruckt vom Film. Vor allem von der Optik. Echt genial, was die Macher sich da haben einfallen lassen. Im 1. Teil war die Optik schon ziemlich cool gemacht, Teil 2 steigert sich da aber nochmal deutlich.
    Aber auch die Story hat mich bestens unterhalten. Ein paar Längen waren bei über 2h Spieldauer aber dabei, die mich nicht sonderlich gestört haben. Nur das offene Ende hat mich negativ überrascht. Hoffentlich dauert es nicht so lange, bis Teil 3 kommt.

    #1765343
    DGSDGS
    Teilnehmer

    Schade, dass aktuell so viele Blockbuster auf einmal veröffentlicht werden und man sich damit nicht nur gegenseitig Vorstellungen wegnimmt, sondern kleinere Produktionen auf ungünstige Vorführungszeiten verdrängt werden. Die letzten Wochen waren heftig:

    FastX – The Little Mermaid – Across the Spider-Verse – Transformers – Flash/Elemental – …

    Und das geht in einer Tour so weiter. Die hätten die Blockbuster über den ganzen Frühling/Sommer/Herbst verteilen sollen. Transformers, Flash und Elemental scheinen eh zu floppen und für Indiana Jones mit seinem gewaltigen Budget schaut es nicht besser aus. Und, wie gesagt, alles andere leidet auch darunter.

    #1765478
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Dungeons and Dragons: Honor among Thieves

    Sicher kein Überfilm, aber überraschend unterhaltsam und gut aufgelegt. Wer leichte Unterhaltung sucht sollte sich den Film definitiv mal geben. Leider war es nicht der große Erfolg, was auch daran liegen dürfte dass bisherige D&D Filme eher Mist waren. Gerade der von 2000 war einfach übel.

    #1765720
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Super Mario Bros Film

    Optisch top, das kann Illumination aber schon länger. Peach ist ziemlich emanzipiert, vielleicht dürfte ein Princess Peach Game sich da mal ein paar Scheiben abschneiden. Mario entwickelt sich wie zu erwarten von Zero to Hero.

    Inhaltlich sollte man nix erwarten was man anderswo nicht schon (komplexer) gesehen hat und von manchen Easter Eggs abgesehen ist der Humor simpel gestrickt. Man kann aber effektiv mit dem Endergebnis Spaß haben.

    #1765724
    DGSDGS
    Teilnehmer

    No Hard Feelings

    Es gab mal eine Zeit, wo neue R-Rated Komödien gefühlt wöchentlich im Kino starteten. Ich hoffe echt, da kommt wieder mehr.

    Nichts tiefschürfendes, aber es gab Szenen in denen der ganze Kinosaal laut aufgeschrien hat und lachen musste.

    #1766318
    Anonym
    Inaktiv

    Hab gerade auch endlich den neuen Mario Film auf Blu-ray geschaut und wurde die gesamten ca 90 Minuten hervorragend unterhalten, ohne auch nur eine Sekunde Langeweile.
    Klar, die Handlung passt auf einen Bierdeckel, dass hat mich aber zu keiner Zeit gestört, da den gesamten Film immer irgendwas Unterhaltsames und Lustiges passiert ist + noch die unzähligen Easter Eggs dazu. Außerdem fand ich alle Charaktere super sympathisch und lustig rübergebracht.
    Ich hab ja im Vorfeld öfters gehört, dass der Film viel zu gehetzt umgesetzt ist und die Macher viel zu viel Sachen in den Film eingebaut haben und er deshalb zu wenig Tiefe hat.
    Das kann ich zumindest für mich so nicht bestätigen, ganz im Gegenteil. Ich fand diese Erzählweise gerade unterhaltsam, da es gefühlt zu jeder Sekunde etwas neues zu erleben und zum endecken gab, ganz so wie in den Videospielen selbst. Und das ist auch der Punkt für mich, warum Der Super Mario Bros. Film für mich die mit Abstand beste Videospiel Verfilmung aller Zeiten ist. So viel Liebe zum Detail hab ich tatsächlich noch nie in einem Animationsfilm vorher gesehen.
    Ich bin gerade am überlegen, ob ich mir den Film gleich nochmal anschauen soll, oder ob ich irgendein Mario Game zocke. Wahrscheinlich mache ich aber beides gleichzeitig. ^^
    Danke Illumination,danke Nintendo! 🙂

    #1766706
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel

    Nach jetzt fast 15 Jahren hab ich mir den Film doch noch mal gegeben und einige Punkte sehe ich heute auch etwas gnädiger als damals. Was vielleicht einfach mit an der Richtung liegt, die das Blockbusterkino seitdem weitgehend genommen hat.

    Positiv damals wie heute sind gerade Ford und Karen Allen, die in ihren Rollen einfach funktionieren. Bis heute wiederum enttäuschend ist hier für mich Cate Blanchett. Dass sie auch böse sein und daran Spaß haben kann hat sie ja durchaus gezeigt. Die Ambivalenz eine Belloq bot der Charakter aber ohnehin nicht.

    Das größte Problem des Films ist nach wie vor, dass einfach immer wieder viel zu sehr übertrieben wird. Die Kühlschrankszene hat dabei ja schon mehr als genug popkulturelle Referenzen verpasst bekommen. Aber der Großteil der Dschungelszene etwa wirkt ebenso albern, die computeranimierten Tiere sind einfach zuviel des nicht wirklich guten und generell ist einiges einfach zu schrill, um die gleiche Spannung zu erzeugen wie die LKW Szene beim ersten Teil oder die sehr achterbahnartige Lorenfahrt in Teil 2.

    Kurzum, das größte Problem ist einfach, dass an so einigen Szenen weniger deutlich mehr gewesen wäre.

    Die Aliengeschichte wiederum ist zwar nach wie vor nicht wirklich mein Ding, passt aber einfach in die Zeit.

    Ein Punkt, der mich damals schon gestört hat, der Look des Films ist inkonsistent, einige Szenen wirken insgesamt sehr digital, andere machen wirklich den Eindruck von Film. Zum einen passt ersteres einfach nicht so recht zur Reihe. Zum anderen stört mich diese Inkonsistenz halt einfach.

    #1766778
    Anonym
    Inaktiv

    Super Mario Bros (1996)

    Ich hab mir letztens ganz günstig die Blu-ray gekauft und den Film nach bestimmt 20 Jahren mal wieder angeschaut.
    So richtig viele Erinnerungen an die letzte Sichtung hatte ich nicht wirklich mehr gehabt, weshalb ich doch ziemlich gespannt war, wie der Film auf mich in 2023 wirkt, vor allem vor den Hintergrund, dass ich mir erst vor ein paar Tagen die Neuverfilmung angeschaut hatte, die mir sehr gut gefiel.
    Und was soll ich sagen, der Film ist Trash pur, aber auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.
    Ist der Anfang noch etwas konvertionell und auch langatmig, nimmt der Film nach ca einer halben Stunde richtig Fahrt auf und eine absurte Situation reiht sich an die nächste.
    Das alles erinnert eigentlich Null an die Videospiele, ist aber so übertrieben doof inszeniert, dass ich die ganze Zeit gebannt das Treiben im Film verfolgt hatte, ohne mich zu langweilen.
    Den Cast mit Bob Hoskins, John Leguizamo und Dennis Hopper finde ich auch richtig nice. Keine Ahnung, ob die vorher das Drehbuch gelesen hatten und wussten auf was sie sich da eigentlich einlassen. Ich zumindest bin aber froh, dass sie hier mitgespielt haben, da sie ziemlich gut performen, jedenfalls soweit es Film und Drehbuch zulassen.

    Alles in allem ist der Film für mich zwar keine gute Videospielverfilmung, aber als 90er Jahre gute Laune Trash Film funktioniert er auch heute noch ziemlich gut, vielleicht sogar besser als damals, wo er veröffentlicht wurde.

    #1766780
    DGSDGS
    Teilnehmer

    Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins

    Nach dem ganzen Hype bin ich nun doch etwas enttäuscht. Meiner Meinung nach ist M:I7 maximal Mittelmass, wie schon der überbewertete Maverick. Zu viel Exposition, die emotionalen Momente funktionieren nicht, die weiblichen Charaktere sind nicht gut geschrieben und der restliche Support Cast bekommt zu wenig Zeit, die Geschichte rund um Ethans Vergangenheit wirkt redundant, es gibt kein richtiges, großes Finale, usw.usf. Es gibt zwei gute Actionszenen, den Rest hat man schon gesehen, und zwar deutlich besser und spannender inszeniert. Im Nachhinein hätten wir uns doch lieber den neuen Indy angeschaut.

    #1766894
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Avatar: The Way of Water

    Vorweg, ich mag HFR im Gegensatz zu 24p Fundamentalisten. Ich sehe heutzutage auch keinen guten Grund, unbedingt mit dem seinerzeit kostenbasierten Minimalkonsens von 24 Bildern leben zu müssen.

    Visuell ist Avatar 2 Bombe, es gibt effektiv genug Momente in denen man durchaus vergessen kann dass fast alles CGI ist. Das digitale Schauspiel funktioniert hier auch sehr gut.

    Außerdem kann Cameron immer noch erzählen und versucht eben, kein reines Effektkino zu bieten.

    Allerdings ist die Handlung in weiten Teilen auch nicht komplexer als im Vorgänger, im Endeffekt hätte Avatar 2 problemlos auch eine halbe Stunde kürzer ausfallen können.

    Dabei finde ich es durchaus gut, dass Cameron sich nach wie vor gerne die Zeit für ruhige Momente nimmt. So einige Szenen sind dafür aber auch redundant und es hätte genug Szenen gegeben, die man problemlos etwas hätte straffen können.

    Was mir tatsächlich ein wenig fehlte war die Klangsignatur von Horners Soundtrackarbeit. Der neue Komponist liefert durchaus solide Arbeit und die Avatar Themes tauchen auch wieder auf, aber von den wirklich neuen Sachen ist bei mir nix hängen geblieben.

    Btw wäre ich bei Kiri nicht darauf gekommen dass das komplette MoCap von der wirklich nicht mehr jungen Sigourney Weaver stammt.

    #1766896
    Anonym
    Inaktiv

    Hab gerade Dungeons & Dragons Ehre unter Dieben auf Blu-ray geschaut und bin total begeistert von dem, was ich da gerade gesehen hab.
    Ich muss dazu sagen, dass ich mit dem Franchise überhaupt keine Berührungspunkte vorher hatte, aber der Film ist echt richtig gut und vor allem auch total witzig gemacht.

    Heute Abend gibt’s dann noch Scream 6, wo ich auch schon richtig Bock drauf habe.

    #1766898
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Indiana Jones und das Rad des Schicksals

    Im Vorfeld zu Indys fünftem Abenteuer wurde schon viel gesagt und geschrieben. Die grössten Bedenken waren das hohe Alter von Ford und ob das mit der Erwartung an den Film korrespondieren würde. Als der Film dann seine Premiere feierte in Cannes, war die Resonanz nicht gerade gut. Später kamen dann noch div. Youtuber dazu, deren Enttäuschung nicht zu verhehlen war. Dabei wurden immer wieder ähnliche Kritikpunkte genannt. Wie stark die allerdings wiegen, bleibt auch bei Zustimmung immer noch Sache des Rezipienten. Ich versuche mal anhand der geäusserten oder von mir vermuteten Kritik ein wenig aufzudröseln, ob das für mich auch so war und wie positiv oder negativ ich es empfand. Achtung, der Text enthält Spoiler, um die man schwer drumherum kommt.

    Geschichte und Stimmung

    Ein Vorwurf, der sicher zutrifft, ist diese Schwermütigkeit, die durch den Film hindurch trägt. Ähnlich wie bei No time to die, dem letzten Bond-Abenteuer von Craig, liegt diese Melancholie in der Luft und sowohl Bond als auch Indy steuern auf ihr Ende zu. Das allein zeichnet die Geschichte noch nicht aus, aber der Start ist ähnlich. Beide Charaktere tragen ihre Probleme mit sich rum und haben einen sichtlich emotionalen Impact. Diese Grundstimmung überträgt sich unweigerlich auf den Zuschauer.
    Hier kann ich voll zustimmen, dieser Indy-Film fühlt sich in weiten Teilen anders an. Es fehlt an dieser Lockerheit, die bei aller Ernsthaftigkeit, ein steter Begleiter Indys war. Ähnlich wie Bond, war Indy eine ewige Figur, die gefühlt gar nicht altern kann und auch deren charakterliche Entwicklung in einer Art Cryostase gefangen bleibt. Nuancen sind auszumachen, wir erfahren über Indy woher gewisse Verhaltensweisen stammen, z.B. seine Angst vor Schlangen, so wie wir auch über Bond erfahren, warum er sich emotional nicht an Personen binden möchte. Nein, das ist hier kein klassisches Indy-Abenteuer. Es schmeckt nicht nach Pionierleistung, irgendwo hinzugehen, wo noch nie ein Archäologe zuvor gewesen ist, sondern es ist die Geschichte eines Mannes, der unerledigte Dinge aus der Vergangenheit hat, die ihn einholen. Hier kann man auch gut überleiten zu einem Vergleich mit Mangolds Logan. Im Abschluss der Wolverine-Filmreihe, ist es ein letzter Kraftakt der Figur, der noch mal in die Zukunft seiner Nachfolge investiert wird. Das hat auch was Versöhnliches. Hier verpasst es Mangold aber mMn, dass man diese Dringlichkeit in Indys Handeln spürbar macht. Er stürzt sich aus einem Versprechen raus in ein Abenteuer. Soweit so gut, aber leider wird die zweite Hauptfigur, Helena, oft so dargestellt, dass sie unsympathisch und besserwisserisch daherkommt. Wenn dem Zuschauer offenbart wird, dass Indy seine Patentochter über zehn Jahre und mehr nicht gesehen hat, wirkt vieles, was danach folgt etwas aufgesetzt und wenig glaubhaft. Als Rezipient fühlte ich mich da auch nicht wirklich emotional investiert.
    Ganz anders verhält es sich, wenn klar wird, warum Indy in diesem Zustand der Verhärmung ist. Das hat mich recht stark getroffen. Das drückte dem Film nochmals seinen schwermütigen Stempel auf. Der Moment war toll gespielt. Auch da gab es inhaltlich Kritik, warum wurde Indy seines Happyends aus Teil 4 beraubt? Ich mag Dramen, weiss aber auch nicht so recht, ob ich das in Indy oder wie skizziert, in Bond überhaupt haben möchte. Dem Film kann man das aber nicht anlasten. Als mutig würde ich das heute aber nicht mehr bezeichnen. Sowas wäre in den alten Filmen sicher eine Hausnr. gewesen, aber mittlerweile sind die Franchise-Filme voll mit Figuren, die mit ihrer Legacy hadern, weil der Nachwuchs sich nicht in die Richtung entwickelt hat, wie gewünscht oder anderweitige Schicksalsschläge erfahren hat. Und während man in vergleichbaren Situationen, konsequent den Weg ging, Nachfolge da, bedeutet der Held überlebt das Abenteuer nicht, traute man sich das vielleicht nicht ganz. Darf als Variation verstanden werden, leider ist die Art, wie Filme heute optimiert werden, das vielleicht weniger der Vorstellung des Regisseurs geschuldet, denn dieser fatalen Anbiederung, die sich Testscreenings nennt.
    Die eigentliche Handlung ist nicht wirklich spektakulär. Man versucht zwar die Ziele mit Bedeutung aufzuladen, aber so recht will das nicht gelingen. Das mag auch daran liegen, dass ich in dem Film nicht permanent das Gefühl habe, Indy wäre im Feindland unterwegs, was in den drei Filmen bis und mit der letzte Kreuzzug der Fall war.
    Aber die Geschichte ist für mich absolut in Ordnung, war auch in Indy 4 nicht Kern der Kritik für mich damals wie heute. Wer sich an Aliens, Zeitreisen und dgl. reibt, ist bei Indy an der falschen Adresse.
    Tja, Kritik am Ende gabs dann natürlich trotzdem von vielen Seiten. Muss ehrlich sagen, das kann ich nun nicht ganz nachvollziehen und ich sehe da nur recht wenig Potenzial für Polarisierung. Ob das innerhalb des Indyverse nun sehr glaubhaft dargestellt ist oder nicht, ist für mich da eher zweitrangig.
    Leider begleitet die Geschichte eine ganze Reihe von Ungereimtheiten und man merkt deutlich, da wurde zu viel rumgedoktert. Hat weniger mit der eigentlichen Geschichte zu tun, darum greife ich das unter Screenplay und Drehbuch auf.
    Indys Wunsch, in der Vergangenheit zu verbleiben, ich fands out of character. Irgendwie wurde es so gedreht, dass die Geschichte sein ein und alles ist. Aber da scheint mir, wurde die Figur nicht so recht verstanden. Die andere Schiene der Motivation, der familiäre Verlust, der nicht aufgewogen werden kann, wirft wieder ein eher schlechtes Licht auf Helena. Denn Indy scheint sich dieser Figur absolut nicht verpflichtet zu sein. In einer Szene in der Mitte sagt er das sogar mal, aber dort denkt man sich noch, harte Schale, weicher Kern. Aber in der Endsequenz scheint ihm auch mehr an Personen gelegen zu sein, die irgendwo, irgendwann mal gelebt haben. Ja, genau, was er seinem Vater im dritten Teil vorwirft. Ich weiss nicht, ob Mangold das sogar ganz bewusst gemacht hat, aber da ich Indys Verhalten da eher verstörend fand, mag ich das nicht so recht glauben.
    Dafür hat man mit der Szene kurz vor den End Credits, wieder wunderbar einen Bogen zum ersten Teil gespannt und war für mich der zweitbeste Moment in dem Film. Obwohl man genau weiss, was passieren wird, ist diese Chemie zwischen ihm und Marion wieder da. Und genau das war sie mMn in Teil 4 so gar nicht. Hier aber war ich all in und hat das Ende dann doch noch recht gut hingebogen.

    Helden

    Natürlich stellt sich die Frage bei der Titelfigur nicht zu unrecht, ob die Vergangenheit da jedes Mal einen Helden gezeigt hat. Ich denke wir haben da durchaus gesehen, dass Indy ein facettenreicher Charakter ist, der in bestimmten Situationen das Herz am rechten Fleck weiss, aber auch sehr skrupellos agieren kann. Warum er sich in den Vorgängern stets ein wenig anmasst, Dinge für ein Museum klauen zu müssen, wird eigentlich nie wirklich erklärt. Wir sehen einen verwegenen Abenteurer, den die Gefahr lockt. Die Belohnung scheint oft nebensächlich. Seine Haltung, das gehört in ein Museum, sehen wir schon in Tempel des Todes korrumpiert, wenn er ein Artefakt etwa gegen einen Diamanten tauscht oder besser gesagt tauschen will. Dann auch gleich mal eine Unbeteiligte als Geisel nehmen? Indy darf das. Also der Mann hat Ecken und Kanten. Und im letzten Teil sehen wir einen gebrochenen Mann. Später erfahren wir auch warum. Anstatt aber das etwas weiter auszuloten und Indy mehr Motivation zu geben, läuft das eher so nebenbei. Eine verpasste Chance. Seine Beziehungen zu anderen Personen im Film hat mich leider nicht wirklich überzeugt. Da ist dieser alte Freund, gespielt von Banderas. Die Szene hätte genauso mit Salah funktioniert, der noch von der See schwärmt. Man führt also eine neue Figur ein, die im Grunde überflüssig ist und degradiert eine andere zu zwei Kurzauftritten. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Die Gelegenheit, Shorty zurückzubringen, hat man so auch gleich in den Sand gesetzt und damit auch die Möglichkeit, den emotionalen Kern der Geschichte, aufzuwerten.
    Dafür haben wir abermals zwei neue Figuren, Bass und seine Tochter Helena. Toby Jones ist sichtlich der Ersatz für Marcus Brody, was auch in Ordnung ist. Denholm Elliott ist ja schon lange verstorben und eine ähnliche Figur passt eigentlich ganz gut. Hat auch aufgrund des Settings ein wenig an Dr. Broom aus Hellboy erinnert, witzigerweise wurde der vom ebenfalls verstorbenen John Hurt dargestellt, der in Indy 4 mit dabei war, ebenfalls in einer ähnlichen Rolle.
    Banderas ist mit seiner aufgestellten Art irgendwie immer eine Bereicherung. Leider kriegt seine Figur in dem Film zu wenig zu tun. Die Kritik, dass er lediglich fünf Dialogzeilen hat, ja, das kann man dem Film durchaus ankreiden. Und auch da hätte man mit dem Schauspieler, der Zorro interpretiert hat, einfach noch so viel mehr im Metabereich herausholen können. Immerhin ist Zorro mit eine Inspirationsquelle für Indy gewesen.
    Den Shortround-Part hat Teddy übernommen, gespielt von Ethann Isidore. Die Anspielungen sind überdeutlich. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass er ein wenig mehr hätte sein können als eine nette Referenz. Sogar seine übertriebenen Skills, habe ich erfolgreich ignoriert, auch wenn das anderen schwer fallen dürfte. Viel schwerer wiegt da seine Kaltschnäuzigkeit, wenn er sich mal eben aus den Fängen eines Nazis befreit, um diesem einem qualvollen Tod durch Ertrinken zu überantworten. In dieser Szene hätte er einfach fliehen können, ohne dass dieser ihm hätte folgen können. Die Szene ist auch völlig zurecht in der Kritik.
    Da Marion Teil eines der besten Momente des Films ist, kann man getrost sagen, es kommt nicht auf die Dauer des Auftritts an, sondern wie er gestaltet ist. Und da ging man einen guten Weg, wie ich finde. Viel mehr gibts da nicht zu sagen.
    Bei Helena werden sich wohl die meisten Geister scheiden. Phoebe Waller-Bridge hat fleissig an der Figur mitgearbeitet und das merkt man auch. Dadurch kommt es aber auch zu dieser eigenartigen Situation, dass die Figur irgendwie total over ist. Manchmal wirkt es fast schon penetrant, wie sie die Szenen dominiert. Wo ich ein Wechselspiel mit Ford erwartet hätte, war es eher eine Helena-Solo-Show (uiuiui Wortspielalarm). Ein paar Attitüden weniger hätten der Figur gutgetan. Auch das hin und her in der Motivation der Figur fand ich eher unpassend. Zumal sie mich da auch nicht überzeugte. Am Ende eine Mischung aus Elsa Schneider und Marion und das Gefühl, man müsste beide übertrumpfen. Ich fand darum ihre Figur leider einen der enttäuschendsten Aspekte des Films. Vielleicht wäre weniger persönliche Bindung die bessere Wahl gewesen. Eine angepasste Sophia Hapgood z.B. – bekannt aus dem Indy-Spiel Fate of Atlantis – z.B. hätte ein ausgeglicheneres Rededuell ergeben. Leider wird Helenas Figur auch immer wieder für Exposition missbraucht oder als Zuschauer-Kommentar. Hier verfängt die Kritik mMn auch ein wenig zurecht, dass die Figur nicht gut geschrieben sei. Was anfangs nach Traumhochzeit klingt, Waller-Bridge als Co-Autorin und Darstellerin und Indys Konterpart in Personalunion, entpuppt sich als Bumerang. Weniger wäre da mehr gewesen.

    Schurken

    Mads Mikkelsen darf als Schmitt/Voller ein paar Akzente setzen, aber wirklich herausstechen tut er nicht. Kein Vergleich zu Molaram oder Beloq. Leider bin ich vom Kino heute auch nicht viel mehr als das gewohnt. Es geht mir auch gar nicht darum, da einen überpsychologisierten Schurken zu haben. Mich interessiert da wenig, was in dessen Kindheit schief gelaufen ist. Die Filme legen da ja nicht den Fokus. Eher spiegeln sie den einen Teil in Indy, den man auch seine dunkle Seite nennen könnte. Wo Indy aber die Grenzen der Gier erkennt, fallen seine Gegner dieser komplett anheim. Womit man etwas mehr hätte spielen können, wäre vielleicht die nettere Seite von Voller zu zeigen und wie er Leute um den Finger wickelt. Das hätte auch eine bessere Erklärung geliefert, warum er tun kann, was er tut. Und Mikkelsen wird oft zu wenig gefordert. Wirklich schade, da er für mich zu den besten Darstellern seiner Generation zählt. Gerade seine ganzen dänischen Filme sind eine klare Empfehlung, wenn man sich mit seinem Werk auseinandersetzen möchte.
    Boyd Holbrook als Handlanger ist leider verschenkt, gerade wenn ich mir seine Auftritte in Sandman (Netflix) vor Augen führe. Hier wirkt er gar ein wenig dummbatzig, nur unterminiert er so natürlich seine Bedrohlichkeit, ein klassischer Zielkonflikt.
    Thomas Kretschmann darf den treuen Nazi-Kommandanten zum Besten geben. Seine Dialoge geben auch nicht viel her. Auch da drängt sich ein Vergleich mit seinen Vorgängern auf, die entweder eine sadistische Ader zeigten oder ihr Unbehagen zum Okkultismus ausdrückten. Kretschmann holt aber rein mimisch das Maximum raus und macht deutlich, dass er mehr als nur bös dreinblicken kann.
    Die Verfolger in Tanger sind leider nicht mehr als das übliche Kanonenfutter und Klischees auf zwei Beinen. Der Versuch sie als Comedy-Relief einzusetzen, funktioniert nicht wirklich. Aber mehr lag da wohl einfach nicht drin. Leider wird da auch nur eine weitere Verfolgungsjagd initiiert.
    Man hätte aber auch gut alle Schurken anders besetzen können, wirklich eine Rolle hätte es nicht gespielt. Sie sind solide, mehr aber nicht. Die Darsteller leider etwas unterfordert. Cate Blanchett kann ein Lied davon singen. Mikkelsens Figur ist mir aber dennoch sehr viel positiver in Erinnerung geblieben.
    Wozu man die CIA-Agentin zählen soll, ist mir nicht klar. Ihre Motivation bleibt gänzlich im Dunkeln. Schmitt ist für die Regierung eine wichtige Figur, aber dass man einem übergelaufenen Nazi alles Mögliche an Freiheiten einräumt, Zivilisten erschossen werden usw., das wirkt absolut unglaubwürdig. Und das kulminiert dann eben in dieser Figur, deren einzige Funktion zu sein scheint, zu verhindern, dass die Nazi-Truppe noch mehr Leute tötet. Tjoa, nach merkwürdiger und absurder wird es, wenn diese Figur sozusagen das klassische Feindbild der Nazis ist, eine schwarze Frau mit dem dicksten Afro seit Jimmy Hendrix ist. Warum tut sie das? Und weil man letztlich mit der Figur nichts anzufangen wusste, wurde sie auch wie Ballast entsorgt auf die billigste Art und Weise. Ich fand das wirklich unwürdig und peinlich. Hier wirkt es wirklich so, als hätte es noch an einer weiteren starken Frauenfigur gefehlt und man hätte sie kurzfristig eingebaut ohne wirklichen Zweck für die Geschichte. Das führt für mich auch zu dem Punkt, der den Film am meisten in seiner Wirkung limitiert.

    Screenplay/Drehbuch/Regie/Cinematographie

    Am Drehbuch wurde gefühlt ewig gebastelt und man merkt das auch. Es gibt ein wenig Exposition, was sich aber noch in Grenzen hält. Der ganze Subplot um die CIA wird in der Mitte des Films einfach fallengelassen. So fragt man sich, was das überhaupt sollte. Hingeführt hat es zu nichts und unnötig Laufzeit gekostet. Warum ausgerechnet eine Afroamerikanerin mit lauter Ex-Nazis zusammenarbeiten soll? Keiner weiss es. Mir scheint da einfach ein Teil des Films zu fehlen, rspk. fühlt es sich so an, als wäre da was gekürzt worden und dass man es dann so plump enden lässt, spricht eine eindeutige Sprache. Es ergibt einfach keinen Sinn, Voller/Schmitts Eskapaden durch die CIA zu decken, wenn die CIA selbst nicht an diesen Hokus Pokus glaubt. Und genau das bringt die Agentin ja wiederholt zum Ausdruck. Dass sie augenscheinlich alleine operiert, wirkt dann noch merkwürdiger. Vielleicht wollte man mehr Zeit- und Lokalkolorit drin haben? Ähnlich mysteriös verhält es sich mit der Mondlandung. Auch das scheint eine Art Alibi-Übung zu sein, um den Leuten zu zeigen, wann die Geschichte spielt. Dabei ist die Zeit eigentlich absolut unerheblich für die Geschichte, was sich fast schon wie ein Treppenwitz liest.
    Generell ist vieles so geschrieben, wie es das Screenplay grad braucht, um den Anschluss nicht zu verlieren. Indys Shortround-Ersatz kann nicht schwimmen, dann eben doch, einfach indem er wiederholt, was Indy ihm gesagt hat, strecken, ziehen und von vorn. Er kann auf einmal ein Flugzeug fliegen – Typ egal – und durch den Sturm des Jahrhunderts manövrieren. Die Sully-Gedenkmedaille ist ihm sicher. Dazu ist er noch ein veritabler Killer. Also er ist im Grunde Nichtschwimmer, wird an den Stereoiden-Nazi gekettet und fällt in den reissenden Fluss. Da fällt ihm nichts Besseres ein, als sich zu befreien während er durch einen schmalen Spalt in einem Gitter schwimmt und dann den Nazi mit der Handschelle an das Gitter zu ketten, obwohl ihm dieser gar nicht folgen könnte. Da dachte ich mir auch, zukünftiges Profil eines Hauptdarstellers in einer Netflix-Doku (the Nazi-drowner).
    Dann wird wieder eine Gefahr herbeigeschrieben, wie z.B. Methangas. Indy rät, nicht zu atmen. In der Folge hört man Helena pausenlos husten, während Indy seelenruhig seinen Monolog hält. Also ein wenig mehr Mühe bei der Ausgestaltung solcher Szenen darf man einfach erwarten.
    Im Finale cuttet man letztlich auch ziemlich fix ins Outro und spart sich so allfällige Fragen. Fragen? Also Indy wird wegen Mordes gesucht. Die einzig Schuldigen, die er bringen könnte, sind in der Vergangenheit begraben und seine Zeugen Kriminelle (Helena und Teddy) und die Geschichte unglaubwürdig. Dazu kommt noch eine tote CIA-Agentin. Aber Ende gut alles gut. Also warum erst die Mitarbeiter von Indy opfern, ihn zu einem gesuchten Mörder zu machen, um es dann einfach unter den Tisch fallen zu lassen? Wo bleibt der Tommy Jones, der auf der Jagd ist und ihn dann doch noch entlastet? Wäre das evt. die Funktion der CIA-Agentin gewesen? Nein, hier ist die Plausibilität auf einem Tiefpunkt. Das ist nicht nachvollziehbar geschrieben und umgesetzt. Ärgerlich, da der Film das einfach null nötig gehabt hätte. Mir ist das ein Rätsel, wie sich die Macher des Films, allen voran Mangold den fertigen Schnitt angesehen haben und das niemandem aufgefallen sein soll. Das sind wirklich nur Basics.
    So etwa hat sich für mich auch Indy 4 angefühlt, wo ich den grössten Schwachpunkt in der uninspirierten Regie und dem schwachen Screenplay sah. So, wie für mich Indy 4 eine von Spielbergs schlechtesten Arbeiten ist, hat Mangold hier in seinem Job auch relativ versagt. Dabei lag meine grösste Hoffnung tatsächlich auf seiner Regie. Vieles, bei dem ich eher Bedenken hatte, erwies sich nicht als Stolperstein, sehr zu meiner Überraschung. Sicher hatte Mangold keinen einfachen Job, aus diesen ganzen Teilen einen runden Film zu machen. Aber von einem Profi erwarte ich einfach ein Mindestmass an Professionalität. So muss ich sagen, hätte dieser Film in andere Hände gehört, z.B. Ron Howard. Ich bin überzeugt, der Film hätte viele seiner Schwächen dann schon mal nicht gehabt.
    Was ebenfalls in den Bereich der für mich eher unglücklichen Umsetzung fällt, ist die Kamera-Arbeit. Kaum Long-Shots oder -Takes, extrem viele Nahaufnahmen bei der Action, zu viele Szenen, die einfach viel zu dunkel waren. Ich kann ehrlich nicht sagen, dass der Film eine Augenweide war. Zudem fand ich diese generelle Künstlichkeit bei den Szenen mit dem Zug auch nicht gerade, was ich mir gewünscht hätte. Die Schnitte waren im erträglichen Bereich, aber wie man Actionszenen mit gutem Pacing aufbaut und für den Zuschauer immer klar ist, wo befinden sich die Helden, was geschieht um sie herum, das erleben wir hier nicht. Geht aber auch unter Business as usual, will sagen, das ist leider in vielen Filmen mittlerweile der Fall. Gerade die Tage noch einen Film gesehen, der nur von Shootouts lebt und dort klebte auch die Kamera nonstop an den Figuren. Sry, das ist schwach. Als Abwechslung kann man die Unterwasserszenen bezeichnen, wäre da wieder nicht das kombinierte Problem von zu dunkel und mit der Kamera zu nah am Geschehen. Hat Mikkelsen auf die Einhaltung der Dogma95-Regeln bestanden? Leuchtet das doch einfach richtig aus. So wars irgendwie mehr Anstrengung als Fun.

    Action

    Das meiste, was an Action stattfindet, sind Verfolgungsjagden. Da kann man viel von der CGI Gebrauch machen und schont die Versicherungen, die im Fall eines Unfalls von Ford Zahlungen leisten müssten. Leider funktioniert das Kaschieren von Fords Alter oft etwas mittelprächtig. Da wirft er bspw. in der Bibliothek eine Aluleiter oder was auch immer Richtung Nazi-Pulk. Das sieht leider so aus, als würden die nur aus Mitleid überhaupt drauf reagieren.
    Die Eröffnungssequenz funktioniert da wirklich am besten. Leider ist auch da immer mal wieder ein künstlicher Look drin, der mir persönlich nicht so zusagt.
    Die Länge der Actionszenen ist ein oft geäusserter Kritikpunkt und im Vergleich zu den älteren Filmen, auch einer, der nicht nötig gewesen wäre. Wenn dann in neunzig Prozent aller Aufnahmen dann sowieso ein Stuntdouble oder CGI oder beides zum Einsatz kommt, why? Der Film profitiert da nicht wirklich von.

    De-Aging

    Man wollte keinen jüngeren Darsteller casten, weil… Ja warum eigentlich? Okay, also muss es die Technik richten. Bei den Close-Ups, wo meine Befürchtungen lagen, konnte ich ganz gut damit leben. Hier sah man einen extremen Fortschritt gegenüber vergangenen Versuchen. Dafür wirkte es in einigen Szenen so, als wäre es der falsche Körper. Tatsächlich haben mich ein paar Bewegungen aus der Immersion gerissen. Vermutlich fällt das niemandem auf, der Ford nicht aus jungen Jahren kennt. Somit bleibt De-Aging ein zweischneidiges Schwert, an dem sich die Geister scheiden. Insgesamt fand ich es gelungen und wie gesagt haben Kenner von Ford da sicherlich mehr Ansatzpunkte, um von der Illusion nicht gänzlich überzeugt zu werden.

    Fanservice

    Es gibt so einige Referenzen an die alten Streifen, mal mehr mal weniger subtil. Die Cameos oder Gastauftritte älterer Mitstreiter tragen leider nicht sehr viel zur eigentlichen Geschichte bei. Das verwundert dann, wenn man wieder neue Figuren hat, wie die von Toby Jones und Antonio Banderas, die alte Freunde sind, von denen man noch nie gehört hat. Jones hat wenigstens für die Geschichte eine gewisse Relevanz, Banderas Figur hätte man auch einfach Salah zuweisen können. Witzigerweise bittet er Indy sogar, mit auf das Abenteuer zu dürfen. Auch hier tun sich Vergleiche mit dem letzten Bond Film auf. Nur hier geht der Fanservice auch ein wenig zu Lasten eigener, frischer Ideen. Man bedient sich aus dem Baukasten, lässt Indy ein wenig Namedropping betreiben (in der Kletterszene erklärt er seine angeschlagene Gesundheit), so kennt man das mittlerweile zur Genüge. Mag für Fans, und für die ist dieser Film, ganz nett sein, trägt für mich aber zu wenig. Die Nostalgie-Platte wird da mittlerweile auch einfach zu oft aufgelegt. Auch das kostet Screentime.

    Musik

    John Williams erledigt seinen Job. Leider hört es sich eben oft auch so an. Das ist grundsätzlich auch okay. Mir gefiel damals schon bei seiner Arbeit z.B. bei den zweiten Teilen in der Star Wars Prequel Trilogie und bei Indiana Jones, dass die Filme ein grosses Thema hatten, das sich deutlich vom Vorgänger abhob und dem ganzen Film eine eigene Note gab. Hier gibt es viel Referenzen und typische Williams-Sounds, aber das war es dann leider auch schon. Vielleicht hat man in der Vergangenheit den Sound auch prominenter eingesetzt? Generell war die Arbeit von Williams und Lucas und Williams und Spielberg am fruchtbarsten. Der Film hätte sich da sicher mehr trauen dürfen. Während ich das schreibe läuft grad Helenas Theme. Hört sich nach gutem klassischen Score an. Wie ein Remix aus alten Indy-Scores. Aber das Erinnerungswürdige fehlt mir da halt trotzdem. Nur liegt die Messlatte bei Williams mittlerweile eh in Sphären, die kaum jemand erreichen kann. Auch der Maestro himself schafft das aktuell nicht. Gerne hätte ich hier gesagt, dass die Musik das Highlight schlechthin ist.

    Gesamtfazit

    Ich kann da beide Seiten irgendwie verstehen. Einerseits ist es eine Enttäuschung, andererseits aber halt Indy. Umgekehrt funktioniert das auch, es ist ein Indy-Film, aber leider nicht der beste. Von einem unwürdigen Abschluss würde ich nicht sprechen. Für mich war das halt fast schon nicht realisierbar, da für mich die Figur, ähnlich wie Bond, nicht altert, sondern wie ein Zeitreisender sich jeweils seiner Umgebung und eben Zeit anpasst. Dass der zweite Indy vor dem ersten spielt, hab ich in meiner Jugend nie wirklich gepeilt. Hatte aber ja keine Relevanz, da die Filme auch nie so gedacht waren, aufeinander aufzubauen und eine Fortsetzungsgeschichte zu erzählen. Anders als etwa Lethal Weapon, wo man die Beziehung von Murtaugh und Riggs über eine längeren Zeitraum verfolgt und wie sie sich entwickelt.
    Die Spekulationen zur Geschichte im Vorfeld gehörten hier natürlich zum Filmerlebnis. Um was es gehen könnte, war durchaus ein interessanter Aspekt. Dabei fiel in Diskussionen ein paar Mal das Artefakt, hinter dem Indy in der Eröffnungssequenz her ist. Dass man damit dann ein wenig spielt, fand ich absolut gelungen, besonders die Zweckentfremdung des Artefakts. Ja, an gelungenen Szenen ist der Film nun auch nicht arm, was man gerne trotz aller Kritik sagen darf.
    Die Vollkatastrophe, die manche da gesehen haben, sehe ich nicht. Ich glaube aber auch nicht, dass wirklich viele das sagen würden, eher mischt sich einfach Enttäuschung in die Wertung. Je nachdem, wie stark man davon berührt wird, ist der Gral halt halb voll oder halb leer.
    Die Kritikpunkte sind mMn allesamt valide, aber für mich jetzt nicht so gravierend. Ich hätte mir deutlich weniger Künstlichkeit gewünscht. Die Sequenz mit dem Zug erinnerte mich mehr an ein Uncharted-Spiel, denn an Indys alte Abenteuer. Dass man mit Ford keine grossen Sprünge machen konnte, kann ich nachvollziehen. Aber man hätte die Geschichte auch anders aufgleisen können. Vielleicht das eine oder andere Rätsel einbauen, das Indys graue Zellen fordert?
    Fords Charisma überspielt auch ein paar Schwächen. Ford sieht man einfach gerne zu, zumindest ich. Sogar seine zuletzt eher schwächeren Filme gewinnen durch ihn enorm. Ich kann da jedem auch die Apple-TV Serie Shrinking empfehlen. Er hat dort zwar nicht die Hauptrolle, aber gehört zu den Highlights der Show.
    Der Film kommt letztlich viel zu spät und durchlief die buchstäbliche Drehbuchhölle. Das merkt man einfach. Die Hoffnungen, die in Mangold gesetzt wurden, waren vergebens. Das nervt mich dann leider über Gebühr, wenn zum Teil so schludrig gearbeitet wird. Und dafür trägt allein der Regisseur die Verantwortung.
    Dass der Film soviel gekostet hat, erschliesst sich mir nicht. Aber Lucasfilm tut sich da seit Georges Abgang sowieso irgendwie schwer damit. Manche Sachen sehen leider recht billig aus. Die Titeleinblendung zu Beginn wirkte auch eher wie die einer altbackenen TV-Serie. Immerhin hat das noch was von Young-Indy-Vibes.
    Das Ende wurde stark kritisiert in der Presse, aus Spoilergefahr kann ich da aber auch nur ein wenig mutmassen, was Stein des Anstosses war. Explizit wurde z.B. genannt, dass Indy am Ende seine Selbstbestimmung genommen wurde. Und ja, dieser Aspekt gefiel mir irgendwie auch so gar nicht, da es zu Indys Charakteristika gehört, eben ein Entscheider zu sein. Warum er dann sein eigenes Schicksal nicht selbst managen darf?
    Der andere Grund könnte in der recht klaren Veranschaulichung des Übernatürlichen liegen. Wo die Teile 1-3 noch der Thrill des Unbekannten vorherrschte und das Abenteuer mysteriös verblieb, ist die Zeitreise im aktuellen Teil zu bestimmt. Ähnlich wie die Aliens im vierten Teil. Das Motiv des Mysteriums sollte auch am Ende Raum für Interpretation lassen. Raiders of the Lost Ark ist da ein Paradebeispiel. Zudem greift hier auch der Fabel-Aspekt, dass eine Aussage zur Moral gemacht wird. In Teil 5 ist das ja keine Erkenntnis, die Indy erhält, sondern die ihm aufgezwungen wird. Das ist natürlich schade und passt mMn auch nicht so ganz zu seinem Charakter.
    Zu oft und zu lange sollte man nicht über bestimmte Aspekte nachdenken, denn es hilft bei der Rezeption des Films nicht wirklich. Was auch immer ich mir von dem Film erhofft hatte, kann er nicht wirklich liefern. Aber das ist nicht weiter schlimm. Dass der Film eine Zangengeburt ist, wird niemand abstreiten. Es war nicht eine gute Geschichte da, die erzählt werden wollte. Ford wollte noch einmal seinen Star-Status fühlen und was wäre geeigneter als eine Big Budget Produktion mit ihm als Hauptdarsteller einer ikonischen Figur? Lucasfilm tanzte auf vielen Hochzeiten und spielte einmal mehr die Retroplatte, ohne wirklich verstanden zu haben, wie man das vernünftig macht.

    #1766899
    JonnyRocket77JonnyRocket77
    Teilnehmer

    @ChrisKong: ohne den Film gesehen zu haben, hast du mit diesem Beitrag meine Stimme für die Rezension des Jahres auf der Maniac Seite sicher.

    #1766900
    Anonym
    Inaktiv

    Hab gerade Scream 6 geschaut und wurde auch diesmal wieder super unterhalten.
    Anfangs war ich wegen der neuen Lokation zwar etwas skeptisch gewesen, dass war aber zum Glück unbegründet und im Laufe des Films stellte sich wieder das typische Scream Feeling ein. Herausragend fand ich außerdem die Kills im Film, die Teil 6 mit Abstand zum brutalsten und kompromisslosesten Teil der kompletten Reihe macht.
    Der Rest war wieder solide Unterhaltung und wenn dieses Niveau gehalten werden kann, darf es gerne noch weitere Fortsetzungen geben.

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