Final Fantasy 7 Remake

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  • Dieses Thema hat 64 Antworten, 20 Teilnehmer, und wurde zuletzt von SaldekSaldek vor vor 5 years aktualisiert.
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  • #1713873
    SaldekSaldek
    Teilnehmer

    Ein Jahr nach Release habe ich mir das Spiel ausgeliehen und vorhin beendet.

    1) Die Charaktere gefallen mir gut. Sie sind sympathisch und werden jetzt auch ausreichend portraitiert. Die ständigen Anime-Laute nerven allerdings etwas

    2) Die visuelle Wucht von Midgar finde ich beeindruckend, gerade wenn man von der unteren Ebene nach oben an die Platten schaut, kommt echtes Cyberpunk-Gefühl auf. Künstlerisch und stimmungsseitig ist das alles toll umgesetzt.

    3) Das Kampfsystem habe ich auf „Classic“ gestellt und gefiel mir so ziemlich gut, auch wenn es zu leicht war (bei Classic wird die Schwierigkeit automatisch auf Easy gestellt)

    4) Die Nebenquests sind wirklich belanglos und haben keinerlei Tiefe und Dringlichkeit. Suche hier ein paar Kids (einmal in Sector 5 die Hauptstraße ablaufen), verkloppe nen paar Gegner dort o.ä. Also wenn ich da The Witcher oder Cyberpunk vergleiche… Was für Unterschiede!! Hier ist FF wirklich noch 1997 Standard.

    5) Die permanenten Flashbacks von Cloud haben tierisch genervt. Entweder hätte man sie stark reduzieren sollen, oder spätestens beim 100. Mal irgendwie sinnvoll in die Story einweben.

    6) Total schade fand ich den fehlenden Mut, nicht immer auf diese penetrante Familienfreundlichkeit achten zu müssen. Die Slums sollen ein Drecksviertel mit hoher Kriminalität sein? Was das Spiel zeigt, ist ausschließlich freundlicher und sympathischer Mittelstand. Noch schlimmer im Wall Market: nicht einmal Shinra soll sich in diesen kriminellen Sündenpfuhl wagen? Was das Spiel zeigt ist ein gediegenes, z.T. elegantes Unterhaltungsviertel. In Spielen wie Cyberpunk oder Deus Ex liegen an jeder Ecke Heroinspritzen auf dem Boden, männliche und weibliche Prostituierte bieten sich an und Junkies liegen auf den Straßen. In FF7 ist dieser Gute-Laune Nintendo-Charme ein echter Atmosphäre-Killer.

    7) Die Musik mag ok (i.S. von erträglich) sein, aber ich habe den Originalscore wesentlich einprägsamer und düsterer in Erinnerung. Außer zwei Stücken habe ich den Score des Remakes gar nicht bemerkt. Diese beiden Stücke fand ich aber wirklich gelungen: Der chillige Gitarrensong in Sector 5 https://www.youtube.com/watch?v=LWkk908iX1Y und in der Lobby des Shinra-Towers https://www.youtube.com/watch?v=SR7DCqktzv4

    8) Das Leveldesign hätte ich mir etwas weitläufiger und offener gewünscht. Geht aber in Ordnung.

    9) Äußerst nervend waren die Moiren / Whispers, der ganze Meta-Quatsch rund um Schicksal und vor allem das völlig abgehobene Ende. Nichts gegen SciFi mit Fantasy-Elementen, ich bin da offen. Aber am Ende muss bei mir immer ein Grundmaß an Glaubwürdigkeit vermittelt werden. Wie oft sind die Helden hunderte Meter in die Tiefe gestürzt und haben ohne Kratzer überlebt? Mich nervt sowas, weil ich mich in solchen Momenten in meiner Intelligenz beleidigt fühle. Obwohl ich definitiv nicht intelligent genug bin, um die Story zu verstehen ohne im Internet recherchieren zu müssen. Finden Japaner so nen abgehobenen Quatsch inzwischen wirklich gut? 1997 ging es doch auch ohne. Und warum platzierte man am Ende diesen sinnlosen Über-Bossfight?

    Insgesamt habe ich das Durchspielen aber genossen. Die ruhigen Momente sind klar die großen Stärken des Spiels. Und diese kann man ja ganz entspannt auskosten und beliebig in die Länge ziehen. Aber ansonsten hat sich mir auch wieder bestätigt, dass ich für JRPGS inzwischen einfach zu alt geworden bin.

    #1713916
    Little MacLittle Mac
    Teilnehmer

    Da ich den Thementhread übersehen habe, bin ich so frei, hier nochmal mein Feedback von letzter Woche anzubringen (aus dem „durchgespielt“-Thread):

    Final Fantasy VII Remake

    Nachdem sich das Original vor einigen Wochen aus dem Stand -trotz aller Alterserscheinungen- in meine persönliche RPG-Toplist katapultiert hatte, war kurz danach das Remake dran.

    Hier gibt es mE sowohl viel Licht, als auch viel Schatten. Der Gesamteindruck ist grds. positiv: Ich hatte meinen Spaß und konnte die Geschichte in moderner Form gleich nochmal erleben (zumindest den Auftakt, spielt ja nur in Midgar). Es schaut toll aus und bietet viele Emotionen. Allerdings ist eine extreme künstliche Streckung der Spielzeit nicht von der Hand zu weisen.

    Verschlimmert wird dieser Umstand dadurch, dass etliche dieser Alibi-Abschnitte wirken wie aus einem Level-Generator (Kanalisation bspw.).

    Dazu kommt eine extreme Faulheit in Bezug auf die NPC‘s: ALLE Shinra-Soldaten haben 1:1 dasselbe Gesicht -Klonkrieger?? Einen Dörfler habe ich in Sektor sechs gleich viermal auf gefühlt 20 qm angetroffen. Das geht anno 2020 definitiv besser.

    Dazu wurde an zwei Stellen durchaus fragwürdig in die Originalstory eingegriffen, ich möchte nicht spoilern, aber wer die Auftakt-Mission in Reaktor 1 gespielt hat, weiß, was ich meine. Hat mir nicht so gut gefallen, diese ich nenne es einmal „Reinwaschung“ der Öko-Terroristen…

    Die Nebenmissionen schließlich wirken (speziell in Kapitel 14) extremst aufgesetzt und wie überflüssiges Füllmaterial. Zudem fehlen mir in den „shenmueesken“ Slum-Abschnitten die Interaktionsmöglichkeiten. Von Shops und ner Dartscheibe abgesehen könnt ihr in den Slums nämlich speziell zu Beginn exakt NICHTS machen. Später kommen dann mit Kistencrashen und Sportübungen im Fitnessstudio Minigames dazu, für die „Strafarbeit“ das bessere Wort wäre, sowie eine Kampfarena mit zu wenig Auswahl.

    Überhaupt weist das Game leider eine deutlich spürbare Anbiederung an eher westliches Gamedesign auf, so hatte ich mitunter durchaus das Gefühl, hier im Prinzip Mass Effect mit FF 7-Skins zu spielen. Ich brauche keine pseudo Open-World mit in die Länge gezogenen Belanglos-Missionen. Jedenfalls nicht in einem Remake von Final Fantasy VII.

    Das Kampfsystem funzt ganz ordentlich, wenn ich auch rundenbasiert klar bevorzuge (Dragon Quest XI hat klar bewiesen wie gut das auch heute noch funktionieren kann).

    Zudem stört mich, dass ich in der ersten Spielhälfte außerhalb der Hauptmissionen so gut wie nie mal irgendwelches optionales Schlachtvieh zum trainieren vorgesetzt bekomme. Und dass eindeutig viel zu viel gegen irgendwelche Mechs gekämpft wird.

    Die nach wie vor tolle Story, die sympathischen Figuren, die teils wirklich spektakulären Hauptmissionen und der sehr gekonnt neu arrangierte legendäre Soundtrack so wie manch atemberaubende Kamerafahrt durch Midgar (fettes Intro!!) heben das Game letztli ch natürlich schon klar über den Durchschnitt. Richtig begeistert hat es mich aber immer nur dann, wenn es sein Story-Potenzial voll ausspielt oder eben auch mal herrlich gaga wird (Stichwort „Tanzshow“, was habe ich gelacht!).

    Es bleibt aber irgendwo das Gefühl, dass man offenbar in erster Linie darum bemüht war, hier jedes Risiko zu vermeiden, möglichst jedem Spieler etwas zu bieten und wenig Angriffsfläche zu liefern. So bedient dieses Remake spielerisch über zehn Jahre alte Gameplay-Konventionen und wirkt dadurch in kreativer Hinsicht an doch einigen Stellen etwas arg mutlos. Das was man da an spielerischer Substanz geboten kriegt ist streng genommen hundertfach ausgelutschter Standart, das muss man ehrlich so sagen.

    Für das nächste Kapitel daher bitte etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit. Ich bleibe dran, ich wurde ordentlich unterhalten, aber ich weiß, dass da spielerisch/kreativ noch viel mehr geht.

    Ist natürlich nur meine persönliche Einschätzung, der jeder gern widersprechen mag:-)

    ———

    Ich spiele gerade wieder das Original. Einerseits, um noch ein paar Trophies zu holen (habe „Alexander“ bei der Schneefrau verpasst), aber auch, um nochmal den „Klammervergleich“ zum Original zu haben. Den Kritikpunkten einer meiner Vorposter (ich schau‘ gleich nochmal nach:-) kann ich mich in vielen Punkten anschließen, verstehe aber, warum man bspw. Sephiroth so früh zeigen musste. Da geht es vermutlich um die neuen Spieler, die müssen ja auch abgeholt werden und hätten es womöglich nicht verziehen, die eigentliche Bedrohung nicht ein einziges Mal zu sehen gewesen wäre. Und da man Midgar nicht verlässt, musste da halt geschraubt werden.

    Den „One Winged Angel“ so früh abzuschießen ist aber tatsächlich ein NoGo. Auch die „Moiren“ fand‘ ich jetzt nicht notwendig, sollen aber wohl offenbar helfen, die Story vom „lebendigen Planeten“/ Gaia-Prinzip besser herauszuarbeiten.

    Die Kritik an den zu schicken NPC‘s teile ich absolut, aber offenbar wollte man hier stilistisch nah bei „Advent Children“ bleiben (den ich inzwischen auch gesehen habe). Ich finde es trotzdem nicht passend, ist auch mir zu clean und im Look zu beliebig.

    Bin jetzt mal gespannt, wann es weitergeht, dranbleiben werde ich auf jeden Fall.

    Immerhin bin ich über das Game mal wieder etwas kreativ geworden und habe die Mako-Stadt Midgar mal in Lego gebaut:

    Midgar

    #1713932
    Anonym
    Inaktiv

    Tja mit dem Remakes ist das immer so eine Sache. Gerade als Fan des Originalspiels kann man viel falsch machen. Hier hat man eindeutig versucht, es irgendwie allen Recht zu machen, daher die berechtigte Kritik zur Mutlosigkeit. Ich stimme hier den allgemeinen Tenor überein. Grundsätzlich ist viel gutes im Remake, aber auch einiges an Schatten. Auf diese ganzen eher kleinen Dinge (wie Shinra Soldaten gleiches Gesicht usw.) gehe ich gar nicht drauf ein, hat mich auch nicht so stark gestört. Auch die Änderung des Kampfsystems fand ich bei weitem nicht so schlimm. Irgendwann kam man gut rein und konnte es taktisch gut spielen. Weiß nicht, was andere da für Schwierigkeiten mit hatten.

    Einer der größte Kritikpunkte aus meiner Sicht, die Änderung der Story.
    Sowas mag ich überhaupt nicht. Gerade zum Ende hin, ganz großer Quatsch.
    Auch das mit den Moiren fand ich überhaupt nicht gut.
    Hat für mich nicht gepasst und wirkte irgendwie deplatziert.
    Streckung des Spiels, fand ich auch etwas zu lang, bzw. es gab eigentlich nicht mehr her.
    Zum letzten Punkt mit Sephiroth…. naja was soll ich sagen. Ich mochte den Einstieg im Original natürlich viel mehr, da er behutsamer aufgebaut wurde und mystischer daherkam.
    Das man ihn als großen Aufhänger haben wollte, war klar und deswegen kann ich nachvollziehen, ihn eher und häufiger zu bringen.
    Dennoch wirkte da vieles aufgesetzt und schon over the top.

    Eine Sache abschließend die ich an dem Spiel grundsätzlich gut finde und die ich auch loben möchte, man hat den Nebencharakteren mehr Tiefe gegeben und generell ein paar neue eingeführt. Sowas mag ich. Wäre schön wenn man in den nächsten Teilen vielleicht einen zusätzlich spielbaren Charakter in die Party bringt und dadurch das Spiel erweitert.

    #1713934
    Anonym
    Inaktiv

    #1713964
    SaldekSaldek
    Teilnehmer

    Ja der Kritik oben kann ich mich nur anschließen, insbesondere

    1) Die vielen repetitiven Dungeons nach Baukastenschema. Hier sind einfach die Texturen und Grafikelemente zu oft verwurstet, es wirkt nicht wirklich inspiriert, gerade in der Kanalisation. Zudem hätte man hier und da vielleicht ein paar auflockernde Spielmechaniken ergänzen müssen, z.B. Rätsel…die Mechaniken laufen sich über die zu umfassende Länge einfach tot

    2) Fehlende Interaktion in den Slums. Das Design beschränkt sich zu sehr auf die schicke Kulisse, um neue Items zu kaufen oder Nebenquests zu starten. Es wird dem Spieler kein echtes Angebot gemacht, tiefer mit den NPC’s und ihrem Alltag zu interagieren oder sich nebenbei beschäftigen zu können.

    Das sind jetzt sicher keine Hygienefaktoren, die das Spiel versauen wenn sie nicht geliefert werden. Aber auch ich hatte die ganze Zeit dieses Gefühl “Tolle Grundlagen, aber man hätte so viel mehr draus machen können”. Dieses Verschenken von Potenzial ist einfach schade, gerade bei so einem großen Triple-A Titel, wo Square sicher keinen Flop erwarten und sparen musste. Aber klar sind die Erwartungen hier auch besonders hoch.

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