
Heutzutage sorgt der PC-Amoklauf-Shooter Hatred fĂŒr Stirnrunzeln, in der Vergangenheit hatten die Postal-Spiele des amerikanischen Entwicklers Running with Scissors die Rolle des Tabubrechers inne. Im Gegensatz zu Hatred unterlegten diese Spiele die Gewalt aber mit reichlich Satire. Wir schauen uns an, was die BPjM anno 2003 vom zweiten Teil hielt.
Postal 2
Entwickler: Running With Scissors, USA
Hersteller: Whiptail Interactive
System: PC / Mac
Veröffentlichung: 14. April 2003
Indizierungstermin: 8. Juli 2003
Indizierte Versionen: PC / Mac
Index-Liste: A
In Postal 2 ĂŒbernehmt Ihr die Rolle des Postal-Dude, der in der amerikanischen Kleinstadt Paradise reichlich dröge Aufgaben vor sich hat: Es gilt, Milch zu kaufen, den Gehaltsscheck abzuholen und zur Beichte zu gehen. Wer sich stur daran hĂ€lt, erlebt gĂ€hnende Langeweile und reichlich Stolpersteine – und greift frĂŒher oder spĂ€ter zur Waffe. Alle Bewohner der Stadt lassen sich aus der Ego-Perspektive maltrĂ€tieren, um dem Ărger Luft zu machen und sich zu verteidigen. Dabei greift der Dude neben den ĂŒblichen Totmachern auf ungewöhnliche Methoden zurĂŒck: Hunde lassen sich auf Menschen abrichten, Katzen als SchalldĂ€mpfer missbrauchen und der eigene Urin bringt Eure Opfer zum Erbrechen.
»Da es auch keine Zeitvorgaben fĂŒr die Erledigung der Aufgaben eines Tages gibt, kann der Spieler frei in der Spielwelt […] umherlaufen. Dabei kann er die Waffen, die er bei seinen StreifzĂŒgen finden oder seinen Gegnern abnehmen kann, nach Belieben gegen die arglose Bevölkerung einsetzen. […] Eigentlicher Inhalt des Spiels ist somit, in Paradise fĂŒr Chaos zu sorgen.«
AuszĂŒge aus der Indizierungsentscheidung Nr. 6451 (V) vom 08.07.2003
ÂProtagonist des Spiels ist der sogenannte ÂPostal DudeÂ. Dieser muss, gesteuert vom Spieler, im Laufe einer Woche mehrere alltĂ€gliche Aufgaben erfĂŒllen, wie z.B. seinen Gehaltsscheck abholen, Milch einkaufen oder ein ausgeliehenes Buch zur Bibliothek zurĂŒckbringen. Unter bizarren UmstĂ€nden wird der Spieler dabei jedoch immer wieder in Feuergefechte verwickelt: So wird z.B. die Kirche, in der der Spieler zur Beichte gehen soll, just in diesem Augenblick von fanatischen Islamisten angegriffen.
(…)
In Ermangelung einer tiefgehenden Spielhandlung kann man Postal 2 leichthin als ÂAmoklauf-Simulator bezeichnen […] Der Spieler wird von einer frustrierenden oder schlichtweg langweiligen Situation in die nĂ€chste geschickt. […] In der Rolle des ÂPostal-Dude muss man solche Unannehmlichkeiten jedoch nicht ĂŒber sich ergehen lassen: Ganz nach Belieben kann man eine seiner Waffen zĂŒcken und seinem Unmut Luft machen.
(…)
Zwar beteuert der Hersteller des Spiels, Postal 2 sei nur so gewalttĂ€tig, wie der Spieler das beabsichtige, jedoch ist nicht entscheidend, was der Spieler unterlassen kann, sondern vielmehr, was er tatsĂ€chlich tun kann. […] Im Ăbrigen lassen sich gewalttĂ€tige Auseinandersetzungen nicht vermeiden, weil der Spieler im Anschluss an nahezu jede erfĂŒllte Aufgabe Ziel eines Angriffs wird oder zumindest zwischen die Fronten gerĂ€t.
(…)
Die besondere GefĂ€hrdung hierbei liegt insbesondere darin, dass gerade durch das lebensnahe Szenario Postal 2 Situationen in blutige Gemetzel ausarten lĂ€sst, die der Spieler aus dem wahren Leben kennt. Der SpielspaĂ rĂŒhrt vorliegend gerade aus dem Bewusstsein, mit einem ethischen Minimalkonsens, nĂ€mlich der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, zu brechen. Nicht die Distanzierung von, sondern die Identifikation mit diesem NormverstoĂ ist im Spiel angelegt und wird als Âcool propagiert.Â
Postal 2 stellt dem Spieler eine interessante Frage: Wie viel Langeweile und Schikane ertrĂ€gst du, bevor du virtuell zur Waffe greifst? Ordnest du dich unter und flĂŒchtest, wenn es nötig ist, oder pfeifst du auf ethische und gesellschaftliche Regeln, wenn man es dir in einem Spiel ermöglicht? Das Problem: Viele Spieler denken gar nicht darĂŒber nach. Postal 2 hat sicher niemand gekauft, um ewig fĂŒr einen Gehaltsscheck in der Schlange zu stehen, sondern um mal richtig die Sau rauszulassen. Trotzdem stellt sich die Frage, ob der satirische Ansatz und die bestehende Möglichkeit, groĂe Teile des Spiels gewaltfrei zu bestreiten, den Titel nicht vor einer Indizierung hĂ€tten schĂŒtzen mĂŒssen. Auch der BPjM ist die mitschwingende Ironie des Werks bewusst: ÂPostal 2 enthĂ€lt ein nicht zu verleugnendes MaĂ an Satire und schwarzem Humor. […] Des Weiteren finden sich mehrere Anspielungen auf die Schattenseiten des ÂAmerican Way of LifeÂ. […] Und wenn der ÂPostal Dude im weiteren Verlauf des Spiels Katzen als SchalldĂ€mpfer auf seine Schusswaffe steckt, dann entspricht das einem Humor, den schon das Komikerensemble ÂMonty Python etabliert hat. Jedoch ĂŒberschattet das Gemetzel nach Ansicht der PrĂŒfer die satirischen Elemente bei Weitem. Ein Umstand, den man spĂ€testens dann nachvollziehen kann, wenn man einmal gesehen hat, wie der Dude einen Menschen anzĂŒndet, ihm derweil ins Gesicht pinkelt und dann seinen geschwĂ€rzten Kopf als FuĂball missbraucht.
Du fragst Dich schon ewig, warum ein bestimmtes Spiel indiziert wurde? Dann schreib uns Deine Anregung an leserpost@maniac.de und wir gehen der Sache nach!









Das Spiel hat seinen schlechten Ruf zu Unrecht,hatte mir immer eine Umsetzung fĂŒr Konsole gewĂŒnscht…der Film war dagegen völlig ĂŒberflĂŒssig…
2mal durchgespielt – 2mal als pazifist “”jesus”” rang erreicht.ein hund wurde tragischerweise getötet :(groĂartiges spiel – schwacher film.obschon der film ĂŒberraschend gut gealtert ist… oder meine ansprĂŒche sind im kontext der cineastischen entwicklungen einfach weiter gefallen …
“”Save a Tree, burn a Book”” đ
Der Film werde ich weigert es an zusehen
Der Film war tatsÀchlich richtig gut. War das einzigste gute was Boll aus seinerFilmkarriere herausgeholt hat.
Ansehen muss ich damals schmunzeln, heute eher nicht mehr. Da Postel 3 fĂŒr Xbox 360 nicht mehr raus kommt ist auch kein Beinbruch.
mein enscheid: das spiel ist scheisse xD sogar als teeny, der sich wie ein kleinkind ĂŒber die ĂŒbertriebene gewalt amĂŒsieren konnte, wurde mir das spiel nach ner stunde zu dumm… kein ansatz die missionen anzugehen macht spass, schon allein durch das hakelige gameplay. nur auch das generelle missionsdesign ist mĂŒll, die gegner KI ist mĂŒll, die grafik ist mĂŒll und der humor leiert sich auch schnell aus.ganz ehrlich, schaut lieber den film… der hat den selben humor (sogar 1-2 gute szenen), nur muss man sich nicht mit dem schlechten gamedesign rumschlagen. auĂerdem ist er nach anderthalb stunden vorbei und das ist der punkt andem der humor im spiel an witz verliert.ein seltener fall indem der film zum spiel besser ist als die spiele selbst… und der film ist sogar von und mit Uwe Boll xD