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In der Welt der Videospiele

Nur wenige Titel wagen sich im Januar vor 20 Jahren ans Tageslicht, gerade PSone-Besitzer werden nur noch spärlich versorgt: Beliebige Zweirad-Rasereien wie Ducati World Racing ­Challenge braucht niemand wirklich, etwas mehr Fleisch auf den Rippen hat dagegen DarkStone: Bruderschaft des Lichts. Dahinter verbirgt sich ein zwar ebenso frecher wie einfallsloser, aber ordentlich spielbarer Diablo-Klon, mit dem man sich die Zeit vertreiben kann – auch wenn die magere Technik mit durchwachsener Optik und nervigen Ladezeiten eher dazu veranlasst, das Original wieder herauszukramen. Dass hier Delphine Software am Werk war, wo vorher Klassiker wie Another World entstanden, sorgt für zusätzliche Wehmut.

Sega spendiert Dreamcast-Besitzern in Japan noch ein prominentes Prügelwerk: Die Automatenumsetzung Fighting Vipers 2 ist zwar zu dem Zeitpunkt schon etwas altbacken und verblasst vor allem optisch gegen den Konsolenkollegen SoulCalibur, lebt aber von seiner nahen Verwandtschaft zu Virtua Fighter und der schrulligen Kämpferriege. Das rasant nahende Aus des Dreamcast sorgt dafür, dass die Klopperei in den USA erst gar nicht mehr erscheint, während Europa im Lauf des Jahres doch noch damit beglückt wird.

Capcom ist derweil fleißig: In den USA werden gleich zwei Auftritte des Blauen Bombers in die Wege geleitet: Mega Man 64 für das N64 hat einen frischen Namen, entpuppt sich aber als Portierung des durchwachsenen 3D-Ausflugs Mega Man Legends, der schon PSone-Besitzer enttäuschte. Besser schlägt sich Mega Man Xtreme für den Game Boy Color, das sich stark an den X-Abenteuern der Heimkonsolen orientiert – zur Belohnung gibt es später auch noch einen Europa-Einsatz, der dem N64-Modul versagt bleibt. Am spannendsten ist aber ein Serien-Debüt auf der PS2: Mit Onimusha: Warlords adaptiert Capcom das bei Resident Evil eingeführte Erfolgsrezept aus schicken (aber statischen) Renderkulissen, Polygon-Charakteren, kleinen Rätseln und Monsterkämpfen (die hier actiongeladener ausfallen) für ein Samurai-Szenario aus dem Japan des 16. Jahrhundert. Das kommt bei Spielern wie Kritikern gleichermaßen sehr gut an, es folgen drei weitere Teile, Taktik- und Prügel-Ableger und Ende 2018 eine Neu­auflage für PS4, Xbox One und Switch.

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The-Boy-Who-Lived
I, MANIAC
Profi (Level 3)
The-Boy-Who-Lived

Ich kann mich auch vage dran erinnern, dass einige, für den europäischen Markt veröffentlichten Spiele teilweise nur mit ausgewählten Sprachen weniger europäischer Länder herauskamen. Ob das nur ein Entwickler-Ding war, kann ich nicht sagen, aber europäische Fassung hieß wohl eben nicht gleich deutsche (Sprach-)Ausgabe. Vielleicht hat man den deutschen Viedospiel-Markt zu der Zeit damals noch stiefmütterlich behandelt, weil dieser noch nebensächlich für Erfolg und Absatz schien/war?

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Gab bei Konami und Capcom damals doch eh meist nur Euro-Versionen, Ausnahmen waren dann meist Rollenspiele oder aufwendig schlecht vertonte Titel wie MGS.

Und so ganz nebenbei, Igitt, die Screenfun! Ab nächsten Monat dann auch noch mit Computerblöd Spiele?

hnh4u
I, MANIAC
Profi (Level 2)
hnh4u

Na gut, Europa ist groß, aber sicher nicht in Deutschland. Sonst wäre mir in all den Jahren auf der Suche bei eBay ja mal eine deutsche Version aufgefallen.

The-Boy-Who-Lived
I, MANIAC
Profi (Level 3)
The-Boy-Who-Lived

https://megaman.fandom.com/wiki/Mega_Man_Xtreme

Wird mit dem 24. August 2001 angegeben, hnh4uhnh4u .

hnh4u
I, MANIAC
Profi (Level 2)
hnh4u

Zitat:
“Besser schlägt sich Mega Man Xtreme für den Game Boy Color, das sich stark an den X-Abenteuern der Heimkonsolen orientiert – zur Belohnung gibt es später auch noch einen Europa-Einsatz, der dem N64-Modul versagt bleibt.”

Wann und wo erschien Mega Man Xtreme in Europa?