Im Gespräch: Yoko Taro – der Macher von NieR: Automata

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M! Games: Im Spiel berührten uns die abstrakt geformten Roboter weit mehr als die quasi-menschlichen Androiden. Haben Sie das so geplant? Und wie haben Sie das geschafft?
Yoko Taro: Gute Frage! Ich dachte darüber nach, wie Automata an das erste NieR anknüpfen könnte und entschied, dass die Menschheit ausgelöscht ­wurde. Basierend darauf überlegte ich, nicht-menschliche Entitäten wie die Androiden und mechanische Lebensformen über die Menschheit ­diskutieren zu lassen und als Spiegel für die menschliche Rasse zu fungieren. Es wäre schön, wenn einige Spieler diese Maschinen sehen und sich durch sie mit Fragen wie ”Was bedeutet es, Mensch zu sein?”, ”Warum können wir mit Maschinen mitfühlen?” und ”Was ist es, was sie antreibt, und damit auch uns?” beschäftigen würden.

M! Games: Androiden und Roboter sind in NieR: Automata nicht so verschieden, wie sie auf den ersten Blick wirken – im Kern sind sie gleich. Zusätzlich bekämpfen sie sich in einem sinnlosen Stellvertreterkrieg. Kommen­tieren Sie damit unsere reale Welt?
Yoko Taro: Genau wie Sie sagen, basiert die Art, wie die Spielwelt von einem ­unnötigen Krieg verschlungen wird, auf unserer echten. Ich möchte damit aber einfach zum Nachdenken anregen. Spiele sollten meiner ­Meinung nach die Sichtweise ihrer Schöpfer nicht dem Spieler aufdrücken, also stelle ich es jedem frei, was er mit der Idee des ”sinnlosen Stellvertreterkriegs” anfängt.

M! Games: Gibt es eigentlich noch Geheimnisse im Spiel, die bis heute nicht ­aufgedeckt wurden?
Yoko Taro: Ja. Aber die sind… geheim!

M! Games: Was haben Sie bei der Entwicklung des ersten NieR gelernt, das Ihnen bei Automata geholfen hat?
Yoko Taro: Ich habe eine Menge gelernt, aber es gibt kein einzelnes Detail, bei dem ich jetzt mit stolzgeschwellter Brust sagen könnte ”Schau her, das ist besser als beim Original!”. Wenn man Spiele macht, kann man nicht mehr tun, als immer sein Bestes zu geben. Ich sehe beide Spiele, das erste NieR und NieR: Automata, als die Höhepunkte der Bemühungen zweier unterschiedlicher Teams.

M! Games: Hätten Sie gerne mehr aus dem ersten NieR nach Automata ­übernommen, speziell mehr Charaktere? Oder wurde Ihnen so etwas von Square Enix untersagt, um Serienneulinge nicht zu verschrecken?
Yoko Taro: Durch das gewählte Setting gab es wenige Charaktere aus dem ersten NieR, die zum Zeitpunkt der Automata-Geschichte noch am Leben sind. Ich habe versucht, von den übrigen möglichst viele zu verwenden. Es war mehr mein Versuch, sowohl alteingesessenen Fans als auch Neulingen die gleiche Erfahrung zu ermöglichen, als eine Anweisung von Square Enix. Wenn Charaktere aus dem Original auftauchen, sind sie also hoffentlich ein wichtiger Teil der Geschichte für Fans wie auch neue Spieler.

M! Games: Wie viel Freiheiten bezüglich Kreativität, Story und Spielmechaniken bekamen Sie von Platinum Games und Square Enix?
Yoko Taro: Square Enix forderten von mir lediglich, das Spiel nicht zu schwer zu ­machen, ich hatte also praktisch freie Hand bei der Gestaltung der ­Story und der Gimmicks. Platinum Games wissen auf der anderen Seite, wie man gute Actionspiele macht, also habe ich mich bei den Kampf­passagen im Spiel kaum eingemischt und die jungen Entwickler so ­arbeiten lassen, wie sie es wollten. Ich dachte mir, dass dabei ein besseres Endprodukt entsteht – und so war es ja auch.

M! Games: Nach Ihrem Abschluss wollten Sie in erster Linie gar nicht in der ­Videospielebranche arbeiten, oder? Was hätten Sie stattdessen gerne gemacht? Und würden Sie Ihren beruflichen Weg noch einmal so gehen?
Yoko Taro: Das stimmt nicht, ich wollte schon in der Videospieleindustrie arbeiten. Ich war aber ebenfalls an computeranimierten Filmen, der Technik dahinter und dem Filmemachen interessiert. Wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte, würde ich wahrscheinlich wieder die gleichen Herausforderungen annehmen. Aber wenn du jung bist, hast du weder Geld noch einen Status, ich würde mich also mutmaßlich mit den gleichen Schwierigkeiten herumschlagen müssen.

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Max Snake
7. Juli 2018 14:56

Viele Publischer und Entwickler möchte nicht Ihr Preis geben. Ich kann nur aus dem Interview erinnern.

Bort1978
7. Juli 2018 13:07

Und? Vorher hat es z.B. 10 Mio. gekostet, jetzt 20 Mio. Ohne genaue Angaben bringt das nüscht.

Max Snake
7. Juli 2018 11:23

Im Interview wurde gesagt, Nier war Cavia’s teuerste Spiel.

senser
7. Juli 2018 9:59

Bin mal gespannt ob sie auf der Box noch paar verkaufen. Der Zeitpunkt ist glaube ich grade nicht so schlecht ist ja bißchen saure gurken Zeit.

Bort1978
7. Juli 2018 4:25

Ich würde gerne mal wissen, was Nier in der Entwicklung gekostet hat. Kann doch nicht mehr als 10-20 Mio. gewesen sein. Vielleicht sogar deutlich weniger, wenn Spiele wie Hellblade schon bei 500.000 vekauften Exemplaren profitabel sind. Und auf die Spielepreise umgelegt sollte dann sicher das eine oder andere Milliönchen als Gewinn übrig geblieben sein. Ich würde auch gerne mal ein Millionengewinn mit einem Projekt einfahren. ^^

SxyxS
6. Juli 2018 22:06

Spieleverkäufe steigen nicht linear zur Installationsbasis.
Das ist nur zu Beginn einer Gen der Fall
und zum Ende hin sogar das ggteil,
da der letzte Teil einer Serie in einer Konsolengeneration sich idr viel schlechter verkauft als der erste.
Das hat mit Übersättigung u vermutlich dem Paretoprinzip zu tun.
Auch ist die Installationsbasis kein Massstab über Erfolg u Misserfolg-ansonsten wären alle PC Spiele ein Riesenflopp.

Es kommt drauf an wieviel man investiert u wieviel man einzunehmen gedenkt.
Und wenn man nicht zu der Handvoll auserwählter Gehört die so viel Geld haben um AAA Titel zu produzieren,sondern zu den restlichen 99%
sind 3 Mio so ziemlich die Obergrenze die man an Verkäufen für einen Vollpreistitel erwarten kann.

Selbst Sony geht nicht davon aus dass man mit einem Sotc remaster zigmillionen verkauft.
Man weiss aber:Wir investieren 5 mio u machen am Ende 30 mio gewinn.
Und wenn ein Nier sich doppelt so oft verkauft wie sein Vorgänger u sich zum vermutlich best verkauften Platinum Game entwickelt war es ein Riesenerfolg,
insb für einen Nischentitel

out
out
6. Juli 2018 21:37

Es gibt nicht die beste/perfekte Konsole für alle Menschen. Sondern für jeden einzelnen Menschen, seine ganz eigene, individuelle beste/perfekte Konsole.

Bei Spielen ebenso…usw.

Max Snake
6. Juli 2018 20:56

Wohl nie Nier gespielt? Und Geheimtipp ist für dich wohl ein Fremdwort.
Und zeigt etwas Respekt zur Platinum Games.
Ohne ihn gäbe es keine hoch Qualität Action Titel made in Japan.

Ja Sir.

SonicFanNerd
6. Juli 2018 20:55

Bitte etwas die Bremse anziehen.
Danke.

amigafreak
6. Juli 2018 20:28


Flopicus lebt in seinem eigenen Universum… Da reichen “die 2 Bestbewertesten Spiele der Generation”, um glücklich zu sein. Ich spiele ja auch lieber die anderen 98 “Bestbewertesten” Spiele dieser Generation auch. Aber ist ja seine Entscheidung, wenn er sich die aus irgendeiner verqueren Weltsicht heraus vorenthalten möchte.
Jeder wie er meint 😉

Gannicus jr
6. Juli 2018 20:19


Ganz genau die Konsole verkäuft sich z.B laut VGChartz momentan bestens und hat die 2 Bestbewertesten Spiele der Generation also ja sie Gehört zum besten.
Zu Online kann ich nicht viel sagen weil ich im Gegensatz zu dir nicht nur Online Freunde habe also nicht viel Zeit in der Online Welt verbringe.
Nier ist ein Verkaufsflop und Fertig und labber du nicht von Leistung du der bestimmt PSVR (Mega Flop des Jahrzehnts) feiert.
Und jetzt kommentiert meine Meinung nicht immer nur weil sie euch nicht gefällt.

senser
6. Juli 2018 19:27

Einfach drauf pfeifen obwohl ist ja auch irgendwie lustig das ganze. Er greift halt nur zum besten das fängt auch schon bei der Leistung und dem online Service der Konsole an. Aber ich glaube er will uns ehe nur ärgern bißchen viel Langeweile im Leben.

Maverick
6. Juli 2018 18:53

Gannicus glaub eher du bistn Flop. Mehr Käse wie du schreibst geht fast gar nicht mehr. Und dann scheinst du auch noch daran zu glauben, aber nun gut ist ja auch wayne.

Hab’s schon zig mal geschrieben für mich eines wenn nicht dass beste ps4 Spiel bzw dieser Generation.
Hoffe da kommt irgendwann nochmal ein Teil zu.

amigafreak
6. Juli 2018 14:44

Was wäre wohl, wenn das Spiel Switch-Exklusiv wäre und stolze 375 Kopien verkauft hätte? Dann wäre es für Ganni vermutlich das Most-Underrated-Game-Ever was mindestens 127% hätte bekommen müssen und die Menschheit ist einfach nur zu blöd, um das zu kapieren. 😉
Aber gut, für einen MetaScore von lächerlichen 88 hätte man mit dem programmieren ja nichteinmal anfangen brauchen. 9 Punkte unter dem völlig unterschätzten Mario Odyssey sagt ja schließlich schon alles!!!111ölf!

Auch wenns ja gaaaanz offensichtlich ein Mega-Flop ist, war es für mich eines der besten Spiele der letzten Jahre. Hab wohl irgendwas nicht verstanden 😉

NikeX
6. Juli 2018 14:42

Hm, wir haben unterschiedliche Vorstellungen. Ich finde das Ambiente verschwenderisch schön, und doch wird alles ganz schnell platt. Wir suchen Melancholie und Metaphysik, giessen aber immer nur alten Wein in neue Flaschen.* Wems bekommt… Und ja, ich meine Fragile Dreams, aber ohne Kämpfe.
* ausm Mickey Mouse

DerPanda
6. Juli 2018 14:25


ein Platinum Spiel ohne kampfsystem??? wäre wie Gannicus jr ohne seine selten dämlichen kommentare oder? 😀

Max Snake
6. Juli 2018 14:19

Weil Nier ein Geheimtipp gilt. Nier: Automata hat sich sehr verkauft und ist Platinum Games beste und ungewöhnliche Spiel.

Gannicus jr
6. Juli 2018 13:58


Ich weiß nicht aber ich greife immer nur zum besten aber
okay also bist du der Meinung das PS4 Spieler lieber zu anderen Games greifen statt zu Nier weil Nier nicht zum besten gehört.
Sage ich doch das Game ist nen Flop

Max Snake
6. Juli 2018 13:17

Ich bin froh für Platinum Games großer Erfolg. Es hat sich aktuell über 3 Millionen verkauft.

@Monty Bitte Sehr.

FoxMulder
6. Juli 2018 13:16

In fragile dreams kämpft man auch!

Bort1978
6. Juli 2018 13:08

Der Kommentar unseres Juniors wäre sicherlich ausgeblieben, wenn es das Spiel auch auf der Switch geben würde.

Spacemoonkey
6. Juli 2018 12:56

es macht auch spaß wenn man nicht alles rafft und zwischendurch abschaltet. kann ich bezeugen 🙂

es hat sich für ein kleines projekt relativ gut verkauft. warum die empörung dass es nicht gefloppt ist? nur weil es nichts für einen ist?
wenn ich so auf jedes nicht gefloppte spiel reagieren würde welches nichts für mich ist könnte ich den ganzen tag unter spielen kommentieren dass ich die welt nicht verstehe 🙂

eigentlich ist die welt relativ leicht zu raffen:

die anderen menschen sind nicht alle wie ich (was wirklich toll ist)

NikeX
6. Juli 2018 12:24

Bei Millionen von verkauften Exemplaren kann es ja nicht zu anspruchsvoll sein. Ich mag die Umgebungen. Leider geht dann das übliche Gekloppe wieder los.
Und schon ists vorbei für mich.
Wäre das eher ein Titel wie Fragile Dreams ohne Kämpfe und Fangespielen, wäre es wohl zu anspruchsvoll,
für die Masse.

Bort1978
6. Juli 2018 12:21

Vermutlich erschafft er tagtäglich tolle Sachen, die ein weltweites Millionenpublikum begeistern. Da erscheinen dann natürlich 2,5 Mio Verkäufe wie ein Witz gegen.

ghostdog83
6. Juli 2018 12:10

Gannicus jr. vermag es nicht zu differenzieren. Er lebt in seiner Welt der Superlative.

Ziep
6. Juli 2018 12:09

Viel zu anspruchsvoll für die Masse.

Ramipril
6. Juli 2018 10:32

Wahrscheinlich weil es eines der besten Spiele der letzten Jahre ist.

NikeX
6. Juli 2018 9:34

Ich verstehe den Game Director.
Habe auch keine Ahnung, warum das Game so viel Erfolg hat.

MontyRunner
6. Juli 2018 7:53

Danke, Max!

senser
6. Juli 2018 6:43

Jo wenn sich ein Spiel mehr als doppelt mal so viel verkauft wie erwartet und das studio rettet und den Wagen aus den Dreck zieht ist es ein flop. Solltest mal bedenken das es für beide Systeme hunderte andere top Spiele gibt und es nicht so leicht ist da gegen an zu kommen. Für die switch Wehre der Schnitt besser da hast natürlich recht gibt ja nicht viel anderes. Einziger flop sind deine Kommentare.