Ein Jahr machte die Rallye-WM virtuelle Pause, und es hat sich hinter den Kulissen einiges getan: Publisher Bigben schickte die italienischen PS-Serientäter Milestone in die Wüste (die werkeln nun am Konkurrenzprodukt Sébastien Loeb Rally Evo, das erst 2016 erscheint) und vergab die Entwicklung an das französische Studio Kylotonn. Die bezeichnen sich selbst als passionierte Rennspielfans und Experten, was man ihrem letzten Produkt (die bescheidene Motorrad-Raserei Motorcycle Club) allerdings nicht ansah. Die gute Nachricht zuerst: WRC 5 ist besser als das. Die schlechte: Es gibt mehr als genug zu nörgeln.
Inhaltlich wurde eine Kann man nicht weglassen-Checkliste abgearbeitet, denn geboten wird nur das Minimum: Fahrer und Fahrzeuge sind ebenso wie die Rennveranstaltungen lizenziert, mit 13 Ländern und jeweils 6 Etappen ist immerhin für genügend Streckenumfang gesorgt. Der Karriere-Modus führt Euch durch drei Rennklassen und erklärt die Fahrgrundlagen in einigen Lektionen, geriet aber ausgesprochen nüchtern. Als ordentlich, aber wenig dynamisch entpuppt sich das Fahrverhalten: Die Vehikel haben ein angenehmes Gewicht, Handbremsendrifts wirken jedoch überzogen schwerfällig, das Schadensmodell ist detailliert und wirkt sich auch spielerisch aus.
Die Grafik ist der große Knackpunkt von WRC 5: Die Automodelle sind okay und einige Umgebungen sogar ansehnlich, doch das Geschehen nähert sich eher selten der Marke von 30 Bilder pro Sekunde an. Meistens ruckelt und zuckelt es auf dem TV, regelmäßige Tearing-Fehler runden den schwachen Eindruck ab verschiedene Tageszeiten und Wettersituationen trösten da nur begrenzt drüber hinweg.
Ulrich Steppberger meint: Ich bin nicht der größte Fan von Milestones Fließband-Rasereien, aber in Sachen Rallye hoffe ich, dass sie 2016 mit Sébastien Loeb etwas reißen. Denn was ihre WRC-Nachfolger Kylotonn beim Seriendebüt auf der PS4 abliefern, ist keine Offenbarung: Vor allem die Grafik fällt enttäuschend aus Ruckeln und Tearing in diesem Ausmaß sind schlicht peinlich. Wenigstens ist WRC 5 spielerisch ganz okay (wenn auch komplett uninspiriert) und solide im Umfang, weshalb genügsame Rennfahrer sich damit schon anfreunden können.
- 13 Länder mit je 6 Etappen
- Tageszeiten und Wetter wählbar
- Original-Fahrer und Teams in 3 Klassen
Spielerisch solides Rallyespiel ohne besondere Eigenheiten, bei dem man sich allerdings mit der enttäuschenden Technik abfinden muss.
| Singleplayer |  | 60 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |