Der Film und Fernseh Thread

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  • #1752544
    captain carotcaptain carot
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    Star Trek: First Contact

    Ich konnte es irgendwie gar nicht so recht glauben, aber mein für mich wohl bestes Star Trek Kinoerlebnis ist tatsächlich fast 26 Jahre her.

    Und obwohl ich die Star Trek Filme zu VHS-Zeiten ziemlich oft gesehen habe ist die letzte Erster Kontakt Sichtung mittlerweile verdammt lange her.

    Aus heutiger Sicht wirkt First Contact denn auch teilweise ein wenig serienhaft. Das trifft auch auf so einge Sets zu, während viele der Digitaleffekte gegen moderne Serien keine Schnitte mehr haben. Am ehesten punkten hier die Effectshots der Raumschiffe und die eigentlich sehr kurze Schlacht gegen den Borg-Kubus zu Beginn.

    Auf der Habenseite steht die insgesamt doch weitgehend gelungene Charakterisierung der Giguren und die ziemlich brauchbare Handlung. Gerade letztere bleibt bei aktuellen Blockbustern nun mal zu oft auf der Strecke. Star Trek 2, 4 und 6 sind zwar aus meiner Sicht die besseren Filme, aber auf First Contact hätte man eigentlich sehr viel besser aufbauen können als dann leider der Fall war.

    #1752552
    JonnyRocket77JonnyRocket77
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    Dolores von 1995:

    Normalerweise mache ich um Stephen King Verfilmungen einen großen Bogen. Seltenst, dass mir die Filme gefallen. Um es gleich vorwegzunehmen, Dolores hat mir sehr gut gefallen. Da er ja schon einige Jahre auf dem Buckel hat wundert es mich, dass ich ihn noch nicht kannte.

    Dolores Claiborne (Kathy Bates) wird beschuldigt ihre Arbeitgeberin, welche sie als Haushaltshilfe gepflegt hat, umgebracht zu haben. Ihre Tochter (Jennifer Jason Leigh) mit der sie keinen Kontakt mehr hat wird durch ein Fax auf die Sache aufmerksam gemacht und macht sich auf den Weg zum Ort des Geschehens. Mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben.

    Bates und Leigh spielen diese schwierige Mutter und Tochter Beziehung sehr gut und glaubhaft. Nebenbei spielt noch Christopher Plummer sowie David Strathairn mit. Letzterer verkörpert eine fiese Drecksau, und das macht er ziemlich gut.

    Die Rückblenden (die mich in vielen Filmen und Serien mittlerweile oft nerven) werden hier gut und an den richtigen Stellen eingesetzt.

    Viele Filme versuchen ihre weiblichen Hauptdarsteller heutzutage besonders smart oder ähnliches darzustellen. Das geschieht hier überhaupt nicht. Die beiden Frauen werden mit all ihren Fehlern und somit viel greifbarer dargestellt. Dass die beiden noch sehr gut schauspielern können ist dann das I Tüpfelchen auf der guten Inszenierung.

    Alles in allem muss ich sagen, hat mich der Film aufs positivste überrascht.

    #1752577
    ChrisKongChrisKong
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    The 355

    Wenn man Charlies Angel den Comedy-Part entzieht, dann hat man ungefähr das vorliegende Resultat. Jessica Chastain spielt eine CIA-Agentin, die in einen Strudel von Versatzstücken des Agentenfilms geworfen wird. Die Jagd nach einem eher absurden McGuffin gestaltet sich recht unterhaltsam, aber auch sehr vorhersehbar. Einzig gegen Ende zeigt er kurz eine recht ungewohnte Härte, die zum bisherigen Film irgendwie nicht so recht zu passen scheint.
    So nach und nach gesellen sich andere Mitstreiterinnen zu Chastain, die möglichst viele Ethnien abdecken sollen. Dazu gehören Bing Bing Fan, Lupita Nyong’o, Penélope Cruz und Diane Kruger. Die Männer in dem Film sind entweder böse oder unfähig. Das kann man durchaus kritisieren, aber da hier kaum Figuren wirklich entwickelt sind, spielt das auch nicht so eine Rolle. Das ist irgendwie schade, denn die Darstellerinnen haben allesamt Filme in ihrer Vita, die keinen Anlass liefern zu glauben, es würde sich hier um einen seichten Actionfilm handeln. Aber genauso ist es leider. Wirklich nichts hat man nicht schon anderswo besser gesehen. Regisseur Simon Kinberg hat vor allem Erfahrung als Drehbuchautor, als Regisseur ist das sein zweiter Film. Ein Blick in seine Filmografie zeigt leider schon, dass sich da nicht viel Originalität wiederfindet, sondern sehr viel Genre-Mittelmass.
    Und damit macht er hier nahtlos weiter. Viel zu konventionell ist auch die Inszenierung. Auf der Ebene hat der Actionfilm aktuell ja doch wieder einiges zu bieten. John Wick, Bullet Train, etc. glänzen jetzt auch nicht mit preisverdächtigen Geschichten, aber die Umsetzung ist zumindest was fürs Auge und Ohr.
    Mit besserer Charakterisierung hätte man sicher auch den Wunsch des Zuschauers nach einer Fortsetzung gesteigert. So aber hat man das Quintett relativ schnell wieder vergessen. Die Charlies Angels Filme sind zwar allesamt reichlich doofes Popcorn-Kino, das sich in punkto Übertreibung nicht hinter Fast & Furious verstecken muss, aber zumindest die Filme mit Diaz, Barrymore und Liu haben Charaktere, die Spass machen, trotz der Larger than Life Attitüde. Der Reboot von Banks war leider wie dieser Film hier, nur in schwach.
    Fazit: Durchschnitt mit einem verschenkten Cast, es fehlt an allen Ecken an aufregenden Ideen.

    #1752919
    JonnyRocket77JonnyRocket77
    Teilnehmer

    Mortal Kombat (2021):

    Ich kenne die Videospielreihe, das wars auch schon. Ich betrachte den Film deshalb auch ohne Fanboybrille oder ähnliches. Mögliche Andeutungen im Film an das Videospiel sind wahrscheinlich an mir vorbeigegangen.

    Ich habe gute Action gepaart mit netten Special Effekts zu Lasten einer hanebüchenen Story erwartet. Die hanebüchene Story hab ich bekommen. Na ja ein paar nette Kampfszenen hat der Film schon zu bieten, aber vom Sessel hat mich das nicht geblasen. Mit meinem Amateur “Mortal Kombat Grundwissen ” bin ich davon ausgegangen, dass einige der Kämpfe im alles bestimmenden Turnier zwischen Erde und ähh Dämonenreich irgendwas statt finden. Das ist aber nicht der Fall. Gekämpft wird, um das Turnier überhaupt nicht stattfinden zu lassen. Ein gut aufgezogenes Turnier hätte mir besser gefallen. Die Specialeffects wirkten im Trailer besser als im Film. Hat mich auch etwas enttäuscht.

    Alles in allem ein Film, an dessen Inhalt ich mich nach 4 Wochen mit Sicherheit nicht mehr wirklich erinnern werde. Vielleicht für Fans empfehlenswert, für mich wars nix.

    #1752951
    NightrainNightrain
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    Tad the Lost Explorer and the Emerald Tablet (über Xbox-Store)

    War eine Spontanentscheidung – und keine Schlechte, bis auf den Punkt, dass es bereits der dritte Film ist …
    Nichtsdestotrotz macht Tad 3 – um es kurz zu halten – als kindlicher Abenteuerfilm Spaß. Eigentlich ist es der beste aktuelle Abenteuerfilm, den ich seit langem gesehen habe. Er ist soetwas wie “Die Mumie”, nur eben kindlicher und ohne “ich reiße Dir die Eingeweide raus, um meinen Zerfall zurückzudrehen”. Es geht um Abenteuer und Entdeckungen. Wundersame Orte und Freundschaft.

    Kurz zum Inhalt: Tad ist ein erfolgloser Archäologie-Student, der von allen Belächelt wird – auch weil er niemanden von seiner großen Entdeckung, einer lebenden Inka-Mumie erzählen darf (passiert in den Vorgängern). Dazu kommt, dass er etwas tollpatschig ist.
    Als er einen ägyptischen Sarkophag in Südamerika entdeckt, will ihm das natürlich niemand glauben – bis er von anderen gefunden wird, die dann die Lorbeeren dafür einheimsen. Und dann ist da noch ein Fluch und Ra-Amon-Ah, eine unbekannte ägyptische Pharaoninin … jetzt lebende Mumie … und …

    Jaja, ist das typsiche Under-Dog-Ding und nimmt sich nicht Ernst. Muss es auch nicht. Es war ein Film ohne eine draufgeklatschte Message und die Hauptthemen sind Freundschaft und das Erleben von Wundern. Damit ist es ein Film für die ganze Familie – abgesehen von Teenagern, die wohl die Augen verdrehen werden. 😉
    Ich werd mir die kommenden Tage noch die anderen zwei Filme ansehen!

    #1753147
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Nope

    Im Vorfeld hatte ich Infos möglichst gemieden. Jordan Peele geht seinen Weg konsequent weiter. War Get Out noch eine recht klar erkennbare Botschaft, die clever und visuell ansprechend vermittelt wurde, so enthielt Us deutlich mehr Arthouse-Elemente und war enigmatischer als sein Vorgänger. Mit Nope ist er im Grunde nur noch einen Katzensprung von Lynch entfernt. Thematisch bleibt er sich treu. Es geht um schwarze Identität. Peele bedient sich dabei unterschiedlichen Motiven und Handlungs-Ebenen, um die Wechselwirkung zementierter Gesellschaftsstrukturen ins kleinste Detail zu entschlüsseln. Auf einer rein oberflächlichen Ebene geht es um einen Rancher, der mit seiner Schwester nach einem tragischen Ereignis Entscheidungen treffen muss, bis sich am Horizont eine Sensation anbahnt, die alles verändern könnte.
    Da die persönliche Interpretation einen grossen Teil des Arthouse-Kinos ausmacht, liegt es wohl an jedem Einzelnen, ob und wie er Zugang dazu erhält. Im Anschluss an den Film laufen weitere Szenen ab, die absolut empfehlenswert sind. U.a. sieht man die Szenen mit Gordy mit einem richtigen Darsteller. Nachfolgend, was ich persönlich aus Peeles jüngstem Werk mitnehme, immer in Ermangelung irgendwelcher Kenntnisse, die Peele vielleicht geteilt hat oder aus dem Umfeld des Films stammen.

    Interpretation

    Ich sagte eingangs, dass es um schwarze Identität geht. Identität ist, was wir von jeder Person wahrnehmen, was uns diese Person auch in Schubladen stecken lässt. Das merkt man gut in der Szene als Haywood Jr. (Daniel Kaluuya) anstelle seines Vaters zu einer Szenenprobe geht. Anstatt in ihm einen kompetenten Pferde-Trainer zu sehen und seinen Anweisungen zu folgen, ist das Unbehagen aller anderen Beteiligten spürbar. Auftritt Emerald (Keke Palmer), Jr.s flippige Schwester, die die Situation aufzulösen versucht. In der Szene wird auch die Anweisung platziert, nicht direkt in die Augen des Tiers zu schauen. Später bedeutet das direkte Schauen, von dem Phänomen erwischt zu werden.
    Man akzeptiert OJ nicht und unbewusst wird auf ein negatives Resultat hingearbeitet, was wiederum die vorgefasste Meinung bestätigt. Der Regisseur in dieser Szene, gespielt von Michael Wincott, darf in einer Art selbstanklägerischen Akt, etwas von dieser Schuld der Vorurteile auf sich nehmen und Busse tun.
    Emerald erzählt hier auch kurz, aber entscheidend, von der Familiengeschichte der Haywoods. Hier wird eins der grossen Identitäts-Traumas thematisiert, denen sich zeitlebens schwarze Darsteller ausgesetzt sahen. Ihr Anteil in der Geschichte wird quasi nonexistent gemacht. Das wird anhand einer Anekdote zum ersten Bewegtbild überdeutlich gemacht.
    Das Ende referenziert natürlich darauf und präsentiert uns gewissermassen den ersten schwarzen Superhelden der Filmgeschichte. Ein viel ikonischeres Schlussbild hätte Peele nicht wählen können.
    Das Wesen, welches erst als Ufo, später als eine Art galaktischer Ameisenbär identifiziert wird, wirkt in der Identitätsfrage fast schon wie ein Katalysator. Als sich das Wesen immer mehr öffnet und sein innerstes offenbart, dachte ich mehr an ein Gerät, wie eine Kamera, denn an eine überirdische Entität. Dazu passt auch die quadratische Form, die bei Lebewesen so in der Natur praktisch nicht vorkommt und ein abgrenzendes Charakteristikum darstellt. Natürlich musste ich auch an andere Kulturen denken, in denen einer Kamera nachgesagt wird, sie stehle die Seele aus den Menschen. Klar, ein Aberglauben, den heute wohl auch diverse indigene Völker abgelegt haben. Aber dieses ursächliche und begründete Misstrauen kommt nicht von ungefähr und wurde über die Jahrzehnte immer wieder bestätigt. Letztlich kann alles, was eine Kamera festhält, auch manipuliert werden und alles was manipuliert wird, kann einen direkten Effekt auf die Wahrnehmung, in dem Fall die Identität, haben. Ist es in der Szene bei der Probe eben nicht der ältere Haywood mit seiner väterlichen Ausstrahlung, reagieren die Menschen abweisend.
    Dazu dient auch die Parallelhandlung mit Gordy, einem Fernseh-Affen in einer Sitcom, der durchdreht und seine Serien-Pflegeeltern angreift. Die Szene ist maximal verstörend und auch so entlarvend. Andersartigkeit ist gut, solange sie uns in der Form zuteil gemacht wird, wie wir es wollen. Der Affe soll uns bespassen, in seiner ihm zugedachten Rolle. Als er aus dieser Rolle ausbricht, ist die einzig andere Person, die seine wahre Natur erkennt, der kleine Ricky (Steven Yeun in der älteren Version). Irgendwie sind diese Brüder im Geiste, aber Ricky wählt den Weg der Anpassung und für Gordy nimmt es naturgemäss kein gutes Ende. Später ist Ricky auch Teil dieser Maschinerie und trotz seiner Vergangenheit nicht in der Lage, sich von diesen Denkmustern abzugrenzen. Im Publikum findet sich auch die Mutter aus der Gordy-Serie wieder, die entstellt die Attacke überlebt zu haben scheint.
    Kern dieser Szene ist für mich, dass alles wieder auf jene zurückfällt, deren Blick verstellt war. Die Zuschauer blicken gleichförmig und konform in eine Richtung und sehen, was sie sehen wollen.
    Holst (Michael Wincott) wird von Emerald angefragt, das Phänomen zu filmen. Gleichzeitig tritt der Verkaufsmitarbeiter eines Technikmarkts auf den Plan, der moderne Überwachungstechnik auf der Ranch installiert und fortan ein Teil des Teams wird. Hier haben wir auch wieder zwei Personen, die sich diametral gegenüberstehen. Den Oldschool-Regisseur, der als einziger in der Lage ist, den Elektritzitätsschwund, den das Wesen verursacht, mit einer nichtelektronischen Kamera zu kompensieren, auf der einen Seite. Auf der anderen den modernen Homo Digitalis, der bestens bewandert ist, mit moderner Technik umzugehen weiss. Interessant ist hier, dass wir so weitere Perspektiven erhalten und Sehen einhergeht mit Verständnis und Selbsterkenntnis. Auch ein deutlicher Hinweis, die Vergangenheit nicht zu ignorieren und so zu tun, als hätte sie nicht stattgefunden, wie z.B. der schwarze Jockey und die diskriminierende Art und Weise, wie schwarze Erfolge in der Gesellschaft totgeschwiegen werden. Der junge Mitarbeiter, der einem fast schon generischen Typus eines modernen, urbanen Menschen entspricht, ist dabei das unbeschriebene Blatt. Seine Sicht ist noch nicht komplett verstellt und darum kann auch sein Überleben als eine Art Hoffnungsschimmer wahrgenommen werden.
    Weiter ist auch ein Sensationsreporter vor Ort, der mit seinem Motorrad durch die Szenerie rast. Er verbirgt sich hinter seinem Helm, aber das Wesen erkennt auch seinen Blick und sein Opfer ist darum nur folgerichtig.
    Geht man an den Anfang zurück, in der OJ und Emeralds Vater stirbt, ist die Art und Weise, wie es passiert spannend. Dem Vater ist es nie wirklich gelungen, sein gesellschaftliches Standing emanzipatorisch voranzutreiben. Er verwaltet die frühen Erfolge, den Mut zur Expansion hat er nicht. Aufbegehren ist seine Sache nicht. Mit den Pferden, die ausbüxen hat man ein weiteres starkes Motiv, das in seiner Symbolkraft eindeutig scheint. Generell sind auch Pferde die animalische Allegorie zu den Wurzeln der schwarzen Bevölkerung. Aus ihrer Heimat entrissen, als Arbeitssklaven missbraucht, gezähmt, bis sie sich konform in die Gesellschaft einer weissen Oberschicht einfügen. Liest man Nope übrigens rückwärts und hängt noch ein a dran, hat man Epona, die Pferdegöttin. Ob beabsichtigt oder nicht unpassend ist es nicht.
    Aus dem Urban Dictionary: Nope. a flat-out refusal; the complete and ultimate rejection of reality and all things associated with said reality. Ein Wort, das alltäglich und unscheinbar ist, in seiner wahren Bedeutung jedoch oberste Maxime in der Bekämpfung von Vorurteilen ist oder sein sollte. Peele zeigt, dass die wahrgenommene Realität keine unumstössliche Wahrheit ist, sondern ein Konstrukt, ein Wesen, dass sich von Vorurteilen nährt und dadurch am Leben gehalten wird.
    In einer weiteren Schlüsselszene erkennt OJ, dass das Wesen und damit die falsche Realität an der Künstlichkeit ersticken kann. Und ist diese erstmal zu Fall gebracht, tritt die Wahrheit ins Licht.

    Fazit: Jordan Peele bleibt sich treu. Seine Filme lassen sich in kein eigentliches Schema drängen und das ist hier durchaus programmatisch. Denn genau um solche Schemen gehts in Peeles Werk. Er weicht diese auf, durchbricht sie, gestaltet sie neu oder holt sie wieder hervor. Ist es Sci-Fi? Ist es Horror? Das sind die falschen Fragen. Peele schert sich hier nicht um Genre-Konventionen. Er verwendet Motive, geht Vorurteilen auf den Grund, zitiert Filmhistorie und bindet all das in einen gesellschaftlichen Themenkomplex. Man kann noch so viel mehr darin erkennen, als ich das in meiner Interpretation versucht habe. Visuell hat er mich ein wenig an Denis Villeneuve erinnert. Natürlich drängt sich hier ein Vergleich mit Arrival auf. In der Art, wie Themen hier aufbereitet werden, würde ich aber eher Bezüge zu Boorman (Zardoz, Excalibur) suchen. Die Macht von Worten, Symbolen, alles ist vorhanden. Aber Peele kupfert nicht ab, er verwirklicht seine eigenen Visionen. Und er biedert sich nicht bei einem Publikum an, wie Shyamalan das zuletzt immer wieder gemacht hat. Genau von solchen Filmen und Filmemachern braucht Hollywood mehr. Filme, die fordern, Filme die nach dem Abspann noch zum Nachdenken anregen. Filme mit Identität.

    #1753172
    NightrainNightrain
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    “Tad: The Lost Explorer” und “Tad Stones und das Geheimnis von König Midas”

    Es lässt sich schon ableiten, es sind die ersten zwei Teile zu meiner letzten Rezi, die mir sogar ein Stück besser als Teil 3 gefallen haben. Was diesen aber nicht schlechter macht. Beide Male Daumen rauf und schöne familienfreundliche Unterhaltung – auch wenn ab uns zu jemand draufgeht … o.O
    Im Endeffekt die besseren “Uncharted”-Filme. 😉

    Tad ist Maurer und arbeitet auf dem Bau, von welchem er regelmäßig gefuert wird, da er eigentlich lieber Archäologe wäre und daher eine Menge Blödsinn macht, weil er sich in Träumereien verliert.
    Ein alter Professor ermuntert ihn aber immer wieder und als dieser endlich selbst den Fund seines Lebens zu machen scheint, hilft Tad ihm natürlich – mit dem Ergebnis, dass er statt dem Professor auf Reisen geht.
    Bebei lernt er auch seinen zukünftigen Schwarm Sara, die Tochter des anderen Professors, kennen, nimmt es mit Räubern auf , die den anderen Prof entführt haben, und entdeckt einen unbekannten Temple des Inka-Reichs, Mumie inklusive.

    Einige Zeit später ist Sara eine brühmte Archäologin und Tad … immer noch Bauarbeiter … Aus bestimmten Gründen kann er niemanden von seinem Abenteuer erzählen und dass er Sara kennt, glaub sowieso niemand. Als Sara dann scheinbar den Fund ihres Lebens macht läd sie Tad nach Las Vegas ein, doch die Fahrt dort hin wird turbolent, da sich ein alter Bekannter aus Teil 1 zu Besuch auftaucht.
    Es kommt, wie es kommen muss, das Artefakt, das Sara entdeckt hat, wird gestolen und der Wettlauf um die weiteren Artefakte von König Midas entbrennt.

    #1753364
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Venom Let there be Carnage

    Als im Abspann der Name Serkis auftauchte, bin ich kurz erschrocken. Ich hatte gar nicht mehr auf dem Radar, dass der Film von ihm ist. Das erklärt aber, dass auf der effekttechnischen Ebene viel zusammenläuft, was man vom Rest des Films leider so gar nicht sagen kann. Er ist ähnlich schwach wie der Vorgänger. Zum einen mag das sicher an der Formelhaftigkeit dieses Films liegen, aber das Problem haben div. andere Filme auch. Leider fehlt es dem Film komplett an Ideen. Aus der Figur Venom wird ein Kuschelteddy gemacht, der ja ach so hungrig ist, aber sich vornehm zurückhält, will ja nur die Bösen fressen. Das geht ziemlich schnell auf den Keks und die Art Dialoge zwischen Venom und Brock ziehen sich durch den ganzen Film.
    Dazwischen gibts viel Bad Hair Day. Hardy ist wohl immer direkt vom Bett ins Set gefallen, Stephen Graham und Woody Harrelson haben Matten verpasst bekommen, dafür würde sich sogar Nicholas Cage schämen. Harrelson ist immer noch ein toller Schauspieler, aber er schafft es in dieser drögen Geschichte auch nicht, irgendwelche Glanzpunkte zu setzen. Sein Loveinterest ist auch so murksig in die Geschichte integriert. Man denkt dauernd, da fehlt noch was. Michelle Williams Figur hätte man im Grunde auch ersatzlos streichen können. Brock ist hier irgendwie symptomatisch für den Film. Er schafft es kaum sich aufzuraffen und irgendwie tut man es ihm als Zuschauer nachempfinden.
    Die Geschichte hangelt sich von einem zum nächsten Moment, irgendwann ist man dann im Finale angekommen, das gefühlt in der Mitte des Films startet.
    Tom Hardy hat am Drehbuch mitgewirkt. Ich komm nicht umhin zu sagen, Schuster, bleibt bei euren Leisten. Serkis hat das MoCap revolutioniert, seine Arbeit als Schauspieler ist ebenfalls hervorragend. Seine Regie ist es indes nicht. Hardy sollte sich auch aufs Schauspiel konzentrieren und die Finger von Drehbüchern lassen.
    Die Post-Credit-Szene hat nur eine Funktion, das Spidey-Verse von Sony/MCU mit dem von Venom zusammenzuführen. Aber viel langweiliger hätte man auch das nicht machen können.
    Venom funktioniert in dieser Form einfach nicht. Entweder er wird so richtig Badass, aber das kann man jetzt wohl eh vergessen oder man lässt es lieber gleich bleiben. Zuletzt hat das mMn schon nicht mit Cruella funktioniert. Der Antiheld wird uns permanent als Held präsentiert. Damit geht auch das Alleinstellungsmerkmal verloren. Neben Deadpool wirkt Venom deutlich disneyesker, was sich auch im Rating widerspiegelt. Von dem sogenannten Carnage sehe ich hier Nullkommagarnichts. Schauspieler und Effekte top, alles andere flop.

    #1753365
    TabbyTabby
    Teilnehmer


    Schaut immer noch nach einen großen Kinospaß für nächstes Jahr aus.

    #1753412
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Gestern mal Uncharted gesehen.
    Erwartet habe ich ungefähr Vikander Raider und bekommen hab ich auch ca. das mit Holland.

    Kurzes Vorabfazit:
    Es ist n gefälliges Popkorn-Abenteuer, was nix richtig gut macht, aber auch nicht so scheiße ist, als dass es nicht irgendwie auch unterhält.

    Elefant im Raum:
    Nein, das ist nicht Uncharted, so wie wir es aus den Spielen kennen. Nein, das ist nicht “unser” Nathan und unser Sully schon gar überhaupt nicht ….
    Das was wir sehen ist Hollands Spiderman (inklusive gleicher Sprüche und “Parkour”-Moves) als Nathan und Mark Wahlberg, der so spielt wie immer.

    Wenn man das gedanklich abgehakt hat, dann funktioniert der Film als “von Uncharted inspirierter” Abenteuer-Streifen, der unterhält und trotzdem auch ein paar Probleme hat.

    Die Chemie zwischen Nathan und Sully ist hier begrenzt vorhanden. Als Buddi-Komödie gerade noch ok, da zu flach und nicht spritzig genug.

    Da wir ja einen Abenteuerfilm hier erhalten, frage ich mich allerdings schon auch ein wenig, warum es irgendwie zu wenig Abenteuer gibt…
    Viel spielt im Stadtsetting und wenn wir dann mal zum Ende hin ein wenig Inselflair erhalten, gibt es zum einen direkt ein kleines Easter-Egg für die Spielefans (welches augenzwinkernd eingestreut wird) und zum anderen dreht der Film dann gerade zum Schluss einfach die Plausibilitätsschraube auf “komplett egal”. Die Actionszenen im grenzenlosen Himmel schreien so nach “suspension of disbeliev”, dass es kracht.
    Ach und warum sehen wir zwar irgendwie Inseln und erahnen Djungelgrün, Ruinen und (ja) Abenteuerflair, nur um dann strikt in einer Höhle zu enden wo wir CGI-Dinge sehen (Dinge aus Spoilergründen nicht benannt).
    Das Ende ist dann wie erwähnt einfach haarsträubend, dafür aber zumindest kurzweilig genug.

    Insg. also definitiv keine komplette Gurke und man kann damit schon irgendwo Spaß haben, wenn man unbedarft dran geht und keinen ernstzunehmenden Transport der Spiele auf die Leinwand erwartet.

    #1753414
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Es ist einfach kein guter Film und deutlich schlechter als der TR Film mit Vikander. Das Problem ist halt generell dieser Technik-Murks, der in Abenteuerfilmen einfach nicht funktioniert. Abenteuer heisst ja irgendwo will man das Gefühl von Wagnis spüren. Wenn dann jede Lösung eines Problems mit Technik aus der Trickkiste gelöst wird, geht mMn die Spannung vollends flöten. Darum ist die aktuelle Ära für diese Art Film auch eher nicht förderlich.

    #1753415
    NightrainNightrain
    Teilnehmer

    Ich empfehle ich hier nochmal wärmsten die Tad Filme. Die sind zwar komplett CGI, aber da hats für mich funktioniert. Den Uncharted Film hab ich schon zum zweiten Mal abgebrochen …

    #1753416
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    @nightrain
    Die Tad-Filme hab ich aufgrund deiner Nennung schon mal auf der Watchlist. 🙂


    @Chris

    Der Vikander-Streifen deutlich besser als Hollcharted? Ich müsste den dann wohl nochmal sehen, um da wirklich faire Einschätzungen zu geben zu können. Meine Sichtung ist schon ne Weile her, aber ich fand den (aus der Erinnerung) wirklich in allen belangen zu Uncharted “ebenbürtig”.
    Ich erinnere mich an eine sehr langweilige Einstiegsphase mit Lara auf dem Moped als Pizza-Lieferantin (?) oder so ….
    Goggins als Bösewicht verspricht ja auch im Grunde eine gewisse Qualität, aber hier fand ich ihn wirklich noch ne Ecke “verschwendeter” als er könnte. Zuletzt hab ich Goggins übrigens in The Last Days Of Ptolemy Grey gesehen, wo er gut reingepasst hat, aber auch nicht wirklich viel zu tun hatte.
    Vikander hat mir natürlich in Ex Machina sehr gut gefallen, als Lara fand ich sie ähnlich passend wie Holland als Nate.
    Letztendlich natürlich alles Geschmackssache, keine Frage.

    Jemand ne Ahnung wie das mit potentiellen Nachfolgern aussschaut?
    Zuletzt meine ich gelesen zu haben, dass ein Vikander-Nachfolger schon recht weit in der Konzeption war, aber inzwischen auf Eis liegt und man vrmtl. irgendwann wieder rebootet.

    Wie ist der Uncharted gelaufen? Bekommen wir n Nachfolger mit Mustache-Wahlberg? 🙂

    Nebenbei:
    Wenn Uncharted den derzeitigen Stand der Abenteuer-Filme abbildet, was soll denn dann aus Indy 5 (gabs n vierten Teil? 😉 ) werden?

    #1753417
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen, TR ist kein Highlight des Adventure-Genres. Im Grunde krankt das ganze an ähnlichen Problemen. Aber der Film ist nicht gleich eine total absurde Übertreibung wie Uncharted und auch nicht so lustlos gespielt und inszeniert. Uncharted ist mMn eine ziemliche Gurke. Am schlimmsten ist dort einfach das komplett fehlende Flair. Das hätte so auch 1:1 ein Netflix-Film sein können. Prädikat besonders skippbar.

    Ob ein Nachfolger zu einem der beiden kommt, k.A. Bei TR sehe ich zumindest die Chance, dass man auf etwas einigermassen Solidem aufbaut. Ruben Fleischer, der Regisseur von Uncharted hat mit Zombieland einen tollen Film gemacht. Danach wurden die Werke immer schwächer, u.a. auch die Fortsetzung zu Zombieland. Venom ist da absoluter Tiefpunkt. Zeigt aber auch, ohne gutes Drehbuch, ist der aufgeschmissen. Wie gesagt, Uncharted hat so viel unschlüssigen BS drin, das kann man einfach nicht übersehen. Beste Stelle, am Arsch der Welt, zackbumm haben wir ein Schnellboot. Hat nur noch der Pinsel gefehlt, der es hineingemalt hat.

    Geht man nach folgender News, werden die Rechte an TR neu vergeben und es wird ein Restart geben vermutlich. Netflix ist da angeblich in der Pole Position. Damit kann man das Franchise eigentlich schon abschreiben.

    https://www.kino.de/film/tomb-raider-2018/news/tomb-raider-2-studio-verliert-rechte-keine-fortsetzung-mit-alicia-vikander-als-lara-croft/

    #1753418
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Ich hab den Vikander Film bis heute nicht gesehen. Generell schien der ja aber in vielen Punkten der neuen Trilogie zu folgen. Und da würde ich mir wirklich weniger Survival, mehr Abenteuerstimmung a la Indy oder auch 1999er Mumie wünschen. Im Prinzip also das, was seinerzeit die Core Design Spiele und dann auch die erste Crystal Dynamics Trilogie weitgehend auszeichnete.

    Ohne die Brosnan-Bond artige Gimmicklastigkeit, die gerade im zweiten alten TR Film zu oft vorkam. Leider sehe ich die Art Film (oder Serie) da aktuell generell nicht.

Ansicht von 15 Beiträgen - 12,811 bis 12,825 (von insgesamt 12,880)
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