ChrisKong
Verfasste Forenbeiträge
-
AutorBeiträge
-
ChrisKongTeilnehmer
ChrisKongTeilnehmerDer reisserische Titel hat mich eher abgeschreckt, mein Regal ist voll mit div. Knastfilmen, einige davon sind wirklich nicht der Rede wert, one and done. Apropos Knast, im anderen Thread steht jetzt auch mein Senf zu Escape at Dannemora.
Bei meinem Besuch bei Freunden in Deutschland (Hallo Doom), versuchte ich mein missglücktes Exemplar, welches damals im Müller erstanden wurde, zu tauschen. Das wurde anstandslos gemacht. Von dem Publisher hab ich nie wieder was gehört. Vorgestern dann den Film eingelegt und schon gebangt, als wieder diese komischen Ladegeräusche auftraten, die der Player sonst eben nicht macht. Aber nach dem Ladevorgang liess sich der Film problemlos starten. Die Rede ist natürlich von
Bomb City
Spontan fallen mir Filme wie This is England oder Romper Stomper mit Russel Crowe ein. Oder auch Hooligans mit Elijah Wood und Charlie Hunnam. Der Film startet mit einer Szene aus einer Gerichtsverhandlung. Diese will gezielt Erwartungen schĂĽren, was auch absolut gelingt.
Über den ganzen Film werden dann immer wieder Szenen eingestreut aus dem Gerichtssaal, während sich allmählich die Hintergründe entspinnen und einen Einblick in das Milieu der Punks gewähren. Wie in ähnlichen Filmen, so überzeugen auch hier die Darsteller und vermitteln gut das vorherrschende Lebensgefühl am Rande einer Gesellschaft. Dabei nimmt die Reibung zwischen den Punks und der weissen Ober- und Mittelschicht immer mehr Fahrt auf und kulminiert in dem Drama, welches dann Anlass der Gerichtsverhandlung ist.
Was man dem Film durchaus ankreiden kann, ist, dass er klar eine Pro-Position gegenüber den Punks einnimmt, aber erst so recht gegen Ende des Films. Davor spürt man davon eigentlich wenig. Das Bild ist differenziert und das Hochschaukeln auf beiden Seiten wird neutral betrachtet. Gegen Ende ist dann ein Audiokommentar in den Film geschnitten, der die eine Seite anprangert, zu recht, aber halt auch das Verhalten der Punks in keinster Weise kritisiert. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeugt und am Ende alle Verlierer sind. Die tragischen Ereignisse verfehlen ihre Wirkung nicht und brechen sich in den Reaktionen der Angehörigen. Deren Schmerz trifft ins Mark und die Gerichtsverhandlung scheint zuweilen unerträglich zu sein.
Ein Streifen, der zum Nachdenken anregt, zwar nichts beschönigt, aber ein klareres Statement bezüglich der Gewalt auf beiden Seiten verlangt hätte. Und nein, das ist jetzt keine Anspielung auf Trumps es gab Gewalt auf beiden Seiten. Hier nutzen wirklich beide Seiten das Mittel der Gewalt, um Konflikten zu begegnen. So wirkt denn auch das Ende wenig versöhnlich und mutet umso realistischer an. Denn es ist schwer vorstellbar, dass der Kreislauf der Gewalt durchbrochen wird.
Sehr gut gefallen hat mir zu Beginn auch die parallel dargestellten Verhaltensmuster beider Gruppierungen. Die unterscheiden sich nämlich kaum, ausser dass die einen von Teilen der Gesellschaft gedeckt werden, die anderen nicht. Der Film thematisiert in erster Linie eben dieses Ungleichgewicht und möchte es auch als den Schluss, den man ziehen soll, verstanden wissen.
Fazit: Toll gespielt und inszeniert, wenn auch nicht immer ganz konsequent in der Gewaltthematik. Sehenswert allemal, Fans oben genannter Filme werden nicht enttäuscht sein.
ChrisKongTeilnehmerEscape at Dannemora
Alle Achtung, was Ben Stiller da inszeniert hat, hat wirklich Qualität. Er lässt sich ausreichend Zeit, um die Personen in diesem Drama zu charakterisieren, ohne dass da irgendwer glorifiziert oder dämonisiert wird. So stellt er in einer Episode auch klar, warum die beiden im Gefängnis gelandet sind. Dabei schaffen es Del Toro und Dano wirklich ihren Figuren eine Vielschichtigkeit zu verleihen, die sie zwar immer nachvollziehbar macht in ihren Handlungen aber dennoch auch irgendwie unberechenbar. Die Leistungen sind absolut preisverdächtig mMn.
Auf der anderen Seite ist Arquette, die sich wie Del Toro ordentlich was angefuttert hat und kaum wiederzuerkennen ist. Auch sie wirkt so authentisch, wie es HBO und FX nicht besser hingekriegt hätten. Auch hier ist eine Auszeichnung durchaus wahrscheinlich.
Wenn ich der Serie etwas ankreiden kann, dann das der Ablauf sich auch nicht neu erfindet und vor dem Finale eben die übliche Flashback Episode folgt. Dieser Ruhe vor dem Sturm Mechanismus ist mittlerweile echt arg ausgelutscht. Ansonsten ist Stiller aber wirklich eine tolle Miniserie gelungen. Der Spannungsgrad nimmt deutlich zu im Verlauf, wirkt aber nie künstlich aufgebläht. Das hier ist kein Prisonbreaking Bad.
Auch sehr interessant, wenn auch nichts Neues, ist der Einblick in dieses Mini-Ökosystem Gefängnis, das wie ein eigener Staat operiert. Und wo es um die Moral nicht grad gut bestellt ist, ist die Versuchung natürlich gross, selbst zum Täter zu werden. So ist es denn auch nicht verwunderlich, wenn am Ende die Rollen getauscht werden.
Wer Qualität in konzentrierter Form möchte, aber sich nicht Staffelnweise an eine Serie binden will, ist hier gut beraten. Nach der Name der Rose eine weitere empfehlenswerte Miniserie. Ansehen!
ChrisKongTeilnehmerDas ist eigentlich eh bescheuert, weil es eigentlich auf Webseiten scheissegal ist, ob du gross- oder kleinschreibst, es wird immer als kleingeschrieben ĂĽbermittelt. Auch witzig, wie immer wieder Leute E-Mailadressen mit Kapitalen angeben oder gleich beide Namen grossschreiben wie z.B. Hans.Muster@gmail.com oder so. Auch besser so, sonst wĂĽrden noch viel mehr Mails nicht zu ihrem Ziel gelangen. ^^
ChrisKongTeilnehmerColors – Farben der Gewalt
Vor kurzem im Mediabook erschienen. Ob die Neuanschaffung lohnt, kann ich jetzt nicht konkret bejahen. DafĂĽr ist mir das Bild oft zu unsauber, wenn auch sicher schärfer als das der DVD. Dazu kommen Szenen, die nicht synchronisiert sind, das muss nicht sein. Dann sollen sie die einfach ins Bonusmaterial packen und gut is. Eh nicht wirklich wichtiges dabei, das den Film besser machen wĂĽrde. Der spricht auch so eine eindeutige Sprache. Die Botschaft kommt etwas gar holzhammerartig rĂĽber. Das verwundert, weil mit Dennis Hopper ein Macher dahintersteht, der selber ein Enfant terrible war. So ist es denn auch eine vor allem “weisse” Sicht auf die Kriminalität in den Bezirken L.A.s. Robert Duvall ist wie immer sehr gut und macht aus praktisch jeder Rolle eine ambivalente Figur und/oder setzt Akzente. Sean Penn ist sein hitzköpfiger Konterpart, der keine Gelegenheit auslässt, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Das rächt sich natĂĽrlich irgendwann.
Begleitet wird das Ganze von gelungenen Tracks und viel Lokalkolorit. Zudem darf man hier einige Darsteller bewundern, die man heute aus ganz anderen Filmen und Serien kennt, z.B. Don Cheadle als Gangster Rocket.
Da ich den Film schon ein paar Mal gesehen habe, war ich dann doch etwas überrascht, ob des angesetzten Staubes. Aber immer noch lohnenswert und die Szenen mit der ungerechtfertigten Polizeigewalt sind leider immer noch nah an der Realität, wobei diese vermutlich schlimmer ist.
Wie gesagt, ob sich für Besitzer der DVD ein Neukauf lohnt, kann ich so nicht pauschal beantworten, aber Erstkäufer machen nicht viel falsch. Wers inszenatorisch etwas süffiger braucht, der sollte sich vielleicht eher Training Day zu Gemüte führen oder sich gleich in The Wire verbeissen.
ChrisKongTeilnehmerTesla ist halt ein Statussymbol mit Ökostatement. Hätten bloss die Batterien eine bessere Bilanz, sähe es ganz anders aus. Das warten auf den Fluxkompensator-Müll-Antrieb geht weiter. Ein DeLorean sieht auch schicker aus als ein Tesla.
ChrisKongTeilnehmerDas ist ja einfach, einer der SchlĂĽmpfe.
ChrisKongTeilnehmerTop 1 Gefängnis
Wenn man selber sitzt wohl kaum, aber Escape at Dannemora ist eine Serie, die auf Tatsachen basiert, und in einem Gefängnissetting spielt. Und sie ist echt nicht von schlechten Eltern, zumindest was ich bisher sah.
Flop 1 Kompetenz von Fachmagazinen
Wieder mal frag ich mich, wo die Auseinandersetzung mit der Materie überhaupt stattfindet. Aber man biedert sich lieber beim Mainstream an, will ja schliesslich Magazine verkaufen und das in Zeiten, wo Print sowieso ein Auslaufmodell ist. Aber was die Cinema genau geritten hat, der 3. Staffel Stranger Things die Maximalpunktzahl zu geben, muss ich ja nicht wissen. Bezeichnend, dass eine Ausgabe davor ein fettes Special dazu drin war. Die Kurzreview liest sich denn auch widersprüchlich. Leider glänzt das Magazin auch sonst oft nicht mit Kompetenz. Dabei gehts auch nicht um unterschiedliche Ansichten, sondern diese Oberflächlichkeit, die Zweifel aufkommen lässt, ob und wie das Material überhaupt gesichtet wurde. Dafür sind einige Reportagen durchaus interessant und stellen einen Kaufgrund für mich dar.
Flop 2 Facebook-Kommentare
Und zwar welche, die so übelst peinlich sind, dass es weh tut. Aber ich halt mich da raus. Dummheit auf diesem Level ignoriert man besser und lebt glücklich weiter. Scheinbar gibt es Menschen, die Zusammenhänge herleiten können, die nicht mal den Southpark-Machern einfallen würden. Bezeichnend, dass ausser der Äusserung von Hasstiraden ja sonst keine Argumente kommen. Und als derben Humor kann mans auch nicht bezeichnen.
Flop 3 Bye, bye 3DS
Ganz verwundert festgestellt, dass die Aussage vom Freund meiner Schwester den Tatsachen entspricht, der 3DS ist nicht mehr erhältlich bei uns. In allen Shops werden nur noch div. 2DS Modelle angeboten, genauer die XL -Versionen davon. Was dieser Scheiss soll? Wo die bloss mit dem Rest hin sind?
ChrisKongTeilnehmerMord im Orientexpress
Die Neuauflage von Brannagh ist in wunderbaren Bildern eingefangen, er selbst hat gleich die Hauptrolle übernommen. Tja, passt absolut gut. Mit nicht mal zwei Stunden Laufzeit ist er aber etwas zu kurz, um allen Figuren gerecht zu werden. Der Cast ist aber erste Sahne, Ausfälle sah ich keine. Da ich min. zwei ältere Versionen kenne, die mit Ustinov und Suchet, war die Auflösung natürlich keine Überraschung. Am Ende wird ein weiterer Poirot Streifen angeteasert. Hoffentlich wird der realisiert, weil an den kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern.
Obs jetzt diese Neuinterpretation gebraucht hätte, darf durchaus angezweifelt werden, zumal hier lediglich der Inszenierungsstil zeitgemässer ist, Dialoge und der ganze Rest stark an die anderen Filme erinnern. Im Unterschied zu Guy Ritchies Sherlock Filmen, die durchaus eine gelungene Neuinterpretation des Stoffes sind. Scheinbar ist da jetzt auch ein weiterer Teil in der Mache.
Fazit: Wer die Vorbilder nicht kennt, dem kann ich diese Fassung empfehlen, sehr kurzweilige Umsetzung, der ein paar Fokussierungen mehr auf die Charaktere aber gut getan hätten.11. August 2019 um 19:40 als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1655878
ChrisKongTeilnehmerNa dann freu dich mal auf Shadow of the Tomb Raider, klar das schwächste Spiel der drei neuen und zwar in sämtlichen Belangen.
ChrisKongTeilnehmerDas letzte erinnert mich an den Dampfhammer von Sendling nur original mit bayrischer Synchro. 🙂
ChrisKongTeilnehmerVielleicht ĂĽbersehe ich bei dir nur eine Form von Zynismus.
Wenns das nicht ist, dann gute Nacht. Oo
ChrisKongTeilnehmerPersonenkult ist eh der falsche Ansatz, wenn es um gesellschaftsverändernde Dinge/Momente geht. Darum sind auch diese ganzen Filme eher Statements zum Symbolcharakter einer Figur. Die Botschaft ist entscheidend. Und Spike Lee hat mit Malcom X sein Magnum Opus geschaffen. Die Reise von Malcom X wird plausibel und nachvollziehbar dargestellt und seine negativen Seiten auch nicht ausgeklammert.
Zoolander 2
Sogar tatsächlich nicht ganz so unlustig wie erwartet. Klar, gegen den ersten Teil kann er nicht anstinken, die Fortsetzung atmet die Last der hinausgezögerten Pointen. Anstatt mal zum Punkt zu kommen, werden einige Gags zu sehr breitgetreten. Insbesondere ist das meiste davon sehr vorhersehbar. Die Gastauftritte strapazieren auch über Gebühr. Dafür geht Will Ferell in seiner Rolle vollends auf. Für zwischendurch reicht das grad mal so. Dabei liegts nicht mal an den Ideen, eher an deren Umsetzung.
Was dafür sehr gefällt, satter Sound, der einen in einem Superheldenmovie wähnen lässt und besser klingt als das meiste von diesen Streifen. Das Bild ist auch top.Wind River
Taylor Sheridans kritischer Blick auf Amerika ist auch hier unverkennbar mit der DNA der Geschichte verwoben. Jeremy Renner darf als Grenzgänger und Spurenleser die Identifikationsfigur geben und zusammen mit FBI und Reservatcops bei einem Fall mithelfen.
Dabei ist die Landschaft sowas wie ein weiterer Hauptdarsteller und sowohl wunderschön als auch tödlich. Die Charaktere sind oft bis in die kleinste Nebenrolle nuanciert geschrieben und dargestellt und fühlen sich echt an.
Die Krimihandlung stellt jetzt kein echtes Rätsel dar oder wartet mit einem fetten Plottwist auf. Das hat der Film aber auch gar nicht nötig. Er ist hart, wenn er es sein muss, trifft aber jederzeit auch gekonnt die leisen Töne. In einer Rückblende erfährt man später den Tathergang, kann sich das meiste davon aber schon im Vorfeld denken. Und doch wirkt es wie ein Faustschlag in die Magengrube. Wer Filme wie Insomnia, Boys dont cry, in the Valley of Elah oder Mystic River mag, findet hier einen weiteren gelungenen Vertreter aus dieser Mischung zwischen Thriller und Drama inkl. Bestandesaufnahme über den Zustand eines Landes.
Kann den Film daher uneingeschränkt empfehlen. Bitte mehr davon.
ChrisKongTeilnehmerDieses Mal Missstände in der Gamingbranche, gewohnt witzig aufbereitet.
ChrisKongTeilnehmerFilmstudios haben definitiv keine Eier in der Hose. Irgendwie einfach lachhaft, wie selektiv dieses geheuchelte Moralspiel getrieben wird.
-
AutorBeiträge



