As Dusk Falls – im Test (Xbox Series X)

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Die ehemalige Lead ­Designerin ­Caroline ­Marchal hatte bei ­Quantic Dream bereits großen Einfluss auf Titel wie Heavy Rain und Beyond: Two Souls. Ihr eigenes Studio wirft aufwendige Animationen und Spaziergänge im Schleichtempo über Bord, behält aber spannende Entscheidungen und Quick-Time-Events bei.

Das Entscheidungs-Adventure befördert Euch ins Arizona des Jahres 1998. Familienvater Vince möchte mit seiner Familie einen Neustart wagen und ist nur auf der Durchreise. Im selben Moment brechen die Gebrüder Holt beim örtlichen Sheriff ein, um ein paar schnelle Kröten zu verdienen. Das geht gehörig schief, aber mehr wollen wir Euch an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Insgesamt erwarten Euch zwei Kapitel mit jeweils drei Episoden, in denen Ihr die tragische Vorgeschichte und die Gefühlswelt der Beteilig­ten nach dem Raub durchlebt. Pro Episode schlüpft Ihr in die Haut von zwei Charakteren. Spielerisch beschränkt sich das auch mit einem Smartphone spielbare Abenteuer auf kurze Reaktionstests, kleine Wimmelbildeinlagen und Handlungsentscheidungen. Den Timer könnt Ihr auf 20 Sekunden stellen, falls Euch der Zeitdruck zuwider sein sollte.
In Sachen Entscheidungen funktioniert die Illusion wunderbar, da sie sich tatsächlich auf spätere Ereignisse auswirken können und diese eine große Tragweite mit sich bringen. Auch gelungen ist, dass sich die Handlung dadurch selten vorhersehbar anfühlt. Wollt Ihr alle Optionen ausloten, dürft Ihr später an gewisse Punkte zurückreisen, um neue Routen auszuprobieren.

Der größte Unterschied zu Konkurrenten wie The Quarry ist der Grafikstil. Statt der üblichen 3D-Modelle und Erkundungspassagen erwarten Euch animierte Standbilder. Hierfür wurden vorab Fotos der Schauspieler gemacht, die dann digital abgezeichnet und in die Umgebungen eingesetzt wurden. Der Stil bedarf etwas Eingewöhnungszeit, aber er gewinnt an Charme, sobald das Tempo der Story anzieht. Das gilt jedoch nicht für die mittelprächtige deutsche Synchronisation. Die eigentlich erfahrenen Sprecher schaffen es selten, Emotionen überzeugend vorzutragen. Ein weiterer Schwachpunkt sind die insgesamt sehr klischeehaften Figuren, deren Rolle für das Abenteuer Ihr flott durchschaut habt. Ihr Verhalten ist außerdem nicht immer nachvollziehbar und erfordert, dass Ihr Euch nicht zu sehr mit der Logik auseinandersetzt.

Könnt Ihr diese Probleme ignorieren, dann gehört As Dusk Falls zu den aktuell besseren Story-Adventures. Die Mischung aus Action und intimen Geschichten solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen.

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Ich fand es sehr amüsant, mit Begeisterung an 2 Tagen durchgespielt. Und werde es sicher noch mal spielen. Löblich die Masse an Synchron-Sprachen, wo heutzutage AAA Studios fast nur noch enttäuschen.