Titanfall – im Test (360/XOne)

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Nur wenige Meter trennen uns vom Evakuierungsschiff, diese wenigen Meter entscheiden über Leben oder Tod. Das Spiel ist verloren, jetzt geht es lediglich darum, die eigene Haut noch zu retten. Doch feindliche Titanen patrouillieren wie Schießhunde um das Landegebiet und nehmen alles unter Beschuss. Wir aktivieren den Tarnschild und hetzen mit geschickten Wandsprüngen zwischen Hausdächern hindurch und klettern an Bord. Was nach einer fett inszenierten Zwischensequenz klingt, ist Alltag in Titanfall. Denn sobald in einer Spielpartie die Siegermannschaft feststeht, bleibt den Verlierern nur die Flucht vom Schlachtfeld.

Doch von vorn: Mit Titanfall beweisen die ehemaligen Chefs von Infinity Ward, was sie draufhaben, wenn sie gerade nicht an Call of Duty werkeln. 2010 gründeten Jason West und Vince Zampella nach ihrer spektakulären Trennung von Activision ihr eigenes Studio Respawn Entertainment und steckten ihren Erfahrungsschatz in diesen futuristischen Online-Shooter.

Die dürftige Geschichte von Titanfall lässt sich in einem Satz beschreiben: Die IMC und die Miliz kämpfen um die Herrschaft über Menschenkolonien. Diese Alibi-Story bildet den Hintergrund aller Mehrspieler-Schlachten. Doch zunächst führt ein nett gemachtes Tutorial in die Steuerung der Piloten und der Titanen ein. Dann geht es in die sogenannte ”Kampagne”, die ihren Namen kaum verdient. Zwar absolviert Ihr hier online jeweils neun Einsätze in der Rolle beider Kriegsparteien. Allerdings stehen nur normale Spielmodi auf dem Programm, umrahmt von kurzen Story-Sequenzen. Ignoriert die zwei- bis dreistündige Kampagne am besten, schließlich dreht sich in Titanfall alles um fette Online-Schlachten ohne Story-Ballast.

Zwölf Spieler teilen sich in zwei Teams auf und jeder schlüpft in die Rolle eines Piloten, der am Anfang der Spielrunde erst einmal zu Fuß unterwegs ist. Allerdings verfügt Ihr über weit mehr Freiheiten als bei der Online-Shooter-Konkurrenz. Schließlich turnt Ihr nicht nur mit Doppelsprung durch die Lüfte, sondern nutzt auch Wände, um daran entlangzulaufen. Die 15 Maps laden geradezu zu Akrobatikeinlagen im Stile von Mirror’s Edge ein. In kühles Blau getauchte Industrieanlagen, sandige Felsformationen und verlassene Kolonien sind bewusst in der Vertikale angelegt. Mit ein wenig Geschick erklimmt Ihr auch höchste Plattformen an Hallen und Türmen. Zur noch flotteren Fortbewegung nutzt Ihr aufgespannte Seile zwischen Gebäuden – egal in welche Richtung.

Xbox 360

Das Schlachtgeschehen wirkt vertraut, schließlich ähnelt das Treiben dem offensichtlichen Vorbild Call of Duty. Dank sensibler Steuerung nehmt Ihr Gegner zielgenau mit Sturmgewehr, Schrotflinte, MG oder Scharfschützengewehr aufs Korn. Ebenso schnell hechtet Ihr zur nächsten Deckung, um nachzuladen. Die Bildschirm-Action läuft fast immer butterweich, nur ganz selten gibt es Ruckler. Dabei sind die Umgebungen durchaus aufwendig modelliert. Innen- wie Außenbereiche überzeugen in passendem Licht samt stimmigen Schatten. Dazu erfreuen Kampfeffekte wie bildschirmfüllende Explosionen und dichter Qualm das Auge. Auch die Landschaft ist immer wieder ein Hingucker, denn hier beleben nicht nur Bergmassive oder weitreichende Stadtkulissen den Horizont, sondern auch Raumschiffe oder gigantische Leviathan-Monster. Weniger schön ist das Tearing, welches gerade bei ausladenden Schlachten stört. Zudem wirken die Umgebungen recht statisch: Es gibt keine zerstörbaren Objekte oder Gebäude, auch fehlen spielverändernde Ereignisse wie in Battlefield 4 und Call of Duty: Ghosts.

Trotz ihrer enormen Größe wirken die Maps nie ausgestorben, denn zwei KI-gesteuerte Truppentypen bevölkern auf beiden Seiten die Gebiete. Die strunzdummen Frontsoldaten sind immer wieder für simple Abschüsse gut. Spectres dagegen stecken mehr Treffer ein, sind schwerer bewaffnet und dürfen sogar gehackt werden: Steckt ihnen Euer Datenmesser ins Genick, um sie umzuprogrammieren und zu Gefolgsleuten zu machen.

Das Spiel hätte kaum seinen Namen verdient, wenn Ihr nicht Euren eigenen Riesenroboter befehligen dürftet. Nach einer mehrminütigen Wartezeit, die Ihr mit Abschüssen verkürzt, steht Euer Titan bereit. Ihr bestimmt den Landepunkt und erklimmt das Cockpit, sobald er aus dem Himmel gefallen ist. An Bord stehen Euch weit brachialere Ballermänner zur Verfügung: Mit dicker Kanone oder Raketenwerfer liefert Ihr Euch komplett andersartige Gefechte, denn Titanen sind gut gepanzert und verfügen über regenerierbare Schilde. Und nicht nur das: Der zuschaltbare ”Vortex Shield” fängt Projektile ab und wirft sie wieder zum Gegner zurück. Die Titanen dashen mit aufladbaren Raketenboostern über kurze Distanzen in alle Himmelsrichtungen. Zwar dürfen die Roboter nicht springen, gelangen trotz ihrer Proportionen aber problemlos in größere Innenräume oder Hangars.

Xbox 360

Weitere taktische Finessen erhält Euer treuer Blech-Begleiter, wenn Ihr gar nicht an Bord seid: Schließlich könnt Ihr ihm befehlen, Euch stetig zu folgen und zu schützen. Oder Ihr stellt ihn an einem taktischen Punkt zur Verteidigung ab. Doch Vorsicht: Jederzeit kann sich ein feindlicher Spieler an den Titanen klemmen und ihn mit Schüssen auf dessen Schwachpunkt zerstören. Geht der Koloss zu Bruch, steigt Ihr per Schleudersitz aus, der Euch in die Luft katapultiert und praktischerweise eine Übersicht über die aktuelle Lage gibt.

In fünf altbekannten Spielmodi bekämpft Ihr die Gegnermannschaft. Team-Deathmatch gibt es in zwei Varianten: In der ”Materialschlacht” zählen Unterstützung und KI-Kills zum Punktestand, bei ”Pilotenjäger” geht es dagegen nur um Abschüsse menschlicher Gegner. Bei ”Hardpoint” nehmt Ihr drei taktische Punkte ein und verteidigt sie. Daneben klaut Ihr bei ”Capture the Flag” die gegnerische Flagge oder versucht, der ”Last Titan Standing” zu werden. Bei letzterem Modus beginnt Ihr ausnahmsweise schon an Bord Eures Blechriesen, besitzt aber nur ein einziges Bildschirmleben. Die karge Modi-Auswahl lässt auf den ersten Blick Abwechslung vermissen, allerdings liefern die Runden genug Action und Motivation. Dennoch sollten die Entwickler hier mehr Varianten per Update nachliefern.

Genre-Standard ist auch die Endabrechnung der Punkte sowie der Stufenanstieg. Bis Level 50 steigert Ihr Euren Piloten, dann dürft Ihr einen Generationswechsel vollziehen, was dem Prestige-Level von Call of Duty gleichkommt. Dabei setzt Ihr alle Fortschritte und Freischaltungen zurück und beginnt bei null. Als Pilot der zweiten Generation erhaltet Ihr jedoch zehn Prozent mehr Erfahrung, die sich in weiteren Generationen noch steigert.

Für Abwechslung sorgen massenhaft Herausforderungen in elf Kategorien, die Euch mit neuen Waffenaufsätzen sowie Fähigkeiten belohnen. Auf diese Weise sammelt Ihr auch ”Burn Cards”, die Ihr nur einmalig einsetzen dürft und die meist nur ein Leben andauern: Während der frei bestimmbaren Wirkungsphase gibt es auch mal doppelte Erfahrung oder kurzzeitig verbesserte Waffen. Mehr Spielstoff bietet Electronic Arts per Season Pass für 25 Euro: Damit erhaltet Ihr in den nächsten Monaten drei Karten-Pakete mit noch unbekannten Inhalten.

Xbox 360

Die Xbox-360-Fassung:

Mit etwas Verspätung dürfen nun auch Besitzer der Xbox 360 mit den Titanen in den Kampf ziehen, spielerisch ändert sich nichts: Eure Soldaten liefern sich mit diversen Gewehren, Pistolen und Schrotflinten auf 15 Karten schnelle Auseinandersetzungen in bekannten Modi wie ”Team Deathmatch” oder ”Herrschaft”. Mit zwei neuen Aspekten frischt Titanfall die reinen Online-Gefechte auf: Zum einen dürft Ihr an Wänden laufen und Doppelsprünge nutzen – so kommt Ihr problemlos auf Häuserdächer oder weicht Beschuss aus. Zum anderen nehmen verschiedene Bots an den Schlachten teil: Diese stellen keine Bedrohung dar und bringen dadurch auch weniger versierten Spielern rasch Punkte ein. Mit Abschüssen verkürzt Ihr die Zeit bis zum Abwurf Eures Titanen. Steigt Ihr in den Blechkumpel ein, genießt Ihr mächtige Feuerkraft, seid dafür aber weniger agil. Abschuss-Serien oder Ähnliches gibt es nicht, dafür schaltet Ihr mit Erfahrungspunkten neue Knarren und Fähigkeiten für Piloten wie Titanen frei, dazu gibt es zahlreiche Herausforderungen für Mensch und Maschine. Auf beiden Systemen schwankt die Bildrate, auf Xbox One sind es maximal 60 Bilder, auf der Xbox 360 mit 30 bis 50 Bildern pro Sekunde und es kann auf 30 Bilder fixiert werden, was die Spieldynamik aber deutlich bremst. Zudem weist die Xbox One die höhere maximale Auflösung sowie Bildrate auf – läuft es optimal, spielt Ihr dort deutlich geschmeidiger.

Sascha Göddenhoff meint: Würde ich mir für Titanfall eine Xbox One kaufen? Nein. Denn klasse spielbar und motivierend ist es auch auf der Xbox 360. Bin ich aber einmal in den Next-Gen-Titanen gestiegen, möchte ich ihn nicht mehr missen. Neben häufigem Tearing wackelt auf der Xbox 360 stärker die Bildrate – mit festen 30 Bildern sind mir die Kämpfe jedoch zu lahm. Stören Euch die technischen Macken nicht, solltet Ihr zuschlagen, denn Titanfall ist auf beiden Systemen ein toller Shooter!

Tobias Kujawa meint: Spielerisch bin ich von Titanfall restlos begeistert. Sicher, es gibt nur konventionelle Spielmodi, aber die Steuerung flutscht ähnlich perfekt wie in CoD und garantiert, dass ich im Gegensatz zu Battlefield nicht unzählige Vehikel-Fahrstunden nehmen muss, um mit meinem Titanen Erfolg zu haben. Das Spielgefühl verändert sich spürbar, je nachdem, ob Ihr zu Fuß oder im Metallkleid unterwegs seid: Auf der einen Seite springt Ihr mit Wand- und Doppelsprüngen agil durch die mehrstöckigen Maps und löscht KI-Soldaten und menschliche Piloten ratzfatz aus. Auf der anderen Seite liefert Ihr Euch in Robo-Gestalt packende und lange Gefechte mit gegnerischen Kolossen, bei denen entscheidend ist, wer mehr Kumpel mit zur Party bringt. Die Abwesenheit von Kill-Streaks und die Anwesenheit eben jener KI-Männer sorgt dafür, dass auch Neulinge glücklich werden. Kritisieren muss ich die matten Texturen, die vollkommen überflüssige Story und das magere Waffenarsenal. Immerhin: Beim Online-Zocken hatten wir stets eine stabile Verbindung, abgesehen von seltenen Rucklern und Tearing gab es keine Bugs im Ausmaß eines Battlefield 4.

Thomas Stuchlik meint: Wenn ehemalige Call of Duty-Macher ihr eigenes Studio gründen, darf man Großes erwarten, etwas Riesiges sogar. Denn das seit 2011 in der Mache befindliche Titanfall erklimmt nicht nur den Online-Shooter-Gipfel mühelos, sondern brilliert auch mit dem packenden Einsatz der titelgebenden Titanen. Diese massiven Kampfroboter bilden im Wechsel mit dem Soldatensein eine explosive Spielspaßmischung, die auch länger begeistert – vor allem dank ausgefeilter Spielbalance, die Schwächen und Stärken von Mensch und Maschine ausgleicht. In zahllosen Online-Matches werdet Ihr wunschlos glücklich, auch wenn Profis vielleicht die magere Waffen- und Modiauswahl bemängeln. Was mir aber wirklich fehlt, ist eine Einzelspieler-Kampagne mit packender Geschichte. Die Hintergründe um die Kriegsparteien der IMC und Miliz sind in der enthaltenen Ministory kaum nachvollziehbar. Egal, denn optisch sind die Schlachten packend inszeniert, ein Wow-Effekt bleibt aber aus. Unterm Strich muss sich die Genrekonkurrenz warm anziehen, denn die Titanfall-Schlachten lassen Call of Duty und Battlefield ein wenig erblassen.

  • 5 konventionelle Online-Spielmodi
  • 15 spaßige Mehrspieler-Karten
  • massig Herausforderungen für mehr XP
  • bei Stufe 50 Wechsel zu neuer Pilotengeneration

Akrobatik, Kampfroboter und eine ausgefeilte Spielbalance sorgen bis zuletzt für spannende Online-Schlachten, leider ohne Einzelspieler-Modus.

Singleplayer85
Multiplayer
Grafik
Sound
ninboxstation
I, MANIAC
Maniac
ninboxstation

Titanfall XO hat die “”tiefere”” Metascore (86) als M! Games Score (87)L4D & L4D2 haben beide die “”höhere”” Metascore (je 89) als M! Games Score (82 & 85)=> normalerweise, müsste M! Games die niedrigere Score vergeben, oder etwas stimmt ev. nicht.. (sind die M! Gamers so COD Fans,.. Titanfall spielt sich imo imme r noch SEHR ähnlich wie COD… oder haben sie L4D damals nicht vollständig gecheckt?? damals nicht auf “”expert”” im coop erlebt??…., mal gucken was sie Evolve vergegben im Vergleich zu den Metascores, wenn’s mal so weit ist..)

ninboxstation
I, MANIAC
Maniac
ninboxstation

imo hat entweder L4D und L4D2 beide zu tiefe oder Titanfall eine zu hohe Wertung erhalten….Titanfall Online is spassiger als COD oder BF, aber nicht spannender/ausgeglichener als Gears of War, Halo & L4D(2) Online..

Kanonengiesser
I, MANIAC
Profi (Level 2)
Kanonengiesser

@ Barbarez: 11/10 bekommen nur Playstation Spiele……;)

D00M82
Moderator
Epic MAN!AC
D00M82

Ach echt? Dann lese ich mir mal die Patchnotes durch und lege es mal wieder ein. Mein Titan stand jetzt eine Woche in der Garage. Und nein, das ist keine Umschreibung weil meine Freundin seit ner Woche im Urlaub ist. Ich meine schon das Spiel….@oc1dDie 3 Euro im Monat wird er übrig haben.

chief wiggum
I, MANIAC
Profi (Level 2)
chief wiggum

also ich bin mir sicher dass der redakteur, dem die singleplayer-kampagne so sehr fehlt, dieselbe zerrissen hätte und eine solche wertung unmöglich gemachen worden wäre. hätte ein CoD nie eine kampagne geboten, gäbs kaum grund zur kritik und die wertungen hätten jedes mal höher ausfallen müssen.

oc1d
I, MANIAC
Profi (Level 2)
oc1d

[quote=Mettmardigen]

Ig freu mir, habe nur ne 360! aber kriege es morgen!

[/quote]Du brauchst erst mal xbox-live 😛

Mortovivo
I, MANIAC
Intermediate (Level 2)
Mortovivo

@ Doom dein wunsch ist erledigt seid gestern mit Patch +viele kleine verbesserungen & Private MatchesDieser ist mit Freunden der Kracher man kann zwar nicht lvl aber Funfaktor = 10/10

ninboxstation
I, MANIAC
Maniac
ninboxstation

smart pistole = lockon (multiple) Rockets (Metroid Prime)double jump = double jump (Metroid Prime)Halo ist nicht der einizge, der sich von Metroid hat inspirieren lassen…..wollte das Game vorallem wegen den Wallrunning & Jump/Hover Feeling holen…, habe aber inwischen Infamous SS geholt, und dort ist das Wallrunning und (vorallem) Jump/Hover feeling zt. zuu krass…, der Titanfall Hype ist mir ausgegangen…. (hätten sie den 360 Version nur nicht so lange delayed…)

Barbarez82
I, MANIAC
Profi (Level 3)
Barbarez82

Multiplayer 9/10… 11/10 wäre fair. Was mir immer wieder aufs neue auffällt sind die ganzen Schleichwege, Abkürzungen usw. die ich jetzt selbst nach ~25Std. immer wieder neu entdecke. Und die Spieldynamik. Fällt einem anfangs garnicht auf. Wenn man jetzt mal wieder CoD Ghosts reinlegt, kommt einem das wie in Zeitlupe vor. Grandioses Spiel.

Mettmardigen
I, MANIAC
Intermediate (Level 1)
Mettmardigen

Ig freu mir, habe nur ne 360! aber kriege es morgen!

D00M82
Moderator
Epic MAN!AC
D00M82

Was ich schade finde: Man kann das Spiel “”schlecht”” zusammen spielen. Bei Materialschlacht und co findet man 1-2 Freunde in dem Getummel nie wieder. Höchstens mal durch Zufall. Einzig bei Hardpoint kann man sich an Punkten verabreden.Ich würde mir wünschen, dass man Freunde oder generell Partymitglieder auf der Minimap oder halt ingame als “”Zielpunkt”” angezeigt bekommt.