Torchlight – im Test (360)

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“Wir wollen keine Innovationen schaffen. Uns geht es darum, alte Formeln zu perfektionieren und ein gutes Spiel abzuliefern.” Was die Super Meat Boy-Macher in einem Interview erklären, scheint auch Entwickler Runic Games bei Torchlight beherzigt zu haben. So liefern die Amerikaner mit dem Hack’n’Slay-Rollenspiel einen Titel ab, der gar nicht erst versucht, die Nähe zum großen Vorbild Diablo zu leugnen. Warum auch? Schließlich werkelten an dem Titel, der bereits 2009 für den PC erschienen ist, unter anderem Max Schaefer und Peter Hu, die auch maßgeblich an der Entwicklung des Genre-Primus Diablo II beteiligt waren. Ebenso schamlos bedient Torchlight Genre-Klischees, was bereits bei der Auswahl der Klasse deutlich wird: Neben dem Zerstörer stehen ein Alchemist und eine auf den Fernkampf spezialisierte Bezwingerin zur Wahl. Daneben wählt Ihr einen tierischen Begleiter (Wolf, Luchs oder Echse), der Euch unter anderem im Kampf unterstützt.

Ausgangspunkt ist die titelgebende Minenstadt Torchlight, welche wie das gesamte Spiel im stimmigen Comic-Look gehalten ist. So fröhlich wie der Grafikstil sind die Bewohner allerdings nicht, denn aus den Tiefen der Mine gelangen immer mehr Monster an die Oberfläche. Da kommt ein Abenteurer wie Ihr gerade recht: Nachdem Ihr die ersten Aufgaben erledigt habt, kauft Ihr neue Waffen und Rüstungen, deckt Euch mit Gesundheits- und Zaubertränken ein oder nehmt eine von zahlreichen Nebenaufgaben an. Im Mittelpunkt steht allerdings die Mine, die Ihr im Verlauf der siebenstündigen Hauptquest Ebene für Ebene erkundet. Fast im Sekundentakt findet Ihr neue Beute wie Schwerter, Äxte oder Pistolen, Rüstungen und Zaubersprüche. Beinahe ebenso schnell sammelt Ihr Erfahrungspunkte und päppelt Euren Charakter so schnell zur alles niedermähenden Kampfmaschine auf. Nach einem Levelanstieg verteilt Ihr Punkte auf Attribute wie Stärke, Magie, Geschicklichkeit und Verteidigung. Daneben wählt Ihr aus vielen, teils klassenspezifischen Fähigkeiten, von denen Ihr vier gleichzeitig ausrüsten könnt. So lernt Ihr mächtige Spezialattacken, beschwört Kreaturen oder verschafft Euch dauerhafte Boni. Die Jagd nach neuen Gegenständen und Erfahrungspunkten motiviert ungemein und birgt ein hohes Suchtpotenzial. Die Steuerung wurde sehr gut an die Konsole angepasst, die unterschiedlichen Klassen verleiten zu einem zweiten und auch dritten Anlauf. Ganz schafft es Torchlight allerdings nicht, die mangelnde Vielfalt zu verbergen. Mehr als das Plätten von Monstern steht nicht auf dem Programm, so dass die Motivation irgendwann der Routine weicht. Während gelegentliche heftige Slowdowns und eine starre Kamera zu verkraften sind, vermissen wir einen Koop-Modus doch schmerzlich.

Rundum gelungener “Diablo”-Klon, dem lediglich ein Mehrspieler-Modus abgeht.

Singleplayer8
Multiplayer
Grafik
Sound