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  • #1748696
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Ansehen und freuen. ^^ Gar nicht auszumalen, wenn die Rechte bei Constantin gelandet wären.

    #1748724
    DGSDGS
    Teilnehmer

    [postquote quote=1748626][/postquote]

    Bis auf das visuelle Spektakel enttäuscht der Handlungsstrang in Númenor mittlerweile auch. Aber die Bromance zwischen Elrond und Durin ist noch immer sehr gelungen. Ja, bisher das Highlight der Serie.

    [postquote quote=1748696][/postquote]

    Ganz ehrlich… im direkten Vergleich zu den Story-Trailern der Spiele reißt mich das nicht vom Hocker. Aber ich freu mich auf Pedro Pascal. Wie schon in Prospect, scheint er in der Rolle richtig aufzugehen.

    #1748821
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Andor Episode 4 (Disney+)

    Wer dachte, dass in der vierten Folge alles auf links gedreht würde, könnte enttäuscht werden. Man bleibt seiner Linie in vielen Punkten treu. Verhältnismässig viele Dialogsequenzen ohne Protagonisten, Frank Oz Puppenkiste bleibt auch im Schrank und das Imperium sehen wir als Bürokratie-Apparat mit Offizieren, die taktieren. Sowohl gegen aufkeimende Rebellen wie auch in internen Machtkämpfen.
    Meine Vermutung, dass Syril Karn eine wichtigere Rolle einnehmen dürfte, hat sich weiter bestätigt. Waren es schon zu Beginn Zweifel am vorherrschenden System, sieht er sich in dieser Episode mit weiteren Umständen konfrontiert, die ihn zweifeln lassen. Dieses desillusionierende Momentum gabs schon am Ende der dritten Episode nach dem Fehlschlag.
    Sein Besuch bei seiner Mutter geht weiter in diese Richtung und verstärkt den Eindruck, dass sein Engagement auch auf einen innerfamiliären Konflikt zurückzuführen sein kann oder sich ein solcher dadurch ergeben hat. Das würde man uns auch nicht zeigen, wenn das nicht weiter thematisiert würde. Sollte er komplett die Seiten wechseln, wäre ich nicht überrascht. Ich bin sogar überzeugt, dass wir sehen werden, wie er Gesetz von Gerechtigkeit wird unterscheiden lernen. Ob er dann die richtigen Rückschlüsse zieht oder am Ende doch nur egoistisch handeln wird, wird man sehen. Mit Sicherheit ist dessen Entwicklung die spannendste in der Serie. Ich würde nicht so weit gehen und Showstealer rufen, aber man wird ihn auf dem Radar haben müssen.
    Stellan Skarsgard darf auch endlich mal aus sich herausgehen und wir lernen neue Facetten seiner Figur kennen. Er ist ganz offensichtlich jemand wie Bail Organa, der in der Republik seine Kontakte hatte und einen gewissen Status und dessen Weltbild ins Chaos gestürzt wurde. Coruscant scheint ja nun ein Denunziantenstaat wie die ehemalige DDR geworden zu sein. Diese Vibes spürt man deutlich heraus.
    Die Landschaftspanoramen sind ein Genuss. Allerdings fragt man sich, ob man nicht noch ein offeneres Gelände für ein geheimes Treffen hätte finden können. Zumal man die Gefahr erwischt zu werden mehrfach andeutet. Farblich passende Kleidung wie die Rebellen seinerzeit auf Endor hätte da sicher Sinn gemacht. Witzigerweise hat Luthen einen grünen Mantel an, aber er fliegt ja weg. Hätte er den mal bloss Cassian überlassen. ^^
    Bei den Rebellen sieht man den feinen Unterschied zu denen, die wir in Obi Wan gesehen haben. Ihre Herkunft wird mit Material unterfüttert. Das sollte es auch aus Fansicht interessanter machen. Schliesslich gehört das zum Worldbuilding dazu.
    Etwas zu viel wird über Cassians Beteiligung geredet. Interessant aber auch hier, innerhalb der Rebellion werden Tarnnamen verwendet. Das Misstrauen ist überall mit von der Partie.
    Coruscant. Mit Sicherheit die beste Version, die wir bisher davon gesehen haben. Die Upper Class mit Mon Mothma wird sinnig abgebildet. Das wirkt enorm hochwertig. Das gleiche gilt für die imperiale Behörde, die in ihrer Tonalität an George Lucas THX 1138 erinnert.
    Beim Besuch von Syril bei seiner Mutter sehen wir noch einen Wohnblock im klassischen Stil des Brutalismus. Was ich dort etwas schade fand, es kommt eine Nachbarin ins Spiel, da hätte man auch mal ruhig eine der vielen Rassen zeigen dürfen, die dort sonst noch leben. Denn das ist ein Wermutstropfen, der sicher einigen nicht gefallen dürfte. Von Exoten fehlt weiterhin jede Spur. Das ist gerade im Hinblick auf Coruscant schade, bei Aldhani verständlich.
    Ich werde hier aber auch wieder den Eindruck nicht los, dass ein Film in Episoden gestückelt wurde. Das Ende kommt ziemlich abrupt. Vielleicht hat das mit Gilroys bisherigen Arbeiten zu tun und dass er einfach mehr den Rhythmus eines Films gewohnt ist. Zumindest gings mir beim ersten Storyarc so und beim Ende der Episode hatte ich ein ähnliches Gefühl.
    Die Suche nach seiner Schwester ist pausiert, ich vermute mal, darum wären hier Flashbacks auch irgendwo unsinnig gewesen. Die Folge ist im Grunde eh wieder viel zu schnell vorbei gewesen. Das spricht ja für die Serie.
    Unterm Strich würde ich sagen, wems bis anhin nicht gefallen hat, wird sich wohl an den gleichen Dingen stören. Wer seinen Spass damit hat – und den hab ich definitiv – kann sich weiter freuen.

    Eine Sache beschäftigt mich dann aber doch. Im Grunde sehen wir durch ein Schlüsselloch, was es alles an Möglichkeiten geben würde, um die Geschichte der Rebellion in eine grosse Serie einzubetten. Dass nach zwei Staffeln Schluss sein soll, wiegt mMn jetzt schon etwas schwer. Mit dem nötigen Willen, hätte man das problemlos auf ein GoT-artiges Level heben können. Denn faktisch sehen wir ja mit Andor auch nur einen kleinen Ausschnitt des Ganzen. Bringt natürlich nix, wenn das aber nicht von fähigen Autoren getragen wird.

    #1748837
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Dopesick (Disney+)

    450’000. So viel sind gemäss Angaben im Netz direkt an Opioiden in den USA gestorben. Wie viele Schicksale da auch indirekt dranhängen, lässt sich kaum ermitteln. Diese wirklich ausgezeichnete Dramaserie lässt erkennen, woran das liegt und wie man sich das Ausmass vorstellen muss. Dabei greift sie auf ein bewährtes Mittel zurück und lässt uns den Opioid-Skandal aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Das kennt man schon aus Filmen wie Traffic, Fastfood Nation, the Insider.
    Den erzählerischen Rahmen liefern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Virginia. Peter Saarsgard darf für einmal auf der Seite der Guten aktiv sein. Er spielt Rick Mountcastle, der buchstäblich Wände einreissen muss, um seine Ermittlungen voranzutreiben. Die Inhaber der Firma Purdue, deren OxyContin hauptverantwortlich für diesen Skandal ist, werden ebenfalls porträtiert. Michael Stuhlbarg spielt Richard Sackler, der die Ereignisse ins Rollen bringt und hinter dessen unscheinbarer Fassade ein diabolisches Genie sitzt. Stuhlbarg spielt das wirklich kongenial. Dann haben wir eine Bergarbeiter-Familie deren Tochter durch ihre strenge Arbeit im Tagebau an das Schmerzmittel gerät. Dabei spielt auch das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Zu diesem gehört auch der örtliche Arzt, Dr. Finnix, gespielt von Michael Keaton, der sowohl einen Golden Globe wie auch einen Emmy für diese Rolle gewonnen hat. Verführt von den Verkäufern von Purdue, gerät er zusehends in den Strudel von OxyContin und wird von dem Pharmariesen instrumentalisiert. Und auch diese Verkäufer/Dealer kriegen einen wichtigen Part in der Serie. Anhand dieser wird dieses ganze Fehlanreizsystem veranschaulicht. Wer Pillen verkauft, ist ein Star. Der Wettbewerb wird gefördert, der Absatz mit Seminaren, Goodies, Prämien und dgl. erkauft. Will Poulter als naiver und ehrgeiziger Verkäufer ist auch perfekt besetzt. Zu guter Letzt wird noch einer DEA-Agentin gefolgt, die an vorderster Front gegen Behörden-Korruption bei der FDA (Zulassungsstelle für Medikamente der USA) und den Konzern selbst kämpft. Widerstand erhält sie auch aus den eigenen Reihen. Und die Kreise reichen noch weiter. Schlussendlich leidet auch ihr Privatleben darunter. Das erinnert nicht von ungefähr an the Insider mit Russel Crowe und Al Pacino. Rosario Dawson spielt die taffe Agentin und ist ein weiteres Casting-Highlight.
    Die acht Episoden dauern jeweils eine runde Stunde. Natürlich werden Situationen auch zugespitzt, beispw. Sieht man in einer Szene eine Aneinanderreihung von Verbrechen als wäre man in Crime-Town. Was schön ist, dass man sich auch mit den Hintergründen auseinandersetzt, die in diese Abhängigkeit führen. Das sind keineswegs nur körperliche Beschwerden. Ein paar Szenen sind wirklich heftig. Etwa wenn der Doktor in einem Entzugsprogramm ist und auf gutem Weg scheint, sich mit dem Verkäufer aussprechen will und diesen aus einem ganz anderen Grund herbestellt hat.
    Showrunner Danny Strong kann auf einige Auszeichnungen zurückblicken. Ich kenn von seinen Shows nur diese. Die ist ihm wirklich grossartig gelungen und gehört sicher mit zu den besten aktuellen Dramaserien. Wer auf Serien wie the Wire steht, die ein Problem in seiner gesamten Breite thematisieren, dürfte hier genau richtig sein. Hier stimmt praktisch alles.

    #1748841
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Lego Star Wars Holyday Special (Disney+)

    Der Zusatz Lego dürfte nicht unerheblich sein. Das originale Holyday Special war für viele damals ein Dorn im Auge. Ich kenne nur Auszüge davon. Hier stehen die Lego-Inkarnationen von Rey, Finn, Vader, Kylo, Luke und Palpatine im Fokus. Rey findet einen mysteriösen Kristall mit dem sie durch die Zeit reisen kann. So nimmt sie an verschiedenen Szenarien teil aus der ganzen SW-Welt. Natürlich richtet sie dabei ein Chaos an, dass sie wieder aufräumen muss. Palpatine ist auch bald hinter dem Kristall her und die Beziehung von ihm zu Vader wird auf eine harte Probe gestellt.
    Das ist meist sehr funny umgesetzt ohne es zu übertreiben. Richtig bösen Humor gibt es nicht. So für zwischendurch aber genau richtig. Von Lego Star Wars gibt es noch div. andere Episoden, die sicher auch eine Sichtung wert sind. Im direkten Vergleich fand ich die Robot Chicken Parodien etwas lustiger.

    #1748843
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Kleinigkeiten zu Andor Folge 4. Tja, Coruscant. Hier ist es zumindest auf poöitischer Ebene wohl wirklich ein Schlangennest geworden. Bereits die paar Szenen vermitteln das Gefühl, dass das Multikulti Coruscant der alten Republik Geschichte ist.

    Nettes kleines Detail, das mir schon in den ersten Episoden aufgefallen war, die Frisuren bewegen sich bei Andor ein gutes Stück zu den Siebziger Matten samt Kotletten, die wir aus der OT kennen. Wobei das gleichzeitig teils von der galaktischen Herkunft abhängt.

    Ein Griff ins Prop-Klo sind dagegen die nahezu komplett unmodifizierten Kalashnikows der kleinen Rebellengruppe.

    Bisher hat Andor schon gewisse Slow Burn Qualitäten gehabt. Ohne Rückblicke verstärkt der Effekt sich noch mal.“

    #1748925
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Dopesick ist ne gute Drama-Serie. Keaton gewohnt klasse.

    Was TLoU (HBO) angeht:
    Bin sehr gespannt.
    Ich gehöre allerdings auch ein wenig zu den Menschen, die mit dem Casting von Ellie (Bella Ramsey) optisch nicht ganz glücklich sind. Vom Schauspiel mach ich mir da weniger Sorgen, hat sie doch eine hervorragende Figur in GoT abgegeben. Mit Pascal bin ich auch nicht komplett glücklich (optisch), aber das geht jedenfalls in die richtige Richtung. Und der Mann kann auch schauspielern. Da gibt es ebenfalls keine Bedenken.

    Zuletzt gesehen:

    Swamp Thing (DC)
    Nur kurz dazu: Grütze. Hat Ideen (Horror) aber Schauspieler und Script kommen nie über Bodensatz hinaus. Alles wirkt extrem cheesy. Wer sowas mag, kann natürlich Freude damit haben. Ich jedenfalls verstehe, warum es keine zweite Staffel gab.

    The Office (USA)
    Ich mag Stromberg nicht sonderlich.
    Die Originalserie aus UK habe ich nicht gesehen.
    Und ich mag auch Steve Carell nicht sonderlich (ein paar Rollen waren ok).
    The Office ist aber definitiv eine Bank. Zumindest solange die Hauptfigur an Bord ist (also bis inkl. Staffel 7). Danach flaut es merklich ab und es hätte mit Staffel 8 (und entsprechendem Ende) gerne auch beendet werden können (Ed Helms konnte da nix tragen und John Krasinski war auch nicht stark genug als Leading Role).

    – Aktuell an Ted Lasso dran.
    Ich würde nun nicht alles über den Klee loben, aber das ist schon ne Feel-Good-Serie irgendwie.
    Alles sehr naiv und auch teils bemüht, aber sie unterhält und ist teils auch wirklich witzig.
    Jason Sudeikis hat mir in seiner recurring role in The Last Man On Earth schon ganz gut gefallen.
    Sein Ted Lasso ist fast schon etwas wholesome. Nicht realitätsabbildend, sondern überhöht und trotzdem nicht nur “teletubbieing”, sondern auch mal mit sowas wie Panikattacken beschäftigend.
    Bin aktuell in Staffel 2.

    Dazu fällt mir ein:
    Kann mir jemand hier Serien auf Apple + empfehlen, die man sich dann mal anschauen sollte, die es auch nur da gibt?

    #1748926
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    [quote quote=1748925]Alles wirkt extrem cheesy. Wer sowas mag, kann natürlich Freude damit haben. Ich jedenfalls verstehe, warum es keine zweite Staffel gab.[/quote]

    Es gab keine zweite Staffel, weil aufgrund eines Fehlers in der Buchhaltung eine Steuererleichterung von 40 Mio. Dollar in North Carolina nicht wirksam wurde, was aufgrund des Budgets von 80 Mio. Dollar zu eben jener Entscheidung geführt hat.

    Die Serie war durchwachsen, hatte aber aufgrund ihrer praktischen/cgi Effekte einige doch sehenswerte Momente. Zudem war das Ambiente herrlich düster.


    #1748929
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Dazu fällt mir ein:
    Kann mir jemand hier Serien auf Apple + empfehlen, die man sich dann mal anschauen sollte, die es auch nur da gibt?

    Die eine Serie mit Sam Jackson soll sehr gut sein. Von See haben auch schon einige geschwärmt. Foundation schon gesehen?

    Hier ein Trailer zum Sam Jackson Dingens.

    #1748930
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    Dazu fällt mir ein:
    Kann mir jemand hier Serien auf Apple + empfehlen, die man sich dann mal anschauen sollte, die es auch nur da gibt?

    Mit den bisherigen Staffeln bin ich zufrieden. Die anstehende vierte Staffel wird die Serie abschließen.

    #1748931
    ghostdog83ghostdog83
    Teilnehmer

    See hat leider ein paar Längen und Probleme bei vereinzelten Figuren (besonders in Staffel 1). Dafür funktioniert der Rest ganz gut. Die Schlacht in Staffel 2 ist beispielsweise fantastisch in Szene gesetzt. Die Serie wird mit der aktuellen dritten Staffel abgeschlossen.

    #1748932
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    The Servant hatte ich nicht genannt. Dachte das hätte SFN damals mitgekriegt, wie du positiv immer wieder über diese Serie gesprochen hast. Ich werde im Oktober noch mein Gratis-Halbjahr bei Apple TV einlösen. Das Angebot endet wenn mein Aktionsmonat bei D+ vorbei ist. Insofern kann ich solche Tipps auch gebrauchen. Bei Ted Lasso schau ich mal rein, aber Sudeikis ist jetzt nicht mein Fall.

    Pam & Tommy (Disney+)

    Beklagte ich noch die zunehmende Prüderie in Serien, so ist das der direkte Gegenentwurf dazu. Hier wird nicht gespart mit der Inszenierung von Sexualität. Erzählt werden die Ereignisse rund um das Kennenlernen der Beiden, dem gemeinsamen Leben und dem Diebstahl jenes ominösen Sextapes das Weltberühmtheit erlangen sollte. Dabei startet die Serie nicht chronologisch. In der ersten Episode wird praktisch alles aus dem Blickwinkel eines geprellten Schreiners erzählt. Dieser wird von einem Seth Rogen in Bestform gespielt. Diese Mischung aus Naivität und Intelligenz ist perfekt auf den Punkt gebracht. Nach seiner Abmagerungskur hätte ich ihn erst gar nicht erkannt, er gleicht so ein Stück weit Thomas Jane, besonders im Profil.
    Tommy Lee (eine aussergewöhnliche Performance von Sebastian “Wintersoldier” Stan) will ein Schlafzimmer nach seiner Vision bauen lassen. Nur ändert er dauernd die Pläne und benimmt sich auch ansonsten wie der letzte Arsch. Die Handwerker bleiben auf den Kosten hängen und als sie ohne Vorschuss nicht weiterarbeiten wollen oder eher können, wirft Tommy sie kurzerhand raus. Allerdings hat er die Rechnung ohne Rand Gauthier gemacht, der einen Coup plant.
    Das Sextape? Aus dieser zufälligen Beute wird die Gelegenheit. Aber so einfach ist es dann doch nicht.
    Die Serie beleuchtet div. Facetten und funktioniert wie ein Biopic mit Erweiterungen. Thematisiert wird z.B. auch der Wunsch Pamela Andersons als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Lily James ergänzt die beiden Top-Darstellerleistungen von Stan und Rogen und liefert ebenfalls auf extrem hohen Niveau ab. Wenn mans nicht besser wüsste, würde man meinen das wäre die echte Pamela. Sie mag oft oberflächlich daherkommen und nach aussen hin sehr viel Maskerade aufzusetzen. Aber das nuancierte Spiel von James lässt den Zuschauer immer wieder an Pamelas Befindlichkeiten teilhaben. Sie ist in dieser Geschichte auch die einzig Unschuldige, zumindest wird es so dargestellt.
    Die stilsichere Inszenierung rundet die Episoden zusammen mit der passenden Musik ab.
    Bierernst ist es nicht geraten. Wenn etwa Tommy Lee mit seinem erigierten Penis spricht oder der toffelige Rand seine Unsicherheiten preisgibt, passiert das in einer überdrehten Manier. Man fühlt sich an Larry Flint vom leider verstorbenen Milos Forman erinnert. Und teilweise hat es die gleiche Tonalität wie I Tonya, in dem Sebastian Stan ebenfalls mitspielt und eins der besten Biopics der letzten Jahre war.
    Die Macher verstehen einfach ihr Handwerk, was sich in div. Details bemerkbar macht. Z.B. wird in der letzten Episode, die die letzte Eskalationsstufe in der Verbreitung des Videos einleitet, ein Teil des Soundtracks mit dem Einwählgeräusch aus Analogzeiten des Internets eingeleitet.
    Nach den 8 Episoden stellt man bei jedem wichtigen Charakter eine Entwicklung fest und auch, dass man es sich selbst zu leicht machen kann, indem man diese schnell verurteilt. Die Reihe zeichnet ein ambivalentes Bild, wo sogar ein “Arschloch” wie Tommy Lee ein menschliches Gesicht erhält.
    Fazit: Eine überaus positive Überraschung, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Wenn Stan weiter auf dem Level performt, ist er von den ganz grossen Rollen im Kino nicht mehr weit weg.

    #1748982
    SonicFanNerdSonicFanNerd
    Moderator

    Es gab keine zweite Staffel, weil aufgrund eines Fehlers in der Buchhaltung eine Steuererleichterung von 40 Mio. Dollar in North Carolina nicht wirksam wurde, was aufgrund des Budgets von 80 Mio. Dollar zu eben jener Entscheidung geführt hat.

    Die Serie war durchwachsen, hatte aber aufgrund ihrer praktischen/cgi Effekte einige doch sehenswerte Momente. Zudem war das Ambiente herrlich düster.

    Das mit den Steuern hatte ich auch gelesen. M. m. n. dürfte das aber nicht nur der einzige Grund für das Canceln der Serie gewesen sein.
    Deine gezeigten Ausschnitte bringen mich da zu etwas, was damit zusammenhängen dürfte:
    Die Gifs stammen aus der ersten Folge, oder?
    Ich würde sagen, dass anfangs noch mehr Kohle in die Bearbeitung (Post) eingeflossen ist, was man an der schlechteren CGI (oder der fehlenden …) zum Ende der Serie sieht. Die Sequenz mit Blue Devil bspw. ist zum fremdschämen …

    Ansonsten sehen die Szenen, die du zeigst, aber wirklich ansehnlich aus und verbreiten eine schaurig-düstere Atmosphäre. Aber das sind ja nur Momentaufnahmen und spiegeln leider die Qualität der Serie nicht wieder.
    Schwachpunkt bleiben aber hier für mich wirklich eher die Scripts und die Schauspieler.

    Und danke für eure Tipps bzgl. Serien von A+ .
    Da werde ich definitiv mal rein schauen.
    Das Mamoa-Dingens hatte ich bereits auf der Watchlist. Ich fand auch Frontier mit ihm recht brauchbar. Das wurde aber glaube ich mal wieder von Netflix gekillt, wenn ich mich grad nicht vertue.

    #1748986
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Frontiers Staffel 4 wirds wohl nicht geben.

    https://www.whats-on-netflix.com/news/frontier-season-4-netflix-renewal-what-we-know-2021/#:~:text=Sadly%2C%20despite%20a%20few%20sources,a%20couple%20of%20centuries%20ago.

    Eine weitere Fehlleistung von Netflix. Der Streamingdienst entwickelt sich für mich immer mehr zu einer grossen Enttäuschung. Ohne ein Account-Sharing würde ich da mittlerweile auf ein Jahresabo verzichten.

    #1749044
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Mal abgesehen davon, dass man für den Kram die Zeit haben muss und ich nicht zu den Leuten gehöre, die parallel zum Gucken noch die ganze Zeit am Smartphone beschäftigt sind, Netflix ist gefühlt auf dem absteigenden Ast wie kein anderer Streamingdienst.

    Zwei, drei Serien würden mich da aktuell selbst interessieren, aber es mangelt auch anderswo nicht an interessantem Content.

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