Pokémon Karmesin & Purpur – im Test (Switch)

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26 Jahre waren die Spiele lineare RPGs, plötzlich ist alles anders. Seit Langem hat Pokémon sich nicht mehr so frisch und neu angefühlt. Direkt nach dem Tutorial steht Euch die Welt offen. Eigentlich viel zu starke Trainer zum Kampf herausfordern? Klar! Paldea noch vor dem ersten Orden fast vollständig erkunden? Immer doch! Game Freak hat die Region so organisiert, dass die Gebiete um den Startpunkt herum einsteigerfreundlich sind. Wer sich eine Herausforderung wünscht, kann sein Abenteuer auch gleich im hohen Norden beginnen. Wilde Pokémon und Trainer skalieren nicht und in den verschneiten Bergen sind die Kämpfe besonders anspruchsvoll.

Allerdings heißt können nicht müssen: Wenn Ihr Eure Reise eher gemächlich angehen wollt, dann tut das. Die knapp 400 ­Pokémon-Spezies machen auch die Erkundung ungefährlicher Bereiche interessant. Adrenalingeladene Kämpfe sind nett, aber neue Kreaturen zu treffen, ist mindes­tens genauso befriedigend. Vor allem, weil viele der Designs gelungen sind. Pokémon fügen sich nun auch natürlicher in ihre Umgebung ein. Es fällt erstaunlich leicht, sein Ziel aus den Augen zu verlieren, weil man in der Ferne ein neues Pokémon entdeckt und dann noch eins und noch eins.

Große Distanzen müsst Ihr nicht zu Fuß zurücklegen. Die beiden legendären Pokémon Miraidon und Koraidon stehen direkt zu Beginn als fahrbarer beziehungsweise rennender Untersatz zur Seite und lassen sich im Laufe des Spiels noch verbessern. Gleiten, sprinten, schwimmen – nur richtiges Fliegen wäre noch schöner gewesen. Die praktischen Fortbewegungsmittel lenken aber leider nicht davon ab, dass Paldea oft ziemlich leer ist. Zwar gibt es ein paar Geheimnisse zu entdecken, aber Mini-Dungeons oder Rätsel sucht Ihr hier vergebens.

Viele Aspekte von Karmesin und Purpur sind ähnlich zwiespältig – für jedes Positiv gibt es ein Negativ. Städte sind bunt, abwechslungsreich und haben Charakter. Aber gleichzeitig sind die meisten Gebäude nur Fassaden und Menüs öffnen sich, wenn Ihr mit Ladentüren interagiert. NPCs sind sehr divers in Alter, Figur und Ethnie, aber kaum jemand hat etwas Interessantes zu sagen. Statt die Hintergrundgeschichte der Welt an den Unterricht in der zentralen Akademie zu koppeln, wären ein paar Unterhaltungen in besagter Welt, die über ”Schönes Wetter heute!” hinausgehen, wünschenswert gewesen. Immerhin überzeugen dafür ­zentrale ­Figuren wie die sympathische ­Rivalin Nemona.

Vorangegangene Pokémon-Spiele hatten einen roten Storyfaden mit der einen oder anderen Nebenquest, aber im Kern folgt Ihr in Karmesin und Purpur nun drei Handlungssträngen. Da wäre das altbekannte Herausfordern von Arenaleitern, aber ebenso könnt Ihr das Geheimnis der Titan-Pokémon lüften und Euch mit den Unruhestiftern von Team Star anlegen.

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Durandal
I, MANIAC
Durandal

Finde es jedefalls stark setzt die M! hier mal ein Zeichen bei der Wertung. Habe es selbst noch nicht gespielt, habe nach dem für mich miesen Arceus (hab’s durchgespielt) jedoch auch null Bock.

Tabby
Gast

Vielleicht sollte man einfach mal Bandai Namco einen Hauptableger machen lassen.
Für mich sind Pokémon Tekken und vor allem New Pokémon Snap die mit Abstand hübschesten Pokémon Spiele.

captain carot
I, MANIAC
captain carot

Meine Tochter hat sich das reduziert geholt und technisch war es teilweise gerade ohne Patch wirklich ne Unverschämtheit. Spielerisch sieht es dann halt deutlich positiver aus. Da macht es wohl einige Schritte in die richtige Richtung

Tabby
Gast

Grafisch konnte ich mich bisher eigentlich immer mit allen Pokémon Spielen arrangieren, obwohl auch schon Arceus in meinen Augen grenzwertig war.
Karmesin/Purpur war dahingehend aber schon eine Zumutung, auch wenn ich trotzdem wieder ne Menge Spaß mit hatte.
Ich bin mal gespannt, ob die Reihe auf dem Switch Nachfolger zumindest technisch nochmal die Kurve kriegt.

Rudi Ratlos
I, MANIAC
Rudi Ratlos

Nintendo & Gamefreak schauen auf die Verkaufszahlen und denken sich wahrscheinlich: Technische Probleme? Den Fans und uns doch egal, verkauft sich ja trotzdem wie blöde…