Sea of Solitude – im Test (PS4)

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Das hat sich das kleine Berliner Studio Jo-Mei sicher nicht träumen lassen: Indie-Prestigeprojekt des Branchen-Giganten EA. Eine gewisse Scheinheiligkeit kann man EA sicher vorwerfen, wenn eine so große Firma einerseits in sympathische Indie-Teams investiert, auf der anderen Seite aber eigene Marken nicht fortsetzt oder auf Mainstream bürstet. Glück für Sea of Solitude! Das spielerisch wenig anspruchsvolle Abenteuer besticht zwar in erster Linie durch Handlung und kreative visuelle Gestaltung, doch EAs Einfluss kann man sehen: wunderschöne, comichafte, polierte Grafik, ­keine Bugs und ein insgesamt sehr hochwertiges Erscheinungsbild.

Sea of Solitude hat eigentlich keine nennenswerte Spielmechanik – Ihr könnt hüpfen, laufen und Boot fahren, dazu kommen gescriptete Ereignisse innerhalb eines streng linearen Spielab­laufs. Erzählt wird die Geschichte der jungen Kay, die so gar nicht menschlich aussieht: Ihr Körper ist bedeckt von schwarzem Fell, ihre Augen leuchten in unheimlichen Rot. Per Boot schippert sie durch die Straßenschluchten einer überfluteten Stadt.

Der Wasserspiegel ändert sich während Eures Abenteuers, dadurch wird unterschiedlich viel von der Stadt preisgegeben. Die menschenleere Siedlung ist ein Symbol, spiegelt Kays seelischen Gemütszustand – so wechselt auch das Wetter von strahlendem Sonnenschein zu düsteren Regenwolken. Euer Boot ist eine Insel der Sicherheit – sobald Ihr Euch selbst in die Fluten wagt, lauft Ihr Gefahr, von im Wasser hausenden Monstern erwischt zu werden.

Auch an Land finden sich neben Sammelobjekten unheimliche Zeitgenossen, die verschiedene Aspekte von Kays Psyche darstellen und an das Persönlichkeitsmodell vom Inneren Team erinnern. Bekämpfen könnt Ihr die Monster nicht, Ihr flieht oder weicht aus und müsst letzten Endes lernen, mit ihnen zu leben.

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Warum ist wenig spielerischer gehalt immer ein Kritikpunkt ? Life is Strange 2 geht in die ähnliche Richtung trotzdem hat es eine spannende Geschichte. Es muss ja nicht immer joypad Akrobatik alla Sekiro sein.

Zum Spiel oben holen will ich’s mir auch aber nicht für 20 ocken.

SonicFanNerd
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SonicFanNerd

Mich schreckt ehrlich gesagt die doch recht gewöhnungsbedürftige englische Synchro mit fiesem deutschen Akzent etwas ab.
Hab einige Zeilen gehört und das ist (m. M. n.) schon recht grausig.
Interessant, dass diese hier von der Testerin als ein positiver Aspekt wahrgenommen wurde.
Zur “Verteidigung” der Synchro:
Ich weiß, dass es ein Indie-Studio ist und man sich aus Kostengründen nur für eine Synchro (und nicht mehrere) entschieden hat und diese eben auf englisch wegen dem internationalen Markt.
Und soviel ich weiß, haben die Mitarbeiter des Studios den Text selber eingesprochen und eben keine professionellen Synchronsprecher beauftragt.
Trotzdem reißt mich das irgendwie raus.

Bin hin und her gerissen, das Ding trotzdem zu kaufen, weil es wirklich ein fantastisches Art-Design hat und mir für gewöhnlich so narrative Spiele grundsätzlich zusagen.
Naja, es läuft ja zum Glück nicht weg. 🙂

Bort1978
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Bort1978

Echt cool, dass so ein feines Spiel hier in Berlin gemacht wurde. Wird auf jeden Fall bei Gelegentheit geholt. 🙂