ChrisKong

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  • als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1707180
    ChrisKongChrisKong
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    Es Kapitel 2

    Und sozusagen nahtlos geht es mit den Ereignissen weiter in der Fortsetzung zu Musciettis Version von Es. Dabei werden auch wieder Elemente aus dem Buch aufgegriffen, wie beispw. der Tod eines schwulen Einwohners von Derry. Aber während im Buch diese Ereignisse auch einen Kommentar über das Wegsehen der Menschen in Derry erlauben, wirkt das hier irgendwie hingeklatscht. Generell verlässt sich der Film, besonders im Finale, zu sehr auf seine Effekte. Das abstrakte Ende aus dem Buch mit dem Ritual von Chüd hätte man kaum so umsetzen können. Der gewählte Weg war aber irgendwie auch nicht so rund für meinen Geschmack. Es fühlt sich einfach eher so an, als hat man das Dilemma nicht richtig lösen können und es mit MCU-Formeln versucht. Die Horror-Effekte nutzen sich auch deutlich ab, der erste Teil war deutlich gruseliger aufgezogen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Pennywise eine Spur zu häufig auftaucht. Auch geht man seinem Mythos weniger auf den Grund und versucht mit der Indianer-Geschichte irgendwie einen Deus ex Machina zu kreieren. Dabei baut man einen netten Twist ein, den ich so akzeptiert und stark gefunden hätte, der aber keine zwei drei Dialogzeilen später wieder absolut entkräftet wird. Grad so, als wollte man künstlich die Spannung hochtreiben und dann doch wieder zum Daily Business zurückkehren. Dadurch schlingert der Film ein wenig in der Inkonsequenz hin und her. Das Auftauchen von Henry Bowers und seines untoten Begleiters ist leider auch so Wischi Waschi inszeniert. Vor dem Hintergrund fragt man sich schon, wie die Entscheidung gefällt wurde, was in den Film rein muss, was nicht. Während für mich der erste Teil als Film eigentlich recht gut funktioniert hatte, so muss ich sagen, wäre Teil 2 besser eine Serie mit mehreren Episoden geworden, um dem Stoff wirklich gerecht zu werden. Dann hätte man die Vergangenheit auch sinnvoller einbauen können, anstatt nur wieder kleine Karma-Meilensteine für die Charaktere hinzuzudichten. Es wäre absolut sinnvoll gewesen, jedem der Charaktere eine Episode zu widmen, denn einige kommen doch irgendwie zu kurz. King mengt immer sehr viel zu seinen Geschichten bei, das das Schicksal der Figuren sehr viel greifbarer macht. Dieses Mass an Authentizität ist wichtig, wenn es darum geht, Empathie für die Charaktere zu empfinden. Auch da tut sich der Film manchmal schwer, weil er auch da Momente streicht zu Lasten von mehr Show mit dem Clown.
    Was ich im Hinblick auf die Disc-Auswertung enttäuschend fand, war die Tonspur. Hat der Vorgänger mit sattem Druck und vielen tollen direktionalen Effekten geglänzt, wirkt die Abmischung hier absolut zu leise und unausgewogen. Ich finde dieses Missverhältnis krass. Insbesondere, da ich sogar noch gebeten wurde, lauter zu drehen, was sonst kaum je der Fall ist.
    Fazit: Schwächer als sein Vorgänger, mit guten neuen Darstellern und gelungenen Momenten, der sich im Finale aber irgendwie zu plump gibt und es nicht schafft, die Atmo zu verdichten, um dem Werk gerecht zu werden. Die ganzen Retro-Anspielungen sind zwar nett, finden aber keine sinnvolle Verwendung im Kontext der Geschichte. Einige Episoden hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Filmformat funktioniert für mich hier nicht so recht, weil ein Mittelteil irgendwie schwierig wäre ohne Höhepunkt, gleichwohl aber die Erzählung durch die ganzen Nebenschauplätze aber an Dimension gewinnen würde. Inszenatorisch nicht verkehrt und sicher auch unterhaltsam, die Schwächen sind hier vor allem konzeptioneller Natur.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1707179
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    Flatliners Remake

    Das Original hat natürlich den Innovationsbonus auf seiner Seite. Das kann das Remake natürlich nicht mehr leisten. Da das Thema immer nur sporadisch beackert wird, ist es gar nicht mal verkehrt, einen neuen Beitrag zum Thema Leben nach dem Tod zu haben, auch wenn dieser nun ein Remake eines Films ist. Seinerzeit durften Kiefer Sutherland und Julia Roberts sich den Nahtoderfahrungen hingeben. Sutherland hat im Remake gar eine Nebenrolle.
    In dieser Version sind es ebenfalls Medizinstudenten, die an sich selber experimentieren und den Tod künstlich herbeiführen, um zu sehen, was nach dem Tod kommt. Dabei ist die Motivation der einen Figur von einem tragischen Verlust geprägt. Diese Schuldgefühle entwickeln bei jedem der Teilnehmer nach der Nahtoderfahrung zusehends Manifestationen in der realen Welt. Oder doch nur alles Einbildung? Irgendwie wird diese Suche nach Vergebung aber zu sehr nach Filmformel abgearbeitet, wie Posten in einer Schnitzeljagd. So wirkt denn auch das Ende für mich weniger stark als das Original, auch wenn ich das schon länger nicht mehr gesehen habe. Werde es aber sicher nachholen, weil ichs mir im Zuge eines Neureleases kürzlich gekauft habe. Viel Neues addiert das Remake dem Thema nicht hinzu, aber die Darsteller können mich durchaus überzeugen. Passagen erinnern auch and Cronenbergs die Fliege oder Limitless, denn durch die berauschende Wirkung der Nahtoderfahrung scheint es in den Köpfen der Probanden rund zu gehen. Der Hinweis auf das schier unglaubliche Potenzial des Gehirns, wird aber nicht weiter unterfüttert. Mir wäre es hier lieber gewesen, man hätte die einzelnen Teile etwas sinniger miteinander verknüpft, etwa dass es einen Preis hat, wenn man mit dem Leben rumspielt. Die Auflösung hinterlässt irgendwie auch einen schalen Geschmack, weil es zu sehr auf dieses wir sind jetzt bessere Menschen Getue hinausläuft.
    Fazit: Interessanter Film, der gleichzeitig Remake und auch eine Variante des Themas ist. Spannend umgesetzt, wobei er sich zu oft auf Jump Scares verlässt, dafür den moralischen Unterbau vernachlässigt. Das Original gefiel mir besser, die Darsteller machen aber nicht den Unterschied, die sind hier passend besetzt.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1707178
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    Last Knight – Die Ritter des 7. Ordens

    Es erwartet den Zuschauer ein mit viel Pathos angereichertes Ritter-Abenteuer, das in einem fiktiven Midage-Setting spielt. Die Besetzung ist bewusst international gehalten, was auch absolut okay ist, da es hier ja nicht um die Abbildung realer Ereignisse geht und die Geschichte zeitlos dargestellt wird. Sie erinnert nicht von ungefähr an King Arthur, ebenfalls mit Clive Owen. Generell passt Owen halt ganz gut in ein solches Setting, da er die nötige Physis und Ausstrahlung mitbringt, um als Anführer einer Gruppe von Elitekriegern durchzugehen.
    Morgan Freeman spielt den Fürst Bartok, der sich gegen die Korruption und für seine Ehre entscheidet. Das wird ihm natürlich zum Verhängnis. Sein Commander sinnt darauf natürlich auf Rache, muss sich aber den Umständen beugen. Um des Schurken habhaft zu werden, sind vereinte Kräfte nötig, denn dieser hat sich in seiner Burg verschanzt, die uneinnehmbar scheint.
    Das ist alles ganz nett anzusehen, die Settings fand ich recht gut umgesetzt, ohne dass es GoT Wow-Effekte auslösen würde. Der Blutzoll ist nicht sehr hoch, die Schlachtengetümmel sind FSK 6 mMn. Die Gegenspieler dürfen auch ein wenig mehr zeigen als nur böse dreinschauen, aber nennenswert bleiben sie nicht in Erinnerung. Wer mit King Arthur seinen Spass hatte, und ich zähle mich da durchaus dazu, der wird hier mit mehr Material versorgt. Der Film ist weder ein Klassiker noch gehört er zu den aktuell besten Vertretern des Genres. Aber mit ein wenig zugedrückten Augen, kann man sich die Ritteraction schon geben, zumal es da auch nicht permanent Nachschub gibt, besonders nicht ohne Fantasy-Ingredienzen.
    Was den Filmtitel betrifft, naja, ausser dem 7. Orden – eine Art Musketiere – gibt es keine weiteren Orden, die man sehen würde. ^^

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1707177
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    Rebecca (Netflix)

    Rebecca ist ein Thriller mit vielen Schauwerten, der recht klassisch daherkommt. Eine junge Dame, die als Gesellschafterin einer älteren Frau dient, um so in der Welt rumzukommen, trifft auf den Weltenbummler Mr. DeWinter. Natürlich dauert es nicht lange, bis aus Faszination Liebe wird. Danach geht es ziemlich abrupt von der Ehe zum neuen Heim. Dort verhalten sich aber die Angestellten des Hauses typischerweise verdächtig. Was folgt ist ein Thriller mit div. Versatzstücken des Genres. Von besorgten Verwaltern, missgünstigen Haushälterinnen ist eigentlich fast alles vertreten. Der Film basiert auf einem Roman und oft wird man den Eindruck nicht los, dass vieles fehlt, zu stakkato-artig sind manche Entwicklungen. Darüber hinaus empfehlen sich sämtliche Darsteller für einen Film wie diesen. Speziell Armie Hammer darf einmal mehr zeigen, was er kann. Leider wird er mMn immer noch stark unterschätzt. Ich hätte mir seinerzeit auch eine Fortsetzung von UNCLE gewünscht, wo er Cavills russischen Gegenpart spielt. Eine grössere Reihe mit ihm in der Hauptrolle würde generell passen.
    Die wie schon erwähnten Schauwerte machen den Film auch ein wenig zum Genuss, er ist wirklich schön in Szene gesetzt. Inhaltlich ist er halt nicht grad originell, auch wenn er gerne so rüberkommen würde. Dafür wirkt mir aber einiges zu konstruiert, bezw. mahlen die Mühlen der Justiz am Ende gar zu schnell. Darum für mich jetzt auch kein Volltreffer, aber sicherlich auch keine Zeitverschwendung. Die gelungenen Anteile überwiegen mMn.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1707175
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    In My Skin

    England und sein “Skins-Problem”. Ich will gar nicht wissen, wie viele Filme zu diesem Thema ich schon gesehen habe, aber es waren schon einige. Oft findet man da sehr interessante Beiträge, die einen Blick in diese Subkultur gewähren, deren Wurzeln heute noch so aktuell sind wie bei ihrer Entstehung. Der Brexit ist da nur ein weiteres Symptom für das Integrations- und Immigrationsproblem des UK. Wo die Perspektiven trostlos und schlecht sind, dauert es oft nicht lange, bis sich kollektive Wut entlädt. Und die entlädt sich auf die Feindbilder, die verfügbar sind. So lässt sich der teils irrationale Hass vermutlich leichter erklären.
    Adewale Akinnuoye-Agbaje hat diesen Film nach eigenen Erfahrungen inszeniert und quasi seine Biografie drin verarbeitet. Leider fand ich auf die Schnelle jetzt nicht weiterführende Infos, wie viel davon Dramatisierung ist. Leider bietet die Bluray gerade mal den Trailer als Bonus. Das ist bei dem Thema einfach klar zu wenig. Zu gerne hätte ich vom Regisseur ein paar Statements gehört und weitergehende Einblicke erhalten.
    Enita wird als Baby von seinen Eltern weggeben in eine englische Pflegefamilie. Von da an ist er den Launen seiner Pflegemutter ausgesetzt, ebenso wie dem permanent vorhandenen Rassenhass in seiner Gegend. Auf seinem Pfad der Demütigung findet er auf Umwegen zu einer Gruppe Skins in Tilbury. Zu spät begreift er allerdings, dass er nur ein Objekt der Belustigung für die Gruppe darstellt und in der entscheidenden Szene fallen gelassen wird. Der Klappentext des Films ist wieder mal Zeugnis dafür, wie strunzdumm Verleiher ihre Werke zu verkaufen versuchen. Denn wie dort fälschlicherweise angegeben ist die Figur zu keinem Zeitpunkt ein Anführer einer Skins-Gruppe. Aber vermutlich hat man, anstatt sich den Film anzusehen, einfach aufgrund des Covers gemeint, die Geschichte zu kennen. Der Film befasst sich in erster Linie mit dem Abstieg der Figur. Das kann man ihm durchaus vorwerfen, denn der Kampf da raus wird weniger thematisiert, nicht so wie beispw. in American History X, den ich nach wie vor für den besten Beitrag in dieser Rubrik halte. Aber der Film hier hat div. starke Szenen und ich kann diese kleine Perle wirklich empfehlen, da er auch ein Themenbeitrag zu den Ursachen für soziales Elend in England ist. Der englische Milieufilm ist wie gesagt sehr gut aufgestellt und hier hat man einen weiteren lohnenswerten Beitrag. Alternativen dazu findet man in This is England und Hooligans, abseits der Skinsszene in Trainspotting und der Serie Skins, welche trotz des Namens nichts mit Skinheads zu tun hat, aber sehr wohl mit Jugendlichen, die ebenfalls nicht wirklich privilegiert sind.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706847
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    Out of Rosenheim

    Der statische Gegenentwurf zum Road Movie. Hier zieht die Strasse an den Menschen eines Diners vorüber. Mittendrin die Freundschaft zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Deutsche Ordnungsliebe trifft auf Amerikanisches Chaos. Marianne Sägebrecht spielt Jasmin, die ihrem Mann davongelaufen ist, ein Klischeebayer wie er im Buche steht. Bei Brenda, gespielt von CCH Pounder ist es umgekehrt, dort ist der Mann weggelaufen, denn Brenda kann übel launisch sein. Und so entwickelt sich die Beziehung der beiden Frauen auch nur recht zögerlich. Aber nach und nach tauen beide Frauen auf.
    Teile des Films wirken wie eine Bühneninszenierung, das Schauspiel trägt auch diesen Ton in diesen Momenten. Dazu passt auch die Figur von Jack Palance als Maler, der früher in Hollywood Bühnenbilder gemalt hat. Weitere skurrile Charaktere ergänzen das Ensemble. Irgendwie ist der Film Wes Anderson, before Wes Anderson. Hier ist Entschleunigung angesagt und ich nehm aus dem Film die Botschaft mit, dass die Welt ein Dorf ist und Familie sich finden kann. Er droht aber nie ins komplett Melancholische abzudriften, die heitere Note bleibt erhalten und es sind die kleinen Entdeckungen und Begegnungen, die den Reiz hier ausmachen. Quasi Culture Clash ohne Clash. Wer Andersons die Tiefseetaucher oder Hotel New Hampshire mit Jodie Foster mag, der ist hier nicht verkehrt. Dem Charme der Szenerie konnte ich mich gut über die Laufzeit hinweg hingeben.
    Kleine Anmerkung zur Bluray-Fassung. Ein grosser Teil der Szenen, gerade Aussenaufnahmen zeigen extrem starkes Korn, das wie ein Instagrammfilter wirkt. Dafür glänzen andere Aufnahmen mit einer tollen Schärfe. Insgesamt durchzogen. Der Ton ist aber eindeutig zu leise abgemischt. Wahlweise hat man hier auch eine amerikanisch bayrische Tonspur, nebst der deutschen Synchro.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706832
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    Die Echsen hatten ihre Zeit, überlebt haben nur die kleinen Varianten. Wohingegen sich der Affe zum Menschen zurückentwickelt hat und den Planeten nun dominiert. Soviel dazu. XD
    Nach Black Widow hat sowieso keiner geschrien. Wäre der im Zuge normaler Veröffentlichungen erschienen, ich hätte einen Flop prophezeit. Die Mainstory bei Marvel ist abgeschlossen, ob sich genug einfinden um diese Prequels und Epiloge zu sehen, wird sich zeigen. Davor führte ja alles irgendwie zusammen. Darauf hat man aufgebaut und zwar mit Erfolg. Vielleicht stürzt sich das Publikum aber jetzt auf jeden Kram nach soviel kinofreier Zeit. Kommt aber zuviel Aufgestautes gleichzeitig ins Kino, werden Filme wie Black Widow vermutlich verlieren.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706505
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    Sag bloss du fandest Godzilla besser als Kong Skull Island? Dann kann dir nicht mal mehr eine Atombombe helfen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706396
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    Und Godzilla vs Kong wird hoffentlich gut.

    Häh? Kong ist drin, das ist doch schon die halbe Miete! Klar, diese Kack-Depri-Echse zieht mit seinem ernsthaften Gedöns vermutlich wieder alle runter. Aber wird sicher ein Buddy-Movie werden letzten Endes. Alles andere als ein Teamup würde mich überraschen. Und wer würde schon nicht im Team Kong sein wollen? Das wird die Echse auch noch einsehen, und wenn mans ihr einprügeln muss. ^^

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706214
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    The Homesman

    Ein neuer Beitrag zum Western Genre, wieder einmal mit Tommy Lee Jones. Thematisch bereitet man den Western mal mit anderen Motiven auf. Hier geht es um Frauen, die psychische Störungen/Probleme haben und in eine sprechende Einrichtung gebracht werden sollen, um zu gesunden. Das wäre für sich genommen wirklich mal was Anderes, leider wirken die Frauen hier irgendwie nur wie Beiwerk, die halt auf dieser Reise durch den Wilden Westen betreut werden müssen. Wirklich viel macht man mMn nicht draus. Im Zentrum steht eine resolute Frau, Hillary Swank, die keinen Ehepartner findet, sich der beschwerlichen Reise annimmt. Leider entsteht auch zwischen ihr und Jones Figur nicht eine wirklich prickelnde Chemie. So plätschert die Handlung auch relativ gemütlich durch die Landschaft wie einer der Flüsse, die man sieht. Dramatische Höhepunkte wirken einfach nicht nach, fand die alle irgendwie kraftlos. Bleibt eigentlich nicht viel mehr als ein Landschaftsporno. Aber sogar das hat man auch schon besser gesehen.
    Bei den Darstellern hat man das Who is Who profilierter Darsteller gecastet. In Nebenrollen sind Meryl Streep, James Spader und Tim Blake Nelson sowie Jesse Plemons und John Lithgow zu sehen. Auch hier irgendwie vergebene Liebesmüh, wirkliche Akzente kann niemand setzen. Jones und Swank machen aber das Beste draus und können überzeugen, auch wenn Jones durchaus fragwürdige Momente hat, die fast schon peinlich wirken.
    Und so mäandert der Film zwischen thematischem Neuland und abgegriffenen Westernzitaten, findet dabei aber keinen richtigen Spannungsbogen. Angesichts der Darsteller hätte ich hier klar mehr erwartet. Scheinbar hat der Film sehr viel positive Resonanz erhalten. Teile diese Auffassung aber eher nicht.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706204
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    Southpaw

    Jake Gyllenhaal hat ein Näschen für die richtigen Filme. Schaut man in seine Filmografie, entdeckt man viele interessante Sachen. Er hat sich auch klammheimlich zum ernsthaften Darsteller gemausert, der hoffentlich bald mal mit den wichtigsten Darstellerpreisen geehrt wird. Verdient hätte er es allemal. In Southpaw wandelt er auf Stallones Spuren und darf seine Rocky Version zum Besten geben. Der Film macht eigentlich so gut wie nichts Unerwartbares, folgt streng den Genre-Regeln, vermag aber dennoch mitzureissen. Die Boxszenen sind ansprechend in Szene gesetzt, aber es ist und bleibt Gyllenhaals Charakter, der Höhen und Tiefen erlebt, die die ganze Faszination ausmachen. Unterstützt wird er dabei von einem guten Cast, Whitaker ist schon längst als Filmveredler bekannt. In der Rolle des Mentors kann er absolut überzeugen. Einige Felder werden leider nur angerissen. So ist denn auch meine grösste Kritik an dem Film, dass er vielleicht besser eine Nebengeschichte weggelassen hätte und in anderen noch mehr hätte erzählen können. Beispw. das Schicksal von Hopi, einem Jungen von der Strasse. Regisseur Fuqua verzettelt sich da ein wenig. Seine Stärke sind aber ohnehin die Darsteller zu guten Leistungen zu animieren, das fand ich schon bei Training Day.
    Fazit: Fans von Gyllenhaal schauen sowieso rein, wer Rocky und Co. mag und einen Streifen mit üblichen Sportlerklischees sucht, der wird hier fündig. Das elektrisierende Spiel der Darsteller und die guten Boxszenen lassen den Film klar über dem Durchschnitt schweben, handlungsmässig kann und tut er das nicht.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706203
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    Green Book

    Der Miss Daisy und ihr Chauffeur der Neuzeit. Ähnlich wie in dem Film mit Jessica Tandy und Morgan Freeman muss hier ein ungleiches Duo bei einem Road Trip voneinander lernen und was es heisst in der Haut des jeweils anderen zu stecken. Das ist zugegebenermassen nicht gerade innovativ und die Kritik wonach es bessere Beste Filme in seinem Erscheinungsjahr gegeben hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Somit mag manch einer mit eher negativen Gefühlen an den Oscar-Gewinner von 2019 rangegangen sein. Damit tut man dem Film aber absolut Unrecht. Dafür sorgt nicht zuletzt die brillante Performance der beiden Hauptdarsteller. Mortensen und Ali gehen förmlich auf in ihren Rollen und bringen die Dialoge glaubhaft und nuanciert rüber. Es macht einfach Spass beiden zuzusehen. Der Südstaaten-Rassismus wird immer wieder gestreift, nimmt aber nie richtig dramatische Züge an, wie in vergleichbaren Dramen. Nichtsdestotrotz wird diese unschöne Seite der Menschheit nicht ausgespart und das latente Vorhandensein thematisiert. Dabei macht die Figur Toni alsbald ähnliche Erfahrungen, denn nicht überall sind die Italiener beliebt. Die Heuchelei einer weissen elitären Gesellschaftsschicht, die Schwarze als Unterhalter akzeptiert (Musik, Sport), nicht aber als gleichwertig erachtet, wird auch in einem der zugespitzten Höhepunkte dargestellt. Hin und wieder schleicht sich aber auch Friede, Freude, Eierkuchen Mentalität ein. Historisch wirkt das halt hollywoodesk verwässert. Ob man das in einem Biopic soll, ist eine berechtigte Frage. Der Film startet denn auch mit dem Hinweis, inspired by. Also so genau nimmt mans da nicht. Aber seine versöhnliche Botschaft bringt der Film ins Ziel und die Inszenierung tut ihr Übriges, damit der Film sich Feelgood Movie of the year nennen darf. Ich hatte meinen Spass, als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema sind andere Filme vermutlich geeigneter. Road Movie mit Südstaaten Feeling und das Porträt einer speziellen Zweckgemeinschaft, die in Freundschaft umschlägt, unter dieser Prämisse weiss der Film vollauf zu genügen.

    als Antwort auf: Smalltalk #1706016
    ChrisKongChrisKong
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    @Lofwyr

    Sry, aber Anschläge gabs sehr wohl, hier der prominenteste:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenanschlag_auf_das_Murrah_Federal_Building_in_Oklahoma_City

    Stammt genau aus der Ecke, aus der auch die ganzen Milizen usw. stammen.
    Und warum soll Entwaffnung nix bringen? Wer sagt dir denn, dass es ohne nicht noch viel mehr davon gegeben hätte in den fraglichen Ländern? Je stärker die Verbreitung, je lascher die Gesetze, je mehr Unzufriedenheit in der Bevölkerung, desto grösser die Wahrscheinlichkeit von Anschlägen, Amokläufen usw. Amokläufe sind mMn eigentlich auch nichts weiter als das. Denn oft gehen die Täter sehr vorbereitet vor und nicht wie bei einer Affekthandlung. Und dafür nenn ich jetzt keine Beispiele, weil die US and A da jedes Jahr gleich mehrere liefern und das nonstop.

    Frag mich gerade echt, wie du zu so einer Fehleinschätzung kommst. Ich vermute mal, du meinst die neu entstandene Trumpanhängerschaft. Aber auch da, was in Charlottesville passiert ist, ist auch darauf zurückzuführen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1706015
    ChrisKongChrisKong
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    Bloodshot

    Vin Diesel darf sich endlich mal in Persona an einem Comicheld versuchen. Er spielt Blutschuss, einen Special Tactics Super Marine Seal irgend nochwas. Start ist in Kenia, wobei gleich auffällt, dass man nur böse Araber sieht. Aber das scheint sowieso nur einfach total random zu sein. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, als Blutschuss gefangen wird nach dieser Aktion und getötet wird. In der Folge davon wird er Robocop-mässig reaktiviert und verbessert auf die Menschheit losgelassen.

    Blattschuss

    Vin Diesel in einen solch testosterongeschwängerten Film zu stecken, ist absolut sinnig. Diesel mag zwar kein sympathischer Zeitgenosse in echt sein, aber für solche Filme verfügt er über ein spezielles Charisma, das auch seinen Erfolg erklärt. Er ist auch einer der wenigen, der wirklich über eine Physis verfügt, die nicht in einem Kostüm versteckt werden muss.

    Zuschuss

    Der Rest des Casts kann leider absolut nicht glänzen, dafür bietet der Film null Gelegenheit. Guy Pearce spielt wieder mal einen Indistruiellen – Iron Man 3 lässt grüssen – und auch mit Erinnerungen – Memento grüsst ebenfalls. Daneben kommen Handlanger ins Spiel, die von Doc Octopus und dgl. inspiriert scheinen, nennenswert ist keiner davon.

    Schuss-elig

    Der Film bedient sich wo er nur kann (Blade 2) ist aber so unterwältigend in allem, was er versucht, dass man einfach nicht warm wird damit. Alles wird so eilig nach Checkliste abgearbeitet, als wollte der Drehbuchautor einfach nur noch fertig werden damit. So fehlt es auch an den Momenten im Film, die etwas mehr Fleisch an den Knochen gebracht hätten. Von all den Superhero-Streifen, die ich seit der grossen MCU Welle gesehen habe, ist das so ziemlich einer der schwächsten Vertreter, langweiliger hätte man das kaum machen können. Ja, sogar Venom ist besser. Das führt unterm Strich zu folgendem Fazit:

    Schuss in den Ofen

    als Antwort auf: Smalltalk #1705979
    ChrisKongChrisKong
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    Wie wollen die denn noch radikaler werden? Lynchmob, der durch die Strassen tigert? In den USA müsste mal eine grosse Entwaffnung stattfinden.

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