ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerShadow
Zhang Yimous zweitneuester Film ist sicher nicht sein stärkster. Wieder entfesselt er einen beeindruckenden Bilderreigen und allein da kommt der Connaisseur auf seine Kosten. Leider ist das aber auch schon die wesentliche Stärke. Die Geschichte gefällt mir als solches auch recht gut, aber im Vortrag sind wieder einmal zu viel Erklärung und zu viel schlechtes Schauspiel enthalten. Hier kann ich für einmal nicht wirklich darüber hinwegsehen. Das ist in so vielen vergleichbaren Filmen einfach besser. Einige der Darsteller sind einfach wirklich mies und ziehen den Streifen klar runter. Mimik ja, aber zum Teil werden da wieder Grimassen gerissen, die einfach nur peinlich und unfreiwillig komisch wirken. Da der Film auch eine sehr poetische Komponente enthält und die Kampfszenen wie ein schön choreografiertes Ballett wirken, reisst einem das komplett aus der Immersion raus.
Gegen Ende offenbart sich, dass nicht jeder mit offenen Karten gespielt hat. Leider sind die Twists nicht nur erwartbar, sondern werden auch noch zu Tode erklärt. Hier fühlt es sich so an, als könne man dem Zuschauer nicht zumuten, eigene Gedanken anzustrengen. Und diese bevormundende Erzählweise gefällt mir nicht wirklich.
Auf der Habenseite hat er ein paar sehr nette Einfälle und eine brillante Optik. Fans solcher Hong Kong Epen dürften sich gut aufgehoben fühlen. Ich hoffe, dass Yimou wieder zu alter Stärke zurückfindet und ein besserer Cast zur Verfügung steht. Dann dürfte es mit der Kinomagie sicher wieder besser klappen.
ChrisKongTeilnehmerThe Wave
The Wave, die Welle. Eine Welle scheint auch den Drehbuchautor erfasst zu haben, der auf dieser geritten ist und gleich noch Life is strange, Ey Mann wo ist mein Auto und Butterfly Effect mitgenommen hat, ehe es ihn an den Strand gespült hat. John Dies at the End scheint auch eine Inspiration gewesen zu sein. Um was gehts? Die von Justin Long verkörperte Figur soll kurz vor einer wichtigen Präsentation mit seinem Arbeitskumpel feiern. Aus der anfänglichen Weigerung, wird dank seiner eher abtörnenden Beziehung schnell in den Partymodus gewechselt. Dabei konsumiert er eine neue Droge, die in einem Hang Over endet. Ab diesem Zeitpunkt scheint er immer wieder schluckaufartige Trips durchleben, springt willkürlich in der Zeit hin und her, um am Ende ein besserer Mensch zu werden. So gesehen könnte die Botschaft lauten, konsumiert Drogen, trefft bessere Entscheidungen.
Da diese Trips so interessant wie auch beliebig sind, umgeht man auch das Problem, dass man eine Logik hinterfragen könnte. Das Ende erinnert dann noch an Donnie Darko. Es kommt mir so vor, als hätte man sich bei diesen ganzen Filmen und Spielen bedient, als wäre es ein Bonbonladen. Und wie das so ist, wenn man wild durcheinander frisst, wird einem schnell mal schlecht. Das bleibt hier zwar aus, aber so wirklich befriedigend lässt mich der Film nicht zurück. Er will ein Puzzle aufgleisen im Stil von 11:14 – der wie alle erwähnten Referenzen besser ist als dieser Film – aber so richtig zünden will das bei mir nicht. Kann aber gut sein, dass andere das total geilen Scheiss finden. Einige Sequenzen sind aber wirklich sehr schön in Szene gesetzt, wozu auch der Score seinen Beitrag leistet.
ChrisKongTeilnehmerGangland
War mir vor dem Mediabook Release nicht bekannt. Jim Belushi spielt für einmal nicht den Good Guy, sondern einen schmierigen korrupten Cop, der zusammen mit seinem Partner, gespielt von Tupac, abkassiert. Das geht auch gut, bis ein verdeckter Ermittler zu den Opfern des Duos gehört. In der Folge versuchen sie den Mord jemand anderem anzuhängen. Wie gut, dass grad ein Penner verfügbar ist – kaum wiederzuerkennen Dennis Quaid. Zeugen werden unter Druck gesetzt, Beweise gefälscht, alles aus Vic Mackeys Handbuch für kriminelle Cops.
Der Film hat mMn ein Identitätsproblem. Er weiss nicht, was er genau will und wie er es rüberbringen soll. Einige Passagen wirken wie eine Buddy-Comedy, was sich mit anderen wieder klar beisst. Die Geschichte um Quaids Figur wirkt auch so dazukonstruiert. Wirkliche Sympathieträger werden nicht aufgebaut. Für ein Drama fehlt es aber auch an vielem. Da fallen einem gleich reihenweise bessere Filme ein. Belushi macht einen guten Job, ich glaube nur, dass das Publikum ihn nicht in solchen Rollen sehen wollte.
Der Titel ist auch so eine Mogelpackung, mit Gangs hat das Ganze recht wenig zu tun. Colors – Farben der Gewalt setzt sich stärker mit dem Umfeld der Cops auseinander. Hier wird nur auf die Cops selber fokussiert und Dennis Quaids Figur.
Die Bildqualität der Bluray ist wirklich sehr gut, das Mediabook ist schön gestaltet. Inhaltlich hat mich der Film nicht aus den Socken gehauen, langweilig war er aber nicht.
ChrisKongTeilnehmerLaschet die Wahlen beginnen.
ChrisKongTeilnehmerFatal Beauty
Ein 80ies Buddy-Movie Film im weitesten Sinn, der seinerzeit an mir vorbeigegangen ist und über den ich auch sonst irgendwie nicht gestolpert bin. Whoopy spielt einen schnoddrigen Cop, der nach allen Regeln der Kunst Verbrechern und Vorgesetzten gleichermassen auf den Wecker fällt. Alexandra Foley könnte man sagen. Der Buddy in dem Fall steht auf der anderen Seite und gehört zum Beschützer Team eines Grosskriminellen. Gespielt wird er von Sam Eliott. Und dieser Film beweist einmal mehr, dass Sam Eliott eine Karriere zum Vergessen hatte. Ausstrahlung und Charisma sind im Übermass vorhanden, aber irgendwie konnte das nie in Starpower umgemünzt werden. Er hätte meiner Meinung nach bessere Rollen insgesamt verdient gehabt.
Whoopy fand ich in anderen Filmen dafür auch schon besser. Die Chemie zwischen beiden funktioniert nicht schlecht, aber ihre Rolle versprüht nicht denselben Charme wie der Beverly Hills Cop.
Auf der Gegenseite hat man einfach die üblichen Klischees versammelt, die nicht weiter nennenswert sind. Schade, denn mit Brad Dourif war ja ein erstklassiger Darsteller vorhanden und auch Harris Yullin hätte mehr Screentime brauchen können.
Untermalt wird das ganze von Harold Faltermeyers Musik, was den 80ies Vibe noch mehr verstärkt, als es die Klamotten und Frisuren ohnehin schon tun.
Fazit: Gibt in dem Segment Besseres. Einige Dialoge sind recht pointiert, respektive werden sie auch gut vorgetragen, aber wirkliche Alleinstellungsmerkmale hat der Film als solches nicht. Für Fans ähnlicher Filme, die mit den Alternativen aber oft besser fahren.
ChrisKongTeilnehmerhttps://www.maniac.de/news/playdate-kurioses-handheld-mit-kurbelcontroller-angekuendigt/
Auf der Hauptseite die News dazu. Datiert Ende Mai 2019. Vermute dann wirds in der Juni Ausgabe 19 dringewesen sein.
ChrisKongTeilnehmerIn der MGames wurde das nur als kleine Kurzmeldung gebracht, soweit ich mich erinnern kann. Ich vermute mal, dass es nicht beschafft oder getestet wurde von der Redaktion, allenfalls bei einem der Redakteure privat gelandet ist.
ChrisKongTeilnehmerGretel und Hänsel
Ein Bastard aus Mandy und Blair Witch Project. Man könnte es zumindest meinen. Auf der Verpackung wird noch gepriesen, dass es sich hier um einen der besten Horrorfilme der letzten Zeit handelt. Naja, auf diese Werbung geb ich nichts, aber er ist auch absolut kein Horrorfilm. Er schreit an jeder Ecke Arthouse und kann schon diesem Genre zugeordnet werden, sofern man das als Genre überhaupt definieren will. Leider macht er etwas, das ich bei der Art Film gar nicht mag. Er ist zu geschwätzig. Die dauernden Off-Kommentare von Gretel stören mMn die Immersion erheblich. Der Film kriegt irgendwie nie den nötigen Drall hin, damit ich mich auf ihn einlasse. Damit unterminiert er seine frischen Ansätze mit der Inszenierung. Eine Sogwirkung entsteht nicht, was ich im Mindesten gehofft hatte. Die Versuche den Zuschauer an die Hand zu nehmen finde ich schlicht überflüssig. Das Ende macht es leider auch nicht besser, weil er da irgendwie wie der Versuch wirkt, den Bogen zu einem Horrorfilm hin zu spannen, was er die ganze Zeit davor nicht wirklich geschafft hat. Der Sound wirkt auch, als wären da Fans von Stranger Things am Werk gewesen. Thematisch hat das hier mMn nicht gepasst. Es wirkte nie verstörend, nur unpassend. Die darin vorkommenden Themen werden in anderen Werken auch besser aufbereitet wie von Triers Antichrist, Suspiria usw. So gesehen funktioniert der Film für mich in keiner seiner Disziplinen, die er versucht zu meistern. Ist aber kein Beinbruch, ein paar Pluspunkte hat der Film durchaus, gespielt ist er recht gut und die Bilder sind auch sehr schön eingefangen. Inhaltlich und inszenatorisch ist er aber ein eher schales Wässerchen, das mich zumindest nicht zu einer weiteren Sichtung bewegen wird.
ChrisKongTeilnehmer@Kaoru Welcome Back
Dark Angel
Die 80ies lassen sich wohl sehr gut als Mediabooks vermarkten. Mittlerweile gibt es eine recht grosse Zahl an Anbietern und Mediabooks, die gefühlt jeden Actioner aus der Ära wieder aufleben lassen. Naturgemäss heisst das 90 Minuten Unterhaltung mit klar verteilten Rollen und Abläufen. So auch hier. Dolph Lundgren hat natürlich ein wenig Stress mit der Freundin, weil er seinen Job zu ernst nimmt. Er schiesst natürlich bei der Arbeit übers Ziel hinaus und wird vom Chef verwarnt. Er kriegt einen Partner, den er nicht will, rauft sich sehr spät mit ihm zusammen und wenn er den Schurken kalt macht, wandert noch ein lässiger Spruch über die Lippen. Der Schauspieler Benben erinnert vom Typ her stark an Benben Stiller. ? Die Idee mit dem galaktischen Drogendealer ist mal eine Abwechslung und seine Killerwaffen sind es auch. Das hebt ihn zumindest ein wenig ab. Ansonsten ist es wirklich der absolut prototypsche 80er Jahre Actionstreifen, wo die Konsequenz der Handlungen am Ende Rehabilitation und ein Urlaub bedeutet. FBI Chef abgeknallt? Who cares? War ja eh ein Gesichtsarsch. Wer mit diesen Zutaten dealen kann oder den Film eh schon kannte, das Mediabook finde ich da schon gelungen. Mit modernen Sehgewohnheiten hat der Film aber nichts mehr gemein.
ChrisKongTeilnehmerDu nimmst die Aussagen für voll? Die meisten Künstler, sehen sich ja selber eher überkritisch und für mich klingt das genauso. Ganz unabhängig davon, wie man das Resultat beurteilt. Aber erzähl mal vom umgekehrten Fall, wo einer sagt, ich hab das so und so gemacht, weil ich das perfekt kann.
ChrisKongTeilnehmerDer Fall Richard Jewell
Wo andere im hohen Alter ihre Rente geniessen oder versuchen nicht zu sabbern beim Essen, dreht Eastwood weiter munter Filme. Man kann da schon von einer Ausnahmeerscheinung sprechen. Der Film wurde im Vorfeld gelobt insbesondere auch die Leistung des Hauptdarstellers. Er kam mir gleich bekannt vor, hatte ihn schon in I Tonya gesehen. Witzigerweise spielt er dort eine nicht ganz unähnliche Figur, die sich wünscht, sie wäre eine grosse Nr. im Machtgefüge der überwachenden Behörde. Was in dem einen Film aber eher wie eine Reallife Satire angelegt ist, kommt hier nüchtern als das Porträt eines Menschen mit Schwächen rüber. Paul Walter Hauser gelingt es, sich abseits der Klischees zu behaupten und zeichnet ein sehr feinsinniges Bild dieser Figur. Ohnehin ist das ein Do or Die Kriterium bei diesem Film. Nimmt man den Charakter nur als Karikatur eines Rust-Belt-Trump-Wählers-der-enttäuscht-feststellen-muss,-dass-ihn-die-Gesellschaft-aussortiert-hat wahr, dann geht der ganze Film baden. Und genau das macht ihn meiner Meinung nach so lohnenswert, weil er diese Hürden wirklich umschifft. Hauser hat dabei die Unterstützung von gestandenen Darstellern wie Rockwell, Bates und Hamm.
Eastwood seinerseits versucht nicht plump seine Botschaft zu verkaufen und fährt ein sehr gemächliches Tempo, was der Entwicklung der Charaktere zu Gute kommt. Allerdings kann man auch Kritik anbringen, früh und klar Stellung zu beziehen. Eastwood versucht ferner nicht, den Zuschauer zu entlarven, ihn in die Rolle des Anklägers zu drücken und dessen Vorurteile zu bewirtschaften. Das wäre ein gut vorstellbarer Weg gewesen, die Geschichte zu erzählen. Und manch ein Regisseur wäre sicher versucht gewesen, genau dies zu tun. Dafür bringt er deutliche Kritik an den Medien und Behörden an, die eine Hetzjagd auf diese Person veranstalten und dabei bewusst Kollateralschäden in Kauf nehmen. Sicherlich mag es im Naturell von Eastwood als strammem Republikaner liegen, da eine dicke Portion Skepsis gegenüber Medien und Staat einzubauen, gleichzeitig verherrlicht er aber auch nicht die Merkmale, die einen streng konservativen Teil der Bevölkerung auszeichnen. Ich verstehe seinen Ansatz so, dass er versucht Verständnis für das Verhalten von Jewell aufzubringen, das zum einen sehr devot gegenüber Behörden scheint, zum anderen aber nachvollziehbar macht, warum er so reagiert, wie er es eben tut. Letztlich versucht auch Jewell nur seinen amerikanischen Traum zu leben, auch wenn er damit immer wieder scheitert. Rockwells Figur des Anwalts ist dabei die Rolle des Mentors und Coachs zugleich zugefallen. Er stellt quasi den Weckruf dar, damit Richard aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Das ist denn auch eine der stärksten Szenen im Film, wenn Jewell sich endlich anfängt zu wehren.
Von Aussen betrachtet ist es ein gewöhnliches Biopic eines ungewöhnlichen Menschen. Aber vielleicht liegt genau da wieder die Stärke von Eastwood. Er veranstaltet keinen Budenzauber und ist ein Actors-Director, was die Darstellungen in seinen Filmen regelmässig belegen, so auch hier.
Wer sich von der eher konservativen Inszenierung nicht abschrecken lässt und mit Filmen wie Flight mit Denzel Washington oder auch Eastwoods anderem ähnlich gelagerten Film Sully was anzufangen weiss, der dürfte hier genau richtig sein. Die Darstellerleistungen allein machen diesen Film einfach sehenswert.
ChrisKongTeilnehmerClimax
Gaspar Noe dürften manche als Regisseur des “Skandalfilms” Irreversible kennen. Ob der Film damals wirklich Tabus gebrochen hat, sei mal dahingestellt, aber der Presse hat es als Aufhänger gereicht. Ein Meisterwerk fand ich das nicht, aber es war sicher mal etwas abseits des üblichen Arthouse.
Umso gespannter war ich auf Climax, der im Vorfeld kontroverse Kritiken bekam. Das ist denn auch der grosse Pluspunkt des Films, egal, was man vom Resultat hält, aber man kann schwer verleugnen, dass er es schafft, eine spezielle Atmosphäre zu erschaffen. Die Energie eines Tanzes wird sehr speziell eingefangen und ist ein wenig wie der Ozean, in dem die Akteure und Aktricen schwimmen. Zu Beginn ist alles anmutig, elegant, wandelt sich aber zusehends in ein anarchisches Tohuwabohu. Und mit dem Grad der Eskalation fallen auch sämtliche Hemmungen. Alles, was bislang unter der Oberfläche lag, tritt ans Licht, mit fatalen Konsequenzen. Die Motivation der Charaktere wird nicht immer fein gezeichnet, aber es wird klar, dass diese Zweckgemeinschaft ohne ihr verbindendes Element auseinanderbricht. Was als Feier nach einer gelungenen Probe beginnt, wird nach der Beigabe von Drogen in den Kollektiv-Sangria schnell zu einem von Trieben und Begierden gesteuerten Mob, der völlig entfesselt agiert. Noe gelingt es recht gut diesen Drogenrausch umzusetzen, auch wenn es gegen Ende anstrengend wird. Aber das ist Absicht. Zuletzt windet sich die Kamera wie die ganzen Opfer, ehe das böse Erwachen erfolgt.
Dazwischen streut Noe Zitate ein, vielleicht als Hinweise in welche Richtung er selber denkt. Klar ist auch, dass er den Zuschauer in die Rolle des Voyeurs drängt. Faszination und Ekel wechseln sich ab. Dadurch wirken die unangenehmen Momente umso stärker.
In der Summe ein filmisches Experiment, das für mich gut aufgegangen ist. Aber die Schwelle zum Punkt, bei dem mir nur Kopfschütteln bleibt, ist ein schmaler. Da muss jeder selber rausfinden, ob er dafür empfänglich ist oder nicht. Ich formuliers mal so, wenn einem das Remake von Suspiria mit Tilda Swinton zusagt, könnte man auch an diesem Bilderreigen seinen Gefallen finden, eine Garantie ist das aber nicht.
ChrisKongTeilnehmerKomisch, ich finde Dark Souls vermutlich gerade stilistisch so gut, weil es eben nicht so japanisch daherkommt, wie die ganzen unzähligen von Esoterik geprägten Machwerke namhafter Entwickler wie Square, Atlus und Co.
Ob man darüber diskutieren kann, wie sehr ein Konzept dahinter steckt, ja sicherlich, aber es ist wie mit Arthaus, ohne Kenntnisse, die der Urheber einbringt, gibt es genau soviel zurück, wie man mitbringt. Im Unterschied zu einer komplett auserzählten Welt, regt diese hier auch einfach die Fantasie an. Und das ist in einem visuell stark geprägtem Medium doch eine Kunst. Normalerweise denkt man, bleibt das Büchern vorenthalten. Aber wenn Dark Souls sowas wie ein Buch wäre, dann wären die fragmentarischen Hinweise sowas wie die Kurzfassung oder Einleitung eines Kapitels, den Rest kann man sich selber zusammenfantasieren.
Schade lässt du dich vom Schwierigkeitsgrad abhalten, aber in der Summe investierst du halt auch nicht mehr Zeit als in ein Assassins Creed, nur dass hier sicher das Belohnungsgefühl grösser ist.
ChrisKongTeilnehmerParanza – Clan der Kinder
Neapel, die Heimat der Camorra. Und mittendrin ein Pulk desillusionierter Jugendlicher, die nicht wissen wohin mit ihrer Energie. Der “Karriereweg” des jungen Nico scheint vorgezeichnet zu sein. Es heisst fressen oder gefressen werden. Wir begleiten ihn Schritt für Schritt dabei auf den Weg zum Gangster. Erst wird gedealt, dann eine Waffe beschafft und unliebsame Konkurrenten vertrieben. Es dauert nicht lang, bis zum ersten Mord und dem Erweitern des Machtanspruchs. Während Henry Hill in Good Fellas jedoch erwachsen ist, ehe sein Abstieg beginnt, ist Nico gerade mal 15 Jahre alt. Nachdem ein gewisser Punkt überschritten ist, werden Freunde zu Feinden und tragische Ereignisse kommen selten allein.
Das Setting ist in Italien beheimatet, könnte aber genauso gut in den Favelas von Brasilien spielen, in den Banlieus von Paris oder schlicht überall dort, wo Jugendliche und Kinder keine Perspektive haben und darum anfällig für die schnelle Verlockung von Ruhm und Macht werden.
Das ist zum grossen Teil stark umgesetzt und gespielt. Die Jugendlichen benehmen sich auch wie solche und geben den Gernegross. Erinnerungen an Clarks “Kids” werden wach. Das Ende ist recht abrupt, entfaltet leider nicht ganz die Wucht, die es verdient hätte. Ich kann das nur auf inszenatorische Defizite zurückführen. So interessant ich den Film insgesamt fand, so richtig gepackt hat er mich dann doch nicht. Meirelles hat mit City of God seinerzeit die Messlatte enorm hoch gelegt und ist für mich sozusagen der Goldstandard. Daran schrammt Paranza klar vorbei. Trotzdem ein sehenswerter Film, der ein aktuelles Problem aufs Tapet bringt. Stellvertretend für alle Jugendlichen, welche sich kriminell verdingen, in einen Djihad aufbrechen oder sonstigen Versprechungen hingeben, zeigt das Schicksal der Hauptfiguren auf, wohin dieser Weg führt und dass ohne Hilfe der Gesellschaft die Jugend dieser Kinder für immer verloren ist. Der Film basiert auf einem Roman und dessen Autor machte die Aussage, dass, wenn Jugendliche kriminell werden, es nicht deren alleinige Schuld ist, sein kann. Der Fingerzeig ist klar und auch die Richtung in die er weist. Die Politik muss endlich ihre Verantwortung übernehmen und diese Probleme angehen. Wer Alternativen sucht, wird mit La Haine mit Vincent Cassel oder in Fernando Meirelles City of God fündig.
ChrisKongTeilnehmerParanoia
Um Überwachung geht es hier nur sekundär und ist nur Mittel zum Zweck. Auf gegenüberliegenden Seiten agieren abermals Harrison Ford und Gary Oldman (Air Force One). Ford kommt zwar erst recht spät ins Spiel, was ich nicht so gelungen fand. So ist das Hin und Her des Protagonisten, dargestellt von Hemsworth – Liam, nicht Chris oder der andere, hab den Überblick verloren – nicht grade spannend umgesetzt. Dazu kommt eine aufgesetzte Love Story, die wie ein Filmklischee inkl. der Dialoge runtergenudelt wird.
So als Thriller kann oder besser muss man wirklich ein paar Augen zudrücken. Im Grunde macht er halt auch nicht viel anders, als div. andere Streifen des Genres, in dem Konzerne agieren als wäre die Welt ein Selbstbedienungsladen. Aktuellere Filme wie the Circle mit Tom Hanks, aber auch ältere Produktionen wie Start Up, Staatsfeind Nr. 1, Im Netz usw. bedienen dabei das Schema der Allmacht dank Technologie und mittendrin Mr. Nobody, der seinen Platz sucht. Hier schlittert der Protagonist nicht wirklich durch die Umstände rein, sondern macht wie in 21 (der Hipster-Vegas-Flic) freiwillig mit und benimmt sich wie ein Arschloch, der es nicht besser verdient. Die Figur seines Vaters, gespielt von Richard Dreyfuss, soll ihn ein wenig erden, was seine späteren Entscheidungen erst recht fragwürdig erscheinen lässt. Weitere Stereotypen wie der Fixer des Unternehmens und die allwissende Erfüllungsgehilfin sind natürlich auch mit an Bord.
Das Alles hätte man durchaus frischer präsentieren können. An den Darstellern liegt es nicht. Man kriegt nur nichts, dass man nicht schon irgendwie besser gesehen hätte. Mit vergleichbaren Klassikern des Spannungskinos in dem Bereich wie etwa die Firma mit Tom Cruise oder Disclosure mit Demi Moore und Michael Douglas kann Paranoia nicht mithalten. Allerdings ist der Film auch nicht so mies, wie er teilweise dargestellt wurde. Dank Ford und Oldman knapp über Mittelmass, meiner Meinung nach. -
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