ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerDont look up! (Netflix)
Adam McKay, dem wir Vice verdanken, fühlt sich weiter der Satire verpflichtet. Wieder stösst er weit in präsidiale Kreise und verwendet dabei ein fiktives Szenario. Irgendwie mag ich solche Experimente einerseits, andererseits frage ich mich auch, warum brauchts dafür noch Fiktion? Die Realität ist zuweilen haarsträubender und den generellen Vorwurf, den Wolfgang Schmitt in seinen Youtube-Filmanalyse-Clips äussert, wonach Hollywood sich nichts traut aktuell zu kommentieren, kann man nur als gültig erachten. So kommt der Film eher einer filmischen Nachbetrachtung gleich. Mich hat er streckenweise an einen Lieblingsfilm von mir erinnert, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist, an Wag the Dog. McKay übertreibt es aber an einigen Stellen und driftet ein wenig zu stark in die Übertreibung ab. Jennifer Lawrence ist hier sogar recht erträglich, die Show gehört aber DiCaprio, der tatsächlich beide Seiten seines Charakters zur Geltung bringt. Einerseits die Unsicherheit und Unfähigkeit Inhalte zu vermitteln oder sagen wir besser zu verkaufen und andererseits seine Wut und Verzweiflung, als er merkt, dass es nichts fruchtet. Gut, da spielt DiCaprio gar nicht mehr sondern steht voll im Fridays for Future Saft. Natürlich ist die herannahende Katastrophe in Form eines Kometen eine Allegorie auf den Klimawandel und die Parole Dont look up! der Präsidenten-Befürworter stellvertretend für die Ignoranz der Faktenleugner.
Weiter darf man Mark Rylance in einer Mischung aus Epstein, Steve Jobs, Elon Musk, Jeff Bezos und Michael Jackson bewundern. Wirkt richtig creepy. Zwar auf eine surreale Art und auch eher wie ein Kasper, aber leider sind die realen Bezüge zu ernst und eindringlich formuliert. Leider, so muss man sagen, ist die Trump-Regierung ein Buffet der Unzulänglichkeiten und McKay bedient sich an sehr vielen Themen, sogar Black Lives Matter kriegt seine Momente zugesprochen. Das ist es denn auch, was den Film für mich etwas schwächer als Vice macht. Er will zu viel und die dramaturgische Fokussierung verliert sich im Mittelteil immer mal wieder.
Man kann aber auch die generelle Message des Films darauf eindampfen, dass es einen neuen/alten Krieg gibt, den Krieg der Fakten gegen Fakenews. Die Trump-Regierung stand exemplarisch auf allen Ebenen genau dafür und deren Auswüchse wirken immer noch lange nach. Das Thema ist aktueller denn je. Trotzdem, wo waren diese Filme während der Trump-Ära? Vielleicht nimmt man sich diesem Hollywood-Opportunismus auch mal in filmischer Form an, nötig wäre es.
Guter Film, der aber nicht ganz mit den besten seines Fachs mithalten kann. Dafür ist der Humor an vielen Stellen etwas flach und auf einen wenig nachhaltigen Lacheffekt hinauslaufend. Er will natürlich eine Art intelligenten Humor vermitteln, verlässt die Komfortzone aber selten. Dahingegen kommt ein Film wie Idiocrazy reichlich dümmlich daher, ist aber in seinen Aussagen auf Augenhöhe. Versucht aber nicht Humor mit dem Label nur für Intellektuelle zu sein.
In weiteren Nebenrollen sind Meryl Streep als Präsidentin und Jonah Hill als ihr Sohn zu sehen. Beide machen ihre Sache gut und stehen ihren Vorbildern in nichts nach. Cate Blanchett und Timothee Chalameet sind nice to have, wobei Blanchetts Figur eindeutig zu viel direkten Einsitz in Besprechungen nimmt, was unglaubwürdig wirkt und auch nicht passt. Von Rob Morgan als Dr. Oglethorp hätte man mehr sehen sollen, was sich gerade im Schlussgang bemerkbar macht, wenn er ein paar gute Szenen hat.
Anschauen und Lachen, auch wenn es mal im Halse stecken bleibt. Vielleicht der beste Film, den Netflix dieses Jahr gebracht hat.
ChrisKongTeilnehmerPower of the Dog (Netflix)
Scheint als würden die Kritiker Jane Champions Film, für den sie den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig erhielt, weitestgehend feiern und mit seinen zahlreichen Nominationen dürfte er sicher auch bei den Oscars der Netflix Film mit den grössten Chancen sein, zumal er auch thematisch hochaktuell ist. Das mag ja alles schön und gut sein, aber der Film ist mMn überbewertet. Und von einem Meisterwerk ist er mMn erst recht weit entfernt. Aber vielleicht genügt es einfach in angesagten Themen zu wildern und gute Darsteller um sich zu scharen?
Erzählt wird die Geschichte , nach einem Roman von Thomas Savage, von den Brüdern Phil und George Burbank, die zu Beginn des 20Jhdt. auf einer Farm ihre Brötchen verdienen. Während George sich der Upperclass zuwendet, ist Phil der Mann fürs Grobe, der jeden, der nicht auf Kurs ist, mit Miss- und Verachtung straft. Besonders verhaltensauffällig wird er, als mit Rose eine Frau in Georges Leben tritt, die auch noch einen Sohn mitbringt.
Der Film lässt sich unendlich viel Zeit, um in die Gänge zu kommen. Daran ändern auch die Landschaftsaufnahmen nichts. Man scheint sich immer wieder darin zu suhlen, aber von wirklich toller Kameraarbeit kann man hier nicht sprechen. Die meiste Zeit wirkt es wie ein TV-Spielfilm. Zu statisch, zu konventionell und eintönig ist das ganze gefilmt. Wenn man bedenkt, wie Jahrzehnte zuvor Leone mit der Kamera gespielt hat, Szenen in regelrechte Kunstwerke verwandelt hat, dann seh ich hier nur Standardkost, die ich in so ziemlich jedem B-Movie Western auch kriege. Und davon hab ich doch eine Menge gesehen. Also cineastisch entlockt mir das nur ein Gähnen.
Die Handlung zieht sich auch wie Kaugummi und wirklich schlüssig ist sie nicht immer. Zuallererst wir dem Zuschauer Cumberbatchs toxische Männlichkeit so aufs Auge gedrückt, bis der hinterste und letzte Zuschauer merkt, was für ein Arschloch die Figur Phil ist. Das kommt so plakativ rüber, dass man zuerst an eine Satire denkt.
Im Verlaufe der Handlung entspannt sich das ein wenig und Phil wirkt etwas nahbarer. Die Figur von Rose, die sich zusehends in den Alkoholismus flüchtet wird nicht wirklich gut ausgearbeitet. Wirklich kraftvoll wirkt die Darstellung nicht, mitreissend schon gar nicht. Kirsten Dunst müht sich zwar ab, aber mehr liegt da nicht drin. George wird immer mehr in den Hintergrund gerückt, seine Gefühlswelt bleibt in weiten Teilen ein Rätsel. Der Sohn von Rose, toll gespielt von Kodi Smit-McPhee, ist mittendrin im Drama und entwickelt sich zusehends zu Phils Objekt der Begierde. Allerdings kann er Phils Verantwortung in dem Drama nicht negieren und so setzt er sich zur Wehr. Es wird nur angedeutet, aber halt so offensichtlich, dass man auch hier meint, die Regisseurin müsse dem Zuschauer ein Tutorial mitgeben, weil es sonst das Ende nicht versteht.
Fazit: Ein Drama, das viele Schwächen hat, von seinen starken Darstellern am meisten profitiert, aber bei der Inszenierung nicht die erforderliche Kraft entwickelt, die einem um die Charaktere mitfiebern lässt. Vieles wirkt zu gequält und zu sehr auf Preisregen getrimmt, aber das Handwerk geht im Detail flöten. Schade, denn das Piano von Jane Champion hat mir seinerzeit gut gefallen.
Bessere thematische Alternativen zu unterdrückter Homosexualität, toxischer Männlichkeit, Identitätsfindung wären Boys dont cry und Brokeback Montain. Diese Filme sind wie ein Schlag in die Magengrube ohne moralinsauer zu wirken und entfalten dabei die ganze Wucht filmischer Kraft. Power of the Dog möchte das gerne, schafft das mMn aber nicht.
ChrisKongTeilnehmerIst ja auch mehr Expendables 2 denn Superheldenfilm. 🙂
Nobody
Better Call Saul Star Bob Odenkirk spielt einen Niemand. Zumindest startet der Film mit diesem Eindruck von ihm. Dass da mehr unter der Oberfläche ist, als geahnt, ist nun nicht die Überraschung schlechthin. Generell frühstückt der Film sämtliche Versatzstücke ab, die solche Streifen auszeichnen. Einen Originalitätspreis gibts dafür nicht. Aber der Film ist launig inszeniert und gespielt, die Action mitunter brachial und die Gegner wie so oft nicht die cleversten. Das reicht über die Laufzeit für gute Unterhaltung. Was Odenkirk hier ein wenig fehlt, ist der Konterpart. Da der Film durchaus mehr auf Witz ausgelegt ist denn reines Spannungskino, wird man diesen Eindruck nicht los, dass man es mit einem Buddymovie ohne Buddies zu tun hat. Diese gibts nur im Finale und zwischendrin als ganz kurze Einschübe. Dabei wäre Odenkirk dafür prädestiniert. Die Rolle des Biedermanns, der heimlich ein harter Hund ist, konterkariert das Typecasting, das man bei Odenkirk oft vermuten würde. Herhalten müssen mal wieder irgendwelche Club-Russen, an denen sich Mansell abarbeiten darf. Dumm, wie diese sind, lagern die ihr ganzes Geld denn auch zentral – haben the Dark Knight vermutlich nicht gesehen – und machen sich dadurch recht angreifbar. Unterstützung erhält Nobody von seinem Vater, gespielt von Christopher Lloyd und einem Kampfgefährten, gespielt von RZA. Das Finale ist leider etwas mau ausgefallen, da hätte ich mir mehr Einfallsreichtum gewünscht. Ein paar Sachen sind nice, aber die Action mit Lloyd und RZA ist da nicht gerade originell umgesetzt. Da war der Überfall aufs Altenheim besser ein paar Szenen davor.
Für Fans von Odenkirk und ähnlich aufgezogener Streifen wie z.B. John Wick, Taken, usw. ein vergnüglicher Film, der von seiner Hauptfigur ideal getragen wird. Logik lässt man wie üblich an Seite – minutenlanger Schusswechsel in einem Vorort und keine Polizei. In einer weiteren Nebenrolle sieht man Michael Ironside, der enorm an Gewicht zugelegt hat. Vielleicht kompensiert er so die zahlreichen Extremitätsverluste aus anderen Filmen?
DIe UHD Scheibe hat an recht vielen Stellen Unschärfen, ich glaube da kaum an einen Mehrwert gegenüber der Bluray.
ChrisKongTeilnehmerBei uns im Geschäft sind alle geimpft. Wir hatten das mit allen Monteuren lang und breit diskutiert und die ganzen Prozedere auf den Baustellen werden unnötig kompliziert, wenn mans eben nicht ist. Brachte uns zu der Frage, ob wir die Kosten tragen wollen oder halt auf den Mitarbeiter verzichten.
Was sich wegen Nebenwirkungen sagen lässt, alle, die stärkere Verläufe hatten im Geschäft, hatten auch stärkere Reaktionen. Aber natürlich nur einen Bruchteil so heftig wie die Erkrankung selbst. Und da man früher oder später sowieso damit in Kontakt kommt, ausser man lebt in einer Höhle irgendwo in Tibet, ist es sinnvoller sich so gut als möglich zu schützen. Einfach purer und reiner Pragmatismus. Obs da dann wirklich alle so lange flachlegt oder gerne als Ausrede genommen wird, lassen wir mal an Seite.
Die Impfverweigerer und -gegner sind keine homogene Masse. Aber ein Grossteil der Leute, die sich im Bekanntenkreis und persönlichen Umfeld permanent zu dem Thema äussern, gehören oft schlecht informierten Kreisen an, misstrauen dem Staat generell bei allem oder entstammen einer Kultur, wo das Misstrauen in den Staat ganz klar gerechtfertigt ist. Das sind die Impfgegner, die man öffentlich wahrnimmt. Einige sind auch recht still und man erfährt es erst, wenn man fragt, ob man sich mal wieder treffen will und sich dann herausstellt, nur begrenzt möglich.
Das bringt mich wieder zum Ausgangspunkt, hätte ich jetzt die ganze Zeit seit der ersten Impfung aufs Reisen, Restaurants und dgl. verzichten wollen und will ich das auch weiterhin? Die Antwort lautet klar nein. Aber wenn Leute lieber auf ihren Prinzipien beharren, sollen sie halt. Der Unterschied zu mir ist auch, ich bin nicht annähernd so angepisst wie andere. Warum diese Umstände bei den Impfgegnern keine Rolle spielen, weiss ich nicht. Aber ich bin lieber zufrieden und hab was vom Leben, als auf der Stelle zu treten und zu verzichten.
ChrisKongTeilnehmerIch hatte Excalibur hier auch schon vorgestellt. Wäre mal Zeit, dass der Film würdig aufbereitet wird. Stilistisch lehnt sich Dark Souls durchaus an John Boormans Werk an. Wird ein Film gesucht, der das beinhalten muss oder ein Film aus der Kindheit, an den man sich gern erinnern würde?
Film mit Baby hätte ich auch eher Willow gesagt, weil das Baby dort für den ganzen Film über präsent ist, während das bei Excalibur mitnichten der Fall ist.
ChrisKongTeilnehmer@carot
Verstehe deinen Einwand nicht ganz. Ich habe nie in Abrede gestellt, dass die Impfung hilft. Nur dass sie das nicht in dem Umfang tut, wie von Beginn an erhofft und sich darum die Impfunwilligen dadurch bestätigt sehen könnten.
Ich hatte die Krankheit ja bereits und bin 3 mal geimpft. Mehr Immunisierung geht fast nicht. 🙂
ChrisKongTeilnehmer@Corona
Hmm, gerade wieder von jemandem den Status gesehen, positiv getestet. Und das war a) eine Person, die eher einen kleinen Personenkreis hat, wo sie sich bewegt und b) min. zweifach geimpft ist. Und hier hats ja jetzt auch Leute erwischt, die geimpft sind und Leute in deren Umfeld wiederum.
Ich glaube man kann eingestehen, dass die Impfung uns einfach mehr Zeit verschafft, hilft schwere Verläufe zu verhindern, aber mehr auch nicht. Das Virus zirkuliert weiter und mutiert weiter. Nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen, ist nahezu ausgeschlossen ausser man verzichtet vollends auf gesellschaftliches Leben. Leider, und das wird jetzt der Nebeneffekt sein, werden Impfgegner und -skeptiker sich erst recht bestätigt fühlen und Unentschlossene, warum auch immer es die noch gibt, sich kaum freiwillig impfen lassen.
Ich seh von daher keine wirkliche Entspannung der Lage in den nächsten Monaten. Vielleicht muss da mal generell ein Neu- oder Umdenken stattfinden. Einen idealen Verlauf kann man nicht realisieren, weil die Probleme oft auch nur verschoben werden und die Strategien weltweit sehr unterschiedlich ist. Bislang sind sie im Resultat aber alle nicht grad grosse Erfolge gewesen, je nach Sichtweise. Wir hatten milde Massnahmen und stehen auch nicht zwingend schlechter da als andere. Ich glaube das liegt auch daran, dass viele Massnahmen, die hart waren, die Ansteckungen nur verlagert haben, mehr war das nicht. Frankreich ist da ein Paradebeispiel. Schliess die Clubs, die Restaurants und alles, was macht der Franzose, trifft sich einfach privat und ungeschützt und hebelt ja alle Massnahmen wieder aus.
Was dringend gemacht werden müsste, ist endlich mal bei den Medikamenten vorwärts zu machen. Da liest man zwar immer wieder mal was, aber zu wenig. Weil sonst bleibt nur weiterimpfen und weiter durchseuchen. Denn wie lange das Massnahmenprozedere aufrecht erhalten werden kann, bleibt abzusehen. Die beste Massnahme bringt nichts, wenn sich die Leute irgendwann nicht mehr dran halten.
ChrisKongTeilnehmerJa, Elvis hatte ein paar sehr gute Songs, die einfach Ohrwurmqualität haben. Mir gefällt Such a Night sehr gut, einfach ein Lied, das die Stimmung hebt. Läuft auch im Abspann von 3000 Miles to Graceland – Crime is King.
ChrisKongTeilnehmer@Montyrunner und @captain carot
Mein aufrichtiges Beileid. Das Leben nimmt leider keine Rücksicht und schlägt manchmal mit voller Härte zu. Da das Positive zu sehen fällt manchmal sehr schwierig und ist oft unmöglich. Jeder Mensch, dessen Dahinscheiden uns in Trauer zurücklässt, tut dies immer, weil diese Person etwas in unserem Leben bewegt hat. Daran sollte man sich erinnern und etwas von dem, was diese Person einem mitgegeben hat, weitertragen. Ich bin sicher, dass das in derem Sinne war und dadurch etwas entsteht, das fortdauern kann.
@Schnitzel Positiv bleiben, nach Vorne schauen. Die Talsohle ist bald mal erreicht und wenn es wieder aufwärts geht, werden die Jobangebote auch wieder zunehmen.
ChrisKongTeilnehmerArmy of Thieves (Netflix)
Ein Prequel zu Army of the Dead von Zack Snyder ist der Film nicht wirklich, eher ein Spinoff, das zeitlich einfach vor der Las Vegas Zombiedemie spielt. Matthias Schweighöfer hatte, soweit ich informiert bin, die Idee dazu. Herausgekommen ist dabei ein Heist-Movie, bei dem 3 legendäre Tresore geknackt werden sollen. Und Sebastian scheint der einzige zu sein, der das überhaupt kann. Leider ist der Film hier schon konzeptioneller Murks und absolut nicht durchdacht. Er wird von einer Bande angeworben und die Intention der Chefin, in die sich Sebastian natürlich verliebt, ist es einfach diesen Coup durchzuziehen und die Tresore von Wagner zu knacken als ultimative Herausforderung. Komisch nur, hat ausser Sebastian niemand einen Plan vom Tresor knacken. Da stellt sich die Frage nach der Motivation durchaus. Das ist, als wollte ich unbedingt eine FA-18 fliegen ohne dass ich überhaupt einen Pilotenschein habe oder mich für die Fliegerei interessiere. Okay, schlucke ich irgendwie noch. Nur leider sind die Überfälle weder spannend noch interessant gestaltet. Die Saves zu knacken ist auch nicht wirklich mit Rätselei verbunden. Es fehlt an Tempo, an Witz und Spannung. Das gehört für mich eigentlich in ein gutes Heist-Movie mit rein. Die Hauptdarstellerin ist sympathisch und Schweighöfer macht seine Sache auch gut, aber mir ist das zu wenig. Die Gegenspieler nerven leider auch mehr, als dass sie bedrohlich wirken. Insbesondere der französische Interpol-Agent ist ein Griff ins Klo. Warum die Tresore überhaupt dort sind, wo sie sind und warum da praktisch kein Sicherheitspersonal ist, frage ich mal lieber nicht. Haben die Autoren ja auch nicht getan.
Fazit: Man hätte aus der Idee durchaus mehr machen können. Mehr als nett fällt mir dazu nicht ein. Kann in absolut keiner Kategorie wirklich mit Eigenständigkeit oder Originalität punkten.20. Dezember 2021 um 11:43 als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1729734
ChrisKongTeilnehmer
ChrisKongTeilnehmerHostel 3 (Netflix)
Teil 1 war ein hochspannender Torture-Porn, der nebst grenzwertigen Szenen, den Spannungsfaktor auf ein hohes Level hob. Teil 2 dann die unumgängliche Fortsetzung, die versuchte von allem etwas mehr zu bieten, aber ehrlich gesagt nur mehr Ekelszenen hatte, ansonsten relativ lame war im Vergleich. Teil 3 nun ist von alledem nur noch ein übelstes Derivat mit schwachen Darstellern, in einer noch schwächeren Story mit null Spannung. Hier gehts wirklich nur noch drum, dass man Menschen dabei zusieht, wie sie genüsslich andere foltern. Wer meint, das wäre im Grunde die Essenz von Teil 1 irrt. Hier handelt es sich nicht darum, eine pervertierte Gesellschaft zu demaskieren, sondern es ist ein schnöder Rachethriller, aber eben kein wirklich guter. Ein unsympathischer Typ misshandelt einen anderen unsympathischen Typen, weil er an dessen Freundin ran will und neidisch ist. Aber weil man auch beim Foltern etwas Spass haben will, foltert man auch gleich noch ein paar andere mit.
Es ist wirklich übelster Schund und ich weiss nicht, warum die Macher des ersten Teils das unter gleicher Flagge laufen lassen. Aber ist ja oft so bei Horrorreihen. Von konstant guter Qualität kann man da nur in Ausnahmefällen sprechen. Man würde meinen, dass das heute besser sein würde, aber Fehlanzeige. Sogar Komplettisten würde ich davon abraten sich den Film zu holen. Brauchen vermutlich nur die Hartgesottenen unter den Fans. Und nicht in dem Sinn, dass der Gore-Faktor gemeint ist, den man ertragen muss, sondern einen dümmlichen Film mit null Substanz.
ChrisKongTeilnehmerThe Witcher Staffel 2 (Netflix)
Da ich erst diesen Herbst in die Welt des Witchers auf Netflix eingetaucht bin, waren meine Eindrücke zum Start der zweiten Staffel noch frisch. So im Direktvergleich gefällt mir Staffel 2 besser, weil sich die einzelnen Teile nun verdichten zu einem grossen Ganzen. Darunter leiden etwas die Einzelabenteuer des Witchers. Davon gibts nicht mehr viele. 8 Episoden sind auch einfach etwas wenig. Es würde sich hier viel Platz bieten, um weitere Geschichten zu erzählen. Endlich wird auch den Tränken mehr Bedeutung beigemessen, was in der ersten Staffel kaum zu sehen war. Der Humor wurde dafür deutlich zurückgefahren. Etwas hätte man die ernste Tonlage durchaus durchbrechen dürfen. Geralt kriegt auch ein paar Charaktermomente mehr geschenkt und wird weniger auf Action reduziert wie in Staffel 1. Auch sehr gut, dass der Witcher Clan präsentiert wird und wir mehr über sie erfahren.
Als neuer Gaststar präsentiert sich Graham McTavish, den die meisten vermutlich als Zwerg aus den Hobbitfilmen kennen oder aus Rambo 4 als Söldner. Sein Charisma macht ihn zu einem idealen Gegenspieler. Hoffentlich wird die Rolle weiter ausgebaut.
Gegen Ende wird einiges angeteasert und die Show verabschiedet sich mit einem fetten Hammer. Dass wir etwas in der Art präsentiert kriegen, war sogar abzusehen, da das Nichtzeigen von Charakteren oft dazu dient, sie entsprechend einzuführen. Hat auf jeden Fall Lust auf Mehr gemacht. Bevor der Abspann läuft, wird dann noch zack eine Prequel-Staffel aus dem Hut gezaubert, die sich mit den Anfängen des Witcher-Verse beschäftigen wird. Hatte im Vorfeld nichts dazu gelesen und wurde recht überrascht. Auch wenn ich sehe, wer da mitspielt. Für Fans von Witcher-Futter kann man sich kaum besser in die Staffelpause verabschieden. Staffel 3 wird sehnsüchtig erwartet. Ich schätze mal, dass die Prequel-Serie noch davor startet.
ChrisKongTeilnehmerMidnight Mass (Netflix)
Wurde mir empfohlen und angepriesen als Horror-Drama. Gruselfilme seh ich mir immer wieder gerne an, besonders okkulter Grusel greift bei mir stärker. Das Unbekannte oder Unerklärliche, was über rationales Denken hinausgeht, hat etwas Beängstigendes und Faszinierendes zugleich. Aber ich muss schon in Stimmung sein, das Haunted House Szenario finde ich mittlerweile doch recht abgegriffen. Mike Flanagan hat mit seinen beiden Mini-Serien Spuk in Hill House und Spuk in Bly Manor für Furore gesorgt. Ausserdem zeichnet er für zwei Stephen King Verfilmungen verantwortlich, Dr. Sleep und Geralds Game.
Mir war jetzt nicht der Sinn nach einem verwunschenen Anwesen, weshalb mir das Szenario von Midnight Mass sehr gelegen kam. Einerseits mag ich Küstenstädte als Handlungsort – hier ist es gar eine Insel, auf die man sich nicht zwingend verirrt – andererseits die Vermischung von Okkultismus und christlicher Symbolik. Ich wusste aber ansonsten absolut nichts darüber und liess mich Folge für Folge überraschen, wohin die Reise geht. Einige Twists, die wichtigsten, kündigen sich recht früh an. Diese werden aber jetzt nicht so präsentiert, als wäre deren Enthüllung der angesteuerte Meilenstein. Nein, der Begriff Horrordrama trifft es ganz gut. Der Horror kommt nur sehr häppchenweise und spart sich fast bis ganz zum Schluss auf. Die meiste Zeit handelt es sich um ein Familiendrama. Dieses ist hier die Basis, auf der der nachfolgende Schrecken dann aufbaut und mit den Charakteren mitfiebern lässt.
Flanagan erweist sich dabei als prototypischer Student Stephen Kings. Wer ein wenig mit King vertraut ist, wird ihn hier an jeder Ecke sehen. Der ganze Plot ist denn auch ein klassischer King Roman. Ich fühlte mich am stärksten an Tommy Knockers erinnert. Hier wie dort zeigt sich auch, dass King in einem Mini-Serienformat oder Mehrteiler oft besser funktioniert als in einem Einzelfilm. Insbesondere wenn der Mikrokosmos einer kleinen Gemeinde durchleuchtetet wird. Warum nun Tommy Knockers? Eine der Hauptfiguren kehrt in seine alte Heimat zurück, kämpft mit seinen Dämonen, unter anderem Alkohol, trifft seine alte Flamme wieder. Dann ereignen sich Dinge, die das Dorf zu verändern scheinen, einzelne Figuren untersuchen unabhängig voneinander, was die Ursachen sind. Es entsteht immer mehr eine Zombie-Gesellschaft, deren Vitalität zurückzukehren scheint aber ihren Preis hat. Die Ursache scheint nicht von dieser Welt zu sein und am Ende werden nicht viele davon zu berichten wissen. In Kings Roman noch weit weniger als in der TV-Verfilmung. Für mich recht offensichtlich, dass Flanagan sich dort bedient. Aber natürlich ist Salems Lot ein grosser Einfluss und auch Carrie sowie the Myst. King verwendet gerne den religiösen Eiferer, den er langsam aber sicher als Antagonist aufbaut. Und so macht das auch Flanagan. Seine kirchentreue Bev Keane könnte die Mutter von Carrie sein oder auch die Anführerin in Myst, die Getreue um sich scharrt und gegen anders denkende hetzt. Für King ist der Meinungsfaschismus ein wiederkehrendes Motiv in seinen Werken, ebenso wie die instabilen Elemente, genauer die Helden oder besser Antihelden, die gerade wegen ihrer Schwächen mehr sehen, als ihr Umfeld.
Ich behaupte einfach mal, wer Kings Werk mag oder gar liebt, dem wird diese Mini-Serie gefallen. Alles was King auszeichnet, findet sich hier auch. Flanagan hat sich dafür Bestnoten vom Maestro wirklich verdient. Dabei vermeidet er es auch, die Figuren unreflektiert in ihren Rollen agieren zu lassen. Fast jede hat einen Moment, in dem Zweifel sich breit machen. Der superbe Cast, der weitestgehend unverbraucht ist, glänzt hier bei der Interpretation. Auch sehr schön, dass Flanagan in diesem christlich-religiösen Setting sogar ein paar heisse Themen anschneidet, wie die Interpretation oder besser das Verhältnis vom Islam zum Christentum und was ein säkularer Staat machen sollte und was nicht.
Wer die Vorbilder kennt, weiss zwar die Stossrichtung, aber das tut dem Spass der Handlung zu folgen keinen Abbruch. Auch die gefühlvollen Momente gefallen mir sehr gut. Einzig das Ende fand ich ein wenig zu sehr zerredet. Da spürt man, dass Flanagan einfach seine Geisteshaltung offenbaren möchte, was mir etwas zu viel Astral-Esoterik ist. Das hätte mit weniger Worten genauso funktioniert. Leider eine Kunst, die man oft zu wenig sieht aber ein Symptom unserer Zeit zu sein scheint, wo es für alles ein Tutorial braucht. Das ist eigentlich ein einzig kleiner Kritikpunkt, einer Serie, die sehr vieles richtig macht, gute Darstellerleistungen aufweist, sich mit Themen wie Schuld und Verantwortung in einem spirituellen Kontext auseinandersetzt und starke gruselige Momente entwirft. Einzig das Monster ist mir vielleicht sogar einen Ticken zu oft im Bild. Aber der Horror hat hier sowieso eine gänzlich andere Ebene und fokussiert gar nicht so sehr auf dem physikalischen Teil.
Ein Wort noch zur Soundkulisse. Die schönen Bilder werden passend untermalt von Musik, Umgebungsgeräuschen und religiösen Liedern. Das trägt enorm zur Atmosphäre bei, ohne dass es aufgeblasen wirkt wie bei div. Kinofilmen. Auch das eine herausragende Leistung. In einzelnen Szene merkt man exakt, wie sehr die Musik auf das Schauspiel abgestimmt ist. Das ist mir zuletzt bei Fargo sehr gut in Erinnerung geblieben und zeigt, dass das ein oft vernachlässigter Aspekt ist. Aber eben ein wesentlicher.
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass uns Flanagan abermals in ein Szenario entführt, dass so kompakt und auf den Punkt gebracht ist sowie in all seinen Zutaten mit dieser Qualität glänzt.
ChrisKongTeilnehmerThe Suicide Squad
Die Erwartungen im Vorfeld waren nicht unerheblich. Der Vorgänger von Ayer galt als missglückter Versuch, die DC Schurken auf ein Abenteuer zu schicken. Grundsätzlich gefällt mir die Idee dazu. Es bringt aber wenig, wenn nach anfänglich neuen Ansätzen am Ende dann doch der übliche Superheldenflick dabei rauskommt. Dazu gabs für mich Vermischung von Fähigkeiten und Hexerei, was mir auch nicht wirklich zusagte. Einfach zu viel des Guten oder in dem Fall des Schlechten. Der Joker-Unfall war dann das I-Tüpfelchen.
James Gunn (Guardians of the Galaxy) trat nun an, den Vorgänger vergessen zu machen. Sein Film ist Fortsetzung und Reboot zugleich. Der Humor, ein wesentlicher Faktor, passt kommt mir aber je länger der Film dauert, zu selten vor. Und genau das ist auch die Crux an dem Film, seine Entwicklung. So verheissungsvoll der Start ist, so wenig löst er am Ende sein Versprechen ein. Der hohe Blutzoll unter den Squad-Membern ist mMn ein Fake. Besonders nach der Post-Credit-Szene wird dieses Argument weiter abgeschwächt. Zu Beginn einen Haufen belangloser Statisten zu opfern ändert daran nichts. So überrascht der Film in keiner Sekunde und traut sich keinerlei Experimente. Im Vergleich dazu wirkte der Rekrutierungsprozess und das Ableben der Eingrifftruppe von Deadpool in Teil 2 um einiges lustiger. Von daher war ich von dem Film durchaus etwas enttäuscht. Am besten funktioniert er dann, wenn Peacemaker und Bloodsport ihr Alphamännchen Gehabe zur Schau tragen und kollidieren. Davon liefert der Film zu wenig. Pete Capaldi ist etwas verschenkt als Grosshirn. Heimliches Highlight ist der Polka-Dot-Man, der in seinem Feind immer seine Mutter zu erkennen glaubt. Der Film hätte in der Summe einfach mehr von solch freakishem Shice vertragen und das in hoher Schlagzahl. Auch Margot Robbies Harley Quinn ist mit angezogener Handbremse unterwegs. Im Grunde liefert Gunn einen besseren Suicide Squad Film ab als Ayer, aber auch er kratzt nur am Potenzial. Mit dem Dreh, wir sind böse und doch irgendwie nicht, nimmt man sich spätestens dann aus dem Rennen, was die Einzigartigkeit im Genre angeht und wandelt auf den üblichen Spuren. Das wäre an sich nicht so tragisch, wenn die Prämisse des Films nicht so laut in eine andere Richtung schreien würde. Eine Mogelpackung. Der Superherofilm wird hier nicht härter, die Schurken werden einfach weicher.
Unterm Strich ein unterhaltsamer Streifen, der einige gute Momente hat, die für die wenig spannende Geschichte entschädigen. Die Ansage, dass man mit allem rechnen muss, wird klar verfehlt. Eine Hauptfigur macht den klassischen vom Saulus zum Paulus Erzählstrang durch. Gunn dreht an einzelnen Schrauben, aber am Grundkonzept wird kaum was geändert. Mehr Mut wäre besser gewesen. -
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