ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerSuperdeep
Nach Sputnik der nächste Tipp, der seinen Weg in die Sammlung fand. Thematisch geht es in ähnliche Gefilde und doch haben beide absolut eigenständige Elemente. Sie sind natürlich beide ein Zitate-Fest amerikanischer Sci-Fi-Horrorfilme. The Thing, Alien usw. werden thematisch, stilistisch und auch darstellerisch fleissig zitiert. Da ich diese Sci-Fi Streifen mit ihrem oft auch zynischen Anstrich sehr mag, schon mal ein dickes Plus. Hier startet man auch recht schnell nach einem kurzen Intro, das aber eher eine bruchstückhafte Erklärung ist für die Tätigkeit der Hauptfigur. Ein russischer Michael Chiklis spielt einen Major, der ein paar Proben in einer Forschungsstation bergen soll, deren tiefstes Labor 12Km unter der Erdoberfläche liegt. Im Zentrum steht aber die Wissenschaftlerin Anya. Der Hinflug im Heli ist eine Anlehnung an Predator, es spielt sogar US-Rockmusik. Gleich nach der Ankunft gehts zur Sache und der Film verliert keine Zeit, um zur Sache zu kommen. Vielleicht hätte hier ein bisschen mehr Aufbau gut getan, um die unheilschwangere Atmo ein wenig breiter zu gestalten.
Die Dinge nehmen ihren Lauf und schon bald sehen sich die entsendeten Soldaten in einem Überlebenskampf wieder. Das funktioniert hier eigentlich recht gut. Abstriche muss man hingegen bei der glaubwürdigen Darstellung der Wissenschaftlerin machen. Die Schauspieler hier agieren mMn noch besser als in Sputnik. Da wurden die richtigen Leute gecastet. Aber es wäre besser gewesen, wenn sich die Personen ihrem Berufsstand entsprechend verhalten. Und das ist oft nicht schlüssig oder plausibel dargestellt. Z.B. wird in vielen Szenen eine Babywindel als Maske aufgesetzt. In anderen wieder fast Vollmontur. Aber als klar ist, dass mans mit einem gefährlichen Organismus zu tun hat, hantiert man zum Teil ganz ohne Maske? Und solche Schönheitsfehler hat der Film leider ein paar zu viel.
Der Aufbau der Station wird eigentlich auch nie recht greifbar inszeniert. Es gibt zwei Lifte und irgendwie funktionieren die so, wie es die Dramaturgie verlangt. Aber weder Techniker noch sonst wer haben die wirklich im Griff. Was überhaupt da geforscht wird, wird auch nie so recht erklärt. Es bleibt sehr vieles im Dunkeln. Aber auch wenn man sich selber einen Reim drauf macht, ergeben nicht alle Handlungselemente einen Sinn. Einerseits sollen Personen gerettet werden, dann wieder doch nicht. Gegen Ende widersprechen sich die Handlungsweisen auch, ohne richtig erklärt zu werden. Den wirklichen Zwiespalt der Wissenschaftlerin handelt man zu schnell ab, was sich einfach so anfühlt, als hätte man einfach noch einen dramatischen Höhepunkt gebraucht.
Dazwischen kriegen wir Bilder geliefert, die mich an den zweiten Teil von Naughty Dogs Last of Us und den Ground Zero des Ausbruchs einer Infektionswelle erinnern. Auslöser sind in beiden Fällen mit die sonderbarsten Lebensformen unserer Vegetation. Andere Szenen wiederum erinnern an das Spiel Control und den tieferliegenden Bereichen, die “befallen” sind. Kann auch nur Zufall sein.
Das bedeutet, dass der Film vieles richtig macht, die Spannung kontinuierlich anziehen lässt, aber mit weniger von diesen Schönheitsfehlern deutlich besser wirken würde. Man achte auch mal auf den sehr kühlen Bereich, in dem sich die Gruppe kurz befindet. Da sieht man nur ein oder zwei Mal den Atem der Personen.
Kritik am Staat findet nicht wirklich statt, respk. bleibt sie so allgemein, dass sich damit niemand touchiert fühlen dürfte. Da war die Kritik in Sputnik am Staatsapparat deutlicher, wenn auch ähnlich oberflächlich.
Ich hatte meinen Spass mit dem Film, ob die UHD Variante, welche ich konsumiert habe, wirklich einen Mehrwert bietet, kann ich nicht sagen. Was ich dafür sagen kann, dass man oft sehr viel Filmkorn hat, ausserhalb des fokussierten Bereichs immer wieder auch gröbere Unschärfen und auch hin und wieder der Weichzeichner arbeitet. Das Mediabook ist sehr schön gestaltet und macht sich gut neben dem von Sputnik. Es enthält auch ein Booklet mit Infos zum Film.
ChrisKongTeilnehmerWichtig ist in dem Zusammenhang, dass nicht andere, zwingende Eingriffe, verschoben werden müssen. Das ist für mich eigentlich der einzige noch valide Grund, die Massnahmen aufrecht zu erhalten. Mit zu vielen Fällen im Spital, haben andere ein Problem und das gilt es zu vermeiden. Aber wenn das nicht mehr ein Thema ist, dann hat halt ein Ungeimpfter Pech gehabt.
Das Virus ist ja eigentlich cleverer als wir, denn eines will das Virus ja im Prinzip nicht, seinen Wirt töten. Also hat es seine Strategie, die das Überleben zum Ziel hat, angepasst. Schneller verbreiten und weniger schädlich/tödlich für den Wirt. Am Ende geht es vermutlich den Weg der Grippe und wird uns jedes Jahr mal mehr mal weniger beehren. Vermutlich nur ein Vorgeschmack, auf das, was noch kommen könnte. Wenn weiter Regenwald usw. abgeholzt wird, könnte noch einiges freigesetzt werden, von dem wir nicht zu träumen wagen. Aber vielleicht hat uns die Erderwärmung bis dahin eh dahingerafft.
ChrisKongTeilnehmerBei uns ist die Durchseuchung schon Tatsache. Der Staat verkürzt die Quarantäne, strengere Massnahmen werden nicht erhoben, ein Teil der Wissenschaftler kommentiert das Geschehen mehr, als dass sie Vorschläge machen. Max wird versucht mit den bestehenden Mitteln das Tempo ein wenig zu bremsen, aber mehr nicht. Medial wird aktuell eher von Versorgungsengpässen gesprochen, wenn zu viele Infizierte in Quarantäne sind. Eine Idee, die diskutiert wird, dass Leute in Quarantäne sich täglich selber testen und so trotzdem arbeiten gehen.
Davon kann man jetzt halten, was man will. Tatsache ist, Omikron hat sich seit der ersten Meldung in Südafrika binnen zwei Wochen komplett im Land ausgebreitet. Ich vermute die Dunkelziffer wird sehr hoch sein. Bei uns hats im Geschäft auch wieder einige und deren Verwandte erwischt. Die sind alle geimpft, haben entsprechend auch keine wirklich gravierenden Verläufe.
Für mich heisst das, die Regierung hat mehr oder weniger kapituliert und lässt durchlaufen, respk. ist das ja schon im vollen Gang. Wer bislang nicht impfen wollte, wird mit der Omikron Variante vermutlich die leichteste Form durchlaufen, zumindest sind die Intensivbetten im Verhältnis nicht stärker ausgelastet als sonst. Da aber viele dieser Zahlen nachlagernd sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wie lange die Welle anhalten wird. Bei dem Tempo vermute ich nicht mehr allzu lange.
ChrisKongTeilnehmerAlso Anfeindungen gehen sowieso nicht. Was mich an Impfgegnern stört, der Aufwand, der teilweise betrieben wird, um andere vom Impfen abzuhalten, irgendwelche Fakenews zu verbreiten, Demos zu organisieren, einfach um die eigene Unzufriedenheit an einem Thema abarbeiten zu können. Die könnten auch sinnvollere Dinge mit ihrer Zeit anstellen. Es geht dabei Null um rationale Auseinandersetzungen, denn die Inkonsequenz, mit der diese Leute unterwegs sind, sich aber auf Prinzipien berufen, ist entlarvend genug. Es verhält sich ein bisschen wie mit der Religion. Solange man damit niemandem schadet – und ich würde nicht jeden Ungeimpften gleich als potenziellen Mörder oder dgl. einstufen, weil sonst kann man das auch bei jedem mit Grippe sagen, der einen älteren Menschen trifft usw. – soll jeder diese Entscheidung für sich treffen und mit den Konsequenzen leben. In dem Fall halt nicht mehr an allen Aktivitäten teilnehmen zu können. Aber was aktuell in Österreich läuft ist für eine Gesellschaft einfach nicht mehr gesund. Irgendwann wird noch eine allumfassende Gesundheits-Gestapo eingesetzt und die Frage muss erlaubt sein, ob dieser Schaden dann der bessere ist.
ChrisKongTeilnehmerBoss Level
Ein Blick in die Filmografie von Joe Carnahan offenbart seinen Hang zum Action-Genre. Und auch, dass zwischen seinen Filmen oft auch längere Pausen sind. Das wird sicher auch damit zu tun haben, dass Carnahan schon ein paar Mal das Handtuch geworfen hat und Projekte aufgab. Vermutlich mag er sich nicht verbiegen, weswegen er auch bei seinen Filmen jeweils fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet.
Dass Boss Level von ihm ist, war mir gar nicht wirklich bewusst. War so ein klassischer Grabbeltischkauf. Frank Grillo versprach zumindest kernige Action, Gibson ist auch ein Minimal-Garant, denn in wirklich unterirdischem Schrott konnte ich ihn noch nie verorten. Gerade seine Actionfilme versprechen auch etwas Humor und Wahnsinn. So auch hier.
Frank Grillo spielt den Söldner Roy, der den gleichen Tag immer wieder erlebt und getötet wird von einer Killer-Truppe, die an die Freaks aus Hudson Hawk erinnert oder anderen solcher Streifen – mit Smokin Aces hat Carnahan davor schon Killer-Posterboys und -girls kreiert. Mit jedem Versuch lernt er dazu, man sieht Variation, implentiert bewusst Elemente, die später noch eine Bedeutung haben (Auftritt Michelle Yeoh) und arbeitet so mittels Quadratur des Kreises. Dabei wird die Popkultur fleissig zitiert, etwa wenn Roy dem Sicherheitschef des Antagonisten (Mel Gibson) droht die Augen auszupressen, was man als Anspielung auf Game of Thrones verstehen kann, da der Darsteller des Sicherheitschefs dem dortigen Mountain gleicht und dieser für eine solche Szene bekannt ist. Und da gibts noch einen Resten mehr solcher Referenzen. Das Ganze ist recht flott inszeniert, Langweile kommt da gar nicht erst auf. Der Humor passt auch und die Rolle ist Grillo förmlich auf den Leib geschrieben. Ja, ich bin mehr als positiv überrascht. Einzig Gibson kann als Joker nicht ganz ausgespielt werden. Dafür bleibt die Figur zu sehr im Hintergrund. Naomi Watts ist auch ein wenig verschenkt. Trotzdem ein kurzweiliger Spass und besser als viele der aufgeblasenen AAA Produktionen. Der Film kennt seine Stärken und baut darauf auf. Und täglich köpft das Murmeltier, wenn man so will.@Johnny Rocket
Gabs da nicht eine Quasi-Fortsetzung?
ChrisKongTeilnehmerPeninsula
Die thematische Fortführung des Korea Hits Train to Busan lag in einem schicken Mediabook in der Auslage. Da mir Train to Busan gefallen hat, ein Nobrainer. Auf dem Klappentext stand dann was von Abschluss der Trilogie. Seoul Station muss mir irgendwie entgangen sein. Dieser ist allerdings ein Zeichentrickfilm, wobei das nicht so eine Rolle spielt, da man nur die Ausgangslage verbindet. Zumindest konnte ich keine weiteren Bezüge von Peninsula zu Train to Busan feststellen. Aber liegt vielleicht auch schon zu lange zurück.
Korea wurde abgeschottet, wer es nicht rechtzeitig von der Insel schaffte, musste dort bleiben. Rettungsschiffe wurden statt nach Japan nach Hong Kong umgeleitet. Was auch immer das für eine Bewandtnis haben soll. Flüchtlinge sind natürgemäss nirgendwo gern gesehen, so ergehts es auch einigen von denen mehr schlecht als recht in Hong Kong. Das soll sich nun ändern, ein kriminelles Syndikat – gibts auch nicht kriminelle? – kommt auf die glorreiche Idee, Gelddepots, die dort nicht mehr geschützt werden, zu plündern. Ätschbätsch Snyder, die Koreaner hatten schon vor Army of the Dead die Idee.
Gesagt getan, wird ein Suicide Commando entsandt, um das Geld zu sichern. Natürlich kommt es dann anders als erhofft.
Leider war der Film aber auch alles andere als wie erhofft. Das fängt schon mit der Hauptfigur an, die alle Gemütszustände im Korean-Style durchdekliniert. Korean-sad-Face, Korean-very-angry-Face usw. Ist zwar nicht ganz so overacting like, aber gutes Schauspiel isses auch nicht. Dazu kommt bis zum Erbrechen Greenscreen zum Einsatz, nämlich immer dann, wenn Autos sich bewegen. Das wirkt leider brutal, künstlich, wie auch die Sets sich vom Hintergrund immer abheben. Hier hat man wohl gemeint, Sparweltmeister sein zu müssen. Liebesgrüsse aus Greeninsula. Die Antagonisten sind leider auch so derbst peinlich, als hätte man ein Laientheater engagiert. Beides kombiniert und das Label Trash ist verdient. Dann gegen Ende wird der Film regelrecht in Kitsch ertränkt und das Drama so künstlich an und abgestellt, dass man sich wirklich fragt, ob das denn keiner der Verantwortlichen gemerkt hat, wie mies das wirkt? Dagegen ist jede RTL-TV-Soap ein Arthouse-Programm. Da es an Witz und Selbstreflexion fehlt, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es sich hier um einen Unfall handeln muss. Man mag es kaum glauben, aber der Film ist vom gleichen Regisseur wie Train to Busan.
Er hat mit dem leicht verwirrt wirkenden Opa noch einen schönen Moment, der im Film kreiert wird und gegen Ende seine entsprechende Auflösung erfährt. Aber alles abseits davon ist einfach ziemliche Grütze. Das war für mich jetzt leider eine echte Enttäuschung. Fast fühle ich mich so doof wie die Protagonisten, die auch minutenlang zusehen, wie sich Leute in Zombies verwandeln, ehe sie reagieren. Nur, dass ich hoffte, der Film würde sich in was Gutes verwandeln.
ChrisKongTeilnehmerKitz Staffel 1 (Netflix)
Netflix bemüht sich um Lokalkolorit. Dieses Mal trifft es eine Tiroler Destination, Kitzbühel. Worum gehts? Aus der Sicht von Lisi wird eine geplante Rache-Aktion erzählt, bei der der Tod ihres Bruders die Hauptmotivation ist, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. In dem Fall sie gesellschaftlich zu brandmarken. Besonders im Fokus ist das Model Vanessa, welches eine Affäre mit Lisis Bruder hatte. Daneben wird auch gleich noch mit der ganzen Schickeria im Wintersportort abgerechnet.
Vordergründig klingt das erstmal nach Gute Zeiten, Schlechte Zeiten Niveau. Einiges mutet auch danach an. Allerdings ist die Produktion deutlich hochwertiger und in Soap-Niederungen dringt man nicht vor. Was das Lokalkolorit angeht, nun die Serie könnte so auch in St. Moritz, Aspen oder einem anderen Nobelhobel Skiort spielen. Wirklich in den Fokus rückt der Ort selber nie. Und das, obwohl ein Storystrang sich mit der Übernahme von Grundstücken befasst, aber eher als Aufhänger von weiteren Geheimnissen, die in der Vergangenheit liegen. Das erinnert dort sogar etwas an David Lynchs Twin Peaks, wenn Benjamin Horn verzweifeft versucht Investoren für sein Resort-Projekt zu finden, weil die Sägerei keine Zukunft hat.
Während in Twin Peaks dieser Umbruch symbolisch aufgeladen wird, bleibt er hier eine Randnotiz. Das ist schade, denn gerade diese Kluft zwischen Tradition und Moderne hätte hier eine neue politische Dimension eröffnen können. So bleibt es recht oberflächlich, damit man einfach noch etwas Zeitgeist droppen kann. Sehr gut auch veranschaulicht, in dem man immer wieder Begriffe wie sustainable und dgl. einbaut.
Mit Klischees zur Schickeria wird natürlich nicht gegeizt. Allerdings werden die Figuren so nuanciert dargestellt, dass sie authentisch wirken.
Im Verlauf der Geschichte kommt es zu ein paar Wendungen, die an der Spannungsschraube drehen. Insgesamt steigert sich so die erste Staffel kontinuierlich bis zu ihrem Finale. Zu sagen es ist ein Must-See, wäre übertrieben. Aber als Guilty Pleasure für Zwischendurch taugt es durchaus. So ganz ohne Zwischentöne ist die Show nun nicht. Allerdings würde Vertiefung nicht schaden.29. Dezember 2021 um 17:57 als Antwort auf: Was habt ihr euch als letztes abseits von Spielen gekauft? #1730344
ChrisKongTeilnehmer@Johnny Rocket
In der Schweiz ist das sogar recht stark reglementiert, was als swissmade verkauft werden darf. Im Ausland gilt das dann leider nicht mehr, bezw. wenn dort geworben wird, kann mans als sonstwas verkaufen. Weisst du den Namen der Marke grad?
ChrisKongTeilnehmerHawkeye (Disney+)
Die vierte der neuen Marvel-Serien mit direktem Link zu den Kinofilmen. Ich fand sie sehr unterhaltsam, wenn auch der Start wie schon bei Falcon und der Wintersoldier etwas holprig und angereichert mit wenig plausiblen Szenenfolgen war. Danach geht die Serie deutlich in Richtung der Netflix Serie Daredevil, was auch passend ist, wird der gleiche Schauplatz bedient.
Leider packt man gegen Ende soviel mit rein, dass es schlicht überfrachtet ist und sich vieles überschlägt. Zwei Episoden mehr hättens sein dürfen. Gerade die Entwicklung um Yelena und Maya geht mir zu ruckartig vonstatten. Die LARPler hätte man auch effektiver einsetzen können.
Schön war der Gastauftritt einer gewissen Figur, die aber nur darum so effektvoll ist, weil sie woanders eben wachsen durfte. Da sieht man eben klar auch das Qualitätsgefälle.
Die eigentliche Protagonistin ist Steinfeld und sie macht ihre Sache wirklich gut. Aber aus der Dynamik zwischen ihr und Hawkeye hätte man mehr machen können. Ebenso ihr Verhältnis zu Yelena. So ein bisschen Zwiespalt und Identitätsfindung hätte hier ja gepasst. Leider läasst man das Potenzial ungenutzt. Die Autoren bekleckern sich da nicht mit Ruhm. Wirklich schade.
MCU Fans wird das sicher weniger stören, mich nerven vergebene Chancen halt. Renner und Steinfeld sind ein sympathisches Duo, das man gerne wiedersehen möchte.28. Dezember 2021 um 18:37 als Antwort auf: Was habt ihr euch als letztes abseits von Spielen gekauft? #1730319
ChrisKongTeilnehmerSchon gedacht, dass du den Braten riechst.
Wofür braucht man Stutenmilch? Schläft der Italian Stallion bei dir?
28. Dezember 2021 um 17:22 als Antwort auf: Was habt ihr euch als letztes abseits von Spielen gekauft? #1730315
ChrisKongTeilnehmer@Nightrain
Offensichtlicher Spam.
ChrisKongTeilnehmerUnwirtlich, habs korrigiert. 🙂 Hab noch keinerlei Bewertungen zu dem Film gelesen, aber oft finde ich das bei Arthouse-Filmen eh nicht wirklich gewinnbringend. Ich hatte ja schon mal erklärt, dass das etwa ähnlich ist, wie wenn wir uns über ein Bild eines Künstlers unterhalten würden. Der eine erkennt darin nur Pinselstriche, ein anderer ein ganzes Universum. Ich kann hier auch nur meine Eindrücke schildern, und warum es mich manchmal auf der intellektuellen Ebene abholt, auf der gefühlsmässigen oft weniger und wo für mich handwerkliche Mängel sind, sofern diese überhaupt als solche zu empfinden sind. Filme und Filmemacher orientieren sich ja auch meist an irgendwas und streben danach einem Ideal ihrer Vorstellung hinzu. Nur Kunst erkennen und selber machen sind zwei paar Schuhe, s. Uwe Boll. Oder aber Literaturkritiker sind nicht automatisch gute Schreiberlinge usw.
Wesentlicher Faktor bei der Beurteilung ist natürlich die eigene Vergangenheit und der Einstieg in die Materie. Ich stelle einfach fest, vielleicht täusche ich mich da, aber heute werden Filme und auch Spiele immer stärker tutorialisiert. Bei Spielen nimmt es zum Teil wieder ab. Aber wie oft hat man heute in Filmen Figuren, die einfach nur dazu da sind, dem Zuschauer Dinge zu erklären, anstatt man diese zeigt? Der Actionfilm ist ein klassisches Opfer dieser Strategie. Nehmen wir einen Film wie John Wick, in dem sich Leute immer wieder darüber unterhalten, wie krass dieser John Wick ist. Als würde der Zuschauer das nicht selber merken. Ganze Biografien werden erzählt, nicht gezeigt, um irgendwelche Tiefe vorzugaukeln. Damit verplempern viele Filme ihre Zeit. Man vergleiche auch mal Charakterzeichnungen von einem Film wie James Camerons Aliens mit dem eines Aliens vs Predator Films. Das Kino vor der Jahrtausendwende war da in einigen Punkten nie so ausufernd. Mich verwundert so auch nicht, warum heute fast jeder Actionfilm mit aufgeblasener Laufzeit versehen wird, uns aber doch nicht mehr erzählt. Aber nu, ich schweife ab. Ich wollte damit nur sagen, da ich einen anderen Filmbackground als ein Zwanzigjähriger habe, empfinde ich Filme vermutlich schlicht anders in ihrer Konzeption.
ChrisKongTeilnehmerThe Green Knight
Die Artus-Sage ist so ein bisschen die literarische Ursuppe englischer Mythen und Legenden, deren Motive schon zigfach zu Filmen, Serien usw. verwertet wurden. Man denke allein an die Figur Merlin oder Excalibur usw. Hier widmet man sich nun der Sage von Sir Gawain und dem grünen Ritter. Dieser grüne Ritter macht der Tafelrunde seine Aufwartung und fordert einen der Ritter heraus. Dabei soll der Ritter den ersten Schlag seiner Wahl treffen, welcher diesen dann ein Jahr später zu einem vereinbarten Treffpunkt in gleicher Stärke empfangen soll. Gawain versucht sich seine eigenen Meriten zu verdienen und meldet sich, auch um König Artus zu beeindrucken. In der Gewissheit, den grünen Ritter mit einem Schwertstreich zu besiegen, setzt er eine Ereigniskette in Gang, von der dieser Film handelt.
Regisseur Daniel Lowery hat hier seine Vision der Sage umgesetzt und in teils betörende Bilder getaucht. Zu Beginn macht er jedoch mMn einen kapitalen Fehler und verlässt sich zu wenig auf die Kraft der Bilder und ertränkt das Erlebnis immer wieder mit Texteinblendungen und wenig sinnstiftenden Schwafeleien. Dabei bedient er sich tief aus der Symbolik-Kiste und ladet die Szenen mit bedeutungsschwangerer Musik auf. Wer jetzt an John Boormans Excalibur denkt, liegt genau richtig. Das Vorbild ist immer ein wenig präsent, wie permanentes Hintergrundrauschen. Ab und an gelingt es dem Film auch gleichauf zu sein. Aber in einigen Momenten wirkt auch einfach nur erschreckend banal. Das hinterlässt dann und wann einen unbeholfenen Eindruck, der sich immer wieder mit starken Szenen abwechselt. So stellt sich leider für mich aber kein rundes Ergebnis ein. Er ist nie so archaisch wie Boormans Excalibur und hat auch nicht die rohe Kraft von Winding Refns Walhalla Rising. Rein von der Ästhetik her erinnert der Film auch an Werke von Tarsem Singh ohne dessen Pomp jedoch zu reproduzieren. Nein, dieses England, welches Camelot vor den Füssen liegt ist ein kaltes und unwirtliches Land, wie Boorman das auch ausformuliert hat. Hier werden auch Bezüge sichtbar gemacht, die vom Eingriff des Menschen in die Natur zeugen. Gleichwohl steht der grüne Ritter für eben diese Natur.
Die Figur des Gawain, sehr gut verkörpert durch Dev Patel, wird vor die Wahl gestellt, die Gegenwart zu retten und dafür die Zukunft zu opfern. Entweder er stellt sich jetzt seinen Entscheidungen oder wird in Zukunft dafür büssen. Im Grunde begibt er sich auf eine persönliche Sinnsuche, die Werte wie Ritterlichkeit von eigenem Ehrgeiz, Ruhm zu erlangen separieren.
Dabei gibt es starke Szenen wie etwa auf dem Schlachtfeld mit einem leichenfleddernden Jungen.
Ja, als Ausgangspunkt für eine Diskussion ist dieser Film mehr als geeignet. Die englische Volksseele ist wie auch in diesem Film keine Einheit. Parallelen zum Brexit und anderen Streitfragen erlauben einen grösseren Kontext in der Lesart. Ist es ehrlicher Wille zur Veränderung oder fusst der Populismus auf reinem Egoismus? Wo beginnt der Entscheid der Nachhaltigkeit? Alles sehr spannende Themen, die man in Lowerys Werke erkennen kann, wenn man denn so will. Somit wären auch alle Konventionen betreffend Arthaus auch erfüllt.
Trotz alledem hat das Werk Mängel und Defizite. Nicht jede darstellerische Leistung überzeugt mich vollends. Die Texteinblendungen sind unnötig und wirken eher amateurhaft. Die musikalische Anbiederung bei Boormans Film geschieht nicht ganz auf vergleichbarem NIveau, bezw. entsteht nie die gleiche fiebrige Atmosphäre.
So bleibt eher ein zwiespältiges Gefühl nach Ansicht zurück, dass man mehr hätte herausholen können. Der Beginn ist mMn weniger gelungen, gefolgt von einem starken Mittelteil und einem Ende, das Interpretationsspielraum offen lässt, aber in seiner Kraft bei mir nicht den gewünschten Effekt erreicht.
Das Mediabook ist schön gestaltet, das Bonusmaterial hab ich nicht wirklich gesichtet, hinter dem Menüpunkt alles was sie über die Sage vom grünen Ritter wissen müssen, verbirgt sich nur ein stumpfsinniger Trailer.
ChrisKongTeilnehmerIch weiss aktuell gar nicht, wo ich genau in der Frage stehe. Erstens werden die Spiele immer minderwertiger als physischer Release, zweitens für das meiste hab ich eh keine Zeit zum Zocken, es schwillt nur der Backlog an, während das Konto schmilzt.
Am Ende bleiben eh nur die Spielerlebnisse und das haptische mit der Spielpackung und dgl., das ist seit dem SNES, respektive dem N64 eh tot. Und vieles vom N64 würde ich auch nicht mehr nachholen wollen. Daran ändern auch LRG-Auflagen von N64 Spielen nichts.
Einzig meine favorisierten Serien wie Zelda und Metroid, da sammle ich noch die CE’s und dgl. aber auch nicht so exzessiv. Da investier ich deutlich mehr in meine Filmsammlung. Wobei ich dort auch nicht von Mist verschont werde. Aber alles in allem muss man da auch nicht befürchten, dass man die Filme irgendwann nicht mehr irgendwo herkriegt.
ChrisKongTeilnehmer@Carot
Muss ich mir in dem Fall auf eine Liste setzen, hab vielleicht mal von dem Film gehört. Aber gekauft mit Sicherheit noch nicht.
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